Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Pedagogy - School System, Educational and School Politics

Vertreter der Kritischen Erziehungswissenschaft: Herwig Blankertz und Klaus Mollenhauer

Title: Vertreter der Kritischen Erziehungswissenschaft: Herwig Blankertz und Klaus Mollenhauer

Term Paper , 2000 , 14 Pages

Autor:in: Bettina Dettendorfer (Author)

Pedagogy - School System, Educational and School Politics
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Ende der 60er und in den 70er Jahren formierte sich eine neue erziehungswissenschaftliche Richtung: die Kritische Erziehungswissenschaft. Sie entstand vor dem Hintergrund neuer staatlicher Bildungsreformversuche, Studentenbewegung, antiautoritären Bestrebungen und Kapitalismuskritik. Auf der Grundlage einer Auseinandersetzung mit der Kritischen Theorie der Frankfurter Schule und mit marxistischen Denktraditionen wurden für das Bildungswesen Emanzipation, Chancengleichheit und Demokratisierung gefordert. Autoritäre Strukturen in der Gesellschaft sollten zugunsten der Emanzipation und Selbstbestimmung der Individuen in der Gesellschaft abgebaut werden. Durch den Einfluß der Frankfurter Schule kam es zur Kritik am herkömmlichen Verständnis der Pädagogik, zu einer erziehungswissenschaftlichen Grundlagendiskussion und zu Forderungen nach Neugestaltung der pädagogischen Praxis. In dieser Ausarbeitung eines Referates sollen im Folgenden zwei Vertreter der Kritischen Erziehungswissenschaft und ihre zentralen Aussagen vorgestellt werden: Herwig Blankertz und Klaus Mollenhauer. Einführend soll jedoch sowohl bei Blankertz als auch bei Mollenhauer biographische Grundzüge dargestellt werden, da bei beiden Erziehungswissenschaftlern der biographische Werdegang entscheidend für die jeweiligen erziehungswissenschaftlichen Konzepte ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Herwig Blankertz

2.1 Biographische Daten

2.2 Blankertz’ Vorstellung einer Kritischen Erziehungswissenschaft

2.3 Die Menschlichkeit der Technik

2.4 Zum Verhältnis von Berufs- und Allgemeinbildung

3 Klaus Mollenhauer

3.1 Biographische Daten

3.2 Emanzipation als zentraler Begriff

3.3 Pädagogik und Rationalität

3.4 Konzeption einer politischen Bildung

3.5 Kulturwissenschaftliche Beschäftigung

4 Fazit

5 Literatur

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Arbeit analysiert die bildungstheoretischen Ansätze von Herwig Blankertz und Klaus Mollenhauer als bedeutende Vertreter der Kritischen Erziehungswissenschaft. Ziel ist es, deren biographische Hintergründe sowie ihre zentralen Konzepte vor dem Hintergrund der Kritischen Theorie zu beleuchten, um Gemeinsamkeiten und methodische Schwerpunkte in Bezug auf das Ziel der Mündigkeit und Emanzipation herauszuarbeiten.

  • Biographische Einflüsse auf die erziehungswissenschaftliche Profilbildung
  • Verhältnis von Bildung, Technik und Arbeit bei Herwig Blankertz
  • Emanzipation als zentraler Begriff und Ziel der Pädagogik
  • Kritische Rationalität und ihre Bedeutung in der Erziehungspraxis
  • Politische Bildung als Instrument zur Gesellschaftsveränderung

Auszug aus dem Buch

2.3 Die Menschlichkeit der Technik

Blankertz chronologisch früheste Zitation der Kritischen Theorie der Frankfurter Schule beschäftigt sich mit einem Bereich, dem Blankertz zeit seines Lebens große Aufmerksamkeit und viel Engagement entgegenbrachte: dem Bereich der Technik, des Berufs und dem Verhältnis von Berufs- und Allgemeinbildung. Zunächst sind hier einige Ausführungen zu Blankertz’ Verständnis der Technik als bildungsrelevantes Element anzuführen.

Anders als Adorno, der die Technisierung des Menschen und des gesellschaftlichen Lebens als mögliche Ursache für Auschwitz untersuchte, spricht Blankertz von der “Menschlichkeit der Technik”. Für ihn hat die Technik dadurch eine ganz besondere Bedeutung erlangt, daß auf dem jetzigen Höhepunkt des technischen Zeitalters eine “Rationalisierung der Geschichte” durch eine höhere Reflexionsstufe möglich ist. Deshalb ist es Aufgabe der Bildung, daß der Mensch jenseits aller Ideologie in der technischen Welt die Möglichkeit seiner Freiheit erkennt. Der Bildungsprozeß muß die Leistungen der durch die Wissenschaft erreichten Herrschaft über die Natur erhalten, aber gleichzeitig auch ihre gegen jede Selbstbestimmung gerichtete Indienstnahme vermeiden.

Blankertz sieht also in der Technik bzw. in der technischen Entwicklung durchaus die Gefahrenpotentiale, welche diese beinhalten. Jedoch geht er davon aus, daß Technik an sich weder gut noch schlecht ist, denn erst der Gebrauch als solcher kann sie zur Bedrohung des menschlichen Lebens werden lassen. Dies bedeutet, Technik hat für ihn nicht per se zerstörerischen Charakter, sondern es kommt immer auf den Verwendungs- bzw. Verwertungszusammenhang an in dem die jeweilige technische Entwicklung steht. Diesen Zusammenhang zu erkennen und offenzulegen ist nach Blankertz Aufgabe der Bildung, denn nur so wird der Zusammenhang beeinflußbar. Darum ist es Aufgabe der Bildung, die Erweiterung technischer Verfügungsgewalt in den Horizont praktischer Vernunft zu stellen, denn erst dadurch wird ein kognitiv geleiteter Umgang mit Technik in praktisch-moralischer Verantwortung möglich.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einführung verortet die Entstehung der Kritischen Erziehungswissenschaft im Kontext der Studentenbewegung und der Kritischen Theorie der Frankfurter Schule.

2 Herwig Blankertz: Dieses Kapitel zeichnet die Biographie des Autors nach und erläutert sein Verständnis von Technik, Arbeit und Bildung im Rahmen seiner bildungstheoretischen Position.

3 Klaus Mollenhauer: Hier werden Mollenhauers soziologische Ausrichtung sowie seine Konzepte zur Emanzipation, Rationalität und politischen Bildung detailliert dargestellt.

4 Fazit: Das Fazit stellt die unterschiedlichen Schwerpunkte der beiden Pädagogen gegenüber und hebt das gemeinsame Ziel der Mündigkeit und kritischen Urteilsfähigkeit hervor.

5 Literatur: Die Literaturliste verzeichnet alle im Text zitierten Quellen und weiterführende Werke.

Schlüsselwörter

Kritische Erziehungswissenschaft, Herwig Blankertz, Klaus Mollenhauer, Emanzipation, Mündigkeit, Frankfurter Schule, Bildungstheorie, Kritische Theorie, Berufsbildung, politische Bildung, Rationalität, Pädagogik, Technik, Selbstbestimmung, Gesellschaftskritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die bildungstheoretischen Positionen von Herwig Blankertz und Klaus Mollenhauer, die als prägende Vertreter der Kritischen Erziehungswissenschaft in Deutschland nach 1945 gelten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Fokus stehen das Verhältnis von Bildung zur Technik und Arbeit, die Bedeutung der Emanzipation, die Rolle der kritischen Rationalität sowie Ansätze für eine politische Bildung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die erziehungswissenschaftlichen Konzepte beider Theoretiker vorzustellen und aufzuzeigen, wie sie trotz unterschiedlicher Akzente gemeinsam zur Mündigkeit der Heranwachsenden beitragen wollen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung und literaturwissenschaftliche Analyse, die biographische Aspekte mit den publizierten Werken der Autoren verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der beiden Biographien sowie eine tiefgehende Analyse ihrer spezifischen Schwerpunkte, wie z.B. Blankertz' Technikverständnis oder Mollenhauers kulturwissenschaftliche Interpretationen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Kritische Erziehungswissenschaft, Emanzipation, Mündigkeit, kritische Rationalität und das Spannungsfeld zwischen Berufsbildung und Allgemeinbildung.

Wie bewertet Blankertz das Verhältnis von Technik und Bildung?

Blankertz sieht Technik nicht per se als negativ an, sondern betont ihre "Menschlichkeit". Bildung soll dazu befähigen, Technik innerhalb des Horizonts praktischer Vernunft zu nutzen, anstatt ihr blind unterworfen zu sein.

Warum spielt die Interpretation von Bildern bei Mollenhauer eine Rolle?

Mollenhauer nutzt die kunsthistorische Interpretation, um verborgene Bildungsprinzipien und gesellschaftliche Regeln in Lebensformen vergangener Epochen aufzudecken, was er als Teil seiner kulturwissenschaftlichen Pädagogik versteht.

Excerpt out of 14 pages  - scroll top

Details

Title
Vertreter der Kritischen Erziehungswissenschaft: Herwig Blankertz und Klaus Mollenhauer
College
Free University of Berlin  (Erziehungswissenschaft)
Course
Bildungstheoretische Positionen in Deutschland nach 1945
Author
Bettina Dettendorfer (Author)
Publication Year
2000
Pages
14
Catalog Number
V58348
ISBN (eBook)
9783638525749
Language
German
Tags
Vertreter Kritischen Erziehungswissenschaft Herwig Blankertz Klaus Mollenhauer Bildungstheoretische Positionen Deutschland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bettina Dettendorfer (Author), 2000, Vertreter der Kritischen Erziehungswissenschaft: Herwig Blankertz und Klaus Mollenhauer, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58348
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  14  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint