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Japans Expansionskurs in China und die Aufarbeitung

Titel: Japans Expansionskurs in China und die Aufarbeitung

Hausarbeit , 2016 , 19 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Dominik Meyers (Autor:in)

Asienkunde, Asienwissenschaften
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit wird den Versuch unternehmen, die politische Ausgangslage Japans ab der Mitte des 19. Jahrhunderts zu charakterisieren und die Entwicklung bis zum Zweiten Sino-Japanischen Krieg darzustellen. Sie wird sich auf den Verlauf des Zweiten Weltkriegs auf dem Schauplatz China und die verübten Kriegsverbrechen fokussieren, da es anderweitig den Rahmen dieser Hausarbeit sprengen würde. Im weiteren Verlauf soll die so häufig angeprangerte, absente Kriegsaufarbeitung durch die japanische Regierung und Bevölkerung untersucht werden. Zum Schluss wird erörtert, ob sich Japan, hinsichtlich seiner Taten und der aus dem Zweiten Weltkrieg resultierenden bedingungslosen Kapitulation, selbst als Täter oder in der Opferrolle sieht.

Mit dem Zweiten Weltkrieg assoziiert man in Europa meist die aggressive Expansion Nazideutschlands und Millionen von Kriegsopfern, gepaart mit einem Genozid an der jüdischen Bevölkerung in ganz Europa. In Vergessenheit gerät dabei zumeist der pazifische Kriegsschauplatz, welcher nicht weniger blutig verlief.

Die heutige politische Debatte in Fernost wird häufig von Streitigkeiten um Inseln im Südchinesischen Meer dominiert. Unausweichlich scheinen dabei Kontroversen zwischen den beiden Antipoden China und Japan zu sein. Regelmäßig fallen dabei Vokabeln wie Yasukuni-Schrein oder dass Japan sich von seinem ideologischen Faschismus leiten ließ. Ebenfalls der Vorwurf von begangenen Kriegsverbrechen der kaiserlichen Armee an verschiedenen Ethnien wird von China erhoben. Literarische Werke in Japan, die sich mit verübten Kriegsgräueltaten seitens der japanischen kaiserlichen Armee auseinandersetzen, sind selten zu finden. Im Gegenteil herrscht die Ansicht vor, dass dies Teil des Kolonialismus sei und vieles, das geschehen sei, lediglich dazu gehöre.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschichtlicher Hintergrund

2.1. Militär übernimmt Kontrolle

2.2. Japans wachsender Nationalismus

3. Zwischenfall an der Marco-Polo-Brücke

3.1. Der „China Zwischenfall“

4. Nanjing-Massaker

4.1. Trostfrauen

4.2. Einheit 731

5. Kapitulation und Aufarbeitung

5.1. Yasukuni-Schrein

5.2. Schulbuch Skandal

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die politische Entwicklung Japans ab der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Zweiten Sino-Japanischen Krieg, mit einem besonderen Fokus auf die Expansionspolitik und die bis heute mangelhafte Aufarbeitung der begangenen Kriegsverbrechen durch die japanische Regierung und Gesellschaft.

  • Historische Genese des japanischen Nationalismus und Militarismus
  • Eskalationsmechanismen des Zweiten Sino-Japanischen Krieges
  • Dokumentation japanischer Kriegsverbrechen wie das Nanjing-Massaker und Einheit 731
  • Analyse der nationalen Erinnerungskultur und politischer Instrumentalisierung
  • Kritische Betrachtung der unzureichenden historischen Aufarbeitung in Schulbüchern und Gedenkstätten

Auszug aus dem Buch

4. Nanjing-Massaker

Es dauert einen weiteren Monat bis die Japaner auch die 300 Kilometer entfernte, damalige chinesische Hauptstadt Nanjing, eroberten. Die Japaner gingen in Nanjing mit einer bis dahin nicht gesehenen Brutalität gegen die chinesische Bevölkerung vor, was für einen internationalen Aufschrei sorgte, und später als „Große Nanjing-Massaker“ in die Geschichte eingehen sollte (ZÖLLNER 2009 : 367).

Das Massaker von Nanjing versinnbildlicht die Grausamkeit, mit der die japanischen Besatzer gegen die Chinesen, insbesondere den chinesischen Zivilisten vorging. Unter Oberkommandant Generel Matsui Iwane beschloss man, obwohl weder militärische Pläne ausgearbeitet, noch die geheimen Friedensverhandlungen unter dem deutschen Botschafter Oskar Trautman abgeschlossen waren, Nanjing zu besetzen. Da das militärische Oberkommando in Tōkyō der Auffassung war, Nanjing könne erst Anfang des Jahres 1938 erobert werden, bezog man es auch nicht in etwaige Verhandlungssoptionen mit China ein. Gleichzeitig entschied die chinesische Regierung, dass Nanjing solang wie möglich gehalten werden müsse, um ein „heroisches Opfer“ zu bringen – rückblickend ein fataler, strategischer Fehler (KUHN 1999 : 87).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des japanischen Expansionskurses und die mangelhafte historische Aufarbeitung der Kriegsvergangenheit ein.

2. Geschichtlicher Hintergrund: Das Kapitel beleuchtet die Öffnung Japans, die Meiji-Restauration und das Erstarken des Nationalismus unter dem Einfluss des Militärs.

3. Zwischenfall an der Marco-Polo-Brücke: Es wird die Entstehung des Konflikts an der Marco-Polo-Brücke und die darauf folgende Ausweitung zum Zweiten Sino-Japanischen Krieg detailliert beschrieben.

4. Nanjing-Massaker: Dieses Kapitel dokumentiert die Gräueltaten während der Einnahme Nanjings sowie die systematischen Verbrechen an Zivilisten und Kriegsgefangenen.

5. Kapitulation und Aufarbeitung: Die Analyse konzentriert sich auf die Nachkriegszeit, die Rolle der Yasukuni-Schreine und die Kontroversen um geschichtspolitische Narrative in Schulbüchern.

6. Fazit: Das Fazit zieht eine Bilanz der historischen Entwicklung und diskutiert die anhaltenden Schwierigkeiten in der bilateralen Erinnerungskultur zwischen Japan und China.

Schlüsselwörter

Japan, China, Expansionspolitik, Nanjing-Massaker, Militarismus, Nationalismus, Trostfrauen, Einheit 731, Kriegsverbrechen, Aufarbeitung, Yasukuni-Schrein, Schulbuch Skandal, Zweiter Sino-Japanischer Krieg, Erinnerungskultur, Meiji-Restauration

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert den aggressiven Expansionskurs Japans in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und die daraus resultierenden Gräueltaten, sowie die Probleme der heutigen politischen Aufarbeitung dieser Ereignisse.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentral sind der japanische Militarismus, der Zweite Sino-Japanische Krieg, Kriegsverbrechen (Nanjing, Einheit 731) und die heutige geschichtspolitische Auseinandersetzung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen den historischen Fakten der Kriegsverbrechen und dem offiziellen japanischen Umgang damit aufzuzeigen.

Welche methodische Herangehensweise wird genutzt?

Es handelt sich um eine historische Analyse auf Basis wissenschaftlicher Literatur, die den zeitlichen Verlauf und die gesellschaftlichen Folgen der japanischen Außenpolitik nachzeichnet.

Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in die militärische Eskalation (Marco-Polo-Brücke), die Dokumentation der Massaker und die Analyse der nachkriegszeitlichen Gedenk- und Bildungspolitik.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Schlüsselbegriffe sind Militarismus, Kriegsverbrechen, Aufarbeitung, Expansionspolitik und sino-japanische Beziehungen.

Welche Rolle spielt der Yasukuni-Schrein für die Argumentation?

Der Schrein dient als Fallbeispiel für die problematische Verehrung von Akteuren der Kriegszeit und die damit verbundene Reibungsfläche in den Beziehungen zu China und Korea.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Schulbücher in Japan?

Die Arbeit kritisiert Schulbücher als Instrument, das Kriegsverbrechen verharmlost oder ausblendet, um ein geschöntes nationales Selbstbild zu fördern.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Japans Expansionskurs in China und die Aufarbeitung
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Note
2,3
Autor
Dominik Meyers (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
19
Katalognummer
V583715
ISBN (eBook)
9783346164926
ISBN (Buch)
9783346164933
Sprache
Deutsch
Schlagworte
aufarbeitung china expansionskurs japans
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dominik Meyers (Autor:in), 2016, Japans Expansionskurs in China und die Aufarbeitung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/583715
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Leseprobe aus  19  Seiten
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