Die Ziele der Sozialen Marktwirtschaft. Die Effektivität ihrer Maßnahmen aus heutiger Sicht


Hausarbeit, 2020

15 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Allgemein
2.1 Definition der sozialen Marktwirtschaft
2.2 Ziele dersozialen Marktwirtschaft
2.3 Vertreter der sozialen Marktwirtschaft
2.3.1 Ludwig Erhardt
2.3.2 Alfred Muller-Armack

3. Akteure der sozialen Marktwirtschaft
3.1 Rolle des Staats
3.1.1 Staatliche Maftnahme am Beispiel der Abwrackpramie
3.1.2 Staatliche Maftnahmen erneuerbarer Energien und Energieeffizienz
3.2 Rolle der Europaischen Zentralbank

4. Vergleich zur freien Marktwirtschaft

5. Kritik an der sozialen Marktwirtschaft
5.1 Wie sozial ist die „soziale Marktwirtschaft“?
5.2 Ist die soziale Marktwirtschaft noch zeitgemaft?

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die wissenschaftliche Hausarbeit zu dem Thema der sozialen Marktwirtschaft be- schaftigt sich einerseits mit der Theorie, der Entwicklung sowie den Vertretern der sozialen Marktwirtschaft und analysiert andererseits, wie gut die Theorie auch in die Praxis umgesetzt wird. Alfred Muller-Armack und Ludwig Erhard pragten die Entste- hung der sozialen Marktwirtschaft. Welche Bedeutung haben die Personlichkeiten heute fur uns. Es wird hinterfragt, wie gut die vereinbarten Ziele erreichbar sind und wie effektiv die Maftnahmen sind die ergriffen werden. Da nicht alle Ziele gleichzeitig erfullbar sind und sich Ziele gegenseitig beeinflussen, wird auch hier der Balanceakt bewertet, der hinter der Erfullung der Ziele steckt. Ebenfalls wird analysiert, inwiefern die soziale Marktwirtschaft den sozialen Aspekt erfullt und ob die soziale Markwirt- schaft so noch in die heutige Zeit passt. Es wird beurteilt, ob der soziale Aspekt ge- nugend berucksichtigt wird. Aufterdem wird beurteilt, wie gut bisherige Maftnahmen gewirkt haben und wo es noch Handlungsbedarf gegeben hatte. Es wird geschaut, wie die Maftnahmen effektiver sein konnen. In Bezug auf den sozialen Punkt wird ebenfalls gepruft, ob die Eingriffe tatsachliche eine Verbesserung im Sozialbereich bewirken und wer eigentlich am meisten davon profitiert. Hierbei werden bestimmte Beispiele der letzten Jahre genutzt, um diese genauer zu beleuchten. Einer der be- kanntesten Maftnahmen war hierbei die Abwrackpramie im Jahr 2009. Welche Ver- anderungen oder Herausforderungen mussen nach den vergangenen Jahrzenten der Einfuhrung bewaltigt werden? Mit dieser und weiteren Fragen beschaftigt diese wissenschaftliche Ausarbeitung.

2. Allgemein

2.1 Definition der sozialen Marktwirtschaft

Bei der sozialen Marktwirtschaft handelt es sich um ein wirtschaftspolitisches Leit- bild, welches durch Alfred Muller-Armack und Ludwig Erhard ab 1948 verwirklicht wurde. Zunachst wurde diese Wirtschaftsform nur in der Bundesrepublik (BRD) ein- gefuhrt wahrend die Deutsche Demokratische Republik (DDR) weiterhin in der sozi- alistische Zentralplanwirtschaft (auch Planwirtschaft genannt) lebte.

Der Begriff der sozialen Marktwirtschaft beschreibt formell und materiell die bundes- deutsche Wirtschaftsordnung. Erst im Jahre 1990 wurde die soziale Marktwirtschaft im Rahmen der Wiedervereinigung zwischen der BDR und der DDR durch den Staatsvertrag uber die Wahrungs-, Wirtschafts- und Sozialunion als gemeinsame Wirtschaftsordnung formell festgehalten. Der Vertrag legt die Ubernahme des wirt- schafts-und sozialpolitischen Systems der Bundesrepublik sowie der Einfuhrung der D-Mark als alleiniges Zahlungsmittel fur ganz Deutschland formell fest.

In materieller Hinsicht wird die soziale Marktwirtschaft unteranderem durch den freien Wettbewerb und der freien Preisbildung gekennzeichnet. Wahrend in der DDR, wo durch die Planwirtschaft der Staat regelte, wer zum Beispiel Guter produ- zieren und verkaufen kann und zu welchem Preis, besteht nun die Freiheit, dass selbststandig daruber entschieden werden kann. Auch kann der Arbeiter nun selber entscheiden, wo und fur welches Unternehmen er welche Tatigkeit ausuben mochte. Zuvor wurde auch das in der DDR vomStaat mitentschieden. DiesozialeMarktwirt- schaft diente als Verbindung des Neoliberalismus, der ChristlichenSoziallehre und dem Freiheitlichem Sozialismus. Es sollte ein Mittelweg zwischen dem Kapitalismus und dem Sozialismus eroffnen.1

2.2 Ziele der sozialen Marktwirtschaft

Die Ziele der sozialen Marktwirtschaft wurden bereits im Jahr 1967 im „Gesetz zur Forderung der Stabilitat und des Wachstums der Wirtschaft“ festgelegt. Das oberste Ziel ist das gesamtwirtschaftliche Gleichgewicht, welches durch weitere Ziele als Maftnahmen erreicht werden soll. Die vier Ziele lauten: Stabilitat des Preisniveaus - hierbei soll die Inflationsrate unter einem Prozent bleiben, ein hohes Beschaftigungs- verhaltnis - die Zahl der Arbeitslosen soll unter 0,8 Prozent sein, ein auftenwirt- schaftliches Gleichgewicht -der Export soll in etwa gleich mit dem Import sein, sowie ein angemessen und stetiges Wirtschaftswachstum -das Wirtschaftswachstum soll etwa vier Prozent betragen, ohne dabei zu sehr zu schwanken.2 Die Ziele werden oft auch als „magisches Viereck“ bezeichnet, da diese in der Theorie nicht gleichzeitig erfullbar seien. So herrscht zwischen den Zielen Wirtschaftswachstum und hoher Beschaftigungsstand eineZielkomplementaritat. Sind Ziele komplementar zu einan- der, so wirken sich Maftnahmen fur das eine Ziel positiv auf das andere Ziel aus. Die Ziele storensich nicht gegenseitig und konnen zumindest nacheinander erfullt wer- den. Andererseits kommt es bei dem Ziel der Preisniveaustabilitat zu einem Zielkonflikt zwischen dem Wirtschaftswachstum sowie dem hohen Beschaftigungs- stand. Das bedeutet, dass sich die Maftnahmen fur die beiden Ziele jeweils negativ auf das Ziel der Preisniveaustabilitat auswirkt.3 Haufig kommt es zu Erweiterung der Ziele zu einem sogenannten „magischen Sechseck“ sodass die Ziele Umwelt- schutz und die gerechte Einkommensverteilung miterfasst werden.

2.3 Vertreter der sozialen Marktwirtschaft

Zu den wichtigsten Vertretern der sozialen Marktwirtschaft gehoren unter anderem Ludwig Erhardt und Alfred Muller-Armack. Sie haben die Entstehung und die Einfuh- rung der sozialen Marktwirtschaft begleitet und werden auch in Zukunft mit der Wirt- schaftsordnung in Verbindung gebracht werden.

2.3.1 Ludwig Erhardt

Ludwig Erhard wurde am 04.02.1897 in Fuhrt geboren. Nach seinem Studium der Betriebswirtschaft, Nationalokonomie und Soziologie an der Universitat Frankfurt/Main. wird er zum promovierten Okonomen. Im Jahre 1948 hat er zum ersten Mal Kontakt zur Politik, indem er fur die Christlichen Demokrati- schen Union (CDU) in Wurttemberg-Baden fur die erste Bundestagswahl kandidiert. Dabei war er zu diesem Zeitpunkt noch kein Mitglied der CDU.4 Nach der Wahl ist er dann Wirtschaftsminister des ersten Kabinetts Adenauers. „Er zeichnete damit fur die Wirtschaftspolitik in den westlichen Besatzungszonen verantwortlich und begann nun zielstrebig das von ihm mit entwickelte wirtschaftspolitische Konzept der "Sozi- alen Marktwirtschaft" (der Begriff war von seinem Mitstreiter Alfred Muller-Armack gepragt worden) in die Tat umzusetzen.“5 Im Jahre 1953 wird er erneut zum Wirt- schaftsminister gewahlt und veroffentlicht sein erstes Buch „Deutschlands Ruckkehr zum Weltmarkt“. Insgesamt wurde Ludwig Erhard viermal zu Wirtschaftsminister ge- wahlt. Ebenfalls wurde er in den Jahre 1957 bis 1961 zweimal zum Vizekanzler er- nannt. Im Jahr 1965 wird Ludwig Erhard Bundeskanzler Deutschlands, nach dem Konrad Adenauer seinen Posten abgegeben hatte. Auch im Jahre 1965 kommt es bei den Bundestagswahlen zu einer Wiederwahl und er blieb weiterhin Bundeskanz- ler, allerdings tritt er bereits November 1966 von seinem Amt als Bundeskanzler zuruck, bleibt aberweiterhin politisch aktiv. Erwird als Vater des Wirtschaftswunders gefeiert.

2.3.2 Alfred Muller-Armack

Alfred Muller-Armackwurde am 28.06.1901 in Essen geboren. Nach seinem Besuch des Goethe-Gymnasiums studiert er Volks- und Staatswissenschaften in Koln. Dort promovierte er zum Doktor der Staatswissenschaften und erhielt die Habitation im Jahre 1926 als Dozent an der Universitat Koln. Anschlieftend wurde er im Jahre 1934 zum aufterordentlichen Professor ernannt, erhielt eine Professorenstelle in Munster und lehrte dort Nationalokonomie und Kultursoziologie, insbesondere Religionssozi- ologie. Er kehrte im Jahre 1950 nach Koln zuruck und wurde ordentlicher Professor fur den Bereich Wirtschaftliche Staatswissenschaft an der Universitat Koln. Durch seine vielzahligen Veroffentlichungen auf den Gebieten derWirtschaftswissenschaf- ten und der Kultursoziologie, insbesondere auch der Religionssoziologie ist er her- vorgetreten und pragte somitden Begriff dersozialen Marktwirtschaft. „AlsNational- okonom gehorte er zu der sogenannten "Freiburger Schule", deren wirtschaftspoliti- sche Lehrmeinung einen Weg zwischen Kapitalismus und Kollektivismus zu finden bestrebt war. Die Idee der "sozialen Marktwirtschaft" hat hier ihre Wurzel.“6 Bevor Alfred Muller-Armackm Jahr1958 durch Ludwig Erhard Staatssekretar fur dasBun- deswirtschaftsministerium in dem Bereich fur europaische Angelegenheiten wurde, war ein Leiter der Abteilung Wirtschaftspolitik in Bundeswirtschaftsministerium. Alf­red Muller Armack wurde „eine Art Planungschef fur Erhard"7 und arbeitet mit an der Europaische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG), wodurch er grofte Verdienste einrau- men konnte. Erkonnte in seinerLaufbahn uberverschiedene Auszeichnung und Eh- rungen erfreuen. So wurde erunteranderemin Jahr1962 mitdemBundesverdienst- kreuz mit Stern und Schulterband geehrt und erhielt im Jahr 1965 den Titel des Eh- rendoktors an der Universitat Wien. Im Jahr 1976 wurde ihm „die Ludwig-Erhard- Medaille als erster Preistrager der vom Altkanzler gestifteten Auszeichnung fur Ver- dienste um die soziale Marktwirtschaft“8 uberreicht.

[...]


1 Vgl. Klump, Prof. Dr. Rainer: Wirtschaftspolitik: Instrumente, Ziele und Institutionen, 2013, S. 200

2 Vgl. Weifcer, Ulfried, Erfolgsmodell der Sozialen Marktwirtschaft Das System, die Akteure und ihre Interessen verstehen, 2017, S. 420

3 Vgl. Beeker, Detlef, Wirtschaftspolitik kompakt und praxisorientiert, 2011, S. 16f.

4 Vgl. https://www.hdg.de/lemo/biografie/ludwig-erhard.html , Zugriff am 07.12.2019.

5 https://www.munzinger.de/search/document?id=00000000331&type=text/html&template=/publikatio- nen/personen/document.jsp&preview=0, Zugriff am 08.12.2019.

6 http://www.munzinger.de.ezproxy.stadt-koeln.de/document/00000005060, Zugriff am 08.12.2019

7 http://www.munzinger.de.ezproxy.stadt-koeln.de/document/00000005060, Zugriff am 08.12.2019

8 http://www.munzinger.de.ezproxy.stadt-koeln.de/document/00000005060, Zugriff am 08.12.2019

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Details

Titel
Die Ziele der Sozialen Marktwirtschaft. Die Effektivität ihrer Maßnahmen aus heutiger Sicht
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Köln
Autor
Jahr
2020
Seiten
15
Katalognummer
V585244
ISBN (eBook)
9783346165138
ISBN (Buch)
9783346165145
Sprache
Deutsch
Schlagworte
effektivität, maßnahmen, marktwirtschaft, sicht, sozialen, ziele
Arbeit zitieren
Veronika Sablik (Autor), 2020, Die Ziele der Sozialen Marktwirtschaft. Die Effektivität ihrer Maßnahmen aus heutiger Sicht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/585244

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