Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Nursing Science - Nursing Management

Ekel als ein Tabuthema in der Pflege

Title: Ekel als ein Tabuthema in der Pflege

Term Paper , 2006 , 33 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Mario Albrecht (Author), Johannes Keßler (Author)

Nursing Science - Nursing Management
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Ekel ist eines der elementarsten Gefühle. Er lässt sich schwer unterdrücken und gehört zu den Erfahrungen, die ungern gesucht werden, sondern eher zu denen, die jeder meiden will und die denjenigen, der dieses Gefühl erlebt, in Angst und Panik versetzen können.
Ekel in der Pflege wird meistens nicht angesprochen, gehört nicht zu den heroisierenden Erfahrungen. Trotzdem kommt Ekel als Gefühl im alltäglichen Pflegealltag vor. Was ist Ekel? Wie wird damit umgegangen, wie wird der Umgang damit gelehrt und wie sollte damit umgegangen werden? Was macht der Ekel mit uns in der Pflege?
Die vorliegenden Arbeit soll auf die Fragen eine Antwort geben und bezieht sich dabei auf die wenigen vorliegenden Ergebnisse von „Pflege-Ekel-Forschungen“. Sie soll anregen, über das Phänomen nachzudenken und sich dessen bewusst zu werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung /Vorwort (Mario Albrecht/Johannes Keßler)

2 Begriffsklärung und Definition „Ekel“ (Mario Albrecht)

3 Die Ekelemotion genauer betrachtet (Mario Albrecht)

3.1 Die Arten des Ekels

3.2 Zum Wesen des Ekelhaften

3.3 Die Feindseligkeitstriade

3.4 Emotionen, Gefühle und Affekte

3.5 Die Ekelsinne

3.6 Zur Funktion des Ekels

3.7 Ekel und Moral

3.8 Beteiligte Personen

3.9 Ekel und Sensationslust

3.10 Ein Plädoyer für den Ekel

3.11 Zwischenfazit

4 Ekel als Problem und dessen Einfluss in der Pflege (Johannes Keßler)

4.1 Veränderung der Interaktion

4.2 Ekel vor dem Patienten oder anderen

4.3 Ekel und Scham

5 Ekel als Problem für Pflegende (Mario Albrecht/Johannes Keßler)

6 Möglichkeiten des adäquaten Umgangs (Johannes Keßler)

6.1 Enttabuisierung

6.2 Freiräume und Gesprächsmöglichkeiten

7 Fazit / Schlussbemerkung (Mario Albrecht/Johannes Keßler)

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen Ekel aus einer pflegewissenschaftlichen Perspektive, um die theoretischen Hintergründe dieses Affekts zu durchleuchten und konkrete Bewältigungsstrategien für die Pflegepraxis abzuleiten, da Ekel im Klinikalltag häufig tabuisiert wird und die professionelle Interaktion beeinträchtigen kann.

  • Theoretische Grundlagen und Definition des Phänomens Ekel
  • Die Auswirkungen von Ekelgefühlen auf die professionelle Pflegeinteraktion
  • Wechselbeziehung zwischen Ekel, Scham und professioneller Distanz
  • Etablierung von Enttabuisierungsstrategien im Pflegealltag
  • Bedeutung von Supervision und Kommunikation zur Burnout-Prävention

Auszug aus dem Buch

Die Feindseligkeitstriade

„Ekel tritt oft in Zusammenhang mit Zorn auf, aber er hat einige unterscheidbare motivational-erlebnishafte Züge. Materieller oder psychologischer Verfall („alles Verdorbene“) neigt dazu, Ekel hervorzurufen. Wenn man angeekelt ist, fühlt man sich, als ob man einen schlechten Geschmack im Mund hat, und bei intensivem Ekel kann man sich fühlen, als ob einem „im Magen übel“ ist. Ekel kombiniert mit Zorn motiviert unter Umständen destruktives Verhalten, da Zorn „Angriff“ motivieren kann und Ekel den Wunsch, „sich zu entledigen“ (Izard 1994, S. 112). Interessant ist, dass Izard (1994) den Ekel in Zusammenhang mit anderen Emotionen betrachtet, besonders eine Verwandtschaft von Zorn und Ekel hervorhebt. „Man will das Objekt des Ekels beseitigen oder sich von ihm entfernen“ (ebd., S.376). Innengerichteter Zorn und Ekel wird von Izard (1994) als charakteristisch für Depressionen angesehen (ebd., S. 377).

Die drei Emotionen Zorn, Ekel und Geringschätzung nennt Izard (1994) dann, basierend auf seinen Erkenntnissen, welche er durch Befragungen (von 130 Collegestudenten) gewonnen hat, die „Feindseligkeitstriade“ (ebd., S. 380).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung /Vorwort (Mario Albrecht/Johannes Keßler): Die Autoren begründen die Relevanz des Themas Ekel in der Intensivpflege und kritisieren die weit verbreitete Tabuisierung dieses Gefühls im beruflichen Alltag.

2 Begriffsklärung und Definition „Ekel“ (Mario Albrecht): Dieses Kapitel beleuchtet den Ekelbegriff aus psychologischer, philosophischer und sprachgeschichtlicher Sicht und untersucht seine Rolle in der heutigen Gesellschaft.

3 Die Ekelemotion genauer betrachtet (Mario Albrecht): Hier werden die Arten, Ursachen, Funktionen und sinnlichen Grundlagen des Ekels detailliert analysiert sowie die Auswirkungen auf die Interaktion zwischen Pflegenden und Gepflegten betrachtet.

4 Ekel als Problem und dessen Einfluss in der Pflege (Johannes Keßler): Der Fokus liegt auf der Beeinflussung der Interaktion durch Ekel sowie der engen Verknüpfung von Ekel, Scham und der professionellen Pflegebeziehung.

5 Ekel als Problem für Pflegende (Mario Albrecht/Johannes Keßler): Dieses Kapitel veranschaulicht anhand eines Praxisbeispiels die Blockaden, die bei Pflegekräften durch ekelerregende Situationen entstehen können.

6 Möglichkeiten des adäquaten Umgangs (Johannes Keßler): Die Autoren präsentieren Lösungsansätze wie Supervision, Enttabuisierung und organisatorische Maßnahmen, um Ekel professionell zu bearbeiten.

7 Fazit / Schlussbemerkung (Mario Albrecht/Johannes Keßler): Eine abschließende Synthese der theoretischen und praktischen Erkenntnisse mit einem Ausblick auf weiterführende Forschungsfragen.

Schlüsselwörter

Ekel, Pflege, Pflegealltag, Scham, Interaktion, Emotionen, Affekte, Enttabuisierung, Supervision, Professionalität, Grenzsituationen, psychische Belastung, Burnout, Distanz, Körperkontakt

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das oft tabuisierte Phänomen des Ekels in der Pflege, beleuchtet seine theoretischen Wurzeln und analysiert, wie Pflegekräfte professionell damit umgehen können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Definition von Ekel, dessen psychologische und soziale Funktionen, die Auswirkungen auf die Pflegeinteraktion und Ansätze zur Enttabuisierung im pflegerischen Alltag.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, das Bewusstsein für das Ekelgefühl im Pflegealltag zu schärfen und Strategien aufzuzeigen, um dieses nicht länger als unprofessionelles Tabu, sondern als bewältigbare Herausforderung zu betrachten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse verschiedener Fachdisziplinen wie Psychologie, Philosophie und Pflegewissenschaft sowie der Reflexion von Erfahrungen aus dem Pflegealltag.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen des Ekels, die Analyse von Ekel als Interaktionsproblem und praktische Ansätze zur Bearbeitung dieser Belastungen durch Pflegende.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Ekel, Pflege, Scham, Interaktion, Enttabuisierung und professionelle Distanz.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen Ekel und Scham in der Pflege?

Ekel wird meist als unmittelbarer Schutzmechanismus gegenüber Objekten oder Situationen definiert, während Scham häufig die Reaktion des Patienten auf das eigene Erleben oder das Gefühl der Entwürdigung in einer "ekligen" Situation beschreibt.

Warum ist eine "Enttabuisierung" des Ekels laut den Autoren so wichtig?

Die Autoren argumentieren, dass das Verschweigen von Ekel zu psychischem Dauerstress, Resignation und Burnout bei Pflegenden führen kann und den Genesungsprozess der Patienten negativ beeinflusst.

Excerpt out of 33 pages  - scroll top

Details

Title
Ekel als ein Tabuthema in der Pflege
College
Alice Salomon University of Applied Sciences Berlin AS
Course
Beratung in der PflegeSeminar: Wahlpflichtfach (Beratung in der Pflege)
Grade
1,0
Authors
Mario Albrecht (Author), Johannes Keßler (Author)
Publication Year
2006
Pages
33
Catalog Number
V58249
ISBN (eBook)
9783638524971
ISBN (Book)
9783638684903
Language
German
Tags
Ekel Tabuthema Allgemeine Theorie Praxis Sich-Ekelns Pflege Beratung PflegeSeminar Wahlpflichtfach Pflege)
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mario Albrecht (Author), Johannes Keßler (Author), 2006, Ekel als ein Tabuthema in der Pflege, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58249
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  33  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint