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Antonio Tabucchis "Il filo dell'orizzonte". Eine existenzielle Suche unter dem Deckmantel des Detektivromans

Titel: Antonio Tabucchis "Il filo dell'orizzonte". Eine existenzielle Suche unter dem Deckmantel des Detektivromans

Bachelorarbeit , 2013 , 35 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Rebecca Stelzer (Autor:in)

Romanistik - Italianistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit untersucht wie in "Il filo dell'orizzonte" (1986) von Antonio Tabucchi (1943-2012) mit Gattungskonventionen des klassischen Detektivromans verfahren wird, Strukturen und Elemente gegebenenfalls modelliert und moduliert werden und mit welcher Funktionalisierung.

In diesem Zusammenhang wird vermutet, dass Gattungsstrukturen in "Il filo" genutzt werden, um zunächst die eigentliche Intention des Textes zu verbergen, wobei auch hier nach der Funktion zu fragen ist. Um dies untersuchen zu können, muss zunächst festgelegt werden, wie der begriffliche und inhaltliche Rahmen eines klassischen Detektivromans abzustecken ist. Dafür wird zu Beginn der Arbeit der „klassische“ Detektivroman definiert (Kapitel II.1) und dessen gattungstypische Strukturen und Elemente (Kapitel II.2) angeführt, um diese für die Untersuchung von "Il filo"(Kapitel III) als Kriterien heranziehen zu können. Dabei wird insbesondere der typische Handlungsaufbau erläutert, den es in der Analyse mit "Il filo" zu vergleichen gilt. Da die Handlung im vorliegenden Werk vorrangig den Unternehmungen des Protagonisten folgt, werden Parallelen und Abweichungen vom typischen Schema insbesondere anhand seiner Schritte und Vorgehensweise aufgezeigt. Des Weiteren werden Erzählstrategien des klassischen Detektivromans (Kapitel II.2) mit denen in "Il filo" verglichen, um deren spezifische Umsetzung und Funktionalisierung im vorliegenden Werk herausstellen zu können.

Innerhalb der Untersuchung des Werkes (Kapitel III) werden die vorab formulierten Fragen anhand eines Vergleiches der Kriterien des klassischen Detektivromans mit denen in "Il filo" beantwortet. Abschließend werden die Ergebnisse der Analyse in einem Fazit zusammengefasst (Kapitel IV).

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Der klassische Detektivroman

II.1. Definition des klassischen Detektivromans

II.2. Der Aufbau des klassischen Detektivromans

III. Eine Untersuchung von Il filo dell‘orizzonte

III.1. Il filo dell’orizzonte - Ein klassischer Detektivroman?

III.2. Von der Detektion zur existenziellen Suche

IV. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Antonio Tabucchis Roman "Il filo dell’orizzonte" hinsichtlich seiner Verwendung, Dekonstruktion und Modifikation der Gattungskonventionen des klassischen Detektivromans. Ziel der Forschungsarbeit ist es zu analysieren, ob und wie der Roman als postmoderne Variante dieses Genres fungiert und inwiefern dabei eine existenzielle Selbstsuche unter dem Deckmantel der Kriminalhandlung verborgen liegt.

  • Analyse der Gattungskonventionen des klassischen Detektivromans
  • Untersuchung der strukturellen Abweichungen in "Il filo dell’orizzonte"
  • Deutung der existenziellen Dimensionen der Suche des Protagonisten Spino
  • Interpretation der Funktion von Metaebenen, Intertextualität und Akausalität
  • Einordnung des Werkes in den Kontext der Postmoderne

Auszug aus dem Buch

III.1. Il filo dell’orizzonte - Ein klassischer Detektivroman?

Der Protagonist in Il filo ist Spino, der als Pathologe eines Leichenschauhauses eines Nachts mit der Leiche eines Mannes konfrontiert wird. Der Tote trägt den offenbar falschen Namen „Carlo Nobodi“ und scheint identitätslos zu sein. Es wird angenommen, dass er in einer Schießerei gestorben ist, nachdem die Polizei in eine Wohnung von vermutlich Kriminellen eindringen wollte und die Bewohner daraufhin das Feuer eröffneten. Nachdem Spino des Desinteresse der Behörden am Toten bemerkt, begibt er sich auf die Suche nach der Vergangenheit und der Identität des rätselhaften Fremden -dies wird dem Rezipienten zumindest suggeriert. Nach Spinos ersten Nachforschungen, die zu keinen Ergebnissen führen, erhält er plötzlich geheimnisvolle Hinweise, die ihn an immer neue Orte führen. Dem Rezipienten bleiben der Hintergrund und Inhalt dieser Hinweise verborgen, weshalb sich für ihn immer neue Fragen auftun, die jedoch auf keine Auflösung zuzulaufen scheinen. Antworten verschieben sich, je näher man ihnen zu kommen glaubt -wie die Linie des Horizonts.

Zunächst beginnt Il filo gattungstypisch mit der Darstellung des Endes einer Verbrechensgeschichte (vgl. Kapitel II.2), nämlich mit der Einlieferung eines Toten in ein Leichenschauhaus. Außer einem falschen Namen ist jedoch nichts über dessen Identität, Herkunft oder Todesumstände bekannt. Ferner legt der Name des Toten „Carlo Nobodi“, der auf das englische Wort „nobody“, (dt. ‚niemand‘) referiert, nahe, dass dessen Identität ungewiss und er im weitesten Sinne ein „Niemand“ bleiben könnte. Dies widerspricht dem klassischen Detektivroman, in dem das Opfer von Anbeginn bekannt ist. Trotz der unbekannten Fakten hat für Spino alles „un’evidenza definitiva“ (Il filo, S. 20), was dem Rezipienten zunächst suggeriert, dass der Tod und die Identität des Unbekannten im Handlungsverlauf aufgeklärt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung führt in das Werk "Il filo dell’orizzonte" ein und stellt die Forschungsfrage nach dem Umgang mit den Gattungskonventionen des Detektivromans.

II. Der klassische Detektivroman: Dieses Kapitel definiert den Begriff des klassischen Detektivromans und erläutert dessen typische Strukturen und Elemente als Vergleichsmaßstab.

III. Eine Untersuchung von Il filo dell‘orizzonte: Das Hauptkapitel vergleicht die im Roman genutzten Erzählstrategien mit denen des klassischen Detektivromans und deckt die existenzielle Tiefe hinter der Kriminalhandlung auf.

IV. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Tabucchi das Genre des Detektivromans dekonstruiert, um eine metaphysische und existenzielle Reflexion zu ermöglichen.

Schlüsselwörter

Antonio Tabucchi, Il filo dell’orizzonte, Detektivroman, Gattungskonventionen, Postmoderne, Existenzielle Suche, Intertextualität, Unbestimmtheitsstellen, Dekonstruktion, Identität, Metaebene, Kriminalliteratur, Metafiktion, Narratologie, Spinoza.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie Antonio Tabucchi in seinem Roman "Il filo dell’orizzonte" die Strukturen eines klassischen Detektivromans aufgreift, ironisiert und schließlich dekonstruiert.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Spannung zwischen Gattungskonventionen, dem Spiel mit Erwartungshaltungen des Lesers, der Bedeutung von Intertextualität und der existenziellen Selbstsuche des Protagonisten.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Es soll aufgezeigt werden, dass der Roman keine klassische Kriminalgeschichte erzählt, sondern den Rahmen des Detektivromans nutzt, um tiefere philosophische Fragen über Identität und die Mehrdeutigkeit des Lebens zu behandeln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet literaturwissenschaftliche Gattungsanalyse, Textanalyse und den Vergleich mit klassischen Modellen der Detektivliteratur sowie postmodernen Erzählstrategien.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert, wie der Roman durch elliptisches Erzählen, den Einsatz von "Unbestimmtheitsstellen" und die Verweigerung einer Auflösung des Kriminalfalls den Leser in einen aktiven, aber letztlich im Unklaren bleibenden Suchprozess einbindet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Postmoderne, Dekonstruktion, existenzielle Suche, Intertextualität, Metaebene und die Gattungskritik des Detektivromans.

Warum wird der Begriff "Deckmantel" in Bezug auf den Detektivroman verwendet?

Der "Deckmantel" bezeichnet die bewusste Nutzung der klassischen Detektivstruktur als Vorwand, um eine eigentlich existenzielle Suche nach Selbsterkenntnis und Identität zu tarnen.

Welche Bedeutung hat das Ende des Romans für die Interpretation?

Das offene, ambigue Ende, in dem der Protagonist im Dunkeln verschwindet, unterstreicht die Absage des Autors an eine logische, abgeschlossene Auflösung und spiegelt die Unzugänglichkeit existenzieller Wahrheit wider.

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Antonio Tabucchis "Il filo dell'orizzonte". Eine existenzielle Suche unter dem Deckmantel des Detektivromans
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Romanische Philologie)
Note
1,3
Autor
Rebecca Stelzer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
35
Katalognummer
V585227
ISBN (eBook)
9783346189875
ISBN (Buch)
9783346189882
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Italienisch Literatur Philologie Antonio Tabucchi Detektivroman Kriminalroman Der Rand des Horizonts Il filo dell'orizzonte Postmoderne Umberto Eco Italo Calvino 1990 Gattung Konventionen trivial Edgar Allan Poe Agatha Christie Identitätssuche Detektiv
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Rebecca Stelzer (Autor:in), 2013, Antonio Tabucchis "Il filo dell'orizzonte". Eine existenzielle Suche unter dem Deckmantel des Detektivromans, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/585227
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Leseprobe aus  35  Seiten
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