Hedge Fonds. Chancen und Risiken für Privatanleger

Eine empirische Untersuchung


Bachelorarbeit, 2006

35 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Verzeichnis der Darstellungen und Tabellen

1 Einleitung

2 Hedge Fonds
2.1 Begriffsklärung
2.2 Abgrenzung zu traditionellen Investmentfonds
2.3 Unterschiedliche Strategien von Hedge Fonds
2.4 Unterschiedliche Produkte

3 Der deutsche Markt für Hedge Produkte
3.1 Investmentmodernisierungsgesetz
3.2 Anlagevolumen und Mittelzufluss in Hedge Fonds in Deutschland
3.3 Anbieter in Deutschland

4 Chancen und Risiken für Privatanleger
4.1 Chancen für Anleger
4.2 Risiken für Anleger
4.3 Chancen – Risikovergleich mit anderen Anlagen

5 Empirische Untersuchung
5.1 Aufbau, Durchführung und Ziel der Untersuchung
5.2 Aufbau des Fragebogens
5.3 Ergebnisse
5.3.1 Produktart und Anbieter
5.3.2 Chancen
5.3.3 Risiken
5.3.4 Produkterwerb
5.3.5 Kosten
5.3.6 Beratungsqualität
5.4 Kritische Würdigung der Ergebnisse

Anhang

Literaturverzeichnis

Internetquellenverzeichnis

Versicherung

Verzeichnis der Darstellungen und Tabellen

Abbildung 2.1: Hedge Fonds Strategien

Abbildung 4.1: Diversifikationseffekt

Abbildung 4.2: Rendite-Risiko-Verteilung

Abbildung 5.1: Fragebogen Seite 1

Abbildung 5.2: Fragebogen Seite 2

Abbildung 5.3: Befragte Unternehmen & Empfohlene Produkte

Abbildung 5.4: Angebotene Produktart

Abbildung 5.5. Verfolgte Strategien

Abbildung 5.6: Rendite-Risikovergleich Tabelle

Abbildung 5.7: Steuerliche Vorteile

Abbildung 5.8: Risiko-Renditeprofil

Abbildung 5.9: Absicherungen

Abbildung 5.10: Produkterwerb

Abbildung 5.11: Haltedauer

Abbildung 5.12: Mindestanlagesumme

Abbildung 5.13: Kosten

Abbildung 5.14: Beratungsqualität

Abbildung 5.15: Bewertung der Beratung

Abbildung 5.16: Gesprächsdauer

1 Einleitung

Hedge Fonds rücken seit Jahren immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit. Sie schrieben hohe Gewinne im Zeitraum von 2000 – 2003, während alle wichtigen Börsen der Welt fielen. Im Rahmen des Investmentmodernisierungsgesetzes vom 1. Januar 2004 wurde dem deutschen Privatinvestor die Möglichkeit eröffnet direkt in Hedge Fonds zu investieren. Im Jahr 2005 sind Hedge Fonds in Deutschland vor allem durch den Einstieg als Grossaktionär bei der Deutschen Börse AG und der vom Bundesminister für Soziales und Arbeit Franz Müntefering ins Leben gerufene „Heuschrecken Diskussion“, auf zahlreichen Titelblättern von Fachmagazinen erschienen. Im Fall der Deutschen Börse AG stiegen zwei grosse amerikanische Hedge Fonds als Grossaktionäre ein und zwangen Deutsche-Börse-Chef Werner Seifert zum Rücktritt.[1]

Viele Privatanleger wissen jedoch wenig über diese alternativen kapitalstarken Anlagefonds. Zwei unterschiedliche Meinungen herrschen vor. Für die eine verfolgen Hedge Fonds intransparente und risikoreiche Anlagestrategien. Hierfür wird oft das Negativbeispiel des Long Term Capital Managed Fonds genannt, der sich im Jahre 1998 verspekulierte und nur durch die finanzielle Hilfe von Gläubigerbanken in Milliardenhöhe gerettet werden konnte.[2] Demgegenüber steht die Meinung, dass die Beimischung von Hedge Fonds das Risiko von traditionellen Anlage- und Aktienportfolios verringert, und durch ihre marktunabhängigen Anlagestrategien die Performance steigern.[3]

Diese Bachelor Thesis versucht durch eine empirische Untersuchung festzustellen, welche Hedge Fonds Produkte dem deutschen Privatinvestor von Anlageberatern angeboten werden und über welche Wege der Investor sie beziehen kann. Zudem soll die Beratungsleistung qualitativ bewertet und die von den Beratern angesprochenen Chancen und Risiken festgehalten werden.

Kapitel 2 klärt den Begriff des Hedge Fonds. Dies ist notwendig, da der Begriff durch bloße Übersetzung oft falsch verstanden wird. Im Anschluss werden die von den Fondsmanagern angewandten Strategien erläutert und die wichtigsten Hedge Produktarten, in die ein Privatanleger investieren kann, vorgestellt.

Kapitel 3 beschäftigt sich mit der Situation in Deutschland. Es beschreibt unter anderem die Änderungen durch das Investmentmodernisierungsgesetz, und wie sich die Hedge-Fondsbranche seitdem entwickelt hat. Des Weiteren werden die wichtigsten Anbieter und deren Produkte vorgestellt.

Kapitel 4 gibt die Performanceentwicklung von Hedge Fonds im Vergleich zu den wichtigsten anderen Indizes wieder. Außerdem wird dargestellt welche Chancen und Risiken die Fachliteratur einräumt.

Kapitel 5 welches den Schwerpunkt der Arbeit darstellt beschreibt den Vorgang der empirischen Untersuchung. Die Ergebnisse werden im Anschluss ausgewertet und diskutiert.

2 Hedge Fonds

2.1 Begriffsklärung

Der englische Begriff „Hedge“ ins Deutsche übersetzt bedeutet Schutz oder Absicherung. An der Börse ist ein Hedge-Geschäft ein Sicherungsgeschäft, durch das man versucht Verluste aus einem anderen Geschäft auszugleichen.[4] In der Fondsbranche ist der Begriff auf Alfred Winslow Jones zurückzuführen, der 1949 den ersten Hedge Fonds gründete. Seine Anlagestrategie zielte durch geschickte Gewichtung seiner Investments darauf ab Marktrisiken zu verringern.[5] Auf Grund dieser Tatsachen ist man verleitet einen Hedge Fonds als abgesicherten Fonds zu definieren. Dies ist jedoch nicht bei allen Hedge Fonds der Fall. Manche Hedge Fonds verfolgen Strategien, die mit hohen Risiken verbunden sind.

Hedge Fonds gehören zu der Gruppe der alternativen Investments. Unter diese Gruppe fallen auch Anlagen in Rohstoffe, Edelmetalle, Kunstgegenstände und Private Equity Gesellschaften.

Eine Definition für den Begriff Hedge Fonds zu finden gestaltet sich schwierig, da sich die einzelnen Fonds sehr stark unterscheiden. Allgemein handelt es sich um Investmentfonds oder ähnliche Unternehmen, die Derivate[6] benutzen, Leerverkaufen[7] und Fremdkapital einsetzen um höhere Renditen zu erzielen.[8]

2.2 Abgrenzung zu traditionellen Investmentfonds

Genau wie bei traditionellen Investmentfonds gibt der Investor dem Fondsmanager zu betreuendes Kapital. Der Fondsmanager arbeitet mit dem Kapital und versucht einen Wertzuwachs zu kreieren. Traditionelle Investmentfonds legen in Aktien, Renten oder aber auch in beides an. Der Fondsmanager hat die Aufgabe das Kapital je nach Marktlage umzuschichten. Der Wert des Fonds korreliert sehr stark mit dem Gesamtmarkt, an dem sich der Fondsmanager orientiert. Fallen die Aktien- bzw. Rentenmärkte, dann fällt auch der Wert des Anlageportfolios.

Bei Hedge Fonds hat der Manager die Möglichkeit auf die einzelnen Marktsituationen flexibel zu reagieren. Seine Hauptaufgabe ist es nicht besser als der Markt zu sein, sondern in jeder Marktsituation stetige positive Gewinne zu erwirtschaften. Durch die Möglichkeit Leerverkäufe zu tätigen, kann er zum Beispiel Gewinne bei fallenden Märkten kreieren. Hedge Fonds unterliegen im Allgemeinen nur geringen Regulationen. Durch eine erfolgsbezogene Bezahlung des Fondsmanagers wird gewährleistet, dass die Interessen des Investors vertreten werden.[9]

2.3 Unterschiedliche Strategien von Hedge Fonds

Hedge Fonds verfolgen Absolut-Return-Strategien, die darauf abzielen unter allen Marktumständen Gewinne zu erzielen.[10] Die Strategien der einzelnen Fondsmanager variieren stark und können annäherungsweise unter die vier Hauptkategorien Long/Short Equity, Event-Driven, Global Macro und Relative Value Strategien zusammengefasst werden.[11] Diesen Kategorien sind mehrere Unterstrategien zugeordnet; wendet der Fondsmanager mehr als eine an, spricht man von einer Mixed-Strategie.

Abbildung 2.1: Hedge Fonds Strategien[12]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Long/Short Equity

Bei dieser Strategie kauft der Fondsmanager seiner Meinung nach unterbewertete Wertpapiere und verkauft seiner Meinung nach überbewertete Wertpapiere leer.[13] Leerverkaufen heißt in diesem Fall, dass der Manager Aktien verkauft, die er sich von einer dritten Person nur ausgeliehen hat. Bei einem Leerverkauf spekuliert der Manager auf fallende Kurse, und hofft die geliehenen Aktien später günstiger zurückzukaufen, um sie dem Verleiher zurückzugeben. Die Differenz zwischen dem Verkaufskurs und dem Wiedereinkaufskurs ist der Gewinn beziehungsweise Verlust des Managers.[14]

Durch die Long/Short Equity Strategien hat der Manager die Möglichkeit von steigenden, wie auch fallenden Märkten zu profitieren. Dies macht den Fonds unabhängig vom Gesamtmarkt. Jedoch ist hier die Fähigkeit des Managers Marktsituationen richtig einzuschätzen sehr wichtig.

Relative Value

Bei den Relative Value Strategien wird durch die Ausnutzung von Preisineffizienzen an den Finanzmärkten versucht Gewinne zu erzielen. Dabei steht die aktuelle Lage des Marktes eher im Hintergrund.[15]

Hier werden Wertpapiere von Unternehmen gleicher Branche zeitgleich erworben und leer verkauft. Der Manager spekuliert darauf, dass Aktie A bei steigenden Märkten stärker steigt als Aktie B dieser Branche (bzw. bei fallenden Märkten eine Aktie schneller fällt als die andere). In diesem Fall würde er Aktie A kaufen und Aktie B leer verkaufen. Durch diese Strategie neutralisiert er das Marktrisiko, da falls die gesamte Branche steigt oder fällt der Gewinn bzw. Verlust von Aktie A, immer den Verlust bzw. Gewinn von Aktie B ausgleicht. Der Manager erzielt Gewinn wenn seine Spekulation aufgeht, dass sich die Aktien des Unternehmens A besser entwickeln als die des Unternehmens B.

Event-Driven

Bei den Event-Driven Strategien kauft bzw. verkauft der Manager Aktien von Unternehmen, bei denen Restrukturierungen, Mergers, Liquiditationen, Pleiten oder ähnliche Situationen bevorstehen.[16] Meist steigen oder fallen die Kurse dieser Aktien sehr stark. Der Preis wird eher von Massenkäufen bzw. Massenverkäufen beeinflusst, als dass er den tatsächlichen Firmenwert repräsentiert. Der Manager versucht, durch die Schwankungen bedingt, günstig einzukaufen und teuer zu verkaufen. Hier sind die Erfahrung sowie die Marktkenntnis des Managers äußerst wichtig, um die Situation richtig einzuschätzen und somit hohe Gewinne zu erzielen.

Global Macro

Global Macro Strategien kennzeichnen, dass der Manager an allen Märkten weltweit operiert. Dabei wird die Wirtschaft als Ganzes betrachtet und weniger die einzelnen Unternehmen. Dies nennt man den Top-Down Ansatz. Der Fondsmanager versucht gesamtwirtschaftliche Trends vorherzusagen und diese durch verschiedene Anlageprodukte auszunutzen.[17] Ein Fondsmanager der diese Strategie verfolgt, informiert sich zum Beispiel erst über die wirtschaftliche Lage einer Region oder einer Branche, bevor für ihn ein Einzelinvestment in Frage kommt.

2.4 Unterschiedliche Produkte

Im Folgenden werden die drei bekanntesten Hedge-Fonds-Produkte (Single-Hedge-Fonds, Dach-Hedge-Fonds und Hedge-Fonds-Zertifikate) erläutert. Auf Produkte wie Schuldscheine oder Anteilsscheine wird auf Grund ihrer geringen Marktanteile nicht weiter eingegangen.

Single-Hedge-Fonds

Single-Hedge-Fonds sind einzelne Fonds deren Manager bestimmte Strategien verfolgen. Eine erfolgreiche Direktanlage setzt daher hohe Kenntnisse des Anlegers über die Branche voraus. Die Anlage in einzelne Fonds ist durch die nicht vorhandene breite Risikostreuung sehr riskant.

Hohe finanzielle Anforderungen sind mit einem Direktinvestment verbunden. Eine Direktanlage ist meist erst ab 100.000 USD möglich. Eine Risikominimierung durch mehrere Einzelinvestments ist daher erst ab mehreren Millionen Dollar Anlagesumme möglich.

Die Haltefristen sind lang und können bis zu mehreren Jahren andauern. Das liegt vor allem an den vom Manager verfolgten Strategien, die oftmals lange Planungen voraussetzen.[18]

[...]


[1] Vgl. Deutsch, A. (2006), S.14

[2] Vgl. Kaiser, D.G. (2004), S.63-64

[3] Vgl. Rettberg, U., Die Hedge-Fonds-Branche greift wieder an (9.3.2006 – Dokument 1 der CD)

[4] Vgl. Birkelbach, J. (1999), S.69

[5] Vgl. o.V. (2005), S.3

[6] Derivate sind Rechte, deren Bewertung von einem zu Grunde liegenden Basisinstrument abgeleitet werden können, vgl. Büschgen, H.E. (1994), S.182

[7] siehe Kapitel 2.3 dieser Arbeit

[8] Vgl. Cottier, Ph. (1997), S. 17

[9] Vgl. o.V. (2003), S. 7-8

[10] Vgl. Sievers, M. (2004), S. 56

[11] Vgl. Weber, Th. (2000), S. 236

[12] Eigene Darstellung

[13] Vgl. Kaiser, D.G. (2004), S. 131

[14] Vgl. Parness, M. (2003), S. 185

[15] Vgl. Sievers, M. (2004), S.75

[16] Vgl. Friedrich, M. (2003), S.95

[17] Vgl. Sievers, M. (2004), S. 95

[18] Vgl. o.V. (2003), S.13

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten

Details

Titel
Hedge Fonds. Chancen und Risiken für Privatanleger
Untertitel
Eine empirische Untersuchung
Hochschule
Hochschule RheinMain
Note
1,7
Autor
Jahr
2006
Seiten
35
Katalognummer
V58525
ISBN (eBook)
9783638526920
ISBN (Buch)
9783638666046
Dateigröße
603 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hedge, Fonds, Chancen, Risiken, Privatanleger, Eine, Untersuchung
Arbeit zitieren
Marc Ospald (Autor), 2006, Hedge Fonds. Chancen und Risiken für Privatanleger, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58525

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