Die Entwicklung des Christentums aus dem Judentum


Hausarbeit, 2006
11 Seiten, Note: 37 von 40 Punkten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2.Die Kreuzigung Jesu und deren Folgen

3. Die Zeit nach der Kreuzigung

4. Das Aufkommen der Taufe und die Entstehung des Begriffs „Christianoi“

5. Apostelkonzil und Aposteldekret

6. Paulus' Missionsreisen und der jüdische Krieg

7. Zusammenfassung

8. Literatur

1. Einleitung

In meiner Arbeit möchte ich untersuchen, welche Ereignisse und Differenzen in den Ansichten zwischen den Jahren 30 und 70 nach Christus zu der Trennung von Judentum und Christentum geführt haben.

Wann sich Judentum und Christentum endgültig auftrennten, kann nicht genau festgestellt werden. „Trennungsprozesse“ (Wander 1994, S. 3) wie Wander sie nennt, sind bereits früher und immer wieder zu beobachten. (vgl.Wander 1994, S. 2 und 3)

Nach dem jüdischen Krieg, der um 70 nach Christus endet, verliert sich auch die Spur der Urgemeinde in Jerusalem und damit endet auch für Schneemelcher die Chronologie der urchristlichen Gemeinschaft. (vgl. Schneemelcher 1981, S.53)

2. Die Kreuzigung Jesu und deren Folgen

Die Kreuzigung des Jesus Christus prägte diese Prozesse der Trennung nachhaltig. Daher sei es laut Wander wichtig zu verstehen, warum er verurteilt und hingerichtet wurde.

Zu der Zeit Jesu war die römische Besatzung für die Gerichtsbarkeit zuständig. Deswegen musste eine Anklage durch jemandem so formuliert werden, die die Interessen der römischen Besatzung berührte und nach dem römischen Recht auch strafbar war.

Es werden mehrere mögliche Gründe genannt, warum Jesus gekreuzigt wurde. Nach den Quellen erscheint es aber am wahrscheinlichsten, das Jesus aus Staatsinteressen, gepaart mit der Anklage des Verwendens des Königstitel hingerichtet wurde. Das Interesse des Staates lag darin, führt Wander aus, dass man am jährlichen Pessach-Fest Unruhen befürchtete.

(vgl.Wander 1994, S. 2 und 3)

Navè Levinson erklärt, dass zu Pessach die Juden den Auszug aus Ägypten feiern und sich daran erinnern, wie Gott sein Volk errettet hat.

(vgl. Navè Levinson 199,1 S. 205)

Wander führt aus, dass es 4 v. Chr. es zu schweren Unruhen gekommen war, nachdem Herodes I. zwei Schriftgelehrte hinrichten ließ. Das Volk verlange vom Nachfolger Archelaus Genugtuung. Das Pessachfest stand kurz bevor und viele Menschen strömten nach Jerusalem. Archelaus versuchte, die Anführer der Unruhen gefangen zu nehmen. Diese aber wiegelten das Volk gegen die Soldaten auf. Archelaus ließ sein Heer ausrücken und viele Juden verloren ihr Leben.

Ein Hinweis darauf, dass Jesus getötet wurde, um Unruhen zu vermeiden, findet man auch im Johannes-Evangelium, Vers 11,50.

Das Wirken Jesu auf das Volk blieb niemanden verborgen. Er war auch der erste Prophet, der mit seiner Gefolgschaft Richtung Jerusalem zog und nicht wie andere in die Wüste.

Pontius Pilatus fürchtete, es könnte zu erneuten Unruhen kommen, würde Jesus kurz vor dem Pessach-Fest seine Gefolgschaft vergrößern. Er musste bei der Verhaftung sehr vorsichtig vorgehen (daher erfolgte auch die Verhaftung in der Nacht) da Unruhen auch seine Position gefährdet hätten.

Die zaghafte Verurteilung durch Pilatus zeigt aber auch, das Pilatus nicht vorbeugend gegen Irrlehrer vorging sondern Konflikte sogar noch förderte. Wander verweist hier auf Belege die man in Neuen Testament sowie im „Jüdischen Krieg“ von Flavius finden kann.

Als Anklagepunkt wurde die Anmaßung des Titels „König der Juden“ eingebracht. Damit wurde die römische Besatzungsmacht in den Prozess involviert. Dieser Tatbestand verstieß geben die „lex Iulia maiestatis“ (Wander 1994, S. 89). Pilatus war aber von der Schuld Jesu nicht überzeugt, die Entscheidung der Hinrichtung erfolgte weil das Volk dies durch lautes Zurufen so verlangte.

(vgl.Wander 1994, S. 54 – 97)

3. Die Zeit nach der Kreuzigung

Nach der Kreuzigung Jesu war die Bewegung um Jesus als aufgelöst betrachtet worden, da dies auch bei früheren Hinrichtungen von Anführern derartiger Gruppierungen passiert ist, führt Wander aus. Allerdings begannen die zwölf Apostel die Auferstehung Jesu zu predigen. Damit wurden auch wieder die ganzen Umstände der Hinrichtung aufgeworfen.

Es gibt nur wenige Quellen aus dieser Zeit um 30 n. Chr. Die Kapitel drei bis fünf der biblischen Apostelgeschichte dokumentieren „eine erste, wachsende Entfremdung zwischen dem Leitungsgremium der Jesusbewegung und den führenden Repräsentanten der jüdischen Gesellschaft.“ (Wander 1994, S.100)

Besonders die Sadduzäer, die höchstwahrscheinlich eine Stammesgemeinschaft mit eigener Religionslehre waren und Einfluss auf hohe politische Kreise hatten, fürchteten Unruhen und sogar Racheakte. Da aber die Apostel im Volk sehr beliebt waren, mit dem Pharisäer Gamaliel einen Fürsprecher hatten und es nicht ausreichende Anklagepunkte für eine Verurteilung zum Tode gab (die Gerichtsbarkeit unterlag ja der römischen Besetzung), wurden die Apostel durch die Juden mit der Auspeitschung bestraft und weitere Predigttätigkeit im Namen Jesu verboten.

(vgl.Wander 1994, S. 98 – 122)

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Die Entwicklung des Christentums aus dem Judentum
Hochschule
Johannes Kepler Universität Linz  (Institut für Gesellschafts- und Sozialpolitik)
Veranstaltung
Politische Ideenlehre
Note
37 von 40 Punkten
Autor
Jahr
2006
Seiten
11
Katalognummer
V58461
ISBN (eBook)
9783638526470
ISBN (Buch)
9783638752503
Dateigröße
444 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Entwicklung, Christentums, Judentum, Politische, Ideenlehre
Arbeit zitieren
Birgit Schweighofer (Autor), 2006, Die Entwicklung des Christentums aus dem Judentum, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58461

Kommentare

  • René Klee am 8.11.2006

    Auftrennung Judentum - Christentum.

    im Gegenteil, der Zeitpunkt der Auftrennung von Judentum und Christentum kann festgestellt wer- den. Mit Beginn der Missionierung der Nichtjuden durch Paulus und Petrus (etwa Mitte der 50iger bis Mitte der 60iger Jahre n.Chr.) begann eine klare Trennung der jüdischen Glaubenslehre von der christlichen Heilslehre. Allein schon die Ge-
    schichte um den Zöllner bzw. die Speisung am Sabbat im Matthäus-Evangelium verdeutlicht, dass Jesus selbst gegen jüdischen Glaubensdogmen verstoßen hat (etwa 28/29 u.Z.), Schlußendlich die Missionsarbeit von Paulus und Petrus in Rom, die Bekehrung römischer Bürger und Sklaven, stellt den Beginn des Christentums, also die Loslösung vom Judentum, klar.

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