In dieser Untersuchung wird Friedrich Nietzsches bekannte Konzeption der Ewigen Wiederkehr des Gleichen in den Fokus gerückt. Genauer gesagt, geht es um die Zusammenführung dieser Leitidee mit seinem berühmten dichterisch-philosophischen Werk "Also sprach Zarathustra" – spezieller: mit den Schlüsselkapiteln "Vom Gesicht und [Rätsel]" und "Der Genesende".
Die zu untersuchenden Fragen sind: Ist die Zeit ein Kreis? Kehren wir wirklich immer wieder zum selben Leben zurück? Wenn ja, wie kann unter diesen gleichbleibenden Umständen der Übermensch jemals Realität werden? Wie können wir uns weiter entwickeln, besser werden? Die grundlegende Frage ist und bleibt natürlich, was sich Nietzsche unter der Ewigen Wiederkehr des Gleichen im Generellen vorgestellt haben könnte.
Trotz der Tatsache, dass das zu besprechende dichterisch-philosophische Werk – vor allem hinsichtlich der Ewigen Wiederkehr des Gleichen – schon unzählige Male interpretiert worden ist, hat das Thema nach wie vor eine äußerst reizvolle Wirkung. Das liegt vor allem daran, dass die Lehre der Ewigen Wiederkunft – wie es Günter Abel passend formuliert – "Nietzsches undurchsichtigstes Lehrstück" sei – und das bis heute.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 Einführungen
2.1.1 „Vom Gesicht und [Rätsel]“ – ein Überblick
2.1.2 „Der Genesende“ – ein Überblick
2.2 Verbindende Analyse der behandelten Kapitel mit Blick auf das gesamte Werk
3. Zusammenfassung und Fazit
4. Literaturangaben
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht Nietzsches Konzeption der „Ewigen Wiederkehr des Gleichen“ anhand der Schlüsselkapitel „Vom Gesicht und [Rätsel]“ sowie „Der Genesende“ aus dem Werk „Also sprach Zarathustra“, mit dem Ziel, die Problematik der kreisförmigen Zeitvorstellung gegenüber einer spiralförmigen Entwicklung hin zum Übermenschen zu analysieren.
- Die philosophische Interpretation der Ewigen Wiederkehr im Kontext von Nietzsches Zarathustra.
- Die Analyse der Symbolik von Zeit, Torweg und Augenblick.
- Die Unterscheidung zwischen der Wiederholung als starrem Kreis und als dynamischer Spirale.
- Die Rolle der Selbstüberwindung für das Erreichen des Übermenschen.
Auszug aus dem Buch
2.1.1 „Vom Gesicht und [Rätsel]“ – ein Überblick
Die wohl wichtigste Stelle im Zusammenhang mit der Ewigen Wiederkehr des Gleichen ist das Kapitel „Vom Gesicht und [Rätsel]“. In diesem spricht Zarathustra ganz offen und gezielt mit einem Zwerg über seinen ‚abgründlichsten Gedanken‘. Zusammengefasst versucht dieser Gedanke „die beiden langen Gassen als Eine zu fassen, in der jeder Augenblick, in der alle Ereignisse in der gesamten Folge ihres Eintretens ewig wiederkehren müssen“.
Alleine die Tatsache, dass der Zwerg bereit ist, ihm zuzuhören, erleichtert Zarathustra ungemein: „‚Da geschah, was mich leichter machte: denn der Zwerg sprang mir von der Schulter, der Neugierige!“‘
Zarathustras Unterredung findet an einem janusköpfigen Torweg statt: „‚Zwei Wege kommen hier zusammen: die [ging] noch [n]iemand zu Ende.“‘ Dieser Torweg – so auch Miguel Skirl – ist ein äußerst wichtiges Symbol: Nietzsches Welt „gipfelt im Bild des ‚[Torwegs]‘ […]: ein antigoethischer, antiaugustinischer Augenblick, der nicht verlängert werden soll, sondern Ewigkeit punktförmig inkludiert.“ Besser kann die enorme Bedeutung dieses ewigen Augenblicks nicht eingefangen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Konzeption der Ewigen Wiederkehr bei Nietzsche vor und erläutert die hermeneutische Herangehensweise an die ausgewählten Schlüsselkapitel.
2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert detailliert die Kapiteleinführungen zu „Vom Gesicht und [Rätsel]“ sowie „Der Genesende“ und führt eine kritische, verbindende Analyse hinsichtlich der Interpretation von Nietzsches Zeitkonzept durch.
3. Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und schlussfolgert, dass die Zeitkonzeption Zarathustras treffender als Spirale denn als starrer Kreis zu verstehen ist, um die Bedeutung der ständigen Selbstüberwindung hin zum Übermenschen zu begründen.
4. Literaturangaben: Dieses Kapitel listet sämtliche für die Untersuchung herangezogene Primär- und Sekundärquellen auf.
Schlüsselwörter
Friedrich Nietzsche, Also sprach Zarathustra, Ewige Wiederkehr des Gleichen, Übermensch, Hermeneutik, Zeitbegriff, Spirale, Kreis, Augenblick, Selbstüberwindung, Vom Gesicht und Rätsel, Der Genesende, Philosophie, Nihilismus, Weltprozess.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der philosophischen Leitidee der „Ewigen Wiederkehr des Gleichen“ in Nietzsches Werk „Also sprach Zarathustra“.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Im Zentrum stehen die Interpretation der Ewigen Wiederkehr, das Verständnis von Zeit als Kreis oder Spirale und die Rolle des Übermenschen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Komplexität der Wiederkunftslehre zu durchdringen und die notwendige Überwindung des „abgründlichsten Gedankens“ für eine Entwicklung zum Übermenschen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine hermeneutische, sinnverstehende Arbeitsweise verwendet, um hinter die „Textfassade“ der ausgewählten Kapitel zu blicken.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Kapitel „Vom Gesicht und [Rätsel]“ und „Der Genesende“ im Detail und verknüpft diese mit der Gesamtaussage des Werkes.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen Ewige Wiederkehr, Übermensch, Spirale, hermeneutische Analyse und Nietzsches Zarathustra.
Warum wird der Kreisbegriff in der Arbeit zugunsten einer Spirale hinterfragt?
Da ein Kreis keinen Anfang und kein Ende kennt, würde das Ziel einer menschlichen Entwicklung (der Übermensch) unerreichbar bleiben; die Spirale erlaubt hingegen Fortschritt durch Überwindung.
Welche Bedeutung kommt dem Symbol des „Torwegs“ zu?
Der Torweg symbolisiert den Augenblick als Trennlinie und Schnittpunkt zwischen Vergangenheit und Zukunft, an dem sich die Entscheidung für das eigene Leben konstituiert.
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- Tanja Schill (Author), 2019, Wie der Kreis zur Spirale wird. Die Konzeption der "Ewigen Wiederkehr des Gleichen" in Friedrich Nietzsches "Also sprach Zarathustra", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/584721