Die römisch-sassanidischen Beziehungen im 5. Jahrhundert n. Chr. unter Theodosius II. (reg. 408-450 n. Chr.)


Hausarbeit (Hauptseminar), 2014

27 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Quellenlage

3 Die r ömisch-sassanidischen Beziehungen 230-399 n. Chr.

4 Das Dilemma der Grenzverteidigung als gemeinsames Interesse

5 Die Fortsetzung der r ömisch-persischen Koexistenz und Kooperation unter Arcadius (383-408) und Theodosius II. (408-450)
5.1 Die „Vormundschaft“ Yazdgards I. über Theodosius II.
5.2 Die Hochphase der römisch-sassanidischen Beziehungen unter Theodosius II.
5.3 Der römisch-sassanidische-Krieg 420/421-422
5.4 Der römisch-sassanidische-Krieg 440/441-442
5.5 Die religionspolitischen Beziehungen unter Theodosius II.

6 Die r ömisch-sassanidischen Beziehungen nach 450

7 Fazit

8 Literaturverzeichnis
8.1 Quellen
8.2 Forschungsliteratur

1 Einleitung

Das Imperium Romanum sah sich seit den letzten Jahrzenten der Republik (bis 27. v. Chr.) mit einer konkurrierenden Großmacht am Euphrat konfrontiert, dem arsakidischen Reich der Parther1, das militärisch zwar nie unterworfen werden konnte, i.d.R. aber selbst keine aggressive Politik gegenüber Rom verfolgte. Dies sollte sich in der ersten Hälfte des dritten Jahrhunderts ändern.2 In der Regierungszeit des Reichsgründers Ardaschir3 (reg. 224-239/40) gelangten die Gebiete des arsakidischen Partherreiches in sassanidische Hand. Dieses, aus dem Partherreich hervorgegangene, „Neupersische Reich der Sassaniden 4 (auch Sāsāniden) knüpfte in vielerlei Hinsicht an parthische Traditionen an, erwies sich außenpolitisch aber als sehr viel agiler, als es die Parther gewesen waren. Vier Jahrhunderte lang stellte es einen bedeutenden Machtfaktor dar, mit dem Rom politisch wie militärisch stets zu rechen hatten.5 Es wäre jedoch nicht gerechtfertigt, die Geschehnisse allein auf kriegerische Konflikte zu reduzieren.6 Insbesondere in den Bereichen Handel, Grenzschutz, Religion und Kultur entstanden teils enge Kontakte, die „zur Intensivierung der Beziehungen zwischen den beiden Großmächten im gesamten Verlauf der Spätantike beitrugen“7.

Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist die von etwa 379 bis 488 andauernde Phase der friedlichen Koexistenz zwischen dem Imperium Romanum und dem Reich der Sassaniden. Im Zentrum der Untersuchung steht die Regierungszeit Kaiser Theodosius ‘ II.8 (reg. 408-450). Ausgehend von verschiedenen Quellen und entsprechender Sekundärliteratur, soll das Verhältnis zwischen Römern und Sassaniden unter Theodosius II. untersucht werden: hinsichtlich Handels-, Religions- sowie Grenz- und Außenpolitik. Schwerpunkt ist die Frage, wie die römische Persienpolitik unter Theodosius II einzuschätzen ist. Für eine entsprechende Beurteilung wird auszugsweise auch die Zeit vor und nach Theodosius II betrachtet.

Die Arbeit beginnt mit einer Einführung in die römisch-sassanidischen Beziehungen seit dem dritten Jahrhundert und einem partiellen Einblick in das schwierige Verhältnis zwischen Ost und West. Daran anknüpfend werden die Ursachen für das Nachlassen der Spannungen im vierten Jahrhundert behandelt. Wie lässt sich eine römisch-persische Koexistenz und Kooperation erklären, die im fünften Jahrhundert unter Arkadius und Theodosius II. einen vorläufigen Höhepunkt erreichte? Im Hauptteil der Arbeit erfolgt eine Analyse der römisch-sassanidischen Beziehungen unter Theodosius II.

Grundlegend ist festzustellen, dass sich bisherige Analysen in erster Linie auf die römisch-sassanidischen Kriege von 420/421 und 441 beziehen. Diesbezüglich sind die Arbeiten von Geoffrey B. Greatrex zu nennen.9 Einen umfangreichen Einblick in die Beziehungen zwischen Rom und Persien in der Spätantike liefern Engelbert Winter und Beate Dignas sowie Alexander Demandt.10 Die Kontakte zwischen der griechisch-römischen Welt und ihrer östlichen Nachbarn hat auch Josef Wiesehöfer zum Gegenstand seiner Arbeiten zum vorislamischen Persien gemacht.11 Als wichtiger Beitrag zu den römisch-persischen Kontakten zählt zudem Henning Börms Untersuchung „Prokop und die Perser“ 12 . Die Geschichte des persischen Christentums betreffend, ist die Arbeit von Nina G. Garsoïan zu nennen.13

2 Quellenlage

Die Quellenlage für die römisch-persischen Beziehungen zwischen dem späten vierten und frühen sechsten Jahrhundert erweist sich insgesamt als unzureichend, vor allem aufgrund des weitgehenden Verlustes bedeutender Werke wie jener des Priskos.14 Einige unserer Kenntnisse sind ausgesprochen lückenhaft und lassen sich kaum auf ihren historischen Kern hin überprüfen. Da die meisten spätantiken Geschichtsschreiber den Schwerpunkt zudem auf kriegerische Ereignisse legten, kann es zudem als wahrscheinlich gelten, dass wir nur von einem Bruchteil der diplomatischen Beziehungen erfahren.15 Im Zentrum der Untersuchung steht die Quelle des Prokop von Caesarea, über deren Glaubwürdigkeit im Laufe der Untersuchung zu diskutieren sein wird. Dank der entsprechenden Abschnitte in den Historien Prokops verfügt die Forschung über einen zusammenhängenden Bericht über die Ereignisse zwischen 408 und 552. Daneben erhalten wir einen Einblick in die Ansichten und Kenntnisse der Römer im Hinblick auf die Sassaniden.16 Die Ausführungen des Kirchengeschichtsschreibers Sokrates Scholastikos (ca. 380-440) gelten, aufgrund zahlreicher eingearbeiteter Dokumente, Konzilsbeschlüsse sowie Kaiser- und Bischofsbriefe, als zuverlässige und informationsreiche Quelle.17 Dergleichen ist die Kirchengeschichte des griechischen Kirchenhistorikers und Bischofs von Kyrrhos, Theodoret, reich an Urkunden und gilt daher als wichtige Quelle für die religionspolitische Entwicklung im Osten des vierten und fünften Jahrhunderts.18 Weitere Rückschlüsse über die Beziehung zwischen Ostrom und Persien lassen sich aus der, 18 Bücher umfassenden, byzantinischen Weltchronik des Johannes Malalas ziehen.19 Zwar erweist sich die Chronik als historische Quelle über weite Strecken weniger nützlich. Dennoch ist die Geschichtsforschung hinsichtlich entsprechender Informationen über die ausgehende Spätantike im Osten des Imperium Romanum auf die Angaben bei Malalas angewiesen. Unterschiede in den Quellen liegen in erster Linie bei zeitlichen Datierungen, in der Schreibweise von Personennamen und bezüglich der Herrschaftsverhältnisse im Sassanidenreich vor.

3 Die r ömisch-sassanidischen Beziehungen 230–399 n. Chr.

Bereits unter dem Reichsgründer Ardasir (Ardaschir) ist eine offensive Politik gegenüber Rom erkennbar. Sie bestand unter seinem Sohn Sapur I. (Schapur) (240-271/2) fort und sollte das Imperium „in den Grundfesten erschüttern“ 20. 21 Nach einer vorrübergehenden Schwächephase des Sassanidenreiches22 erneuerte Schapur II. (309-379) die offensive sassanidische Westpolitik. Schapur sollte sich als einer der bedeutendsten Sassanidenkönige erweisen. Unter seiner Herrschaft kam es im vierten Jahrhundert zu heftigen Kämpfen zwischen Römern und Sassaniden, in erster Linie um die Oberhoheit über Großarmenien.23 „[O]ft genug trafen kaiserliche Heere und die Truppen des ‚Königs der Könige‘ aufeinander, durchbrachen persische Verbände den Limes, plünderten und brandschatzten“ 24, erklärt Wiesehöfer, ohne dass es einer der beiden Seiten gelang, entscheidende Vorteile zu erzielen. Im Jahre 363 versuchte Flavius Claudius Iulianus die Verhältnisse im Osten endgültig zu Gunsten Roms zu klären, doch Iulians Vorstoß, weit in das sassanidische Hoheitsgebiet hinein, endete mit einer militärischen Katastrophe Roms.25 Ein Jahr später erneuerte Schapur seine aggressive Politik mit einer Offensive gegen Armenien, deren Unrechtmäßigkeit Ammianus Marcellinus betont.26 Armenien, das im vierten Jahrhundert immer wieder Anlass zu Spannungen zwischen beiden Großmächten gegeben hatte, wurde im Jahre 377 faktisch in zwei Einflussbereiche geteilt.27

Nach der langen Herrschaft Schapurs (309-379) und dessen aggressiver Außenpolitik, zeichnete sich dann, gegen Ende des vierten Jahrhunderts, eine Politik der gegenseitigen Annäherung zwischen Ost und West ab. Bereits während der verlustreichen Kriege, die bis ins zweite Drittel des vierten Jahrhunderts hinein andauerten, ohne dass es einer der beiden Seiten gelang, die Oberhand zu gewinnen, mögen sich eine gegenseitige Anerkennung und ein gewisses Umdenken entwickelt haben.28 Es hatte sich aus römischer Sicht einerseits gezeigt, dass die Perser militärisch nicht zu besiegen waren und sich andererseits als zuverlässigere Vertragspartner erwiesen „als die übrigen Barbaren“29 , urteilt Henning Börm. In Anbetracht des Ansturms verschiedenster Völker, mit dem sich der römische Osten unter den Nachfahren Theodosius I. (reg. 379 bis 394) zunehmend konfrontiert sah, musste das römische Ostreich30 (seit dem Jahre 395) versuchen, an höchstens einer Front zur selben Zeit gebunden zu sein.31 Warum die Sassanidenherrscher die, für sie günstige, Gelegenheit nicht ausnutzten, wissen wir nicht. Offenbar sahen sich die Perser selbst mit Nomadengruppen im Osten konfrontiert.32 Da sich beide Großmächte Bedrohungen an anderen Fronten ausgesetzt sahen und seit Mitte des vierten Jahrhunderts insgesamt die Erfahrung machten, dass die jeweils andere Seite in der Regel zu den getroffenen Abmachungen stand, war eine Annäherung unter den genannten Umständen nur folgerichtig, urteilt Börm.33 Das Bemühen um diplomatische Konfliktlösungen dürfte daher nicht zuletzt aus der Not heraus geboren worden sein.34 Dementsprechend konstatiert David Rohrbacher bei den römischen Autoren dieser Zeit: „a growing understanding of the interdependent relationship necessary among the two ancient civilized powers in face of more barbarous threats”35. Unter der Herrschaft Bahrams IV. 36 (388-399) erfolgte dann der vielleicht erste endgültige Friedensschluss mit Ostrom über Armenien.37 Dignas / Winter sehen in der endgültigen Lösung des Armenienproblems eine der wesentlichen Voraussetzungen für das Nachlassen der Spannungen.38 Beide Seiten verständigten sich des Weiteren in Fragen der gemeinsamen Bewachung der unruhigen Kaukasusgrenze, an deren Sicherheit beide Großmächte lebhaftes Interesse hatten.39

4 Das Dilemma der Grenzverteidigung als gemeinsames Interesse

Die gemeinsamen Interessen im Kaukasus intensivierten die Beziehungen zwischen beiden Imperien.40 Bereits in arsakidischer Zeit stellten die kriegerischen Völkerschaften jenseits des Kaukasus „ein stets abrufbares Kräftepotential (dar), das […] in die Rivalitäten der an Kaukasus und Kaspischem Meer angrenzenden Völker eingreifen und das Kräftegleichgewicht stören konnte“ 41. Das Eindringen der Nomadenvölker in die Kaukasusregion hatte gezeigt, dass weder Rom noch das Sassanidenreich für sich alleine im Stande waren, die Kaukasuspässe zu sichern und ihr eigenes Territorium zu schützen. Die Abwehr der kriegerischen Nomadenvölker sah man daher, trotz der Gegnerschaft beider Reiche, als gemeinsames Anliegen, das eine Organisation des Grenzschutzes und dessen vertragliche Gewährleistung erforderte.42 Offenbar bemühten sich die Sassaniden spätestens ab Mitte des vierten Jahrhunderts verstärkt darum, die Römer an der Verteidigung der Kaukasuspässe zu beteiligen.43 Nach der Niederlage Iulians kam zu einer Verständigung, so schildert Iohannes Lydus, dass beide Staaten auf gemeinsame Kosten eine Festung errichten und eine Schutzmannschaft stationieren wollten.44 Gleichzeitig deutet Lydus an, dass die Römer ihren finanziellen Verpflichtungen im Kaukasus nur bedingt nachkamen.45 Konsequenz der „unerfüllte[n] persische[n] Forderungen nach römischer Beteiligung an der Verteidigung des Kaukasus“ 46 war die Verschlechterung der Beziehungen zwischen Ost und West im 5. Jahrhundert und der Ausbruch zweier Kriege (421 und 441) unter Theodosius II. Der Bericht des Priskos über eine sassanidische Gesandtschaft an den oströmischen Kaiser Leo I. verdeutlicht die Aktualität der Thematik auch über die Herrschaft Theodosius‘ II. hinaus:47

Außerdem forderten sie die Römer auf, für die Aufrechterhaltung der Festung Iuroeipaach, die an der Kaspischen Forte liegt, Geld beizusteuern oder wenigstens Soldaten zu ihrer Bewachung abzustellen […] [d]enn wenn sie wichen, würden die Übergriffe der dort lebenden Stämme nicht nur Folgen für die Perser, sondern auch für die Römer haben.48

5 Die Fortsetzung der r ömisch-persischen Koexistenz und Kooperation unter Arcadius (383-408) und Theodosius II. (408-450)

5.1 Die „Vormundschaft“ Yazdgards I. über Theodosius II.

Als der Sassanidenkönig Bahram IV. von seinen eigenen Soldaten ermordet wurde, folgte sein Sohn Yazdgard I. 49 (reg. 399-420/421) auf den sassanidischen Thron.50 Bereits unter Flavius Arcadius 51 (reg. 395 bis 408) waren die Beziehungen zu Yazdgard und Persien ausgesprochen freundlich.52 Wohl im Jahre 400 reiste, auf Anweisung Arkadius‘, eine kaiserliche Gesandtschaft in das sassanidische Ktesiphon, der es offenbar gelang, anfängliche Spannungen mit dem neuen König der Sassaniden beizulegen und „eine Hochphase der römisch-persischen Beziehungen einzuläuten“ 53 . Für die guten römisch-sassanidischen Beziehungen spricht auch der Umstand, dass Arkadius den praepositus sacri cubiculi und späteren Patricius, Antiochos, einen Eunuchen und gebürtigen Perser, als einen Tutor seines Sohnes Theodosius ausersehen hatte.54 In die Phase der guten Beziehungen fällt zudem eine Bitte des Arkadius‘, wonach der sterbende Kaiser den Großkönig (Yazdgard I.) zum „Vormund“ für seinen unmündigen Sohn (Theodosius II.) bestellt habe.55

[...]


1 Vgl. Wiesehöfer, J.: Parther, in: DNP, Bd. 9, Stuttgart 1996, Sp. 371 - 374.

2 Vgl. Börm, Henning: Prokop und die Perser, Untersuchungen zu den römisch-sasanidischen Kontakten in der ausgehenden Spätantike, Stuttgart 2007, Einleitung.

3 Vgl. Schottky, M: Ardaschir, in: DNP, Bd. 1, Stuttgart 1996, Sp. 1038.

4 Vgl. Wiesehöfer, J.: Sāsāniden: DNP, Bd. 11, Stuttgart 1996, Sp. 89 - 98.

5 Vgl. Demandt, Alexander: Die Spätantike, Römische Geschichte von Diocletian bis Justinian 284-565 n. Chr., 2. Aufl., München 2007, S. 137.

6 Vgl. Dignas, Beate / Winter, Engelbert: Rome and Persia in late antiquity, neighbours and rivals, Cambridge [u.a.] 2010, S. 22 f.

7 Vgl. ebd.

8 Vgl. Tinnefeld, F.: Theodosius II., in: DNP, Bd. 12,1, Stuttgart 1996, Sp. 346 - 347.

9 Vgl. Greatrex, Geoffrey / Lieu Samuel N. C.: The Roman Eastern Frontier and the Persian Wars, Pt. 2, AD 363 - 630, a narrative sourcebook, London 2002. Greatrex verdanken wir wichtige Aufsätze und Monographien über die militärischen Auseinandersetzungen zwischen Ost und West.

10 Vgl. Demandt 2007; Dignas / Winter 2010.

11 Vgl. Wiesehöfer, Josef: Das antike Persien, von 550 v. Chr. bis 650 n. Chr., München [u.a.] 1994.

12 Vgl. Börm 2007. Im Mittelpunkt der Studie Börms steht die systematische Sichtung und Prüfung der Angaben des spätantikern Historikers Prokop. Börm stellt sich in erster Linie die Frage: „Was wußte man im spätantiken Imperium über die östlichen Nachbarn, und welche Faktoren prägten Prokops Sicht auf die Perser?“

13 Garsoïan, G. Nina: Persien, Die Kirche des Ostens, in: Mayeur, Jean Marie / Pietri, Luce (Hg.), Die Geschichte des Christentums, Religion, Politik, Kultur, Bd. 3, Der lateinische Westen und der byzantinische Osten (431 - 642), Freiburg [u.a.] 2001, S. 1161–1186.

14 Priscus Panites, Historia Byzantina, Hg. v. R. C. Blockley, The Fragmentary Classicising Historians of the later Roman Empire, Eunapius, Olympiodorus, Priscus und Malchus, Bd. 2: Text, Translation and Historiographical Notes, 1983; Vgl. Dignas / Winter 2010, S. 226. Priskos ist der Autor einer verlorenen byzantinischen Geschichte, die von 343 bis 374 reichte. Die noch erhaltenen Fragmente sind in den Excerpta de legationibus des Porphyrogennetos (905-959) zusammengefasst.

15 Vgl. Börm 2007, S. 229.

16 Procopius, in seven volumes, with an Engl. transl. by Hugh B. Dewing, Reprinted, London [u.a.], Heinemann [u.a.] 1993; Vgl. Börm 2007, S. 222 ff. Prokop berichtet über den Zeitraum von etwa 520 bis 552 teilweise als Augenzeuge oder zumindest als Zeitzeuge. Prokop beginnt seine Historien mit einem skizzenhaften Rückblick auf die römisch-sassanidischen Beziehungen seit dem fünften Jahrhundert nach Christus, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, so Börm. Vielmehr greife er eine Reihe von Episoden dieser Zeit (408-520) heraus. Vieles deutet darauf hin, dass als Quelle für Prokops Informationen zu den Ereignissen bis ca. 520 vor allem westliche Autoren gedient haben. Prokop Bericht enthält auch einige Informationen zu den innenpolitischen Ereignissen, wenngleich diese hinsichtlich ihrer Auswirkung auf die persische Westpolitik betrachtet werden müssen.

17 Socrates, Kirchengeschichte, ed. G. C. Hansen, Berlin 1995; Vgl. Dignas / Winter 2010, S. 246.

18 Theodoret, Historia Ecclesiastica, ed. L. Pamentier and F. Scheidweiler, Berlin 1954; Vgl. Dignas / Winter 2010, S. 247. Die Quelle behandelt die Zeit zwischen 325 und 428.

19 Johannes Malasas, Weltchronik, übers. v. Thurn, Johannes und Meier, Mischa, Stuttgart 2009.

20 Vgl. Wiesehöfer, J.: Sāsāniden: DNP, Bd. 11, Stuttgart 1996, Sp. 89 - 98. Schapur konnte vorübergehend bis in das römische Antiocheia und Kappadokien vordringen.

21 Vgl. Wiesehöfer 1994, S. 262.

22 Vgl. Wiesehöfer, J.: Sāsāniden: DNP, Bd. 11, Stuttgart 1996, Sp. 89 - 98. Diese wurde gegen Ende des dritten Jahrhunderts durch Thronstreitigkeiten und die ihrerseits aggressive römische Ostpolitik eingeleitet.

23 Vgl. Dignas / Winter 2010, S. 51 ff Als Konstantin der Große 337 in mitten der Vorbereitungen für einen Krieg gegen die Perser starb, nutzte Schapur die Gelegenheit und eroberte ein Jahr später das seit dem 4. Jahrhundert christlich gewordene Armenien. Es war der Auftakt zu zahlreichen militärischen Konfrontationen, die bis zum Tode Kaiser Constantius‘ II. (337-361) andauerten.

24 Vgl. ebd.; Wiesehöfer, J.: Sāsāniden: DNP, Bd. 11, Stuttgart 1996, Sp. 89 - 98.

25 Vgl. ebd. Bei einem Gefecht wurde Julian tödlich verwundet, er starb am 26. Juni 363. Der eilig zum Kaiser ernannte Flavius Jovianus sah sich angesichts der ausweglosen militärischen Situation genötigt, um Frieden zu ersuchen und erkannte den von Schāpūr geforderten Verzicht auf die von Diokletian erzielten Eroberungen, die Preisgabe der Städte Nisbis und Singara sowie den Rückzug aus Armenien an. Iovians Hauptziel war es zweifelsohne, seine Soldaten sicher auf römisches Gebiet zurückzuführen.

26 Ammianus Marcellinus 27,12,1-4; Vgl. ebd., S. 114 f

27 Vgl. ebd. Die Teilung Armeniens wurde nur wenige Jahre später unter Schāpūr II (383-388) vertraglich bestätigt.

28 Vgl. ebd., S. 144-149; Börm 2007, S. 299 ff. Erste Hinweise finden sich in Zusammenhang mit dem Friedensschluss von 298.

29 Vgl. Börm 2007, S. 301.

30 Vgl. Demandt. 2007, S. 140. Nach dem Tode Theodosius ‘ I. war das Imperium Romanum 395 in ein Ost-und Westreich geteilt worden.

31 Vgl. Börm 2007, S. 299 f.; Schippmann, Klaus: Grundzüge der Geschichte des sasanidischen Reiches, Darmstadt 1990, S. 40 ff. Außenpolitisch hatte es Ostrom namentlich vor allem mit drei Gegnern zu tun: den Wüstenvölkern im Hinterland der Kyrenaika, den Hunnen, einerseits am Kaukasus und andererseits in Thrakien, und drittens mit dem zweiten persischen Großreich der Sassaniden.

32 Proc. I,8,19; Vgl. ebd. Bereits Schapur II. musste sich aus Mesopotamien zurückziehen als hunnische Völker 350 die sassanidische Nordostgrenze angriffen und noch Kavad I. musste 503 den Feldzug gegen Ostrom aus ähnlichen Gründen abbrechen.

33 Vgl. Börm 2007, S. 299.

34 Vgl. ebd., S. 301; Blockley, C. Roger: East Roman Foreign Policy. Formation and Conduct from Diocletian to Anastasius. Leeds 1992, S. 25.

35 Vgl. Rohrbacher, David: The historians of late antiquity, London [u.a.] 2002, S. 214.

36 Vgl. Schottky, M.: Wahram IV., in: DNP, Bd. 12,2, Stuttgart 1996, Sp. 369.

37 Vgl. Schippmann 1990, S. 40.

38 Vgl. Dignas / Winter 2010, S. 114.

39 Vgl. ebd., S. 54.

40 Vgl. ebd., S. 220 ff.

41 Vgl. ebd., S. 220.

42 Vgl. ebd., S. 221 ff. Vor allem seit den zunehmenden Hunneneinfällen, die seit Ende des 4. Jahrhundert für beide Seiten ein großes Sicherheitsproblem darstellten, war die Bewachung und Sicherung der Kaukasuspässe entscheidend. Erstmals musste sich Rom im foedus von 244 verpflichten, Gelder, die bislang für die Sicherung der Kaukasusfestungen zur Verfügung gestellt worden waren, in Form jährlicher Subsidien an die Sassaniden zu zahlen. Im Gegenzug oblag den Sassaniden die Verantwortung für die Instandhaltung der Kaukasuspässe.

43 Lyd. 3,52 f.; Vgl. Börm 2007, S. 300.

44 Lyd. 3,52; Vgl. Dignas / Winter 2010, S. 222 ff. Dignas / Winter gehen davon aus, dass eine solche Allianz erst zu Beginn des 5. Jahrhunderts zu Stande gekommen ist und nicht, wie Lydus es schildert, schon 363.

45 Vgl. ebd. Tatsache ist, dass sich die Römer in der Folgezeit mit Problemen an der Rhein- und Donaugrenze konfrontiert sahen und die Sassaniden häufig gezwungen waren, die Lasten für die Sicherung der Kaukasuspässe alleine zu tragen.

46 Vgl. Luther, Andreas: Die syrische Chronik des Josua Stylites, Berlin [u.a.] 1997, S. 106.

47 Prisk., frg. 47; Vgl. Dignas / Winter 2010, S. 224 ff. Der Konflikt über die Kosten für die Instandhaltung der Kaukasusfestungen und das Ausbleien jährlicher Geldzahlungen sollten noch bis ins sechste Jahrhundert hinein Gegenstand der diplomatischen Beziehungen bleiben und wiederholt neues Konfliktpotential bieten.

48 Prisk., frg. 41,1.

49 Vgl. Schottky, M.: Yazdgird I.: DNP, Bd. 12,2, Stuttgart 1996, Sp. 657.

50 Vgl. Schippmann 1990, S. 40.

51 Vgl. Leppin, H.: Arcadius, in: DNP, Bd. 2, Stuttgart 1996, Sp. 975 - 977.

52 Vgl. Dignas / Winter 2010, S. 54.

53 Vgl. Börm 2007, S. 300.

54 Vgl. Demandt 2007, S. 133. Antiochos wurde 421 gestürzt.

55 Proc. 1,2,6-10; Vgl. Börm 2007, S. 226; Dignas / Winter 2010, S. 54.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Die römisch-sassanidischen Beziehungen im 5. Jahrhundert n. Chr. unter Theodosius II. (reg. 408-450 n. Chr.)
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Veranstaltung
Hauptseminar: Kaiser Theodosius II. (408-450 n. Chr.)
Note
1,3
Autor
Jahr
2014
Seiten
27
Katalognummer
V583629
ISBN (eBook)
9783346185778
ISBN (Buch)
9783346185785
Sprache
Deutsch
Schlagworte
beziehungen, jahrhundert, theodosius
Arbeit zitieren
Jens Mühle (Autor), 2014, Die römisch-sassanidischen Beziehungen im 5. Jahrhundert n. Chr. unter Theodosius II. (reg. 408-450 n. Chr.), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/583629

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