Pädagogik, Qualität und Kompetenz. Definition in Wörterbüchern und begriffliche Verknüpfung im sozial- und verhaltenswissenschaftlichen Verständnis


Hausarbeit, 2005

27 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG

2. DEFINITIONEN
2.1. Die Definition: Ein Überblick
2.2. Definition der Begriffe: Pädagogik, Kompetenz und Qualität
2.2.1. Pädagogik
2.2.2. Kompetenz
2.2.3. Qualität
2.3. Strukturelle Analyse der Definitionen der Begriffe: Pädagogik, Kompetenz und Qualität
2.3.1. Pädagogik
2.3.2. Kompetenz
2.3.3. Qualität

3. VERKNÜPFUNG DER BEGRIFFE
3.1. Kompetenz und Pädagogik
3.2. Qualität und Pädagogik
3.3. Qualität und Kompetenz

4. ZUSAMMENFASSUNG

LITERATURVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG

Die hier zu betrachtenden Begriffe – Pädagogik, Kompetenz und Qualität – verbindet auf den ersten Blick ein besonders augenscheinlicher Fakt: es fällt sehr schwer ihnen eine lexikalische Bedeutung zuzuweisen. Oder etwas bildhafter gesprochen: das mentale Lexikon hält spontan keine eindeutigen Repräsentationen der Begriffe bereit. Diesbezügliche stellt sich die Frage: Was bezeichnen nun eigentlich diese Termini? Und ferner: Bestehen zwischen ihnen inhaltliche Verknüpfungen?

Die Aufgabe der folgenden Ausarbeitung soll sein, die genannten Begriffe genauer zu beleuchten. Dafür werden hauptsächlich ausgewählte Wörterbuchdefinitionen betrachtet. Des weiteren werden einige Texte zu diesen Begriffen aus dem sozial- und verhaltens-wissenschaftlichen Bereich herangezogen. Es gilt dabei – hinsichtlich der Wörterbucheinträge – mögliche Unterschiede in den Herangehensweisen der jeweiligen Ausgaben zu analysieren und – hinsichtlich der spezifischen Texte – inhaltliche Verknüpfungen unter den Begriffen herauszustellen.

2. DEFINITIONEN

2.1 Die Definition: Ein Überblick

Eine Definition (von lat.: de = ab, weg + finis = Grenze, Definitio = Abgrenzung) ist die genaue Bestimmung eines Begriffes durch die Beschreibung und bzw. oder die Erklärung seines Inhalts[1]. Anhand einer Definition wird der Gültigkeitsbereich eines Begriffes festgelegt. Des weiteren ist es üblich, dass die Etymologie bzw. die historische Entwicklung des Begriffes enthalten ist.

Es gibt zwei Formen von Definitionen: die Nominaldefinition und die Realdefinition. Die erstere bezieht sich ausschließlich auf die Worterklärung und Etymologie, d.h. etwa die lexikalische Bedeutung. Letztere umfasst ganze Sachverhalte und stellt eine Zusammen-fassung von Erkenntnissen dar. Sie kann als vorläufiger Abschluss eines Erkenntnisprozesses aufgefasst werden. Eine Realdefinition ist nur so lange gültig, bis neue Erkenntnisse eine Überarbeitung dieser erfordern.

Weitere Einflussfaktoren für die Wandelbarkeit der Bedeutung eines Begriffes sind kulturelle, weltanschauliche oder wissenschaftliche Anschauungen sowie seine Entwicklung im Sprachgebrauch der Gesellschaft.

In der Wissenschaft ist es wichtig, dass Begriffe eine genaue Beschreibung erhalten und damit einen feststehenden Gültigkeitsbereich (z.B. ein bestimmter Wissenschaftszweig) zugewiesen bekommen. Anders formuliert heißt das: Um den Kriterien der Wissenschaftlichkeit zu genü-gen, muss Einvernehmen über die Bedeutung verwendeter Begriffen bestehen. Nur so kann ein Forschungsprozess, in dem Hypothesen und Theorien aufgestellt oder Modelle konstruiert werden, von verschiedenen Personen nachvollzogen und diskutiert werden.

Es ist jedoch anzumerken, dass nicht jede wissenschaftliche Definition auch nützlich und sinnvoll ist (die inhaltliche Richtigkeit gänzlich außer Acht gelassen). Bereits Aristoteles hat diesbezüglich Definitionsregeln erstellt, welche zumindest die formale Brauchbarkeit einer Definition absichern sollten[2]. Sie enthalten folgende Punkte:

1. Ein Begriff wird durch seine nächste Gattung und den Artunterschied definiert (Praecisio definitionis[3]),
2. Der Artunterschied muss ein Merkmal oder eine Gruppe von Merkmalen sein, die nur dem vorliegenden Begriff zukommen und bei anderen Begriffen fehlen, die zur selben Gattung gehören,
3. Eine Definition muss angemessen sein, d.h. weder zu weit noch zu eng gefasst sein,
4. Eine Definition darf keinen Zirkelschluss[4]enthalten,
5. Eine Definition darf keine logischen Widersprüche enthalten,
6. Eine Definition darf nicht nur negativ bestimmt sein,
7. Eine Definition darf keine Mehrdeutigkeiten enthalten.

Für eine wissenschaftliche Definition werden daraus folgende Kriterien abgeleitet:

1. eine möglichst geringe Anzahl an unterschiedlichen Interpretationsmöglichkeiten
2. eine einfache Formulierung
3. scharfe Grenzen zu anderen Begriffen
4. ausschließliche Verwendung von Begriffen, die bereits als Allgemeinbegriff eindeutig oder in der jeweiligen Wissenschaft definiert sind
5. möglichst keine Ausnahmeregelungen

Es ist klar, dass sich Wörterbuch- und Lexikoneinträge je nach Zweck und Thema unter-scheiden. Es gibt beispielsweise allgemeine Nachschlagewerke, die fast ausschließlich Nomi-naldefinitionen anbieten. Spezialisiertere Nachschlagewerke beschäftigen sich mit einem bestimmten Wissenschaftszweig, Fachbereich oder gar einem bestimmten Thema und beinhalten auch nur diesbezüglich relevante Begriffe. In diesen Lexika werden meist Realdefinitionen angeboten – sind demnach umfangreicher und informativer angelegt. Dennoch ist es auch bei dieser Form von Definition sinnvoll, sich an den hier genannten Kriterien zu orientieren, da durch sie eine zweckmäßige Erfassung eines Begriffes gewährleistet werden kann.

2.2 Definition der Begriffe „Pädagogik“, „Kompetenz“ und „Qualität“

Die nachfolgend betrachteten Definitionen sind deutschen Wörterbüchern und Lexika ent-nommen. Der Blick ist dabei auf allgemeine Nachschlagewerke zum deutschen Wortschatz und auf spezialisierte Nachschlagewerke für Fachbegriffe der Sozial- und Verhaltenswissen-schaften gerichtet.

Die Auflistung beginnt mit den allgemeinen Darstellungen aus dem Wahrig Fremdwörter-lexikon (2004) und der Brockhaus Enzyklopädie (1996). Ein erster Grad an Spezialisierung in Richtung der Sozial- und Verhaltenswissenschaften erfolgt durch die Darstellung der Defini-tionen aus dem Dorsch „Psychologisches Wörterbuch“ (1998) und dem „Kleinen Pädagogischen Wörterbuch“ (2000). Eine weitere Spezialisierung in einzelne Fachbereiche ist durch das „Wörterbuch für Erziehung und Unterricht“ (2002), das „Didaktische Wörterbuch“ (2001) und das „Fachlexikon der Sozialen Arbeit“ (2002) gegeben.

2.2.1 Pädagogik

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


[1]vgl. Kondakow, N. (1983)

[2]vgl. Analytica Posteriora, Organon (zit. nach Kondakow 1983, S. 81)

[3]„Das Prädikat jeder Definition muss den zu bestimmenden Gegenstand genügend genau charakterisieren, d.h., es wird gefordert, dass es unbedingt seine nächste Gattung und das Artmerkmal bezeichnet, das den zu definierenden Begriff von allen übrigen subalternen Begriffen unterscheidet, die in die jeweilige nächste Gattung eingehen.“ (Kondakow, N. (1983))

[4]Ein Zirkelschluss, auch Zirkelbeweis oder Circulus vitiosus, ist der Versuch, eine Aussage zu beweisen, indem die Aussage selbst als Voraussetzung verwandt wird; dass also eine These aus Argumenten abgeleitet wird und diese Argumente ihrerseits aus der selben These geschlussfolgert werden. (ebd.)

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Details

Titel
Pädagogik, Qualität und Kompetenz. Definition in Wörterbüchern und begriffliche Verknüpfung im sozial- und verhaltenswissenschaftlichen Verständnis
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Erziehungswissenschaft)
Note
1,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
27
Katalognummer
V58391
ISBN (eBook)
9783638526005
Dateigröße
580 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Darstellung, Begriffe, Pädagogik, Qualität, Kompetenz, Wörterbüchern, Verknüpfung, Verständnis
Arbeit zitieren
Astrid Schäfer (Autor), 2005, Pädagogik, Qualität und Kompetenz. Definition in Wörterbüchern und begriffliche Verknüpfung im sozial- und verhaltenswissenschaftlichen Verständnis, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58391

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