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Luxus und Selbstdarstellung post mortem. Römische Grabbauten und das soziale Kapital ihrer Bauherren

Title: Luxus und Selbstdarstellung post mortem. Römische Grabbauten und das soziale Kapital ihrer Bauherren

Term Paper , 2020 , 15 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Benjamin Reichenbach (Author)

World History - Early and Ancient History
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In welchem Zusammenhang der funerale Luxus der Nobilität zu der römischen Expansion steht und was mit der immer weiter fortschreitenden Monumentalisierung der Grabbauten erreicht werden sollte, ist das Thema dieser Hausarbeit. Zu Beginn wird sowohl die Quellen- und Forschungslage als auch die Kapitalstheorie von Pierre Bourdieu erläutert. Im darauffolgenden Kapitel soll die römische Expansion, sowie der damit einhergehende Wohlstand und die einsetzende Hellenisierung Roms ab dem späten dritten Jahrhundert bis zur Kaiserzeit, erörtert werden. Die Bestattungsformen werden anschließend erläutert. Kapitel 2.5 beschäftigt sich daraufhin mit den Grabmälern und der Sepulkralkultur. Diese wird wiederum im Zusammenhang mit der Theorie der Kapitalumwandlung von Pierre Bourdieu erörtert.

Sei es durch Kriege, unzureichende Hygiene oder schlechte Lebensmittelversorgung, die Todesthematik war in Rom ebenso omnipräsent wie der Wunsch nach einem gesellschaftlichen Aufstieg, der durch die soziale Dynamik und den cursus honorum fortwährend verstärkt wurde. Diese Tendenzen führten dazu, dass der Tod selbst zu einem sozialen Ereignis wurde. Durch die pompa funebris, den Leichenzug, welcher der tatsächlichen Bestattung vorausging, erreichten die Angehörigen des Verstorbenen einen großen Teil der römischen Bürgerschaft und versuchten durch diese Prozession, das soziale Kapital der Familie zu steigern.

Im Konkurrenzkampf um Ämter und Macht war der Umgang mit den Verstorbenen ein wichtiges Instrument, respektive eine bedeutende Form, sowohl der privaten als auch der öffentlichen Repräsentation. Um die sozialen Umstände der Sepulkralkultur genauer zu erörtern, bezieht sich diese Arbeit auf den französischen Sozialphilosophen und Soziologen Pierre Bourdieu, dessen Theorie zu den Kapitalumwandlungen hier angewendet wird. Während in der frühen und mittleren Republik noch Brandbestattungen die Regel waren, kamen in der späten Republik immer mehr Körperbestattungen auf. Doch wie kam es zu dieser Veränderung in der Kultur des Bestattens? Um dies erklären zu können, lohnt es sich zunächst einen Blick auf das wachsende ökonomische Kapital der römischen Nobiles zu werfen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Luxus und Selbstdarstellung post mortem

2.1 Quellen- und Forschungslage

2.2 Methodik

2.3 Schaffung von ökonomischem Kapital durch Expansion

2.4 Bestattungsformen

2.5 Grabbauten als soziales Kapital

3 Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der monumentalen Gestaltung römischer Grabbauten in der Republik und der strategischen Selbstinszenierung der Nobilität, um soziales Kapital zu akkumulieren und im politisch-gesellschaftlichen Konkurrenzkampf zu bestehen.

  • Die Entwicklung der römischen Sepulkralkultur unter dem Einfluss hellenistischer Vorbilder.
  • Die Anwendung der Kapitaltheorie von Pierre Bourdieu auf den Kontext antiker Bestattungsriten.
  • Der Einfluss der römischen Expansion auf den ökonomischen Wohlstand und die funeralen Ausdrucksformen.
  • Die Funktion von Monumentalgräbern als Mittel zur Kommunikation sozialer Hierarchien.

Auszug aus dem Buch

2.5 Grabbauten als soziales Kapital

Aus der Zeit der mittleren Republik sind wenige Gräber erhalten. Eine der Ausnahmen bildet das Grabmal der Scipionen. Es handelt sich hierbei um ein Kammergrab mit prominenter Lage an der Via Appia. Errichtet wurde es vermutlich zu Beginn des 3. Jh. v. Chr. und diente der Familie der Cornelier als Familiengruft. Zu Beginn war die Grabanlage, in Anlehnung an frühere etruskische Felsnekropolen, ohne aufwendige Fassade in den Felsen getrieben. Nach dem zweiten punischen Krieg errichtete man schließlich eine Fassade in Aediculaform, mit in den Nischen befindlichen lebensgroßen Statuen. Eine Besonderheit des Grabmals stellt der Sarkophag dar, welcher im Zentrum des Mausoleums stand und heute in den Vatikanischen Museen zu finden ist. Bestattet wurde dort Lucius Cornelius Scipio Barbatus, der Konsul des Jahres 298 v. Chr. Der Barbatussarkophag mit seinem dorischen Fries, der Altarplatte und den Rosetten, die als Metopenfüllung dienen, hat durch ebendiese Formen klare Bezüge zur griechischen Kultur. Während die anderen Sarkophage der Grabanlage nur als tatsächliche Grabstätten fungierten, diente der Sarkophag des Barbatus auch als Ehrendenkmal und vermutlich gar als Kenotaph, wie sich dem Elogium entnehmen lässt. In der griechischen Kultur gab es bereits seit geraumer Zeit einen Heroenkult. Der Sarkophag spricht also für ein vorhandenes Verständnis der Scipionen von der griechischen Sepulkralkultur.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Ambivalenz zwischen der Vergänglichkeit des menschlichen Körpers und dem Streben nach posthumer Bekanntheit ein, wobei die Arbeit den Fokus auf die soziale Funktion römischer Grabbauten legt.

2 Luxus und Selbstdarstellung post mortem: Das Hauptkapitel analysiert die wissenschaftliche Quellenlage, die soziologische Methodik nach Bourdieu sowie die Auswirkungen von Expansion und ökonomischem Wohlstand auf die Sepulkralkultur und die Monumentalisierung der Gräber.

3 Resümee: Das abschließende Kapitel bewertet die Anwendbarkeit der Kapitaltheorie auf die Antike und konstatiert, dass Grabmonumente ein zentrales Instrument zur Demonstration von Macht und sozialem Status im antiken Konkurrenzkampf darstellten.

Schlüsselwörter

Römische Republik, Sepulkralkultur, Pierre Bourdieu, soziales Kapital, Grabmonumente, Nobilität, Monumentalisierung, Bestattungsformen, Hellenisierung, Via Appia, Scipionengrab, cursus honorum, Pompa funebris, ökonomisches Kapital, Selbstinszenierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung römischer Grabbauten in der Republik als Instrument zur Selbstinszenierung und zur Demonstration von sozialem Status.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Bestattungskultur, dem Einfluss hellenistischer Einflüsse auf die römische Nobilität sowie der Verknüpfung von ökonomischem Reichtum mit dem Streben nach sozialem Ansehen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die römische Elite ihre Grabbauten strategisch nutzte, um soziales Kapital zu generieren und ihre Stellung innerhalb der sozialen Hierarchie zu manifestieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine interdisziplinäre Methode angewandt, die archäologische Funde und literarische Quellen mit der soziologischen Kapitaltheorie von Pierre Bourdieu verbindet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Quellen- und Forschungslage, methodische Grundlagen, die Auswirkungen der römischen Expansion auf den Luxus, die Entwicklung der Bestattungsformen sowie eine detaillierte Analyse der Grabbauten als soziales Kapital.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Römische Republik, Sepulkralkultur, soziales Kapital, Grabmonumente, Nobilität und Monumentalisierung.

Warum spielt der Begriff "Kapital" laut Bourdieu eine Rolle für die Grabkultur?

Bourdieu hilft zu erklären, wie ökonomischer Wohlstand (Grabkosten) in symbolisches und soziales Kapital umgewandelt wurde, um den Status der Familie im cursus honorum zu sichern.

Inwieweit beeinflusste der Hellenismus die römischen Grabmonumente?

Die römische Nobilität übernahm griechische Elemente wie Sarkophag-Stile, Friese und Heroenkult-Konzepte, um ihre eigene kulturelle Bildung und politische Bedeutung hervorzuheben.

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Details

Title
Luxus und Selbstdarstellung post mortem. Römische Grabbauten und das soziale Kapital ihrer Bauherren
College
University of Freiburg
Course
Aristokratische Herrschaft in der römischen Republik
Grade
1,3
Author
Benjamin Reichenbach (Author)
Publication Year
2020
Pages
15
Catalog Number
V584744
ISBN (eBook)
9783346162274
ISBN (Book)
9783346162281
Language
German
Tags
Römische Republik Grabbauten Archäologie Gräber Sepulkralkultur Tod Grabmal Hesberg funeral pompa funebris Bourdieu Soziales Kapital ökonomisches Kapital Hellenisierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Benjamin Reichenbach (Author), 2020, Luxus und Selbstdarstellung post mortem. Römische Grabbauten und das soziale Kapital ihrer Bauherren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/584744
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