Die Arbeit analysiert, inwieweit Rohstoffe als vorteilhafte Investmentmöglichkeit bewertet werden können und ob das Beimischen dieser Anlageklasse zu einer Performanceoptimierung eines klassische Portfolios bestehend aus Aktien und Anleihen führen kann. Dazu werden die Grundlagen des Portfoliomanagements präsentiert. zunächst wird der Begriff der Performance und die dafür wichtigen Rendite- und Risikomaße definiert. Im Anschluss wird die Portfolio-Selection-Theorie von Harry Markowitz vorgestellt und die daraus resultierenden Erkenntnisse über die Vorteile der Portfoliobildung durch weiterführende Ergebnisse des Separationstheorems von James Tobin ergänzt. Letztere stützt sich dabei auf Beobachtungen des Kapitalmarktes, welche anschließend durch das Capital Asset Pricing Model (CAPM) fortgesetzt und erweitert werden. In dem letzten Abschnitt dieses Kapitels werden die Benchmark und die Sharpe Ratio als Möglichkeiten zu der Performancemessung vorgestellt.
Folgend werden zur Zielerreichung Rohstoffe im Anlagekontext theoretisch abgehandelt. Dazu wird nach der Definition und Kategorisierung des Rohstoffbegriffs die Charakterisierung von Rohstoffen als Anlageklasse vorgenommen. Aufgrund der hohen Wichtigkeit von Derivaten als Möglichkeit zur Nachbildung der Rohstoffpreisentwicklung und ihrer Bedeutsamkeit für Spekulations- oder Absicherungsgeschäfte, werden anschließend diese Finanzinstrumente erklärt. Dabei wird insbesondere auf Futures und Optionen eingegangen, welche ausgehend vom Volumen die wichtigsten Derivate für Rohstoffe darstellen. Darauffolgend werden die Rohstoffterminbörsen und die unterschiedlichen Beweggründe für ein Investment in Derivate auf Rohstoffe gezeigt. Als letzter Punkt dieses Kapitels kann die Funktionsweise beispielhafter Rohstoffindizes nachvollzogen werden.
Zuletzt wird die Frage geklärt, ob ein Investment in Rohstoffe vorteilhaft ist und sich positiv auf ein Aktien und Anleihen Portfolio ausüben kann. Dafür werden zuallererst die vergangenen Preisentwicklungen von Rohstoffen auf Grundlage verschiedener Zeiträume analysiert und mögliche Gründe für die Entwicklung genannt. Mithilfe dieser Vorgehensweise soll die Anlageklasse der Rohstoffe auch in Bezug auf die Preisentwicklung detaillierter beleuchtet werden, um eine Aussage über die Chancen und Risiken treffen zu können. Danach werden diese mit den Aktienkursentwicklungen verglichen um eventuelle Zusammenhänge herauszustellen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen des Portfoliomanagements
2.1 Einführung in die Performancemaße
2.2 Einführung in die Portfoliotheorie
2.2.1 Die Portfolio-Selection-Theorie
2.2.2 Zusammenstellung eines vielseitigen Portfolios
2.3 Die Kapitalmarkttheorien
2.3.1 Das Tobin-Separationstheorem
2.3.2 Das Capital Asset Pricing Model
2.4 Die Performancemessung
3 Rohstoffe und Rohstoffderivate im Anlagekontext
3.1 Rohstoffbegriff und Kategorisierung
3.2 Rohstoffe als eigene Anlageklasse
3.3 Rohstoffhandel mithilfe von Rohstoffderivaten
3.3.1 Derivatbegriff und Einsatzmöglichkeiten
3.3.2 Eigenschaften eines Futures
3.3.4 Rohstoffterminbörsen im historischen Kontext
3.3.5 Händlerprofile auf den Rohstoffterminmärkten
3.4 Rohstoffindizes zur Aggregation des Marktes
4. Portfoliooptimierung durch die Berücksichtigung von Rohstoffen
4.1 Fundamentale Analyse historischer Rohstoffpreise
4.1.1 Chancen, Risiken und Treiber der Rohstoffpreisentwicklung
4.1.2 Zusammenhang und Vergleich der Rohstoffpreis- und Aktienkursentwicklung
4.3 Auswirkungen des Beimischens von Rohstoffen in ein Aktien und Anleihen Portfolio
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert, inwieweit Rohstoffe als vorteilhafte Investmentmöglichkeit bewertet werden können und ob das Beimischen dieser Anlageklasse zu einer Performanceoptimierung eines klassischen Portfolios, das aus Aktien und Anleihen besteht, führen kann.
- Grundlagen des modernen Portfoliomanagements und der Performancemessung
- Kategorisierung und ökonomische Charakterisierung von Rohstoffen als Anlageklasse
- Bedeutung und Funktionsweise von Rohstoffderivaten und Termingeschäften
- Analyse der historischen Preisentwicklung von Rohstoffen und deren Korrelation zu anderen Anlageklassen
- Untersuchung der Auswirkungen von Rohstoffbeimischungen in Aktien- und Anleiheportfolios
Auszug aus dem Buch
3.3.2 Eigenschaften eines Futures
Unter einem Future wird nach Bruns / Meyer-Bullerdiek (2013) ein von der Terminbörse ausgegebener Kontrakt verstanden. Bei diesem verpflichtet sich der Verkäufer dazu, eine standardisierte Menge des Underlyings zu einem im Voraus bestimmten Preis, an einem in der Zukunft liegenden, festgelegten, Erfüllungszeitpunkt zu liefern. Der Käufer ist dagegen zu der Annahme verpflichtet. Die Qualität, der Fälligkeitszeitpunkt und die Menge der zu liefernden Basiswerte wird in Form von Kontraktspezifikationen von der Börse festgelegt, was dazu führt, dass lediglich der Preis und die Kontraktanzahl als Variablen vorliegen.
Bei Rohstoffen äußert sich nach Goldman Sachs (2016) die Standardisierung der Futures beispielsweise durch das Festlegen bestimmter chemischenr Eigenschaften, wie es bei Öl der Fall ist. Für diese Eigenschaften wird eine Spanne bestimmt, die angibt, wie weit die Merkmale des Rohstoffes von den Vorgaben abweichen dürfen. Besonders für diese Anlageklasse sind außerdem die unterschiedlichen Erfüllungszeitpunkte. Bei Rohstoffen des Energiesektors ist die monatliche Fälligkeit möglich. Dagegen können bestimmte Waren des Agrarsektors, wie beispielsweise Baumwolle, nur mit Fälligkeiten gehandelt werden, die in den Monaten März, Mai, Juli, Oktober oder Dezember liegen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die globale Relevanz von Rohstoffmärkten und die Motivation zur Diversifikation in einem Anlageportfolio.
2. Grundlagen des Portfoliomanagements: Erläuterung der Portfolio-Selection-Theorie, des Capital Asset Pricing Models (CAPM) und gängiger Performancemaße.
3 Rohstoffe und Rohstoffderivate im Anlagekontext: Klassifizierung von Rohstoffen sowie detaillierte Betrachtung von Derivaten wie Futures und Optionen im Rohstoffhandel.
4. Portfoliooptimierung durch die Berücksichtigung von Rohstoffen: Empirische Analyse historischer Daten zur Eignung von Rohstoffen als Diversifikationsinstrument in Aktien- und Anleiheportfolios.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse hinsichtlich der Eignung von Rohstoffen zur Optimierung von Risiko-Rendite-Profilen.
Schlüsselwörter
Rohstoffe, Rohstoffderivate, Portfoliomanagement, Portfolio-Selection-Theorie, Asset-Allokation, S&P GSCI, Volatilität, Sharpe Ratio, Futures, Diversifikation, Rendite, Marktrisiko, Inflation, Korrelation, Termingeschäfte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Rolle von Rohstoffen und Rohstoffderivaten als strategische Ergänzung in einem klassischen Anlageportfolio aus Aktien und Anleihen.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Themenfelder umfassen die Portfoliotheorie, die spezifischen Eigenschaften von Rohstoffen als Anlageklasse, den Handel mit Derivaten und die empirische Performanceanalyse.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, ob die Beimischung von Rohstoffen die Performance eines Aktien-Anleihen-Portfolios unter Berücksichtigung von Risikoaspekten verbessern kann.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es erfolgt eine theoretische Herleitung auf Basis der modernen Portfoliotheorie, kombiniert mit einer historischen Datenanalyse von Indizes wie dem S&P GSCI.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die theoretische Einordnung der Anlageklasse Rohstoffe sowie die rechnerische Untersuchung verschiedener Portfolio-Konstellationen.
Welche Keywords charakterisieren das Dokument?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Portfoliomanagement, Rohstoffderivate, Diversifikation, Volatilität und Risiko-Rendite-Optimierung definieren.
Warum spielt die Korrelation zwischen Anlageklassen eine so wichtige Rolle?
Die Korrelation bestimmt, wie stark sich unterschiedliche Anlagen im Preis parallel bewegen; eine niedrige Korrelation ist der Schlüssel zur erfolgreichen Risikoreduktion durch Diversifikation.
Welche Bedeutung haben Rohstoffindizes in der Untersuchung?
Rohstoffindizes dienen als repräsentative Abbilder für die Performance der gesamten Anlageklasse, da sie die Komplexität physischer Lieferungen vermeiden und handelbare Instrumente zur Verfügung stellen.
Beeinflusst die Inflation die Attraktivität von Rohstoffinvestments?
Ja, die Arbeit zeigt, dass Rohstoffe historisch eine positive Korrelation zur Inflationsentwicklung aufweisen und somit als Absicherungsinstrument fungieren können.
- Arbeit zitieren
- Phil Lehner (Autor:in), 2018, Rohstoffe und Rohstoffderivate im Portfoliomanagement. Bewertung als Investmentmöglichkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/585153