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Das Protektorat Oliver Cromwells. Eine Militärdiktatur?

Title: Das Protektorat Oliver Cromwells. Eine Militärdiktatur?

Term Paper , 2014 , 12 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Vanessa Kühner (Author)

History - Miscellaneous
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Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Protektorat Oliver Cromwells. Wie die Protektoratsherrschaft mit innerstaatlichen Konflikten umging und vor allem welche Rolle diesbezüglich die Armee einnahm, wird Gegenstand dieses Essays sein. Dabei wird durch eine genaue Analyse des Protektorats untersucht, inwiefern das Cromwellian Protectorate eine Militärdiktatur darstellte. Um eine adäquate und ausführliche Ausarbeitung des Themas zu garantieren, gliedert sich der Hauptteil der Arbeit in einer kurz gehaltenen Charakterisierung einer Militärdiktatur und in die Analyse des Protektorats, wobei sich dieser Abschnitt des Essays nochmals in Faktoren, die für bzw. gegen eine Militärdiktatur sprechen, aufteilt. Der analytische Teil der Arbeit basiert im Allgemeinen auf den wissenschaftlichen Werken von Jeffrey Collins, Austin Woolrych, George Drake und Jason Peacey und bezieht sich ausschließlich auf das geografische Terrain Englands und Wales, da Schottland und Irland bezüglich der Fragestellung einen Sonderfall darstellten.

Nach der Entlassung des Rumpfparlaments im Jahre 1653 und der Auflösung des daraufhin eingesetzten Barebone’s Parliament, welches nur äußerst kurze Zeit agierte, übernahm Oliver Cromwell im Dezember desselben Jahres das Amt des Lord Protectors. Mit der Einführung der Protektoratsherrschaft wurde das Prinzip der gemischten Monarchie wieder aufgenommen, wobei die Staatssouveränität dem Lord Protector sowie dem Parlament oblag. Dass diese vorgenommene Teilung der staatlichen Herrschaftsmacht und der Entscheidungsgewalt sich jedoch eher im Bereich der Theorie ansiedelte, war in dem sogenannten Instrument of Government begründet. Durch dieses Dokument, welches das Protektorat etablierte und somit dessen Verfassungsgrundlage darstellte, wurde Cromwell de facto eine enorme Fülle an Macht zugesprochen, die sich ebenfalls auf den gesetzgeberischen Bereich ausdehnte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition und Charakteristika einer Militärdiktatur

3. Analyse des Cromwellian Protectorate

3.1 Faktoren, die für eine Militärdiktatur sprechen

3.2 Faktoren, die gegen eine Militärdiktatur sprechen

4. Schlussbetrachtung

5. Quellen- und Literaturverzeichnis

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die politische Herrschaftsform des Cromwellian Protectorate im England des 17. Jahrhunderts. Ziel ist es, auf Basis einer historischen Analyse zu erörtern, ob die Regierung unter Oliver Cromwell als Militärdiktatur klassifiziert werden kann oder ob konstitutionelle und ideologische Faktoren gegen eine solche Einordnung sprechen.

  • Charakterisierung allgemeiner Merkmale einer Militärdiktatur
  • Analyse der Rolle der Armee und der Major-Generals
  • Untersuchung des "Instrument of Government" als Verfassungsgrundlage
  • Bedeutung der puritanischen Ideologie und der "doctrine of providence"
  • Evaluation von Repression, Pressezensur und staatlicher Kontrolle

Auszug aus dem Buch

3.1 Faktoren, die für eine Militärdiktatur sprechen

Bei der Untersuchung des Cromwellian Protectorate hinsichtlich der Faktoren, die für eine Militärdiktatur sprechen, lohnt sich zunächst eine genauere Betrachtung der 1654 vollzogenen Kirchenreform, welche eine der ersten Taten Cromwells in seinem Amt als Lord Protector darstellte und 4 Komponenten beinhaltete. Neben der Glaubensfreiheit und der Wahrung der Gemeinde sowie der Kirchensteuer, wurden zwei administrative Corpora installiert: Die Triers, welche ein zentrales Komitee darstellten, das adäquates Kirchenpersonal finden und ernennen sollte und die sogenannten Ejectors. Diese landesweiten, an verschiedenen Lokalitäten stationierten Komitees hatten die Aufgabe, skandalträchtige und ineffiziente Amtsinhaber im Kirchensektor aufzuspüren. Obwohl das Komitee der Ejectors ausschließlich aus Laien bestand, lag es in dessen Gewalt, Angestellte der Kirche beispielsweise aufgrund des Gebrauchs des Prayer Book und/oder des Schreibens, Lehrens sowie der Verbreitung jeglicher Unzufriedenheit gegenüber der amtierenden Regierung, zu entlassen.

Dadurch, dass die Ejectors durch ihre Entscheidungen den personellen Bereich des Kirchensektors kontrollieren und somit enorm prägen konnten, wurde die Cromwellian Church auch als ein System der Überwachung wahrgenommen. Diese Form der Kontrolle entsprach besonders Cromwells persönlichem Interesse, da sowohl die Überwachung des Geschehens im Kirchensektor, als auch die Entlastung seiner eigenen Kompetenzbereiche mit Hilfe der Ejectors gewährleistet wurde. Jedoch muss konstatiert werden, dass dies einen profunden Eingriff der staatlichen Macht in die spirituelle Atmosphäre des Kollektivs sowie des Individuums darstellte. Ein weiterer Faktor, der für eine Militärdiktatur spricht, lag in Cromwells Ideologie begründet. Der Lord Protector sah sich selbst als ein besonderes Instrument Gottes an und der stetige Erfolg seiner militärischen Aktionen schien diesen Glauben in eine Tatsache zu transferieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die historische Ausgangslage nach der Auflösung des Rumpfparlaments ein und umreißt die Fragestellung des Essays bezüglich des Protektorats.

2. Definition und Charakteristika einer Militärdiktatur: Es werden die theoretischen Grundlagen erarbeitet, die eine Militärdiktatur definieren, um diese als Maßstab für die spätere Analyse zu verwenden.

3. Analyse des Cromwellian Protectorate: Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Prüfung der Argumente, die sowohl für als auch gegen die Klassifizierung als Militärdiktatur sprechen.

3.1 Faktoren, die für eine Militärdiktatur sprechen: Hier werden Kontrollmechanismen wie die Kirchenreform, die Rolle der Armee und die Herrschaft der Major-Generals kritisch beleuchtet.

3.2 Faktoren, die gegen eine Militärdiktatur sprechen: Dieser Abschnitt untersucht konstitutionelle Schranken, Cromwells Ablehnung von Ideologie-Konformismus und die zeitliche Begrenzung der militärischen Interventionen.

4. Schlussbetrachtung: Die Arbeit resümiert, dass das Protektorat trotz ausgeprägter Machtinstrumente keine totalitäre Militärdiktatur darstellte.

5. Quellen- und Literaturverzeichnis: Hier werden die verwendeten historischen Primär- und Sekundärquellen dokumentiert.

Schlüsselwörter

Oliver Cromwell, Protektorat, Militärdiktatur, England, 17. Jahrhundert, Instrument of Government, Major-Generals, Puritanismus, Religionsfreiheit, John Thurloe, Kirchenreform, Ideologie, politische Geschichte, Commonwealth.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Regierungszeit von Oliver Cromwell (das Protektorat) und prüft, ob diese Herrschaftsform historisch als Militärdiktatur einzustufen ist.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Schwerpunkten zählen die Verfassungsstruktur unter dem Instrument of Government, der Einfluss der Armee, die Rolle der Religion und die Methoden der staatlichen Überwachung und Pressezensur.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist eine fundierte wissenschaftliche Einordnung des Protektorats, indem Faktoren, die für eine Diktatur sprechen, gegen solche abgewogen werden, die eine konstitutionelle Regierungsweise stützen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf Fachliteratur renommierter Historiker basiert und die politischen Ereignisse der 1650er Jahre in England und Wales bewertet.

Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung repressiver Elemente (wie die Major-Generals) und entlastender Faktoren (wie die verfassungsrechtliche Einbindung des Lord Protectors).

Welche Schlüsselwörter sind für die Arbeit charakteristisch?

Zentrale Begriffe sind neben Cromwell und Protektorat vor allem die Major-Generals, das Instrument of Government, der Puritanismus und die religiöse Toleranz.

Welche Bedeutung hatten die "Ejectors" für das System?

Die Ejectors fungierten als Überwachungsorgan im Kirchensektor, das durch die Kontrolle des Personals maßgeblich zur Stabilisierung des Regimes beitrug.

Warum wird in der Schlussbetrachtung gegen den Begriff "totalitäre Militärdiktatur" argumentiert?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die konstitutionellen Bindungen, das Fehlen einer andauernden militärischen Expansion und Cromwells Streben nach religiöser Freiheit einer totalitären Einstufung entgegenstehen.

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Details

Title
Das Protektorat Oliver Cromwells. Eine Militärdiktatur?
College
University of Trier
Grade
1,3
Author
Vanessa Kühner (Author)
Publication Year
2014
Pages
12
Catalog Number
V583785
ISBN (eBook)
9783346165275
ISBN (Book)
9783346165282
Language
German
Tags
England im 17. Jahrhundert Neuere Geschichte Oliver Cromwell Militärdiktatur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Vanessa Kühner (Author), 2014, Das Protektorat Oliver Cromwells. Eine Militärdiktatur?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/583785
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