Ziel dieser Arbeit ist es, züchterische Möglichkeiten zur Reduktion von Erbfehlern in der Schweinezucht aufzuzeigen. In Kooperation mit der Genossenschaft zur Förderung der Schweinehaltung e.G. (GFS) soll auf das Erbfehlermonitoring verschiedener Schweinezuchtorganisationen eingegangen werden. Dabei soll die genomische Selektion als möglicher Einsatz in Zuchtprogrammen bewertet werden.
Es wird in einer kurzen Charakterisierung auf die wirtschaftlich bedeutendsten Erbfehler beim Schwein eingegangen, um im Literaturteil das Erbfehlermonitoring der verschiedenen Schweinezuchtorganisationen charakterisieren zu können. Im Anschluss an die Diskussion soll auf die Verantwortung von Züchter, Landwirt und Verband hingewiesen werden.
Das Hauptziel der ferkelerzeugenden Betriebe liegt in einer hohen Anzahl an abgesetzten Ferkeln pro Sau und Jahr. Einfluss nimmt neben der Zahl an lebend geborenen Ferkeln die Höhe der Ferkelverluste. Diese sind abhängig von endogenen und exogenen Faktoren, die im Rahmen der Möglichkeiten begrenzt werden können. Ein Teil der Ferkelverluste sind auf genetisch bedingte Anomalien zurückzuführen.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Wirtschaftlich bedeutsame Erbfehler
- 2.1 Afterlosigkeit (Atresia ani)
- 2.2 Zwitter (Hermaphroditismus)
- 2.3 Brüche (Hernien)
- 2.4 Grätscher (kongenitale myofibrilläre Hypoplasie)
- 2.6 Binnenhodigkeit (Kryptorchismus)
- 2.7 Sonstige Missbildungen
- 3. Analysen zur Erbfehlererfassung
- 3.1 Phänotypische Selektion
- 3.2 Polygene Zuchtwertschätzung
- 3.2.1 Markerunterstützte Selektion (Marker Assisted Selection)
- 3.2.2 Genomische Selektion
- 3.3 Stand molekulargenetischer Untersuchungen
- 4. Erbfehlerermittlung der Genossenschaft zur Förderung der Schweinehaltung eG.
- 4.1 Erbfehlerzuchtwert
- 5. Erbfehlerermittlung anderer Zuchtunternehmen
- 5.1 Bundes Hybrid Zucht Programm
- 5.2 Pig Improvement Company Deutschland GmbH
- 5.3 DanAvl
- 5.4 Topigs-SNW GmbH
- 5.5 German Genetics
- 6. Diskussion
- 6.1 Bisherige Ansätze zur Erfassung und Auswertung von Erbfehlern
- 6.2 Neuere Ansätze zur Erfassung und Auswertung von Erbfehlern
- 7. Fazit
- 8. Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Bachelorarbeit untersucht züchterische Möglichkeiten zur Reduktion von Erbfehlern in der Schweinezucht. Sie analysiert die Erbfehlererfassung und -auswertung an der Besamungsstation der Genossenschaft zur Förderung der Schweinehaltung (GFS) und setzt diese in Bezug zu anderen Zuchtunternehmen.
- Analyse der wirtschaftlichen Bedeutung von Erbfehlern in der Schweinezucht
- Bewertung verschiedener Ansätze zur Erbfehlererfassung und -auswertung
- Untersuchung der Möglichkeiten zur Reduktion von Erbfehlern durch züchterische Maßnahmen
- Vergleich der Erbfehlerermittlung der GFS mit anderen Zuchtunternehmen
- Diskussion der aktuellen Herausforderungen und zukünftigen Entwicklungen im Bereich der Erbfehlerreduktion
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Einleitung, die die Bedeutung von Erbfehlern in der Schweinezucht beleuchtet und den Fokus auf die Züchtung zur Reduktion dieser Fehler legt. Anschließend werden in Kapitel 2 wichtige, wirtschaftlich bedeutsame Erbfehler wie Afterlosigkeit, Zwitter und Brüche detailliert beschrieben. Kapitel 3 widmet sich verschiedenen Analyseverfahren zur Erbfehlererfassung, darunter phänotypische Selektion, polygene Zuchtwertschätzung und genomische Selektion. In Kapitel 4 wird die Erbfehlerermittlung der Genossenschaft zur Förderung der Schweinehaltung (GFS) im Detail dargestellt, wobei der Fokus auf dem Erbfehlerzuchtwert liegt. Kapitel 5 befasst sich mit der Erbfehlerermittlung anderer Zuchtunternehmen, einschließlich des Bundes Hybrid Zucht Programms, der Pig Improvement Company Deutschland GmbH, DanAvl, Topigs-SNW GmbH und German Genetics.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit zentralen Themen wie Erbfehlererfassung, Zuchtwertschätzung, genomische Selektion und züchterische Möglichkeiten zur Reduktion von Erbfehlern in der Schweinezucht. Weitere wichtige Schlüsselbegriffe sind: Phänotypische Selektion, Markerunterstützte Selektion, Erbfehlerzuchtwert, Anomalien, genetische Varianz, Zuchtprogramme und Besamungsstation.
Häufig gestellte Fragen
Was sind die wirtschaftlich bedeutendsten Erbfehler beim Schwein?
Dazu gehören Afterlosigkeit (Atresia ani), Zwitterbildung, Brüche (Hernien), Grätscher und Binnenhodigkeit (Kryptorchismus).
Was ist das Ziel des Erbfehlermonitorings?
Ziel ist es, genetisch bedingte Anomalien frühzeitig zu erfassen, um Ferkelverluste zu reduzieren und die Wirtschaftlichkeit der Zucht zu erhöhen.
Wie funktioniert die genomische Selektion in der Schweinezucht?
Sie nutzt molekulargenetische Informationen, um den Zuchtwert von Tieren bereits frühzeitig und präzise vorherzusagen, auch für Merkmale wie Erbfehler.
Welche Rolle spielt die Genossenschaft zur Förderung der Schweinehaltung (GFS)?
Die GFS führt ein systematisches Erbfehlermonitoring durch und berechnet spezielle Erbfehlerzuchtwerte für ihre Besamungseber.
Was ist der Unterschied zwischen phänotypischer und markerunterstützter Selektion?
Phänotypische Selektion geht nach dem äußeren Erscheinungsbild; markerunterstützte Selektion nutzt DNA-Marker, um versteckte Erbanlagen zu identifizieren.
Wer trägt die Verantwortung für die Reduktion von Erbfehlern?
Es ist eine gemeinsame Aufgabe von Züchtern, Landwirten und Zuchtverbänden, Daten konsequent zu melden und in Zuchtentscheidungen einzubeziehen.
- Arbeit zitieren
- Henrike Meyer (Autor:in), 2018, Reduktion von Erbfehlern in der Schweinezucht. Erbfehlererfassung und -auswertung der Besamungsstation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/583975