Die Auswirkungen des Klimawandels auf den Skitourismus in den Alpen


Hausarbeit (Hauptseminar), 2016

19 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Die Erschließung der Alpen.
1.1. Historischer Rückblick.
1.2. Die neuzeitliche Erschließung.

2. Der Alpentourismus
2.1. Die Anfänge des Alpentourismus.
2.2. Verschiedene Entwicklungsphasen.
2.3. Die letzten 30 Jahre.

3. Die Entwicklung und die Anfänge des Skisports

4. Klimawandel im Alpenraum..

5. Probleme für den Wintertourismus durch den Klimawandel

6. Anpassungen an den Klimawandel
6.1. Beibehalten des Wintertourismus.
6.1.1. Eingriffe in die Piste.
6.1.2. Snow-Farming.
6.1.3. Skigebiete in höheren Lagen.
6.1.4. Künstliche Beschneiung.
6.1.5. Wirtschaftliche Anpassungen.
6.2. Ersatzangebote für den Skisport
6.3. Alternative Angebote für den Skitourismus.

7. Fazit

Literatur

Abbildungen.

1. Die Erschließung der Alpen

Um die nachfolgenden Kapitel, die sich mit dem Klimawandel in den Alpen und dem damit stark verbundenen Winter- und Skitourismus beschäftigen, besser verstehen zu können, muss man sich zuerst genau ansehen, wie alles begann. Mit „alles“ ist die Erschließung des Alpenraumes gemeint und somit auch der aufkommende Tourismus in den Alpen, der überhaupt verantwortlich dafür war, dass die Alpen in den letzten 150 Jahren so rasant erschlossen wurden. Denn würden nicht so viele Menschen die wunderschönen Landschaften der Alpen bereisen wollen, wären infrastrukturelle Erschließungen durch den Bau von Straßen, eines Eisenbahnnetzes, Hotelanlagen und zuletzt auch von Beförderungsanlagen (Lifte) nicht notwendig gewesen und aufgrund der hohen Kosten sicher nicht durchgesetzt worden (Paster 2014: 13). Der Aufschwung des Wintertourismus und respektive der Aufschwung des Skifahrens nach dem Ersten Weltkrieg waren hier von entscheidender Bedeutung und darauf wird in den folgenden Kapiteln noch genauer eingegangen.

1.1. Historischer Rückblick

Schon seit jeher zog es die Menschen in die Alpen. Eines der besten Beispiele dafür ist wohl der 1991 von deutschen Touristen am Hauslabjoch gefundene Mann im Eis, besser bekannt unter seinem Spitznahmen „Ötzi“. Schon vor über 5000 Jahren also waren Menschen in den Alpen unterwegs und nannten diese Berge ihre Heimat. Damals aus Gründen der Viehzucht, wegen den saftigen hohen Weiden, aufgrund der Wasserversorgung oder auch um an heilende Pflanzen und Mineralien zu gelangen nahmen Menschen die Gefahren der Alpen (wie etwa Lawinen, Muren oder Hochwässer) auf sich.

In der Römerzeit entstanden dann erste Straßen als Verbindungswege von Nord nach Süd durch die „wilden“ Berge. Somit entwickelte sich der Handel und erste größere Siedlungen entstanden in den Haupttälern. Diese blieben auch im Mittelalter über bestehen und so gibt es in den Alpen auch heute noch viele Städte mit langer Tradition, die seit diesem ersten Aufschwung immer weiter von der Erschließung der Alpen profitiert haben (Paster 2014: 13-14).

1.2. Die neuzeitliche Erschließung

Ein wichtiger Faktor, der für Veränderung in den Alpen steht, ist sicherlich die industrielle Revolution. Sie brachte wirtschaftliche und gesellschaftliche Strukturen mit sich und war für den Übergang von der Agrar- zur Industriegesellschaft verantwortlich.

Ein weiterer Faktor, der zwar nicht immer als so wichtig angesehen wird, aber dennoch nicht zu vernachlässigen ist, ist die Eroberung des gesamten Alpenraums durch Napoleon Bonaparte. Dadurch wurden traditionelle Herrschaftsstrukturen zerschlagen und durch die Aufhebung der Grundherrschaft zwang auch die Bauern wirtschaftlich aktiv zu werden und einen Teil ihrer Erträge am Markt zu verkaufen, weil sie Steuern zahlen mussten.

Der wohl wichtigste Faktor für die Erschließung dürfte aber wohl doch die Eisenbahn gewesen sein. Durch den Bau der ersten Bahnen veränderten sich die Zahlen der Besucher schlagartig nach oben und ein neuer Erwerbszweig war in den Alpen geboren: der Tourismus. Die Menschen genossen die Fahrt im Zug durch die schöne Landschaft und machten dann zudem in den Alpentälern Urlaub. Die erste Bahn, die direkt durch die Alpen führte, war die 1867 eröffnete Brennerbahn (Paster 2014: 14).

Unschätzbaren Wert für die Erschließung der Alpen hatte auch die Entstehung der Alpenvereine. Nach dem Vorbild des elitären britischen „Alpine Clubs“ gründeten drei österreichische Studenten 1862 den Österreichischen Alpenverein (ÖAV). In den darauffolgenden Jahren gab es auch in der Schweiz, Frankreich, Italien und Deutschland solche Vereinsgründungen, was zur Folge hatte, dass sich nun noch mehr um Verbindungen im Alpenraum gekümmert wurde, es entstanden erste Schutzhütten und auch das Bergführer- und Rettungswesen in den Alpen entstand (Paster 2014: 15-16).

Man sieht also, dass es viele verschiedene Faktoren waren, die zur Erschließung der Alpen beitrugen und den Weg für den heute wichtigsten Wirtschaftssektor dieser großen, nationenübergreifenden Region ebneten: den Tourismus.

2. Der Alpentourismus

Um die Entwicklung des Tourismus in den Alpen genau verstehen zu können, wird in den folgenden Unterkapiteln zunächst auf die Entstehung des Alpentourismus generell eingegangen, bevor dann im speziellen die Entwicklung des Winter- und Skitourismus betrachtet wird.

2.1. Die Anfänge des Alpentourismus

Lange Zeit wurde bei den Touristen eine Reise in den Alpenraum wegen der ganzen Strapazen als negativ und unattraktiv angesehen. Im späten 18. Jahrhundert änderte sich die Meinung der Menschen allerdings zu einem „Zurück-zur-Natur“-Gedanke. Dieser brachte den Alpinismus als weitere Bewegung in die Alpen und das Bergsteigen wurde so zu einem neuen Sport. Es ist jedoch anzumerken, dass es zwei verschiedene Arten des Bergsteigens gab. In der Zeit zwischen 1750 bis 1850 gab es noch kein Wetteifern um die schnellste Besteigung eines Gipfels, vielmehr erforschte man behutsam die Berge. Hier spricht man von einem wissenschaftlichen Alpinismus oder auch Präalpinismus. Der heute auch noch sehr populäre sportive Alpinismus hat seine Ursprünge erst Mitte des 19. Jahrhunderts. Warum genau es die Menschen auf einmal wie verrückt auf die Berge zog, kann man nicht genau sagen. Doch sicherlich wurde es als Wettkampf betrachtet, für sein Land als erster Mensch die Fahne in einen Berggipfel zu stecken (Lauterbach 2010). Dieser Sport wurde rasch zu einer Modeerscheinung und vor allem englische Lords bestiegen im 19. Jahrhundert die vielen Gipfel und erschufen den Begriff vom „Playground of Europe“ (Paster 2014: 16).

2.2. Verschiedene Entwicklungsphasen

In der ersten touristischen Erschließungsphase war der Aufenthalt noch mehr Abenteuer statt Erholung. Das änderte sich aber schlagartig ab 1880, als riesige Palasthotels mit bis zu 300 Zimmern gebaut und auch erste Aufstiegshilfen errichtet wurden. Der Tourismus fand zu dieser Zeit, wenn auch nur in den bekannten großen Zentren (St. Moritz, etc.), auch schon im Winter statt und einige vermögende Gäste blieben oft mehrere Wochen bis hin zu ein paar Monaten.

In der Zwischenkriegszeit erlitten die großen Hotels herbe Rückschläge und man setzte folglich auf kleinere Hotels und private Pensionen. Nun gab es bereits vereinzelt Touristen aus der Mittelschicht, aber für den Großteil der Bevölkerung war ein Urlaub in den Alpen weiter utopisch. In dieser Zeit reisten allerdings immer mehr Gäste auch im Winter an und es wurden erste Seilbahnen gebaut, was die Entwicklung bis in die 1970er-Jahre prägen würde (Paster 2014: 18).

Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen auch immer mehr Menschen der Unterschicht zur Erholung in die Alpen. Ab 1955 gab es Sommermassentourismus und erst ab 1965 auch Wintermassentourismus. Der Sommertourismus übertrumpfte den Wintertourismus aber noch lange Zeit. Während der Sommertourismus aber noch lange Zeit traditionell geprägt war und auch den ansässigen Bauern entgegenkam, strebte der Wintertourismus immer nach dem Neuesten und der schnellsten Abfahrt, weshalb hier weit höhere Kosten entstanden.

2.3. Die letzten 30 Jahre

Ende des 20. Jahrhunderts stagnierte die Entwicklung in den Alpen weitestgehend (siehe Abbildung 1). Einer der Gründe dafür war, dass auf der ganzen Welt viele Grenzen geöffnet wurden und so für den Normalverbraucher eine ganze Reihe an billigen Urlaubszielen zur Verfügung standen. Ein anderer Grund war aber sicherlich auch, dass die Alpen als Urlaubsziel etwas an ihrem Reiz der vergangenen Jahre verloren hatten und nicht mehr so mystisch und faszinierend waren wie früher (Paster 2014: 18-19). Erst mit dem Aufschwung des Snowboards, den Carving-Skiern und anderen neuen trendigen Sportarten gab es im Wintertourismus wieder einen Aufschwung. Aber auch beim Sommertourismus gab es gravierende Veränderungen. So wichen die Klassiker wie Wandern und Klettern neuen trendigen Sportarten wie Mountain-biking, Rafting, Paragliding oder auch Canyoning, was zur Folge hatte, dass, wie im Wintersport bereits üblich, die Landschaft an sich nicht mehr im Vordergrund stand, sondern nur noch als Kulisse für die neuen Sportarten diente.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthaltenAbbildung in dieser Leseprobe nicht enthaltenSeit Beginn des neuen Jahrtausends gab es wieder zahlreiche Neuerschließungen und viele bereits vorhandene Gebiete wurden mit anderen großen Gebieten zusammengeschlossen. Das hat den Vorteil, dass man in einem Tal nächtigen kann, aber zugleich im Nachbartal Skifahren kann, ohne das Auto zu benutzen, weil die Lifte über mehrere Täler hinweg verknüpft sind. Vor allem kleine Skigebiete, die sonst vermutlich aufgelassen worden wären, profitieren stark von einem solchen Zusammenschluss (Paster 2014: 20).

Um einen Überblick zu erhalten, wie komplex das Thema Wintertourismus in den Alpen heutzutage ist, wird im nächsten Kapitel kurz auf die Entwicklung und die Anfänge des Skisports eingegangen. So wird man sich im Klaren, was für einen Stellenwert dieser Sport in der heutigen Europäischen Gesellschaft hat und was es bedeuten würde, wenn das Skifahren plötzlich nicht mehr oder nur mehr sehr schwer möglich wäre.

3. Die Entwicklung und die Anfänge des Skisports

Fast alle Menschen in den Alpen konnten mit den spärlich vorhandenen Skiern nichts anfangen, da sie sowas noch nie gesehen hatten. Erst durch den Einsatz einiger Pioniere erkannten die Menschen den eigentlichen Sinn. Was auch mithalf, dass der Skisport in Österreich und der gesamten Alpenregion populär wurde, war, dass Ende des 19. Jahrhunderts immer mehr Norweger aufgrund der verbesserten Infrastrukturen in die Alpen kamen um zu arbeiten. In Norwegen war das Skilaufen bereits verbreitet und so „lernten“ sie der ansässigen Alpenbevölkerung, wie man mit diesen langen „Brettern“ überhaupt umzugehen hatte (Paster 2014: 20-21). Mitentscheidend war sicherlich auch die Grönlanddurchquerung von dem Norweger Fridtjof Nansen im Jahr 1888/89. Nansen schrieb seine Erfahrungen in einem Buch auf, das zu einem der meistverkauften dieser Zeit wurde. Auch so wurde der Skisport populär und Nansen gilt als der große Bahnbrecher des modernen Skisports.

Ab Beginn des 20. Jahrhunderts wurde dann nachgedacht, wie man Touristinnen und Touristen den Aufstieg erleichtern könnte und so baute man erste Liftanlagen, die es bis dahin noch nicht gab. Präparierte Abfahrtspisten gab es allerdings auch zu dieser Zeit noch nicht.

Durch das Militär (in Österreich leistete Oberst Georg Bilgeri Pionierarbeit) wurde der Skisport immer affiner und es entwickelten sich verschiedene Techniken wie auch das heute allgemein gebräuchliche Doppelstockfahren (Paster 2014: 21). In Österreich wurden Skiläufer während des Ersten Weltkrieges vor allem als Nachschub- und Erkundungskompanien eingesetzt. Nach dem Krieg wurden die tausenden Paar Skier in Depots gelagert und schließlich billig an die breite Bevölkerung verkauft, was zu einem ersten großen Skiboom im Alpenland führte. Ein anderer wichtiger Grund, warum das Skifahren so in Mode kam, war, dass man Skier ab 1920 auch mit der Eisenbahn transportieren konnte (Paster 2014: 22). So entwickelte sich das Skifahren langsam aber sicher zu dem was es heute ist: zu einem der wichtigsten Tourismuszweige in den gesamten Alpen.

Nachdem nun ein Überblick über die Geschichte des Tourismus und des Skisports in den Alpen gegeben wurde, geht es in den nächsten Kapiteln vor allem um den Klimawandel in den Alpen und wie das Klima, das ja bekanntlich immer wärmer werden soll, den Skisport und die ganzen Skigebiete an sich beeinflussen wird.

[...]

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Details

Titel
Die Auswirkungen des Klimawandels auf den Skitourismus in den Alpen
Hochschule
Universität Salzburg
Note
2
Autor
Jahr
2016
Seiten
19
Katalognummer
V584724
ISBN (eBook)
9783346162755
ISBN (Buch)
9783346162762
Sprache
Deutsch
Schlagworte
alpen, auswirkungen, klimawandels, skitourismus
Arbeit zitieren
Philipp Straßer (Autor), 2016, Die Auswirkungen des Klimawandels auf den Skitourismus in den Alpen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/584724

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