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Erziehung zur Kritikfähigkeit? Über Aufgabe und Ziel der Erziehung bei Kant und Adorno

Title: Erziehung zur Kritikfähigkeit? Über Aufgabe und Ziel der Erziehung bei Kant und Adorno

Seminar Paper , 2004 , 12 Pages , Grade: Gut

Autor:in: Ines Jachomowski (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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Diese Arbeit behandelt ein bestimmtes philosophisches Problem der Erziehungswissenschaft, nämlich welche(s) Aufgabe bzw. Ziel Erziehung in unserer Gesellschaft überhaupt zu verfolgen hat. Zunächst werden zur Auseinandersetzung mit dieser Frage die Vorlesungen zur Pädagogik von Immanuel Kant herangezogen, um die Bedeutung und die Ziele der Erziehung in unserer modernen demokratischen Gesellschaft aus ihrer aufklärerischen und humanistischen Tradition heraus zu erklären. Die Grundlagen und Notwendigkeiten der heutigen Erziehung begründen sich in dieser philosophischen Tradition, die die Grundbedingungen unserer Gesellschaft und damit auch die der Erziehung überhaupt erst gelegt hat. Doch welches Ziel soll die Erziehung überhaupt verfolgen? In einer demokratischen Gesellschaft stellt das höchste eines jeden Erziehungsziels die Erziehung zur Kritikfähigkeit bzw. zur Mündigkeit dar, denn dieses ist die Grundbedingung der Demokratie überhaupt: „Der öffentliche, demokratische Diskurs hängt entscheidend davon ab, ob eine Gesellschaft und die Einzelnen in ihr gewillt und fähig sind, sich im Leben durch Selbstdenken statt durch autoritäre Vorgaben zu orientieren“.(Ekkehard Martens) Aus diesem Grund folgt also auf das allgemeinere Kapitel über die Aufgaben und Ziele der Pädagogik bei Kant und Adorno (als Vertreter für die moderne Erziehungstheorie) ein Abschnitt, welcher dieses in einer Demokratie so wichtige Erziehungsziel der Kritikfähigkeit genauer beleuchtet. Doch nicht nur die Gesellschaftsform Demokratie erfordert eine Erziehung zur Mündigkeit und Autonomie. Der Wissenschaftsphilosoph Jürgen Mittelstrauß betont, daß es in unserer rationalen Kultur darauf ankommt, „sich im Denken und durch das Denken zu orientieren“2, diese rationale, also durch Verstand und Vernunft geprägte Kultur erfordert zudem die Fähigkeit zum Denken in einem besonderen Maße.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wozu überhaupt Erziehung? Aufgaben und Ziele der Pädagogik

2.1. Allgemein

2.2. Kant

2.3. Adorno

3. Erziehung zur Kritikfähigkeit?

3.1. Allgemeines

3.2. Adorno

4. Fazit

5. Anhang

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das philosophische Problem der Erziehungsziele in der modernen demokratischen Gesellschaft. Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, inwiefern Erziehung zur Mündigkeit und Kritikfähigkeit die notwendige Grundlage für ein demokratisches und autonomes Zusammenleben darstellt, wobei die pädagogischen Ansätze von Immanuel Kant und Theodor W. Adorno kritisch gegenübergestellt werden.

  • Bedeutung der Erziehung für die demokratische Gesellschaft
  • Vergleich der pädagogischen Konzepte von Kant und Adorno
  • Die Notwendigkeit von Mündigkeit und Kritikfähigkeit als Schutz vor Autoritätshörigkeit
  • Der Widerspruch zwischen erzieherischem Zwang und dem Ziel der individuellen Freiheit
  • Selbstreflexion als wesentlicher Bestandteil der menschlichen Persönlichkeitsentwicklung

Auszug aus dem Buch

3.2. Adorno

In dem Kapitel über das Wozu der Erziehung zur Mündigkeit bei Adorno wurde bereits beschrieben, daß diese elementar ist, um Auschwitz sich nicht wiederholen zu lassen. Der Mensch, der die Kraft zum Nicht-Mitmachen hat, die Fähigkeit zur Selbstreflexion und damit auch die zum Nach-denken, Kontrollieren und Überwachen der eigenen Handlungen und der gelernt hat, über seine eigene Person selbst zu bestimmen, wozu er seinen eigenen Verstand verwenden muß, ist mündig und wird diese Barbarei verhindern können. Dieser Mensch ist autonom von jeglicher Autorität, da er sich in der Lage befindet, kraft seines Verstandes Kritik an dieser zu üben. Dadurch wird die Autorität gar nicht erst zur Autorität, es sei denn, sie hat einen guten Grund dafür, beispielsweise im Falle der Sachautorität, indem eine Person mehr über einen bestimmten Sachverhalt weiß als eine andere und aus diesem Grund in diesem Punkt Autorität besitzt. Doch auch dies ist eine Form von Autorität, die hinterfragt werden muß.

Aus verschiedenen Gründen wird die moderne Ausbildung in einer Demokratie jedoch deren Grundbedingung der Mündigkeit nicht gerecht. Das gesamte Bildungswesen ist noch stark auf Autorität ausgerichtet, welche die Erziehung zur Mündigkeit sabotiert und damit der Demokratie eigentlich entgegenarbeitet. Kinder werden auch heute noch zur Unselbstständigkeit erzogen, dazu, sich unhinterfragt einer vermeintlich gültigen Ordnung unterzuordnen, die größte Erziehungsleistung bei einem Kind besteht noch heute darin, daß es sich den Wünschen der Erwachsenen und der Gesellschaft anpaßt. Kurz gesagt, Kinder werden zur Unmündigkeit erzogen, was auch dazu führt, daß sie ihre Menschlichkeit und ihre Identität nicht vollständig entwickeln können, sie bleiben auf einer geringeren Entwicklungsstufe stehen, was beträchtliche Auswirkungen nicht nur auf ihr weiteres Leben hat, sondern auch auf den Zustand der Gesellschaft und ihrer Institutionen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die zentrale Fragestellung der Erziehungsziele ein und betont die Notwendigkeit von Mündigkeit als Grundbedingung für eine demokratische Gesellschaft.

2. Wozu überhaupt Erziehung? Aufgaben und Ziele der Pädagogik: Dieses Kapitel analysiert das allgemeine Verständnis von Erziehung und kontrastiert die Ansätze von Kant und Adorno hinsichtlich der Zielsetzung der Persönlichkeitsbildung.

3. Erziehung zur Kritikfähigkeit?: Hier wird der Begriff der Kritikfähigkeit definiert und untersucht, wie Erziehung zur Mündigkeit in einer demokratischen Ordnung umgesetzt werden kann, wobei die Problematik von Zwang und Freiheit reflektiert wird.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Erziehung in der Demokratie zwingend auf Mündigkeit und Kritikfähigkeit ausgerichtet sein muss, um die gesellschaftliche Teilhabe und den Schutz vor Barbarei zu gewährleisten.

5. Anhang: Der Anhang enthält das Literatur- und Quellenverzeichnis sowie die genutzten Internetadressen.

Schlüsselwörter

Erziehung, Kritikfähigkeit, Mündigkeit, Kant, Adorno, Demokratie, Autonomie, Selbstbestimmung, Aufklärung, Pädagogik, Vernunft, Autorität, Sachautorität, Gesellschaft, Identitätsentwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, welches Ziel Erziehung in einer modernen demokratischen Gesellschaft verfolgen muss, um die Grundlagen für eine freie und reflektierte Lebensführung zu schaffen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis zwischen Erziehung und Demokratie, die Bedeutung von Mündigkeit sowie die philosophischen Konzepte zur Erziehung durch Kant und Adorno.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, warum die Erziehung zur Kritikfähigkeit und Mündigkeit die wesentliche Voraussetzung für den Erhalt einer demokratischen und rationalen Gesellschaft ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Publikation angewendet?

Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche Analyse, die primär auf der philosophischen Auseinandersetzung mit einschlägigen Schriften zur Pädagogik und Erziehungstheorie basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der allgemeinen pädagogischen Ziele bei Kant und Adorno sowie eine tiefere Untersuchung, wie diese zur Erziehung zur Kritikfähigkeit führen.

Welche Schlüsselwörter sind für die Einordnung der Arbeit relevant?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Mündigkeit, Kritikfähigkeit, Autonomie, Erziehungsziel, Aufklärung und das Spannungsfeld zwischen Zwang und Freiheit.

Wie unterscheidet sich Kants Erziehungsansatz von dem Adornos?

Während Kant den Fokus stärker auf die Vervollkommnung der menschlichen Natur und den Erwerb von Vernunft legt, betont Adorno die Erziehung zur Kritikfähigkeit als notwendiges Mittel gegen die Wiederholung von Barbarei und Autoritätshörigkeit.

Warum stellt Erziehung laut dem Autor ein Paradoxon dar?

Das Paradoxon liegt darin, dass Kinder durch einen gewissen erzieherischen Zwang zu ihrer späteren Freiheit und Autonomie erzogen werden müssen, was einen Widerspruch zwischen Fremdbestimmung und Selbstbestimmung erzeugt.

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Details

Title
Erziehung zur Kritikfähigkeit? Über Aufgabe und Ziel der Erziehung bei Kant und Adorno
College
University of Rostock  (Philosophisches Institut)
Course
Erziehung zur Kritikfähigkeit?
Grade
Gut
Author
Ines Jachomowski (Author)
Publication Year
2004
Pages
12
Catalog Number
V58406
ISBN (eBook)
9783638526098
ISBN (Book)
9783638802574
Language
German
Tags
Erziehung Kritikfähigkeit Aufgabe Ziel Erziehung Kant Adorno Erziehung Kritikfähigkeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ines Jachomowski (Author), 2004, Erziehung zur Kritikfähigkeit? Über Aufgabe und Ziel der Erziehung bei Kant und Adorno, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58406
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