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Heinrich Wittenwiler "Der Ring" - Bearbeitung der Verse 658-1281

Title: Heinrich Wittenwiler "Der Ring" - Bearbeitung der Verse 658-1281

Seminar Paper , 2001 , 17 Pages , Grade: 2,00

Autor:in: Miriam Riediger (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Summary Excerpt Details

Aus Heinrich Wittenwilers "Der Ring" wurden die Verse 658-1281 genauer untersucht und zeitgeschichtlich interpre-
tiert. Es handelt sich dabei um einen Ausschnitt aus dem ersten Teil dieses frühneuhochdeutschen Werks. Die besag-
ten Verse enthalten Neitharts Belehrungen über die Beichte und das mittelalterliche Turnier. Dabei wird zusätzlich auf die Figur des Neithart und dessen Funktion eingegangen.

Excerpt


Struktur des Inhaltsverzeichnisses

1. Vorwort

2. Die Beichtszene

2.1. her Neithart

2.2. Die Belehrung über das Bußsakrament

2.3. Die Beichte von Lechspiss

2.4. Die Laienbeichte

2.5. Die Beichte von Heintzo

3. Neithart belehrt Bertschi

4. Die Turnierlehre

5. Das Turnier

6. Das nachturner

7. Das Turnier zwüschen eseln und den rossen

8. Schlusswort

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Analyse der Verse 658 bis 1281 in Heinrich Wittenwilers Werk "Der Ring". Dabei wird insbesondere untersucht, wie der Autor durch die Darstellung bäuerlicher Figuren und deren Imitation höfischer Verhaltensweisen kritische soziale Spannungen, religiöse Missstände und die zeitgenössische Lebenswirklichkeit des Spätmittelalters persifliert.

  • Literarische Analyse der Beichtszene und ihre parodistischen Elemente
  • Untersuchung der Rolle des Ritters Neithart als Vermittler und Provokateur
  • Vergleich zwischen höfischer Idealvorstellung und bäuerlicher Nachahmung (Turnierwesen)
  • Kritik an kirchlichen Institutionen und Bußpraktiken im 15. Jahrhundert
  • Wirkung von Tiermetaphorik und symbolischen Handlungen in der Darstellung des Bauernstandes

Auszug aus dem Buch

2.1. her Neithart

Der Protagonist der Beichtszene ist Herr Neithart. In ihm kann man auch den Auslöser der Szene sehen. Die erneute Provokation der gpauren durch die vorgetäuschte Flucht Neitharts veranlasst diese, ihm eiligst hinterher zu jagen, wobei sich zwei der Bauern, Pentz und Jächel, zu Tode stürzen. Daraufhin lassen die anderen entsetzt von ihrer Verfolgungsjagd auf Neithart ab. Es vollzieht sich abrupt ein Stimmungsumschwung bei den Bauern. Ihr anfänglicher Zorn auf den Fremden ist vergessen und die sünd die ward seu reuwen (Vers 660). Immer wieder provoziert Neithart, eingeführt als ein ritter chloug/ Der allen törpeln hass troug (Vers 159f), also ein listiger Ritter und Bauernfeind, die gpauren zum Kampf, er verspottet und demütigt sie, ohne dass sie es jedoch bemerken. Lediglich Bertschi ( Vers 537-544) durchschaut den listigen fuchs wild ( Vers 644). Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Superbia der Bauern, die in der Imitation des Adelsstandes beim Turnier gründet, zu entlarven und sie als komische Figuren erscheinen zu lassen.

Neithart an sich ist kein komischer Charakter, aber auch kein Vertreter der wîsheit, da er durch sein provokantes Verhalten die Bauern bewusst schädigt und schwer verletzt. Der Stimmungsumbruch der Bauern spiegelt sich zudem in der Art der Titulierung Neitharts wieder. Zunächst ritter chloug, wicht (Vers 408) oder fuchs wild genannt, so erlangt er zu Beginn der Beichtszene mit herr von frömden landen (Vers 662) einen der höchsten Titel des Mittelalters. Eine weitere Erhöhung neben dem Titel erhält er durch die Bemerkung der Bauern ir seit des heiligen gaistes vol (Vers 667), da diese Eigenschaft nur Gott oder die Geistlichen besitzen können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Dieses Kapitel führt in die zentralen Begriffe wie höfisches Wesen, Tugend und Tüchtigkeit ein und ordnet das Werk historisch in die Spannungsfelder des frühen 15. Jahrhunderts ein.

2. Die Beichtszene: Es wird dargelegt, wie Wittenwiler durch die Inszenierung einer Beichte zwischen Bauern und dem Ritter Neithart christliche Riten parodiert und soziale Standesunterschiede karikiert.

3. Neithart belehrt Bertschi: Dieses Kapitel zeigt, wie Neithart den Bauern Bertschi zur weiteren Imitation höfischer Sitten, wie das Werben um Frauen durch Turniere, anstiftet.

4. Die Turnierlehre: Hier wird die Organisation des Turniers beschrieben, bei der Wittenwiler die bäuerliche Unkenntnis ritterlicher Regeln durch unpassende Bewaffnung und absurde Kampfweisen hervorhebt.

5. Das Turnier: Die Darstellung des tatsächlichen Kampfes offenbart das völlige Chaos und die Unfähigkeit der Bauern, das ritterliche Ideal authentisch zu verkörpern.

6. Das nachturner: Das Kapitel schildert ein weiteres, durch Neithart provoziertes Turnier, das in extremer Gewalt und schweren Verletzungen der Bauern endet.

7. Das Turnier zwüschen eseln und den rossen: Mittels Tiermetaphorik wird der Abschluss der Kämpfe kommentiert, wobei die Szenerie durch den Kontrast von tragischen Todesfällen und Bertschis unverständlichem Tanz grotesk wirkt.

8. Schlusswort: Das Fazit fasst die Schwierigkeiten der Analyse zusammen und unterstreicht die kulturgeschichtliche Bedeutung des Werkes als komplexe Mischung aus Parodie, Witz und Ernst.

Schlüsselwörter

Heinrich Wittenwiler, Der Ring, Spätmittelalter, Rittertum, Bauernstand, Parodie, Beichtszene, Turnier, Literaturgeschichte, Neithart, Minne, Sozialkritik, höfische Erziehung, Stoffgeschichte, Fastnachtsschwank

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert einen spezifischen Textabschnitt (Verse 658-1281) aus dem spätmittelalterlichen Werk „Der Ring“ von Heinrich Wittenwiler, insbesondere im Hinblick auf die Darstellung der Bauernschaft und deren Auseinandersetzung mit höfischen Idealen.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Untersuchung behandelt?

Zentrale Schwerpunkte sind die gesellschaftlichen Spannungen zwischen Adel und Bauernstand, die Parodie kirchlicher Bußrituale, das höfische Leben sowie die kritische Auseinandersetzung mit literarischen Typisierungen des Spätmittelalters.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Wittenwiler durch gezielte Überzeichnung und Vermischung von Ernst und Witz die Unvereinbarkeit bäuerlicher Lebenswelten mit dem höfischen Anspruch demaskiert.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit nutzt eine philologische Analyse des Textes unter Berücksichtigung des zeitgenössischen historischen Kontextes und bezieht sich dabei auf literarische Vergleichswerke sowie fachwissenschaftliche Sekundärliteratur.

Was genau wird im Hauptteil der Arbeit detailliert erörtert?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Beichtszene, die Rolle Neitharts als "Spielleiter", die Turnierlehre sowie die Beschreibung der tatsächlichen, oftmals grotesken Turnierverläufe und deren Auswirkungen auf die Akteure.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Heinrich Wittenwiler, Parodie, Rittertum, Bauernstand, höfische Kultur, Beichtszene und Sozialkritik beschreiben.

Warum ist die Figur Neithart für das Verständnis der Szene so wichtig?

Neithart fungiert nicht nur als Provokateur, der die Bauern in ihr Verderben führt, sondern verkörpert als "fuchs wild" eine ambivalente Figur, die den Bauern den Spiegel ihrer eigenen Unzulänglichkeit vorhält.

Welche Bedeutung kommt der "Laienbeichte" im Kontext des Werkes zu?

Die Laienbeichte dient Wittenwiler als Mittel, um sowohl die Unwissenheit der Bauern als auch die moralische Ambivalenz des "Spottpriesters" Neithart zu entlarven und zeitgenössische kirchliche Missstände zu kritisieren.

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Details

Title
Heinrich Wittenwiler "Der Ring" - Bearbeitung der Verse 658-1281
College
University of Regensburg  (Institut für Germanistik)
Course
Proseminar II Heinrich Wittenwiler
Grade
2,00
Author
Miriam Riediger (Author)
Publication Year
2001
Pages
17
Catalog Number
V58239
ISBN (eBook)
9783638524919
ISBN (Book)
9783656786887
Language
German
Tags
Heinrich Wittenwiler Ring Bearbeitung Verse Proseminar Heinrich Wittenwiler
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Miriam Riediger (Author), 2001, Heinrich Wittenwiler "Der Ring" - Bearbeitung der Verse 658-1281, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58239
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