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Redundanzen in der modernen französischen Orthographie

Title: Redundanzen in der modernen französischen Orthographie

Seminar Paper , 2004 , 16 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Christian Schulze (Author)

French Studies - Linguistics
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Die französische Orthographie gilt allgemein als kompliziert, reich an Ausnahmen und schwierig erlernbar. „Son apprentissage est comparable à celui des tables de multiplications“, schreibt Bernard Fripiat und unterstreicht, dass oftmals nur auswendig gelernte Schreibungen helfen, korrekt zu schreiben, da der Unterschied zwischen gesprochenem und geschriebenem Französisch sehr markant ist. Dies kann in vielen Fällen durch Redundanzen in der französischen Orthographie begründet werden. Die vorliegende Arbeit liefert zum einen eine Beschreibung der Redundanzen in der aktuellen französischen Orthographie und geht zum anderen auch der Frage nach, inwieweit diese Redundanzen der einfachen Anwendbarkeit der französischen Rechtschreibung im Wege stehen. An einigen Stellen werden auch Überlegungen für eine Orthographiereform angestellt, doch im Fokus der Betrachtungen steht die Beschreibung und Bewertung der gegenwärtigen Orthographie. Im ersten Teil wird der Begriff der Redundanz aus linguistischer Sicht definiert und für die vorliegende Arbeit systematisiert. Der zweite Teil beschreibt das Verhältnis zwischen Phonemen und ihren möglichen Graphemen und greift damit einen wichtigen Teilbereich der Redundanzen auf. Der dritte Teil der Arbeit erörtert, woher die doppelten Konsonanten in der aktuellen Rechtschreibung stammen und warum auch sie als kompliziert gelten. Eine Beschreibung der stummen Buchstaben im Orthographiesystem liefert der vierte Teil. Hier wird Herkunft, Funktion und Bedeutung dieser Buchstaben nachgegangen. Im letzten Teil stehen grammatische Redundanzen im Mittelpunkt. Ihre Bedeutung und ihre tiefe Eingebundenheit in das französische Orthographiesystem werden erklärt.
Mit seiner Beschreibung des französischen Graphiesystems hat René Thimonnier eine richtungweisende umfangreiche Arbeit vorgelegt, die als wichtige Grundlage aller weiteren Studien zur französischen Orthographie gelten kann. Sie hat auch 37 Jahre nach der ersten Publikation wenig von ihrer Aktualität verloren. Thimonnier betont vor allem, dass die französische Orthographie historisch gewachsen ist und dadurch viele Eigenheiten und Unregelmäßigkeiten erklärbar sind. Er glaubt, eine einfache und praktikable Orthographie werde sich im Laufe der Zeit von selbst etablieren können. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Redundanzen in der aktuellen französischen Orthographie

2.1 Definition und Systematisierung von Redundanzen

2.2 Ein Phonem und 24 mögliche Grapheme

2.3 Le „chaos des lettres doubles“ – doppelte Konsonanten

2.4 Les lettres muettes – stumme Buchstaben

2.5 Grammatische Redundanzen

3. Schlussbetrachtung

4. Literaturverzeichnis

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von Redundanzen in der modernen französischen Rechtschreibung und analysiert, inwieweit diese die einfache Anwendbarkeit der Orthographie erschweren. Ziel ist es, die systematischen Ursachen für die Komplexität der französischen Schriftsprache aufzudecken und zu bewerten.

  • Linguistische Definition und Systematisierung des Redundanzbegriffs
  • Analyse der Phonem-Graphem-Korrespondenz und ihre Asymmetrien
  • Untersuchung von doppelten Konsonanten und stummen Buchstaben
  • Erörterung grammatischer Redundanzen als orthographische Besonderheit
  • Bewertung des Reformbedarfs vor dem Hintergrund von Effizienz und Logik

Auszug aus dem Buch

2.2 Ein Phonem und 24 mögliche Grapheme

Mit einer simplen Feststellung bringt René Thimonnier eines der Hauptprobleme der französischen Orthographie knapp auf den Punkt: „Dans l’alphabet français, les rapports phonèmes–graphèmes ne sont pas bi-univoques.“ In keiner anderen Sprache der Romania sind die Möglichkeiten, ein Phonem grafisch darzustellen, so vielfältig wie im Französischen. So listet Pierre Burney für [D] 24 mögliche Graphien auf, Ferdinand Brunot kommt auf 23 Möglichkeiten, den Nasalvokal [R] zu schreiben und Wolfgang Börner stellt bei der Inventarisierung des etwa 1000 Wörter umfassenden französischen Grundwortschatzes des Français Fondamental fest, dass für 41 Phoneme 74 Grapheme existieren, die sich wiederum in 33 Monographen, 35 Digraphen und 6 Trigraphen unterteilen.

Diese Beispiele zeigen, dass es quasi unmöglich ist, im Französischen nur nach Gehör zu schreiben, denn es fehlen verlässliche Phonem-Graphem-Korrespondenzen, die eben Basis einer redundanzfreien Orthographie wären. Die folgende Übersicht stellt beispielhafte einige Fälle dar, in denen für ein Phonem zahlreiche Möglichkeiten der Schreibung existieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der komplexen französischen Rechtschreibung ein und definiert die Untersuchung von Redundanzen als zentralen Gegenstand der Arbeit.

2. Redundanzen in der aktuellen französischen Orthographie: Dieser Hauptteil analysiert systematisch verschiedene Formen der Redundanz, von der Graphem-Vielfalt über doppelte Konsonanten bis hin zu stummen Buchstaben und grammatikalischen Markierungen.

2.1 Definition und Systematisierung von Redundanzen: Hier wird der theoretische Begriff der Redundanz linguistisch definiert und eine hierarchische Systematik für die französische Orthographie entwickelt.

2.2 Ein Phonem und 24 mögliche Grapheme: Dieses Kapitel verdeutlicht die Asymmetrie zwischen Laut und Schrift, bei der ein einzelnes Phonem durch eine Vielzahl unterschiedlicher Grapheme repräsentiert werden kann.

2.3 Le „chaos des lettres doubles“ – doppelte Konsonanten: Die Untersuchung befasst sich mit der etymologisch bedingten, aber für den Schreiber oft willkürlich wirkenden Verwendung von doppelten Konsonanten.

2.4 Les lettres muettes – stumme Buchstaben: Hier wird die Funktion und Problematik stummer Buchstaben analysiert, die zwar geschrieben, aber nicht gesprochen werden.

2.5 Grammatische Redundanzen: Der Abschnitt widmet sich der orthographe grammaticale, die grammatische Merkmale (wie Plural) im Schriftbild redundant markiert, um das Verständnis zu unterstützen.

3. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass die Redundanzen das Erlernen der Sprache erschweren, aber teilweise eine notwendige Funktion für die Eindeutigkeit geschriebener Texte erfüllen.

4. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und linguistischen Fachliteratur zur französischen Orthographie.

Schlüsselwörter

Französische Orthographie, Redundanz, Phonem-Graphem-Korrespondenz, Grapheme, stumme Buchstaben, orthographe grammaticale, Rechtschreibreform, Sprachwissenschaft, Schriftbild, Doppelkonsonanten, Etymologie, Sprachdidaktik, Sprachgeschichte, Schriftsystem, Linguistik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Phänomen der Redundanz innerhalb der modernen französischen Rechtschreibung und analysiert, warum diese das Erlernen der Sprache so komplex gestaltet.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen phonographische Asymmetrien, die Rolle von doppelten Konsonanten, das Auftreten stummer Buchstaben sowie die Funktion grammatischer Redundanzen im Schriftbild.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist eine systematische Beschreibung und Bewertung der orthographischen Redundanzen, um aufzuzeigen, wo die Schwachstellen für Lernende liegen und warum eine Reform der Rechtschreibung so schwierig ist.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Die Arbeit basiert auf einer linguistischen Analyse und Systematisierung des französischen Graphiesystems unter Einbeziehung relevanter Fachliteratur und historischer sowie aktueller linguistischer Theorien.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Redundanz, die Untersuchung von Phonem-Graphem-Diskrepanzen, die Problematik doppelter Konsonanten, die Rolle stummer Buchstaben und die Analyse der orthographe grammaticale.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Redundanz, Phonem-Graphem-Korrespondenz, orthographe grammaticale, etymologische Schreibung und das Problem der Rechtschreiblernen im Französischen.

Warum wird die französische Rechtschreibung oft als "kompliziert" bezeichnet?

Aufgrund der fehlenden biunivoken Beziehung zwischen Phonemen und Graphemen müssen Schreibende eine hohe Anzahl an Ausnahmen und Sonderfällen auswendig lernen, die lautlich nicht motiviert sind.

Welchen Stellenwert haben grammatische Informationen im Schriftbild?

Obwohl sie für den Schreiber eine Belastung und Fehlerquelle darstellen, sind sie essenziell, um die Eindeutigkeit des Inhalts und die grammatikalische Struktur eines Textes schnell erfassbar zu machen.

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Details

Title
Redundanzen in der modernen französischen Orthographie
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Romanistik)
Course
Proseminar 'Die französische Orthographie'
Grade
1,7
Author
Christian Schulze (Author)
Publication Year
2004
Pages
16
Catalog Number
V58498
ISBN (eBook)
9783638526708
ISBN (Book)
9783656777106
Language
German
Tags
Redundanzen Orthographie Proseminar Orthographie“
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Schulze (Author), 2004, Redundanzen in der modernen französischen Orthographie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58498
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