Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Politik - Region: Südasien

Waldbrände in Indonesien 2015. Zusammenhang mit der Palmöl-Industrie

Titel: Waldbrände in Indonesien 2015. Zusammenhang mit der Palmöl-Industrie

Bachelorarbeit , 2017 , 43 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Dominik Meyers (Autor:in)

Politik - Region: Südasien
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Bachelorarbeit gibt zunächst einen groben Überblick über die Waldbrände in Indonesien der vergangenen Jahre. Des Weiteren analysiert sie die Brände des Jahres 2015 hinsichtlich ihrer ökologischen und ökonomischen Folgen. Außerdem möchte ich die Relevanz El Niños zu diesen Waldbränden kritisch hinterfragen.

Elaeis guieensis, besser bekannt als Ölpalme, ist eine Nutzpflanze, welche ursprünglich in Westafrika beheimatet war und mit der niederländischen Ost-Indien-Kompanie 1848 Einzug in Asien fand. Bestmögliches Wachstum weist sie bei stabilen Temperaturen zwischen 24 und 32 Grad Celsius auf, nach etwa drei bis vier Jahren erreicht sie eine Höhe von zwei Metern und ist ab diesem Moment ertragreich. Sie wächst danach jährlich um circa 70 Zentimeter, und kann eine Höhe von über 10 Metern erreichen. Ökonomisch ertragreich bleibt sie zwischen 20 und 25 Jahren, maximal gewinnbringend ist sie zwischen sechs und zehn Jahren. In unserem alltäglichen Leben hat sie ihren Einzug gefunden, ohne dass es auf den ersten Blick gleich sichtbar wird: Shampoo, Lebensmittel, Kosmetika, Kraftstoff – die aus der Ölpalme gewonnenen Öle und Derivate finden sich ungefähr 50 Prozent unserer alltäglichen Konsumgüter.

Der durch die exponentiell wachsende Weltbevölkerung gestiegene Bedarf nach Rohstoffen, schließt auch die Nachfrage nach der Ölpalme mit ein. Malaysia und Indonesien sind die weltweit größten Palmöl Exporteure, wobei Indonesien im Jahr 2006 Malaysia überholt hat. Um die Konkurrenzfähigkeit Indonesiens bei der Produktion zu gewährleisten, werden ständig neue Palmöl-Monokulturen angebaut, zulasten des Regenwaldes. Das Inselarchipel gilt als eine "biologische Schatzkammer". Allein auf Borneo, beziehungsweise Kalimantan, wie der indonesische Teil der Insel genannt wird, leben unzählige endemische Tier- und Pflanzenarten, die gemeinsam mit der Abholzung des Regenwaldes Stück für Stück verschwinden. Seit den 1990er Jahren wurde eine Fläche gerodet, die etwa der Deutschlands entspricht. Bis zum Jahr 2016 entstanden in Indonesien auf 17 Millionen Hektar Palmöl-Monokulturen. Dies liegt vor allem daran, dass die Ölpalme bis zu zehn mal ertragreicher ist, als vergleichbare Nutzpflanzen wie Soja oder Raps. Die Abholzung des Regenwaldes und daneben die jährlichen Waldbrände in Indonesien führen zu einem Massensterben der Flora und Fauna. Jedes Jahr fallen den Flammen Millionen von Hektar Wald zum Opfer, sowie vom Aussterben bedrohte Tierarten wie der Orang-Utan.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Waldbrände Indonesiens

2.1. Waldbrände 2015

3. Die Ursachen der Waldbrände

3.1. Entwaldung und Brandrodung

3.1.1. Gesetzeslage

3.1.2. Problematik bei der Gesetzesdurchsetzung

3.2. Torfmoorgebiete

3.3.3. Hotspots

3.3.3.1. Astra International Group

4. Palmöl-Industrie

4.1. Wenige Konglomerate kontrollieren die Palmöl-Industrie

4.2. Kleinbauern

5. Politische Ökologie

5.1. „Patronage“: Verbindung zur Politik

5.2. Verbindung der Industrie zur lokalen Administration

5.3. Soziale Konfliktforschung

6. Globale Analyse

6.1. Die Europäische Union

6.2. Internationale Konzerne

6.3. Banken finanzieren die Regenwaldzerstörung

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen der verheerenden Waldbrände in Indonesien des Jahres 2015 und hinterfragt kritisch die Rolle der Palmöl-Industrie sowie deren Verflechtung mit politischen und globalen Akteuren. Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, inwieweit anthropogene Faktoren und Machtstrukturen maßgeblich für die Brandkatastrophen verantwortlich sind und welche Rolle dabei externe Finanzströme und regulatorische Versäumnisse spielen.

  • Analyse der ökologischen und ökonomischen Folgen der indonesischen Waldbrände von 2015.
  • Untersuchung der kausalen Zusammenhänge zwischen Torfmoorentwässerung, Brandrodung und Palmöl-Expansion.
  • Aufdeckung der Patronage-Strukturen zwischen der indonesischen Regierung und Palmöl-Konglomeraten.
  • Globale Analyse der Auswirkungen von europäischer Nachfrage und internationaler Bankenfinanzierung auf die Regenwaldzerstörung.

Auszug aus dem Buch

3.1.2. Problematik bei der Gesetzesdurchsetzung

Zwar ist die Verwendung von Feuer zur Entwaldung von der Gesetzeslage her – mit einer Ausnahme – verboten. Andererseits gibt es keine gesetzliche Grundlage, die es verbietet, auf Wäldern, die den Flammen zum Opfer fielen, Plantagen zu errichten. Dadurch ergibt sich ein gewisser Spielraum für Plantagen-Betreiber: schaffen sie es während des Waldbrandes gesetzlichem Belangen zu entgehen, können sich nicht rückwirkend belangt werden. Somit können sie legal eine Plantage errichten. Von VARKKEY durchgeführte Interviews mit lokalen Bewohnern bezeugen, dass die Palmöl-Unternehmer sich bezüglich der Brandstiftung verschiedene Methoden zu Nutze machen, um nicht der Brandlegung überführt zu werden: (1) Brände werden meist an Wochenenden oder während des Freitag-Gebets gelegt, was ihr Risiko signifikant verringert (2) es werden Gebiete von Kleinbauern in Brand gesetzt, damit zusätzlich zu ihrem auch das Gebiet der Palmöl-Besitzer in Brand gerät (3) auch werden Subunternehmer von den Palmöl-Unternehmen bezahlt, um Brandstiftung zu betreiben.

Neben diesen sind es manchmal auch lokale Dorfbewohner, die für die Brandstiftung bezahlt werden. Zum Teil ist es dann der Palmöl-Unternehmer selbst, der die Polizei ruft, um den Brandstifter verhaften zu lassen. Auf dieses heimtückische Kalkül erhält das Palmöl-Unternehmen legal neue, zur Kultivierung bereitstehende Konzessionen (VARKKEY 2013: 206).

Durch die Dezentralisierung, die der indonesische Staatsapparat durchläuft, entstehen Konflikte um Gesetze, die die Durchsetzung dieser erschwert und in mancher Hinsicht widerspricht (VARKKEY 2013: 207). Hier tritt die oben angeschnittene Einschränkung in Kraft: laut Artikel 69 des 32/2009 Environment Law ist es Kleinbauern nämlich erlaubt, bis zu zwei Hektar durch Feuer auf Kultivierung vorzubereiten (SIIA 2016: 12). Diese Verwirrung machen sich sowohl Palmöl-Unternehmer als auch dieser Branche nahestehende Politiker zu Nutze (VARKKEY 2013: 207), worauf ich im späteren Verlauf genauer eingehen werde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Ölpalmen-Monokulturen in Indonesien ein und umreißt die ökologischen Folgen sowie die Zielsetzung der Arbeit.

2. Waldbrände Indonesiens: Es wird dargelegt, dass Waldbrände ein natürlich auftretendes Phänomen sind, deren Intensität jedoch durch anthropogene Eingriffe und Klimaanomalien massiv verschärft wurde.

3. Die Ursachen der Waldbrände: Dieses Kapitel untersucht die Rolle von Entwaldung, Brandrodung und Torfmooren als Hauptursachen der Feuer, wobei besonders die Brandstiftung beleuchtet wird.

4. Palmöl-Industrie: Hier werden die Struktur der Palmöl-Industrie, die Macht weniger Konglomerate und die Rolle der Kleinbauern analysiert.

5. Politische Ökologie: Dieses Kapitel analysiert die Verflechtungen zwischen der politischen Elite, lokalen Verwaltungen und den Palmöl-Unternehmen sowie die sozialen Auswirkungen.

6. Globale Analyse: Die globale Perspektive zeigt auf, wie ausländische Konzerne, die EU und internationale Banken die Regenwaldzerstörung durch Nachfrage und Finanzierungen mitverursachen.

7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit von strikteren Kontrollen, Sanktionen und internationalem Druck zur Bewältigung der Katastrophe.

Schlüsselwörter

Indonesien, Waldbrände, Palmöl, Regenwaldzerstörung, Brandrodung, Torfmoore, Politische Ökologie, Patronage, Nachhaltigkeit, Umweltkatastrophe, Entwaldung, Klimawandel, Kleinbauern, Landrechte, Biokraftstoff

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Bachelor-Arbeit befasst sich mit den jährlichen Waldbrandkatastrophen in Indonesien und deren direkter Verbindung zum industriellen Anbau von Ölpalmen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentral sind die ökologischen Auswirkungen der Palmöl-Industrie, die korrupten Verflechtungen zwischen Politik und Wirtschaft sowie die Rolle internationaler Akteure bei der Regenwaldzerstörung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, nachzuweisen, dass die Waldbrände in Indonesien primär durch menschliches Handeln (Brandstiftung) im Zuge der Palmöl-Expansion verursacht werden und nicht allein auf natürliche Dürreperioden zurückzuführen sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Kombination aus qualitativer Analyse politischer und wirtschaftlicher Zusammenhänge sowie eine quantitative Datenerhebung mittels Auswertung von Satellitenbildern der Brand-Hotspots.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Ursachen der Brände, die Struktur der Palmöl-Industrie, die politische Patronage, soziale Konflikte um Landrechte und die finanzielle Beteiligung globaler Institutionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Palmöl, Waldbrände in Indonesien, Brandrodung, politische Ökologie, Torfmoorzerstörung und die Rolle von Konzernen sowie der Politik.

Wie wirken sich Torfmoore auf die Brandintensität aus?

Torfmoore sind bei natürlichem Wasserstand feuerresistent, doch durch Entwässerung für Plantagen extrem leicht entzündlich, wodurch Brände über Monate unterirdisch schwelen und massiv Feinstaub sowie Treibhausgase freisetzen.

Welche Rolle spielt die Politik bei der Strafverfolgung von Brandstiftungen?

Aufgrund korrupter Patronage-Netzwerke zwischen der lokalen Administration und der Palmöl-Industrie werden Verstöße gegen Umweltauflagen kaum sanktioniert, was ein Strafverfolgungsvakuum schafft.

Ende der Leseprobe aus 43 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Waldbrände in Indonesien 2015. Zusammenhang mit der Palmöl-Industrie
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Note
1,7
Autor
Dominik Meyers (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
43
Katalognummer
V583711
ISBN (eBook)
9783346188557
ISBN (Buch)
9783346188564
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Politische Ökologie Waldbrände Indonesien Palmöl 2017 Konfliktforschung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dominik Meyers (Autor:in), 2017, Waldbrände in Indonesien 2015. Zusammenhang mit der Palmöl-Industrie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/583711
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  43  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum