„International orientierte Kapitalanleger erwarten von der externen Rechnungslegung eine informatorische Fundierung ihrer Anlageentscheidungen. Dazu müssen Jahresabschlüsse zwei Bedingungen erfüllen:
• Jahresabschlüsse haben (potentielle und aktuelle) Investoren über die (aktuelle und zukünftige) wirtschaftliche Lage des Unternehmens zu informieren.
• Jahresabschlüsse sollten international verständlich und vergleichbar sein.
Beide Bedingungen werden vom traditionellen deutschen HGB -Jahresabschluss nicht erfüllt.“
Durch die übermäßige Betonung des Gläubigerschutzes (insbesondere durch das Vorsichtsprinzip) liefert der HGB - Abschluss ein pessimistisch verzerrtes Bild der Wirklichkeit wieder. Wohingegen sich die Rechnungslegung nach IAS um eine objektive Darstellung der Vermögenslage bemüht.
Aus diesem Grund existiert bei den IAS die Möglichkeit über das Anschaffungskostenprinzip bei Vermögensgegenständen des Anlage- sowie des Umlaufvermögens hinauszugehen, was nach HGB-Rechnungslegung faktisch nicht möglich ist.
Im Folgenden werde ich zunächst die Anschaffungskosten sowohl nach HGB als auch nach IAS definieren, um dann einen kleinen Überblick aufzuzeigen, wie im HGB mit der Bewertung der Anschaffungskosten der Vermögensgegenstände verfahren wird. Schließlich werde ich ausgewählte Positionen des Anlage- sowie des Umlaufvermögens darstellen und aufzeigen, welche Möglichkeiten nach den IAS existieren um das Anschaffungskostenprinzip zu durchbrechen, aber auch kurz erwähnen bei welchen Möglichkeiten nach IAS die Anschaffungskosten die Obergrenze darstellen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Allgemeines über die IAS
1.2 Problemstellung
2. Definition der Anschaffungskosten nach HGB und IAS
2.1 Anschaffungskosten nach HGB.
2.2 Anschaffungskosten nach IAS
3. Bewertung im HGB
4. Bewertung nach IAS
4.1 Sachanlagen
4.1.1 Bewertung bei Zugang
4.1.2 Folgebewertung
4.2 Immaterielle Vermögensgegenstände
4.2.1 Bewertung bei Zugang
4.2.2 Folgebewertung
4.3 Finanzinstrumente
4.3.1 Bewertung bei Zugang
4.3.2 Folgebewertung
4.4 Vorratsvermögen
4.4.1 Bewertung bei Zugang
4.4.2 Folgebewertung
5. Fazit
6. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Rahmenbedingungen für eine Überschreitung des Anschaffungskostenprinzips nach den International Accounting Standards (IAS) im Vergleich zum deutschen Handelsgesetzbuch (HGB), um die Eignung der Rechnungslegung für internationale Kapitalanleger zu bewerten.
- Gegenüberstellung von HGB und IAS bei der Bewertung von Vermögensgegenständen.
- Analyse der Definition und Ermittlung von Anschaffungskosten.
- Untersuchung der Folgebewertung bei Sachanlagen und immateriellen Vermögensgegenständen.
- Kategorisierung und Bewertung von Finanzinstrumenten.
- Besonderheiten bei der Bewertung von Vorratsvermögen.
Auszug aus dem Buch
1.2 Problemstellung
„International orientierte Kapitalanleger erwarten von der externen Rechnungs legung eine informatorische Fundierung ihrer Anlageentscheidungen. Dazu müssen Jahresabschlüsse zwei Bedingungen erfüllen:
• Jahresabschlüsse haben (potentielle und aktuelle) Investoren über die (aktuelle und zukünftige) wirtschaftliche Lage des Unternehmens zu informieren.
• Jahresabschlüsse sollten international verständlich und vergleichbar sein.
Beide Bedingungen werden vom traditionellen deutschen HGB - Jahresabschluss nicht erfüllt.“4
Durch die übermäßige Betonung des Gläubigerschutzes (insbesondere durch das Vorsichtsprinzip) liefert der HGB - Abschluss ein pessimistisch verzerrtes Bild der Wirklichkeit wieder. Wohingegen sich die Rechnungslegung nach IAS um eine objektive Darstellung der Vermögenslage bemüht. Aus diesem Grund existiert bei den IAS die Möglichkeit über das Anschaffungskostenprinzip bei Vermögensgegenständen des Anlage- sowie des Umlaufvermögens hinauszugehen, was nach HGB-Rechnungslegung faktisch nicht möglich ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Notwendigkeit internationaler Rechnungslegungsgrundsätze für kapitalorientierte Unternehmen in Europa.
2. Definition der Anschaffungskosten nach HGB und IAS: Vergleich der Ermittlungsschemata von Anschaffungskosten zwischen HGB und den spezifischen IAS-Standards.
3. Bewertung im HGB: Erläuterung des Vorsichtsprinzips und des Verbots, Vermögensgegenstände über den Anschaffungskosten zu bewerten.
4. Bewertung nach IAS: Detaillierte Analyse der Bewertungsmöglichkeiten von Sachanlagen, immateriellen Werten, Finanzinstrumenten und Vorräten unter IAS.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der IAS als Instrument für eine objektivere Darstellung der Vermögens- und Finanzlage gegenüber Investoren.
6. Zusammenfassung: Abschlussbetrachtung der bestehenden Wahlrechte bei der Folgebewertung unter IAS im Vergleich zum HGB.
Schlüsselwörter
Anschaffungskostenprinzip, IAS, HGB, Rechnungslegung, Bewertung, Sachanlagen, Immaterielle Vermögensgegenstände, Finanzinstrumente, Vorratsvermögen, Gläubigerschutz, Vorsichtsprinzip, Fair Value, Neubewertung, Kapitalanleger, Bilanzierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt die Unterschiede zwischen der deutschen Rechnungslegung nach HGB und den internationalen Standards (IAS) hinsichtlich der Bewertung von Vermögensgegenständen und der Überschreitung des Anschaffungskostenprinzips.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind die Definition der Anschaffungskosten, die Bewertung von Anlage- und Umlaufvermögen sowie die Auswirkungen dieser Bewertungsmethoden auf den Jahresabschluss.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit zielt darauf ab, aufzuzeigen, wie und in welchem Umfang Unternehmen unter IAS das im HGB strikt verbotene Anschaffungskostenprinzip überschreiten können, um eine objektivere Darstellung der wirtschaftlichen Lage zu erreichen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewendet?
Der Autor verwendet eine vergleichende Analyse der bestehenden Rechnungslegungsvorschriften (HGB vs. IAS) und erläutert die Anwendbarkeit auf verschiedene Bilanzpositionen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der Anschaffungskosten, die Darstellung der strengen Bewertungsvorgaben des HGB sowie die Analyse der IAS-Bewertungsmöglichkeiten für Sachanlagen, immaterielle Werte, Finanzinstrumente und Vorräte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind das Anschaffungskostenprinzip, IAS, HGB, Neubewertungsrücklage, Fair Value und das Vorsichtsprinzip.
Gibt es Ausnahmen bei den Bewertungswahlrechten unter IAS?
Ja, bei Vorräten besteht kein solches Wahlrecht; diese sind nach IAS zwingend mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungskosten und Nettoveräußerungswert zu bewerten.
Wie unterscheidet sich die Behandlung von Wertsteigerungen bei Sachanlagen und Finanzinstrumenten?
Bei Sachanlagen führen Neubewertungen erfolgsneutral in eine Neubewertungsrücklage im Eigenkapital, während bei Finanzinstrumenten (Handelszweck) Wertänderungen oft direkt erfolgswirksam in der GuV erfasst werden.
Warum wird das HGB als für internationale Investoren unzureichend kritisiert?
Der Autor argumentiert, dass das HGB aufgrund des Vorsichtsprinzips und des Fokus auf den Gläubigerschutz ein zu pessimistisches und verzerrtes Bild der wirtschaftlichen Lage eines Unternehmens vermittelt.
- Quote paper
- Marco Kienle (Author), 2003, Die Möglichkeiten der Überschreitung des Anschaffungskostenprinzips nach IAS , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58432