In nur wenigen Wochen sieht sich die deutsche Bevölkerung mit einer Bundestagswahl konfrontiert. Die durch ein Misstrauensvotum um ein Jahr vorgezogene Wahl, versetzte Wähler und Parteien überraschend und frühzeitig in die heiße Phase des Wahlkampfes. Wähler wollen sich näher informieren, und Gewählte wollen ihre Ziele präsentieren. Politikvermittlung verläuft heute größtenteils über das Instrument der Massenmedien. Persönliche Begegnungen mit Politikern bleiben die Ausnahme, und so stellen Massenmedien die wichtigste Informationsquelle für die Wähler dar, um seine Wahlentscheidung treffen zu können. In den Wochen vor der Wahl nimmt die Wahlkampfberichterstattung in der Politikvermittlung einen großen Raum ein. Doch visuell immanenter und mit größerem Erinnerungswert als erklärte Ziele der Parteien, strahlen die Kandidaten der großen Parteien den Wählernn von Plakaten und im Fernsehen entgegen. Doch worauf gründet der Wähler seine Wahlentscheidung? Wählen die Deutschen aus Tradition, orientiert an Themen oder Kandidaten? Der Fokus dieser Arbeit soll sich im Rahmen der Wahlkampfberichterstattung und zugehöriger Forschung allgemein auf eine Erklärungsvariable richten: Den Kanzler-kandidaten. In den vereinigten Staaten wird die Kandidatenorientierung bereits als wichtigste Prädiktorvariable für den Wahlentscheid angesehen. Daher soll diese Arbeit näher beleuchten, welche Besonderheiten die Berichterstattung um die Kanzlerkandidaten aufweist, wie sie der Wähler wahrnimmt, und welchen Einfluss Kandidatenimages auf den Wahlentscheid ausüben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Ausgangsbetrachtungen
1.2. Theoretische Verortung und Forschungsstand
2. Theoretisch wissenschaftlicher Kontext
2.1. Medien und Politik
2.2. Modelle des Wählerverhaltens
2.3. Allgemeine Kritik an den Wahlmodellen
2.4. Personalisierung der Politik
2.4.1. Personalisierung der Wahlkampfführung
2.4.2. Personalisierung der Medienberichterstattung
2.4.3. Personalisierung des Wählerverhaltens
2.4.3.1. Entpolitisierung der Kandidatenbewegung
2.4.3.2. Candidate-Voting
2.5. Einordnung im Rahmen der Medienwirkungsforschung
3. Studie
3.1. Ausgangserläuterungen
3.2. Untersuchungshypothesen
3.3. Datenbasis und Operationalisierung
3.4. Datenanalyse
3.4.1. Wahrnehmung der Kandidaten Kohl und Schröder
3.4.2. Effekte der Kandidatenevaluation auf die Wahlentscheidung
3.4.3. Die Effekte verschiedener Dimensionen der Kandidatenevaluation in unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen
3.4.4. Zusammenfassung und Schlussfolgerung
3.5. Studienkritik
3.6. Zukunftsprognosen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einfluss von Kandidatenimages auf das Wahlverhalten in Deutschland. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit sich Wähler heute stärker als früher bei ihrer Wahlentscheidung an den persönlichen und politischen Eigenschaften der Kanzlerkandidaten orientieren und wie sich diese Prozesse im Rahmen der Wahlkampfberichterstattung manifestieren.
- Personalisierung von Wahlkämpfen und Medienberichterstattung
- Wahlmodelle und deren aktuelle Validität
- Kandidatenorientierung (Candidate-Voting) vs. Parteiidentifikation
- Empirische Analyse der Bundestagswahl 1998 (Fallstudie Kohl vs. Schröder)
- Einfluss persönlicher Kandidateneigenschaften auf die Wahlentscheidung
Auszug aus dem Buch
1.1. Ausgangsbetrachtungen
In nur wenigen Wochen sieht sich die deutsche Bevölkerung mit einer Bundestags-wahl konfrontiert. Die durch ein Misstrauensvotum um ein Jahr vorgezogene Wahl, versetzte Wähler und Parteien überraschend und frühzeitig in die heiße Phase des Wahlkampfes. Wähler wollen sich näher informieren, und Gewählte wollen ihre Zie-le präsentieren.
Politikvermittlung verläuft heute größtenteils über das Instrument der Massenme-dien. Persönliche Begegnungen mit Politikern bleiben die Ausnahme, und so stellen Massenmedien die wichtigste Informationsquelle für die Wähler dar, um seine Wahl-entscheidung treffen zu können.
In den Wochen vor der Wahl nimmt die Wahlkampfberichterstattung in der Politik-vermittlung einen großen Raum ein. Doch visuell immanenter und mit größerem Erinnerungswert als erklärte Ziele der Parteien, strahlen die Kandidaten der großen Parteien den Wählernn von Plakaten und im Fernsehen entgegen. Doch worauf grün-det der Wähler seine Wahlentscheidung? Wählen die Deutschen aus Tradition, orien-tiert an Themen oder Kandidaten?
Der Fokus dieser Arbeit soll sich im Rahmen der Wahlkampfberichterstattung und zugehöriger Forschung allgemein auf eine Erklärungsvariable richten: Den Kanzler-kandidaten.
In den vereinigten Staaten wird die Kandidatenorientierung bereits als wichtigste Prädiktorvariable für den Wahlentscheid angesehen. Daher soll diese Arbeit näher beleuchten, welche Besonderheiten die Berichterstattung um die Kanzlerkandidaten aufweist, wie sie der Wähler wahrnimmt, und welchen Einfluss Kandidatenimages auf den Wahlentscheid ausüben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Wahlkampfberichterstattung und die zunehmende Bedeutung der Kandidatenorientierung bei Bundestagswahlen ein.
2. Theoretisch wissenschaftlicher Kontext: Dieses Kapitel erörtert das spannungsreiche Verhältnis zwischen Medien und Politik, stellt klassische Wahlmodelle vor und beleuchtet die Personalisierungstendenzen in Wahlkampf und Berichterstattung.
3. Studie: Im Hauptteil wird auf Basis der Bundestagswahl 1998 analysiert, wie politische und persönliche Kandidateneigenschaften die Wahlentscheidung beeinflussen und welche Rolle dabei die Parteiidentifikation spielt.
Schlüsselwörter
Wahlverhalten, Kanzlerkandidaten, Personalisierung, Politikvermittlung, Medienwirkungsforschung, Wahlkampfberichterstattung, Parteiidentifikation, Candidate-Voting, Image, Problemlösungskompetenz, Bundestagswahl, empirische Studie, Wählerorientierung, Sozialpsychologie, politische Kommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht den wachsenden Einfluss von Kanzlerkandidaten und deren Image auf das Wahlverhalten der deutschen Bevölkerung vor dem Hintergrund veränderter Kommunikationsbedingungen durch Massenmedien.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Personalisierung der Politik, die Rolle der Massenmedien in Wahlkämpfen, der Wandel von Wählerentscheidungen sowie die empirische Überprüfung von Kandidatenmerkmalen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen der Wahrnehmung spezifischer Kandidateneigenschaften (sowohl politisch als auch persönlich) und der tatsächlichen Wahlentscheidung nachzuweisen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Sekundäranalyse von Daten einer Nachwahlstudie zur Bundestagswahl 1998, wobei insbesondere multivariate statistische Verfahren zur Anwendung kommen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil wird anhand der Daten von Klein und Ohr untersucht, wie Helmut Kohl und Gerhard Schröder wahrgenommen wurden und welchen Einfluss diese Einschätzungen auf die Wahlentscheidung unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen hatten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Wahlverhalten, Kanzlerkandidaten, Personalisierung, Candidate-Voting und politische Kommunikation.
Welche Rolle spielen die persönlichen Eigenschaften der Kandidaten?
Die Studie zeigt, dass persönliche Eigenschaften (wie Attraktivität oder Privatleben) einen signifikanten Einfluss auf die Wahlentscheidung ausüben, oft sogar einen stärkeren als die rein politischen Sachpositionen.
Warum wurde die Bundestagswahl 1998 als Untersuchungsgrundlage gewählt?
Die Wahl 1998 bot mit dem Regierungswechsel und zwei sehr medienwirksamen Kandidaten (Kohl und Schröder) eine ideale Datenbasis für die Untersuchung personenorientierter Wahlentscheidungen.
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- Teresa Bücker (Author), 2005, Der Einfluss von Kandidatenimages auf das Wahlverhalten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58338