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Kooperation in Unternehmungsnetzwerken - Im Lichte der Axelrodschen Spieltheorie

Title: Kooperation in Unternehmungsnetzwerken  -  Im Lichte der Axelrodschen Spieltheorie

Diploma Thesis , 2005 , 70 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Jesko Löhr (Author)

Business economics - General
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1 Einleitung
Der Zusammenschluss von Unternehmen zu einem Unternehmensnetzwerk ist in der heutigen Zeit vielfach beobachtbar. Ein Grund für diese Entwicklung ist der durch die Globalisierung der Geschäftswelt entstehende Druck auf Unternehmen. Immer häufiger steht ein einzelnes Unternehmen vor dem Problem, dass es die vom Markt geforderte Leistung allein nicht erbringen kann. Eine Kooperation in Form eines Unternehmensnetzwerkes stellt eine Lösung dieses Problems dar. Die beteiligten Unternehmen ergänzen einander und profitieren von dieser Zusammenarbeit. Allerdings müssen sie Einblicke in bislang ausschließlich interne Bereiche gewähren und bereit sein, Abhängigkeiten einzugehen. Diese Risiken begleiten ein Unternehmensnetzwerk zwangsläufig. Die Spieltheorie bietet die Möglichkeit, solch eine Situation des gemeinsamen Handelns einschließlich der dadurch entstehenden Chancen und Risiken näher zu beleuchten. Die Betrachtung von Akteuren in interdependenten Entscheidungssituationen vermag zu erklären, wie und warum sich einzelne Unternehmen zu einem Unternehmensnetzwerk zusammenschließen.

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In dieser Arbeit soll die Kooperationsform Unternehmensnetzwerk untersucht werden. Insbesondere wird der Frage nachgegangen, ob Axelrods Erkenntnisse aus der Spieltheorie sich übertragen lassen. Stehen auch Unternehmen wie Spieler im Gefangenendilemma vor der Wahl, zu kooperieren oder zu defektieren, und warum entscheiden sie sich in der Regel für die gegenseitige Kooperation?
Um den Realitätsbezug zu erhöhen, wird unter anderem die für Unternehmensnetzwerke typische Situation von n Spielern (n >2) betrachtet.

Zunächst wird der Begriff „Kooperation“ näher betrachtet (Kapitel 2), aufbauend darauf wird der Begriff „Unternehmensnetzwerk“ erläutert (Kapitel 3). Im vierten Kapitel wird die Argumentation Axelrods dargestellt, anschließend (Kapitel 5) wird die Anwendbarkeit seiner Empfehlungen auf Unternehmensnetzwerke überprüft. Das letzte Kapitel beschäftigt sich mit den Bereichen einer Kooperation, die nicht durch Axelrod erfasst werden (Macht, Kommunikation).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Kooperation

2.1 Begriffsbestimmung „Kooperation“

2.2 Gründe für eine Kooperation

2.3 Kooperation in der Praxis

2.4 Risiken der Kooperation

2.4.1 Allgemein

2.4.2 Die fundamentale Transformation

2.4.3 Die Hold-up Problematik

2.4.4 Das Trittbrettfahrerproblem erster und zweiter Ordnung

3 Unternehmensnetzwerke

3.1 Begriffsbestimmung

3.2 Klassifizierung von Unternehmensnetzwerken

3.3 Zusammenhang zwischen Unternehmensnetzwerken und Kooperation

4 Spieltheorie

4.1 Allgemein

4.2 Die Evolution der Kooperation

4.2.1 Das Gefangenendilemma

4.2.2 TIT FOR TAT

5 Die Aussagen Axelrods bezogen auf Unternehmensnetzwerke

5.1 Übertragbarkeit des Gefangenendilemmas auf Unternehmensnetzwerke

5.2 Empfehlungen Axelrods

5.2.1 Veränderung des Verhaltens

5.2.2 Veränderung der Rahmenbedingungen

5.3 Erweiterungen des Gefangenendilemmas

5.3.1 Noise

5.3.2 Das n-Personen-Gefangenendilemma

6 Bereiche von Kooperationen, die durch Axelrod nicht erfasst werden

6.1 Macht / Herrschaftsstrukturen

6.2 Kommunikation

7 Schluss

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, inwieweit die spieltheoretischen Erkenntnisse von Robert Axelrod zur Entwicklung von Kooperation auf den Kontext von Unternehmensnetzwerken übertragen werden können, wobei insbesondere die Herausforderungen durch das Gefangenendilemma sowie mögliche Lösungsansätze im Vordergrund stehen.

  • Grundlagen der Kooperation und deren ökonomische Risiken.
  • Strukturmerkmale und Klassifizierung von Unternehmensnetzwerken.
  • Einführung in die spieltheoretischen Konzepte, insbesondere das Gefangenendilemma und die Strategie "TIT FOR TAT".
  • Analyse der Anwendbarkeit von Axelrods Erkenntnissen auf Unternehmensnetzwerke.
  • Erweiterte spieltheoretische Ansätze wie "Noise" und n-Personen-Dilemmata im Netzwerkumfeld.

Auszug aus dem Buch

2.4.2 Die fundamentale Transformation

Eine Kooperation kann nur dann für alle Seiten erfolgreich sein, wenn die Beteiligten trotz der Kooperation bis zu einem gewissen Grad unabhängig bleiben. Eine bedingte wirtschaftliche Abhängigkeit ist unvermeidlich und Teil einer jeden Kooperation. Eine Kooperation wird ja gerade aus dem Grund eingegangen, weil ein Unternehmen Leistungen des Partners beziehen will, die es selbst nicht zu erfüllen vermag. Wenn jedoch die Abhängigkeit eines Kooperationspartners von einem anderem Kooperationspartner zu groß wird, entsteht die Gefahr der opportunistischen Ausnutzung. Eine Ursache für eine Abhängigkeit ist die fundamentale Transformation. Als fundamentale Transformation wird der Übergang einer ex ante unspezifischen in eine ex post spezifische Leistungsbeziehung bezeichnet (vgl. Williamson, 1990, S. 70 ff.). Es wird davon ausgegangen, dass vor einem Vertragsabschluss zunächst intensiver Wettbewerb zwischen Konkurrenten besteht. Derjenige, der das beste Angebot abgibt, bekommt den Vertrag. Zu diesem Zeitpunkt sind noch keine transaktionsspezifischen Investitionen getätigt worden. Werden auch weiterhin keine transaktionsspezifischen Investitionen durchgeführt, so bleibt der Wettbewerb zwischen den Konkurrenten auch nach Vertragsabschluss bestehen. Der Vertragspartner kann ohne Verluste ausgetauscht werden, wenn ein Konkurrent ein besseres Angebot abgeben kann. Normalerweise allerdings investiert der Vertragspartner transaktionsspezifisch in Human- oder Sachkapital, d. h. er schafft beispielsweise neue Maschinen für genau diesen Auftrag an. Durch diese Investitionen werden Vorteile in Form von z. B Lern- und Erfahrungseffekten generiert (vgl. Picot / Dietl / Franck, 2005, S. 392). Damit ist dieser Vertragspartner ex post im Vorteil gegenüber den bisherigen Konkurrenten. Auf Grund des nun fehlenden Wettbewerbs entsteht eine Monopolbedingung. Der Vertragspartner kann nicht ohne weiteres gewechselt werden, da dies den Verlust der bisherigen Investitionen bedeuten würde.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Problematik von Kooperationen in Unternehmensnetzwerken ein und stellt die Relevanz der spieltheoretischen Untersuchung nach Robert Axelrod heraus.

2 Kooperation: Dieses Kapitel definiert Kooperation betriebswirtschaftlich, beleuchtet Motive für Kooperationen sowie deren Risiken, wie etwa Hold-up-Problematiken und Trittbrettfahrereffekte.

3 Unternehmensnetzwerke: Hier werden Unternehmensnetzwerke definiert, klassifiziert und ihr enger Zusammenhang zu kooperativen Strategien erörtert.

4 Spieltheorie: Das Kapitel erläutert die Grundlagen der Spieltheorie, definiert die zentralen Begriffe und stellt das Gefangenendilemma als Modell für strategische Interaktionen vor.

5 Die Aussagen Axelrods bezogen auf Unternehmensnetzwerke: Die Erkenntnisse Axelrods zur erfolgreichen Strategie TIT FOR TAT werden hier kritisch auf Unternehmensnetzwerke übertragen.

6 Bereiche von Kooperationen, die durch Axelrod nicht erfasst werden: Abschließend werden die Grenzen des Axelrodschen Modells, insbesondere hinsichtlich Machtstrukturen und Kommunikation, analysiert.

7 Schluss: Das Fazit fasst die Übertragbarkeit der spieltheoretischen Empfehlungen zusammen und bewertet die Stabilität von Unternehmensnetzwerken.

Schlüsselwörter

Kooperation, Unternehmensnetzwerke, Spieltheorie, Gefangenendilemma, Axelrod, TIT FOR TAT, Transaktionskosten, Opportunismus, fundamentale Transformation, n-Personen-Dilemma, Reputation, Normen, Reziprozität, Machtstrukturen, Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie Unternehmen in Netzwerken kooperieren können und ob spieltheoretische Erkenntnisse, insbesondere von Robert Axelrod, als Erklärungsmuster und Handlungsempfehlungen dienen können.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit verbindet betriebswirtschaftliche Kooperationsformen mit spieltheoretischen Modellen zur Entstehung von Kooperation unter Egoisten.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Es soll untersucht werden, ob die Erkenntnisse aus Axelrods Gefangenendilemma-Analysen auf reale Unternehmensnetzwerke übertragbar sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch orientierte Arbeit, die spieltheoretische Modelle auf die Organisationsform Unternehmensnetzwerk anwendet.

Welche Schwerpunkte hat der Hauptteil?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Kooperation, die Spieltheorie, die Anwendung von Axelrods Empfehlungen sowie die kritische Reflexion bei n-Personen-Situationen.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Analyse?

Die Analyse wird maßgeblich durch die Konzepte der Spieltheorie, des Gefangenendilemmas, der Strategie TIT FOR TAT sowie durch transaktionsökonomische Begriffe bestimmt.

Wie unterscheidet sich ein n-Personen-Gefangenendilemma von der Zwei-Personen-Variante?

Im n-Personen-Dilemma ist eine gezielte Bestrafung einzelner Akteure bei Defektion deutlich schwieriger als in der Zwei-Personen-Situation, was die Einführung von Normen erforderlich macht.

Warum spielt Macht laut Autor eine kritische Rolle bei der Anwendbarkeit von Axelrods Modellen?

Axelrods Modell setzt voraus, dass kein zentraler Herrschaftsstab existiert. Machtstrukturen verändern jedoch die Entscheidungsfreiheit der beteiligten Unternehmen fundamental und können Axelrods Ratschlag der "Reziprozität" aushebeln.

Welchen Stellenwert nimmt die Kommunikation in der Arbeit ein?

Der Autor argumentiert, dass Kommunikation in Unternehmensnetzwerken, im Gegensatz zur Ausgangssituation des Gefangenendilemmas, eine essenzielle und notwendige Bedingung für den Erfolg und die Anbahnung von Vertrauen ist.

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Details

Title
Kooperation in Unternehmungsnetzwerken - Im Lichte der Axelrodschen Spieltheorie
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg  (Institut für betriebliche Logistik und Organisation)
Grade
1,3
Author
Jesko Löhr (Author)
Publication Year
2005
Pages
70
Catalog Number
V58238
ISBN (eBook)
9783638524902
ISBN (Book)
9783656206392
Language
German
Tags
Kooperation Unternehmungsnetzwerken Spieltheorie Erfolg Axelrod Entscheidung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jesko Löhr (Author), 2005, Kooperation in Unternehmungsnetzwerken - Im Lichte der Axelrodschen Spieltheorie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58238
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