König Richard III. Die Tragödie William Shakespeares im Vergleich zum Herrscher


Seminararbeit, 2014

15 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Das Drama „Die Tragödie von König Richard III“ Inhalt
2.1 Eckdaten zu dem Drama

3. Charakterisierung Richards III aus Shakespeares Sicht
3.1 Darstellungen der historischen Person Richard III

4. Shakespeares Abweichungen von der Geschichte
4.1 Intentionen Shakespeares durch seine Abweichungen

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang

1. Einleitung

Die Epoche der Rosenkriege1, die eine Zeit des Krieges um den englischen Thron waren, en­dete mit dem Tod einer der berühmtesten Personen der Geschichte. Als das Haus York gegen das Haus Lancaster, beides Nebenlinien des Königshauses der Plantagenets, Machtkämpfe ausfochten, fiel am Ende der Rosenkriege auch der letzte König ihres Geschlechts. Am 2. Oktober 1452 wurde König Richard III von England geboren. Nachdem er am 22. August 1485 in der Schlacht bei Market Bosworth getötet wurde, hat er zahlreiche, zwiespältige Mei­nungen über seine Person und seinen Charakter hinterlassen2.

1597 schrieb William Shakespeare ein Drama3 über diesen undurchsichtigen Herrscher, „Die Tragödie von König Richard III“. Dieses Drama, sowie weitere historische Quellen scheinen Aufschluss über Richards Leben und sein tragisches Schicksal zu geben.

Deshalb stellt sich folgende Frage: War Richard III ein grausamer, machthungriger Herrscher und unmoralischer Mensch; oder war er nur ein unterdrückter Mann, der Zeit seines Lebens von seiner Mutter dominiert und im Schatten seines ältesten Bruders stand?

Hier gilt es zu klären, inwiefern der gesellschaftliche und familiäre Druck auf Richard III eine Rolle gespielt haben und ob Shakespeares Drama als Spiegel der gesellschaftlichen Problem­stellung in der frühen Neuzeit gesehen werden kann. Dabei sollte vor allem auf den Charakter der historischen Person sowie der fiktiven Gestalt Richard III eingegangen werden, um Ab­weichungen feststellen zu können. Zusätzlich gilt es ebenso zu klären, warum Shakespeare die historischen Fakten verändert hat.

2. Das Drama „Die Tragödie von König Richard III“ Inhalt

In dem Drama geht es in erster Linie um den Herzog Richard von Gloster, dem späteren Kö­nig Richard III von England. Es beginnt mit seinem tragischen Entschluss von nun an ein Bö­sewicht sein zu wollen. Durch diesen Entschluss hält er es ab diesem Zeitpunkt für seine Pflicht, alle die zwischen ihm und der englischen Krone stehen, zu beseitigen. Sein erstes Ziel ist sein Bruder George, der Herzog von Clarence. Durch Richards Verleumdungen wird George daraufhin, auf Veranlassung seines Bruders, des Königs Eduard, in den Tower ge­sperrt. Richard beauftragt nun zwei Mörder, die George beseitigen sollen. Er gibt ihnen eine Vollmacht, um an den Wachen vorbei, in den Tower gelangen zu können. Nachdem sie die Tat vollbracht hatten, warfen sie des Clarence Leiche in ein Fass, das mit Malvasier Wein ge­füllt war. Richard ist unterdessen gewillt, Anna, die jüngste Tochter des Lords Warwick, zu ehelichen. Dieses bestrebt Richard, um seine Macht und seinen Einfluss zu vergrößern. Anna ist anfangs abgeneigt, da sie Richard für den Mörder ihres Mannes, des Prinzen Eduard von Wales, sowie ihres Schwiegervaters, des Königs Heinrich VI, hält. Während des Trauerzuges für den ermordeten König, beteuert Richard, nicht der Mörder Heinrichs zu sein. Jedoch ge­steht er die Ermordung des walisischen Prinzen. Er gesteht außerdem seine unendliche Liebe zu Anna. Dramatisch fällt er vor ihr auf seine Knie, zieht sein Schwert und ist bereit für sie zu sterben, falls diese seinen Heiratsantrag ablehnen sollte. Anna lässt sich von ihm überzeugen, jedoch nicht Margaret, die Witwe des Königs. Sie verflucht Richard in ihrer Trauer. Er solle nie wieder unterscheiden können ob Freund oder Feind. Im Verlauf des Dramas erkennt man außerdem eine Abneigung Richards gegen seine Schwägerin Elisabeth, der Frau seines Bru­ders des Königs Eduard. Richard beschuldigt sie der Verhaftung Georges und später derer von Hastings verantwortlich zu sein. Er versucht dadurch jeglichen Verdacht gegen seine Person im Keim zu ersticken. König Eduard IV erkrankt schwer. Nachdem er erfährt, dass sein Bru­der George im Tower gestorben ist, versinkt er in tiefer Trauer. Richard indessen schiebt jeg­liche Schuld an Georges Tod von sich, indem er behauptet, dass dieser auf Geheiß des Königs selbst hingerichtet wurde. Eduard stirbt kurz darauf von dieser Nachricht traumatisiert. Die Nachricht über den Tod des Königs verbreitet sich unter der Bevölkerung. Die Bürger ängs­tigt nun die Annahme, dass einer der jungen Söhne gekrönt werden könnte. Richard ist nun frei in seinen Entscheidungen und hat enorm an Macht gewonnen. Er befiehlt die Hinrichtung des Bruders der Königswitwe, den Grafen Rivers, sowie die ihres Sohnes aus erster Ehe, des Lord Grey.

Elisabeth flieht mit ihrem jüngsten Sohn aus Angst um ihr Leben und das des Kindes. Da die beiden jüngsten Söhne Elisabeths Anspruch auf den Thron haben, lässt sie Richard in den Tower sperren. Lord Hastings wird enthauptet, weil der im Begriff ist, die Kinder zu schüt­zen. Nun ist Richard der König von England und Anna seine legitime Königin. Er beauftragt im Zuge dessen, einen Mörder, seine Neffen zu ermorden und lässt seine Ehefrau kurze Zeit später auf dem Scheiterhaufen verbrennen. Um seine Macht festigen zu können hat er darauf­hin die Absicht, seine Nichte, Elisabeth von York zu ehelichen. Dazu kommt es jedoch nicht. Lord Buckingham flieht unterdessen und beginnt sich gegen Richard zu formieren. Als Richard von dem Verrat erfährt, lässt er ihn enthaupten. Während dessen formiert sich in Frankreich ein neuer Gegner Richards. Der Junge Heinrich von Richmond aus dem Haus der Tudors ist im Begriff Richard anzugreifen und um den Thron für sich zu beanspruchen. In dieser Nacht träumt Richard von allen, die er ermorden lassen hat oder selbst ermordet hat. Unter ihnen sind sein Bruder Eduard und der Lancaster König Heinrich. Sie sagen ihm seinen Untergang weis. Lord Catesby meldet alsbald die Ankunft der Armee Heinrichs in England. Es kommt zur Schlacht in Bosworth. Richards Pferd wird im Getümmel getötet. Der König spricht wirr und behauptet fünf Männer getötet zu haben, die alle als Heinrich von Richmond verkleidet waren. Heinrich von Richmond findet Richard und tötet ihn. Somit wird er der neue König von England und seine Frau wird Elisabeth von York4.

Die Eckdaten des Dramas geben ab hier Aufschluss über die Entstehungszeit und weitere Hintergründe um das Verständnis für die Epoche der Entstehung sowie die Epoche über die geschrieben wurde, zu schärfen.

2.1 Eckdaten zu dem Drama

Es wurde um 1592 von William Shakespeare verfasst. Es ist ein historisches Werk, welches relativ früh entstanden ist. Der weltbekannte Künstler wurde im Jahr 1563 geboren und ver­starb im Jahr 1616 nach Christus5. Das Drama besteht auf fünf Akten und ist der letzte Teil der York-Tetralogie. Eine Tetralogie ist ein mehrteiliges Drama, welches aus vier Teilen be­steht. Dieses Konstrukt wurde von Dramatikern verwendet, um in ihrer Dramaturgie eine grö­ßere Entfaltungsmöglichkeit zu haben. Die epische Breite ihrer Themen wurde dadurch leichter für das Publikum verständlich, da der längere Stoff der Handlung in mehrere Teile gepackt wurde, und dies hatte zur Folge, dass die Zuschauer mehrere Dramen, zu demselben Thema besuchen konnten6. Shakespeare verfasste das Drama in aristotelischer Form, in Dialo­gen. Der Originaltitel lautet: „The Tragedy of King Richard the Third“. Es wurde am 30. De­zember 1593 uraufgeführt. Shakespeare orientierte sich vorwiegend an den Chroniken der englischen Geschichte von Edward Hall und Raphael Holinshed. Seine Hauptquelle jedoch war ein Werk von Sir Thomas More, „The History of King Richard the Third“7. Dieses Werk war einer der Gründe, warum Richard als ein übler Tyrann im Drama dargestellt wird8. Da weitere Werke zeitgleich mit diesem Drama erschienen sind, ist es unmöglich, die Veröffent­lichung auf das Jahr 1593, festzulegen. Erschwert wird die akribische Angabe noch dadurch, dass in diesen Werken dasselbe Thema behandelt wurde. Als Orientierung für diese Seminar­arbeit diente eine Quarto Ausgabe9, derer es weitere vier gibt, die auf das Jahr 1597 datiert wurde. Die Protagonistenrolle Richards wurde in den vergangenen Jahrhunderten von einigen berühmten Schauspielern zum Leben erweckt. Zwei dieser Schauspieler waren David Garick (1741 – 1776)10 und Richard Burbage.

Angesichts des Tudorregimes und der Erwartungen, dass der Graf von Essex einen Ausgleich zwischen Protestanten und Katholiken herbeiführe, schrieb Shakespeare auch im Sinne der Politik11. Hierbei ist es ebenfalls wichtig herauszufinden, welchen Charakter Shakespeare für den König kreiert hat und mit welchen Eigenschaften er seinen Protagonisten ausgestattet hat.

3. Charakterisierung Richards III aus Shakespeares Sicht

Er beschrieb ihn als einen grausamen Menschen, der äußerlich auf die schlimmste Art und Weise missgebildet war. Ein humpelnder und buckliger Mann soll Richard gewesen sein. In der ersten Szene spricht Richard in einem Monolog über sein Äußeres, mit dem ihn die Natur gestraft hatte12. Shakespeare bediente sich dieser Beschreibung, welcher nach, Richard unan­sehnlich war, um so seinen schlechten Charakter für die Zuschauer begreiflich zu machen13. Seine Helden waren demnach stattlich und gutaussehend, während Richard, als Bösewicht, äußerst hässlich. In Richard entsteht zu Beginn ein innerer Konflikt. Die Wahl der dunklen Seite trifft er lediglich aufgrund seiner Wut und Trauer über sein Aussehen14. Ab diesem Zeit­punkt verfolgt er das Ziel an Macht zu gewinnen. Sein tragisches Leben im Schatten seines ältesten Bruders, und nicht zuletzt seine tiefe Trauer, wecken in ihm den Wunsch, all zu be­seitigen, die sich ihm in den Weg stellen könnten. Er leidet an einem ausgeprägten Verfol­gungswahn und verabscheut fast alle Personen in seinem näheren Umfeld. Durch diese Para­noia ist ihm die Unterscheidung, Freund oder Feind, unmöglich. Also beginnt er sich in seine Intrigen und Morde zu verstricken. Unter der Dominanz seiner Mutter, die ihn Zeit seines Lebens, mit Ablehnung und Ignoranz strafte, findet er in seiner Rache, einen Ausbruch15. Deutlich wird ebenso ein hohes Maß an Egozentrismus. Seine Gedanken, in Form von Mo­nologen, kreisen unaufhörlich um seinen geplanten Sieg. Er schafft es jedoch meisterhaft sei­nen Zorn zu verbergen. Das einzige positive Gefühl ist der ungebrochene Stolz auf das Haus York. Dieser Stolz entspringt der liebe zu seinem Vater16, den er über den Tod hinaus noch mit Stolz erfüllen möchte. Das hilft ihm seine bösen Absichten zu verbergen17 indem er Aus­zeichnungen in Schlachten erhält und seine Kühnheit beweist. Dieses Spiel beherrscht er wahrlich gekonnt, denn sein Benehmen anderen gegenüber zeugt von Charme. Er besitzt die Macht des Wissens, da er genau weiß, wie er sprechen und agieren muss, damit seine Mani­pulationen fruchten. Anderen gegenüber gibt er sich treu und loyal, aber es gelingt ihm, durch seine versteckten Intrigen, Zwietracht zwischen seinen Brüdern zu sähen. Beide sind aber vollkommen von Richards Treue und Ergebenheit überzeugt. Anna lässt sich ebenso von ihm überzeugen und heiratet ihn sogar, ungeachtet des Mordes an ihrem Ehemann, des Prinzen Eduard. Zwar scheut er es weitere Morde selbst zu begehen, nicht aber den Befehl und die Bezahlung für diese18. Er bezahlt Mörder, um seinen Bruder George im Tower umzubringen und veranlasst etwas später die Hinrichtung Hastings. Am Ende beauftragt er sogar die Ermordung seiner beiden Neffen. Anna wird auf seinen Be­fehl hin auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Seine Handlungen sind gezielt verübt und berech­nend19. Durchgehend straft er jene, die ihm nicht folgen wollen oder jene, von denen er sich bedroht fühlt. Diese Bestrafung erfolgt entweder durch die sofortige Hinrichtung oder durch emotionale Kälte. Als sich sein Freund Buckingham weigert, Richards Neffen zu ermorden, bestraft er ihn durch Ignoranz. Diese Ignoranz entsteht durch eine starke Verunsicherung. Zwar wünscht er sich abgesehen von Macht auch Bewunderung, doch die Zweifel an der Lo­yalität seiner Freunde führen zu seiner eigenen Isolation20.

„Das elisabethanische Drama zeigt gegen Ende des 16. Jahrhunderts die allgemeine Tendenz, die humanistische Idee der vollkommenen Macht über sich selbst durch die machiavellisti­sche, der vollkommenen Macht über andere, zu ersetzen“21.

Allgemeine Nähe, vor allem eine emotionale sowie physische Öffnung, auch seiner Frau ge­genüber scheinen unmöglich. Nähe macht ihm Angst. Einerseits durch seine körperlichen Unzulänglichkeiten und andererseits seine Angst vor Feinden und Verrat. Er führt ein Dop­pelleben. Seine innere Verzweiflung, Wut und die Rachegelüste stehen im vollkommenen Gegensatz zu seinem äußeren Verhalten, welches ein Wohlbefinden und Selbstbewusstsein vorgaukelt22. Diese Lebensweise führt zu einer Entfremdung seines Selbst und zu einem enor­men Realitätsverlust. Träume über seine Opfer quälen ihn kurz vor seinem Tode und prophe­zeien ihm sein baldiges Ende. Diese Träume drücken aus, dass er stetige Qualen leidet und sein Geist keine Ruhe findet. Eine offensichtliche Erkrankung seiner Psyche liegt vor23, weil er nicht den Mord, nicht den Verrat und nicht zuletzt eine mögliche Ehe mit seiner Nichte, Elisabeth von York, in Betracht zieht. Die Geschichtsschreibung jedoch, überliefert der Nachwelt ein anderes Bild von Richard. Historisch neutral erzählen die Geschichtsschreiber die wahren Begebenheiten.

3.1 Darstellungen der historischen Person Richard III

Richard kam am 2. Oktober 1452 auf die Welt. Er war der jüngste Sohn von Richard Planta­genet, dem dritten Duke von York und Cecily Neville. Sein Geburtsort ist Fotheringhay Cas­tle, das in Northhamptonshire liegt. König Heinrich VI, aus dem Haus Lancaster, herrschte zu dieser Zeit über England. Richards Vater starb sehr früh in der Schlacht von bei Wakefield, als er noch ein Kind war. Aus diesem Grund kam der Junge Richard in die Obhut von Richard Nevilles, dem Earl von Warwick. Dieser Earl von Warwick wurde auch „der Königmacher“ genannt, da durch seine Hilfe, Männer zu Königen wurden. Im Jahr 1461 wird Richard älterer Bruder Eduard zum König von England gekrönt.

Der junge Richard zeichnete sich in unzähligen Schlachten als Krieger aus. Loyal seinem König gegenüber, errang er viele Siege im Feld. Von 1470 bis zum 14. März 1471 hielt sich Richard mit seinem Bruder Eduard im Exil in Flandern auf. Dies geschah gezwungener ma­ßen, weil Heinrich VI in dieser Zeit wieder König von England war. Nach ihrer Rückkehr wurde Eduard wieder zum König und der mental instabile Heinrich VI ermordet.

Richard wurde zum Duke von Gloucester und bekam weiter Titel verliehen. Außerdem über­eignete man ihm einige Ländereien und er durfte wichtige Ämter bekleiden. Als sein Bruder George, Duke von Clarence, den Sohn Heinrichs VI, Prinz Eduard, ermordete, konnte Richard seine Witwe heiraten. Diese Witwe war Anne Nevilles, die Tochter von Lord Warwick.

Nach der Hochzeit, die im Februar 1472 stattfand, wuchs die Konkurrenz zwischen Richard und seinem Bruder George sprunghaft. George hatte Annas ältere Schwester, Isabella Nevilles geheiratet. Das Vermögen der Familie Nevilles hatte nun für die Brüder an Bedeutung ge­wonnen. Richard war glücklich in seiner Ehe mit Anne. Aus ihrer Verbindung ging ein ge­meinsamer Sohn, Edward Middleham, hervor. Nachdem Eduard, George wegen Hochverrat hinrichten ließ, starb dieser im Jahr 1483, nach einer kurzen Krankheit, selbst.

Richard wurde zum Vormund für die Söhne Eduards. Diese waren Eduard V und Richard von Shrewbury. König Eduards Witwe, Elisabeth Woodwille, fand sich nun ohne ihren Ehemann schutzlos. Es gab jedoch einige Adlige, die sich auf ihre Seite schlugen. Richard versuchte daraufhin, die Königswitwe zu brechen, indem er mehrere Hinrichtungen ihrer Anhänger ver­anlasst hatte. Richard Grey und Lord Hastings wurden wegen Hochverrat exekutiert. Elisa­beths Söhne wurden kurzerhand zu Bastarden erklärt. Damit sollte der Thronanspruch durch Erbfolge erlöschen.

Die beiden wurden auf Richards Befehl in den Tower gesperrt. George Plantagenets Söhne wurden für unwürdig erklärt und somit konnte keiner von ihnen Anspruch auf den englischen Thron erheben. Richards Geschwister waren tot und somit konnte er selbst, durch Gottes Gnaden, zum König gesalbt werden. Richards Neffen verschwanden spurlos. Spekulationen zufolge wurden die beiden Kinder ermordet. Dafür wurde jedoch nie ein handfester Beweis erbracht. Da Richards Ehefrau Anne und sein Sohn ebenfalls verstorben waren, strebte der König, wieder nur Gerüchten zufolge, eine Hochzeit mit seiner Nichte Elisabeth von York an.

Am 22. August 1485 kam es zu einer verheerenden Schlacht zwischen Richard und Heinrich Tudor bei Market Bosworth in Leicestershire, bei der Richards Armee niederschmetternd ge­schlagen wurde und der König selbst, durch neun Hiebe auf seinen Schädel getötet wurde. Mit seinem Tod endete die Herrschaft des Hauses Plantagenet, der Rosenkriege und ebenso jene Herrschaft der französischen Könige seit William the Conqueror im Jahre 1066 nach Christus. Er hinterließ noch zwei uneheliche Kinder. Einen Sohn namens John von Gloucester und eine Tochter namens Katherine. Aber es stellt sich immer noch die Frage nach den Ab­sichten Shakespeares. Durch seine zahlreichen Abweichungen von der Historie in seinem Drama, prägte er das Bild Richards für die Ewigkeit24.

[...]


1 www.wasistwas.de/archiv-geschichte-details/die-rosenkriege.html

2 m.welt.de/kultur/history/article912199/Richard-III-Monster-oder-Held.html, von Jan von Flocken, 01.06.2007

3 William Shakespeare, König Richard III, Reclam, 1971, Philipp Reclam jun. GmbH & Co. KG, Stutt­gart, (Seite 119)

4 William Shakespeare, König Richard der Dritte, Reclam, 1971, Philipp Reclam jun. GmbH & Co. KG, Stuttgart

5 www.william-shakespeare.de/biographie1.html, 1997-2007, Andiz

6 http://www.enzyklo.de/lokal/42303&page=1350

7 www.william-shakespeare.de/fo_richard3.html

8 Marga Unterstenhöfer, Tyrannendarstellung in Richard III und Macbeth, 1988, Frankfurt am Main, Seite 52

9 William Shakespeare König Richard III, Reclam 1971, Philipp Reclam jun. GmbH & Co. KG, Stuttgart, Seite 119

10 Wolfgang Storch, König Richard der Dritte, Seite 78

11 Peter Alvor, Eine neue Shakespeare Biographie, 1930, Würzburg, Seite 125

12 William Shakespeare, König Richard III, Reclam, 1971, Philipp Reclam jun. GmbH & Co. KG, Stuttgart, Seite 5

13 Marga Unterstenhöfer, Tyrannendarstellung in Richard III und Macbeth, 1988, Frankfurt am Main, Seite 55

14 Ebenda, Seite 57

15 Ebenda, Seite 66 - 68

16 Ebenda Seite 69

17 Ebenda Seite 71

18 Ebenda Seite 76

19 Ebenda Seite 75

20 Ebenda Seite 75

21 Ebenda Seite 78 Zitat

22 Ebenda Seite 88

23 Ebenda Seite 78

24 Karl M. Eising: Richard III. Die weiße Rose von York. Katz, Gernsbach 1990 Andreas Kalckhoff: Richard III. Sein Leben und seine Zeit. „Shakespeares Schurke, wie er wirklich war“. Lübbe, Bergisch-Gladbach 1980; Lizenzausgabe: Pawlak, Herrsching 1989

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
König Richard III. Die Tragödie William Shakespeares im Vergleich zum Herrscher
Note
2
Autor
Jahr
2014
Seiten
15
Katalognummer
V583559
ISBN (eBook)
9783346181602
ISBN (Buch)
9783346181619
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Richard III, York, Rosenkriege
Arbeit zitieren
Ira Dick (Autor:in), 2014, König Richard III. Die Tragödie William Shakespeares im Vergleich zum Herrscher, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/583559

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