Zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit hat die Diversifikation von Unternehmen bzw. Konzernen in den vergangen Jahren sowohl bezüglich ihrer Geschäftsfelder als auch in geographischer Hinsicht deutlich zugenommen. Diese umfassende Geschäftstätigkeit macht es allerdings für externe Bilanzanalysten immer schwieriger, die Gewinne, Wachs¬tumschancen,¬¬¬¬¬¬¬ Entwicklungspotentiale und Risiken¬¬¬¬ eines Unternehmens richtig ein¬zuschätzen und zu beurteilen. Gleichwohl verfolgen Jahresabschlüsse, die nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt werden das Ziel, den Anteilseignern und anderen Interessenten gemäß F.12 und F.15 des IASB - Rahmen¬konzepts, verlässliche Informationen über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des jeweiligen Unternehmens und deren Entwicklung im Zeitablauf¬¬¬¬¬¬¬ bereitzustellen. Aus diesem Grund ist die Gewährung segmentierter Daten geboten, die den Nutzer des Jahres¬abschlusses durch die Veröffentlichung disaggregierter Daten in die Lage versetzen, die Chancen und Risiken eines diversifizierten Unternehmens besser einschätzen zu können. Die Aufgabe von IAS 14 ist es daher Grundsätze zur Darstellung von segmentierten¬¬¬¬¬ Finanzinformationen¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬ zusammenzustellen, die es Interessenten ermöglichen ein sachge¬rechteres Urteil über das Gesamtunternehmen abgeben zu können.
Aufgrund der zunehmenden Dominanz der IFRS in den kommenden Jahren versucht die¬¬¬¬ vorliegende¬¬¬ Seminararbeit die Grundzüge der Segmentberichterstattung nach IAS 14 zu vermitteln.
Hierzu soll im Folgenden zunächst auf den Anwendungsbereich des IAS 14 eingegangen werden. Anschließend wird im dritten Gliederungspunkt die Bestimmung der berichts¬pflichtigen Segmente anhand der nach IAS 14 vorgeschriebenen Segmentierungsarten, Segmentierungsgrundsätze und der Bestimmung angabepflichtiger Segmente aufgezeigt. Der vierte Gliederungspunkt widmet sich schließlich den gemäß IAS 14 auszuweisenden Segmenten. Zur besseren Vergleichbarkeit der Segmentbericht¬erstattung nach IAS 14 und dem Deutschen Rechnungslegungs Standard DRS 3 werden abschließend beide Regel¬werke miteinander verglichen und etwaige Unterschiede aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Anwendungsbereich des IAS 14
3 Bestimmung der berichtspflichtigen Segmente
3.1 Arten der Segmentierung
3.1.1 Segmentierung nach Geschäftsfeldern
3.1.2 Segmentierung nach Regionen
3.2 Konzeptionen der Segmentabgrenzung
3.3 Bestimmung der angabepflichtigen Segmente
3.3.1 Aggregation homogener Segmente
3.3.2 Behandlung vertikal integrierter Unternehmensbereiche
3.3.3 Prüfung der Wesentlichkeit extern orientierter Segmente
3.3.4 75 % - Test
3.4 Identifikation des primären und sekundären Segmentberichtsformats
3.5 Zusammenfassende Darstellung
4 Auszuweisende Segmentinformationen
4.1 Angabepflichten für das primäre Berichtsformat
4.2 Angabepflichten für das sekundäre Berichtsformat
4.3 Homogenität der Rechnungslegungsmethoden
4.4 Überleitung von disaggregierten zu aggregierten Daten
4.5 Sonstige Pflichtangaben
5 Vergleich der Segmentberichterstattung nach DRS 3 und IAS 14
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit befasst sich mit der Segmentberichterstattung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), um den Nutzern von Jahresabschlüssen durch disaggregierte Daten einen tieferen Einblick in die Chancen und Risiken diversifizierter Konzerne zu ermöglichen. Dabei wird analysiert, wie berichtspflichtige Segmente bestimmt, welche Informationen offengelegt werden müssen und wie sich die IAS 14-Vorgaben im Vergleich zum Deutschen Rechnungslegungs Standard (DRS 3) verhalten.
- Grundlagen und Anwendungsbereich des IAS 14
- Kriterien zur Segmentabgrenzung (Geschäftsfelder vs. Regionen)
- Methoden der Segmentierung (Management Approach vs. Risks and Rewards Approach)
- Angabepflichten im primären und sekundären Berichtsformat
- Vergleich der Segmentberichterstattung zwischen IAS 14 und DRS 3
Auszug aus dem Buch
3.2 Konzeptionen der Segmentabgrenzung
Hinsichtlich der Abgrenzung der Segmente wird international zwischen zwei methodischen Vorgehensweisen unterschieden: zum einen dem management approach und zum anderen dem risks and rewards approach.23
Bei dem (jüngeren) management approach wird die interne Organisation sowie das interne Reporting in den Mittelpunkt der Segmentabgrenzung gestellt.24 Voraussetzung für die Anwendung des management approach ist demzufolge ein gut funktionierendes internes Berichtswesen, aus welchem die Segmentdaten übernommen werden können.25 Da die Segmentberichterstattung eben aus den internen Kontroll- und Steuerungsdaten abgeleitet wird, erhalten die externen Adressaten die Möglichkeit, das Unternehmen „through the eyes of the management“ zu sehen und dadurch Rückschlüsse zu ziehen, in welchem spezifischen Segment die Geschäftsleitung Wachstumsmöglichkeiten und Risiken sieht.26
Der (ältere) risks and rewards approach geht dagegen davon aus, dass die einzelnen Segmente nach homogenen Risiko- und Ertragsaspekten gegeneinander abgegrenzt und ausgewiesen werden sollten. Durch die Ausrichtung an diesen Kriterien soll insbesondere verhindert werden, dass Produkte oder Dienstleistungen mit unterschiedlichen Risiken in einem Segment dargestellt werden.27 Außerdem werden bei Anwendung dieses Ansatzes die segmentierten Daten über diversifizierte Unternehmen hinweg vergleichbar.28
Da nach IAS 14 innerhalb jedes einzelnen Segments homogene Risiken und Chancen vorliegen müssen, ist die Risikostruktur der Tätigkeitsbereiche das herausragende Merkmal für die Aufteilung eines Unternehmens in Segmente.29 Insoweit folgt die Segmentberichterstattung nach den IFRS grundsätzlich dem risks and rewards approach.30 Allerdings kann davon ausgegangen werden, dass die Mehrzahl der Unternehmen ihre Organisationsstruktur auf Basis ihrer Chancen und Risiken aufbaut.31 Dadurch soll die Segmentabgrenzung nach IFRS auch der unternehmensinternen Vorgehensweise folgen. Dieser management approach tritt allerdings nach allgemeiner Meinung nur ergänzend neben dem risks and rewards approach auf.32
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Notwendigkeit der Segmentberichterstattung zur Unterstützung von Bilanzanalysten bei der Beurteilung diversifizierter Unternehmen unter IFRS ein.
2 Anwendungsbereich des IAS 14: Dieses Kapitel definiert, welche Unternehmen zur Segmentberichterstattung verpflichtet sind und wie sich die Regelungen auf Einzel- und Konzernabschlüsse auswirken.
3 Bestimmung der berichtspflichtigen Segmente: Hier werden die Arten der Segmentierung, Konzeptionen der Abgrenzung sowie die Kriterien zur Identifikation berichtspflichtiger Segmente und Schwellenwerte detailliert erläutert.
4 Auszuweisende Segmentinformationen: Dieses Kapitel legt die spezifischen Angabepflichten für primäre und sekundäre Berichtsformate, die Homogenität der Rechnungslegungsmethoden sowie die Anforderungen an Überleitungsrechnungen fest.
5 Vergleich der Segmentberichterstattung nach DRS 3 und IAS 14: Dieser Vergleich stellt die Gemeinsamkeiten und wesentlichen Unterschiede zwischen dem deutschen Standard DRS 3 und dem internationalen Standard IAS 14 gegenüber.
6 Fazit: Das Fazit fasst den Nutzen der Segmentberichterstattung für Investoren zusammen und kritisiert die mangelnde Durchsetzungskraft bei Verstößen gegen die Standards.
Schlüsselwörter
Segmentberichterstattung, IAS 14, IFRS, Geschäftssegmente, Regionale Segmente, Management Approach, Risks and Rewards Approach, Berichtsformat, Segmentabgrenzung, Segmentergebnis, Segmentvermögen, Konzernabschluss, DRS 3, Publizität, Rechnungslegung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Grundlagen und regulatorischen Anforderungen der Segmentberichterstattung für Konzerne, die nach International Financial Reporting Standards (IFRS) bilanzieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die Methoden der Segmentabgrenzung, die Bestimmung berichtspflichtiger Segmente gemäß IAS 14 sowie die Pflichtangaben in primären und sekundären Berichtsformaten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Grundzüge der Segmentberichterstattung nach IAS 14 zu vermitteln und die Unterschiede sowie Gemeinsamkeiten zum deutschen Standard DRS 3 aufzuzeigen, um die Informationsqualität für Investoren zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deduktive Analyse der IAS 14-Vorgaben, ergänzt durch einen rechtsvergleichenden Ansatz gegenüber dem deutschen DRS 3 und eine kritische Würdigung anhand von Literaturquellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bestimmung der Segmente, die Festlegung der Berichtsformate und die detaillierten Anforderungen an die Offenlegung von Finanzinformationen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind IAS 14, Segmentberichterstattung, Management Approach, Risks and Rewards Approach, DRS 3, Geschäftsfelder und Segmentabgrenzung.
Wie unterscheidet sich der Management Approach vom Risks and Rewards Approach?
Der Management Approach orientiert sich an der internen Organisationsstruktur des Unternehmens, während der Risks and Rewards Approach den Fokus auf die Identifikation homogener Risiko- und Ertragsstrukturen legt.
Welche Sanktionen drohen bei Nichtbeachtung des IAS 14?
Die Arbeit stellt fest, dass die IFRS derzeit keine direkten Sanktionsmöglichkeiten bei Nichtbeachtung der Vorschriften des IAS 14 vorsehen.
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- Marco Kienle (Autor), 2004, Die Segmentberichterstattung nach IFRS und DRSC, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58424