Vorgänge wie der Verkauf von Unternehmen oder ein Börsengang wären ohne eine vorherige Unternehmensbewertung nicht oder nur beschränkt durchführbar. Die Globalisierung hat den Konkurrenzdruck jedoch erhöht, sodass die Diskussion über geeignete Verfahren erneut präsent ist.
Aus welchen Gründen finden Unternehmensbewertungen statt und welche Funktion haben sie? Welche Verfahren gibt es und worin unterscheiden sie sich? Wie lässt sich der Bewertungszweck ermitteln?
Kim Laura Geyer stellt verschiedene Konzepte der Unternehmensbewertung vor und erläutert, wie die Wertermittlung stattfindet. Anhand eines Fallbeispiels veranschaulicht sie die Funktionsweise der bevorzugten Verfahren, betont beim Vergleich der einzelnen Methoden aber auch die Bedeutung des Bewertungszwecks.
Aus dem Inhalt:
- DCF-Verfahren;
- Ertragswertverfahren;
- Realoptionsansatz;
- Wirtschaftsprüfung;
- FCF-Ansatz
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Anlässe einer Unternehmensbewertung
2.2 Skizzierung der Entwicklung der verschiedenen Werttheorien
3 Verfahren der Unternehmensbewertung
3.1 Vorstellung der Einzelbewertungsverfahren
3.1.1 Substanzwertverfahren mit Reproduktionswerten
3.1.2 Substanzwertverfahren mit Liquidationswerten
3.2 Veranschaulichung der Gesamtbewertungsverfahren
3.2.1 Ertragswertverfahren
3.2.2 Discounted Cashflow-Verfahren
3.2.3 Multiplikatorenverfahren
3.2.4 Realoptionsansatz
3.3 Betrachtung der Mischverfahren
3.3.1 Mittelwertverfahren
3.3.2 Übergewinnverfahren
3.4 Fallbeispiel eines fiktiven Unternehmens
3.5 Vergleich der unterschiedlichen Methoden
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die verschiedenen Konzepte der Unternehmensbewertung systematisch vorzustellen, deren Unterschiede aufzuzeigen und daraus abzuleiten, welche Verfahren in der Praxis bevorzugt Anwendung finden. Hierzu wird eine detaillierte Literaturrecherche mit Experteninterviews kombiniert.
- Grundlagen, Anlässe und Werttheorien der Unternehmensbewertung
- Differenzierung zwischen Einzel-, Gesamt- und Mischverfahren
- Anwendung des Ertragswertverfahrens und der Discounted Cashflow-Verfahren (DCF)
- Einsatz von Multiplikatorenverfahren als Indikationshilfe
- Praktische Veranschaulichung anhand des Fallbeispiels 'Aufzugsexperten AG'
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Substanzwertverfahren mit Reproduktionswerten
Das Substanzwertverfahren zählt zu den Einzelbewertungsverfahren. Dabei steht die stichtagsbezogene Ermittlung des Unternehmenswertes auf Basis der Bildung einer Summe der isoliert betrachteten Unternehmensbestandteile (Schulden sowie Vermögensgegenstände) im Mittelpunkt. Deren Menge sowie der gewählte Wertansatz sind daher für die Bestimmung des Wertes entscheidend. Im Zusammenhang mit dem Substanzwertverfahren mit Reproduktionswerten wird von einer Unternehmensfortführung ausgegangen. Dabei kommt der Unternehmenswert jenem Betrag gleich, der zum Nachbau des Unternehmens notwendig wäre. Werden die Schulden in die Wertermittlung einbezogen, so wird von einem Nettoreproduktionswert gesprochen. Werden sie hingegen außer Acht gelassen, handelt es sich um den Bruttoreproduktionswert. Zur Ermittlung des Nettowertes wird das nachfolgend angeführte Schema herangezogen.
In diesem Fall bilden die Bilanz und das Inventar die Basis für die Wertermittlung. Wie in Abbildung 3.1 ersichtlich, erfolgt eine differenzierte Bewertung des betriebsnotwendigen und nicht betriebsnotwendigen Vermögens. Letzteres kennzeichnet sich dadurch aus, dass im Fall eines Verkaufs keine Einschränkungen auf das eigentliche Geschäftsfeld entstehen. Ein Beispiel hierfür stellt ein privat genutzter Gebäudeteil des Betriebes dar. Hingegen handelt es sich bei einer Maschine, die zur Produktion von Bauteilen notwendig ist, um einen betriebsnotwendigen Vermögensgegenstand. Während zur Bewertung des betriebsnotwendigen Vermögens der Wiederbeschaffungsaltwert (Zeitwert) herangezogen wird, erfolgt die Veräußerung des nicht betriebsnotwendigen Vermögens zum Liquidationswert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung: Dieses Kapitel erläutert die Relevanz der Unternehmensbewertung für Käufer und Verkäufer und skizziert die methodische Zielsetzung der Arbeit anhand aktueller wirtschaftlicher Herausforderungen.
2 Theoretische Grundlagen: Hier werden die vielfältigen Bewertungsanlässe und die historische Entwicklung verschiedener Werttheorien behandelt sowie die Rollenverteilung zwischen Gutachter und Wirtschaftsprüfer erörtert.
3 Verfahren der Unternehmensbewertung: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Methoden wie Einzel-, Gesamt- und Mischverfahren sowie den Realoptionsansatz und vergleicht diese anhand eines Fallbeispiels.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, betont die Bedeutung kapitalwertorientierter Verfahren für die Zukunftsorientierung und reflektiert die Rolle der Digitalisierung im Bewertungsprozess.
Schlüsselwörter
Unternehmensbewertung, Ertragswertverfahren, DCF-Verfahren, Multiplikatorenverfahren, Substanzwertverfahren, Unternehmenswert, Kapitalisierungszinssatz, Bewertungsanlass, Unternehmensfortführung, Liquidationswert, Investitionsrechnung, Finanzierungsentscheidung, Marktpreis, Unternehmensanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet einen systematischen Überblick über die gängigen Verfahren der Unternehmensbewertung, deren Anlässe und Funktionen, um dem Leser eine Orientierung in der Bewertungspraxis zu geben.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die theoretischen Grundlagen der Werttheorien, die detaillierte Darstellung von Bewertungsmodellen sowie eine kritische Auseinandersetzung mit deren praktischer Anwendbarkeit.
Was ist das primäre Ziel der Bachelorarbeit?
Das Hauptziel ist es, die Konzepte zur Unternehmensbewertung vorzustellen, deren Unterschiede herauszuarbeiten und zu begründen, welche Methoden in der Praxis zur Ermittlung des Unternehmenswertes bevorzugt eingesetzt werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine ausführliche Literaturrecherche sowie Experteninterviews, um die Relevanz und Anwendungshäufigkeit der verschiedenen Bewertungsmethoden zu belegen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden Einzel-, Gesamt- und Mischverfahren sowie der Realoptionsansatz technisch erläutert, durch mathematische Ansätze untermauert und anhand eines Fallbeispiels veranschaulicht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Unternehmensbewertung, Ertragswertverfahren, DCF-Verfahren, Multiplikatorenverfahren und Kapitalisierungszinssatz definieren.
Welche Rolle spielt die Digitalisierung laut der Autorin?
Die Digitalisierung hat laut der Arbeit keinen nennenswerten Einfluss auf die Bewertungsmethodik selbst, kann aber die Verknüpfung von Daten effizienter gestalten und damit zur Qualitätsverbesserung beitragen.
Warum wird das Fallbeispiel 'Aufzugsexperten AG' verwendet?
Es dient als praxisnahe Veranschaulichung, um die theoretisch vorgestellten komplexen Berechnungsformeln und die Anwendung der verschiedenen Methoden direkt am Beispiel eines Unternehmens darzustellen.
- Arbeit zitieren
- Kim Laura Geyer (Autor:in), 2020, Methoden der Unternehmensbewertung. Ein Überblick über Anlass, Funktion und Zweck der Bewertungsverfahren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/584916