Hedge Fonds rücken seit Jahren immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit. Sie schrieben hohe Gewinne im Zeitraum von 2000 – 2003, während alle wichtigen Börsen der Welt fielen. Im Rahmen des Investmentmodernisierungsgesetzes vom 1. Januar 2004 wurde dem deutschen Privatinvestor die Möglichkeit eröffnet, direkt in Hedge Fonds zu investieren. Im Jahr 2005 sind Hedge Fonds in Deutschland vor allem durch den Einstieg als Grossaktionär bei der Deutschen Börse AG und der vom Bundesminister für Soziales und Arbeit Franz Müntefering ins Leben gerufene „Heuschrecken Diskussion“, auf zahlreichen Titelblättern von Fachmagazinen erschienen. Im Fall der Deutschen Börse AG stiegen zwei grosse amerikanische Hedge Fonds als Grossaktionäre ein und zwangen Deutsche-Börse-Chef Werner Seifert zum Rücktritt.
Viele Privatanleger wissen jedoch wenig über diese alternativen kapitalstarken Anlagefonds. Zwei unterschiedliche Meinungen herrschen vor. Für die eine verfolgen Hedge Fonds intransparente und risikoreiche Anlagestrategien. Hierfür wird oft das Negativbeispiel des Long Term Capital Managed Fonds genannt, der sich im Jahre 1998 verspekulierte und nur durch die finanzielle Hilfe von Gläubigerbanken in Milliardenhöhe gerettet werden konnte. Demgegenüber steht die Meinung, dass die Beimischung von Hedge Fonds das Risiko von traditionellen Anlage- und Aktienportfolios verringert, und durch ihre marktunabhängigen Anlagestrategien die Performance steigern.
Diese Bachelor Thesis versucht durch eine empirische Untersuchung festzustellen, welche Hedge Fonds Produkte dem deutschen Privatinvestor von Anlageberatern angeboten werden und über welche Wege der Investor sie beziehen kann. Zudem soll die Beratungsleistung qualitativ bewertet und die von den Beratern angesprochenen Chancen und Risiken festgehalten werden.
Kapitel 2 klärt den Begriff des Hedge Fonds. Dies ist notwendig, da der Begriff durch bloße Übersetzung oft falsch verstanden wird. Im Anschluss werden die von den Fondsmanagern angewandten Strategien erläutert und die wichtigsten Hedge Produktarten, in die ein Privantanleger investieren kann, vorgestellt.
Kapitel 3 beschäftigt sich mit der Situation in Deutschland. Es beschreibt unter anderem die Änderungen durch das Investmentmodernisierungsgesetz, und wie sich die Hedge-Fondsbranche seitdem entwickelt hat. Des Weiteren werden die wichtigsten Anbieter und deren Produkte vorgestellt.
Kapitel 4 gibt die Performanceentwicklung von Hedge Fonds im Vergleich, ..
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Hedge Fonds
2.1 Begriffsklärung
2.2 Abgrenzung zu traditionellen Investmentfonds
2.3 Unterschiedliche Strategien von Hedge Fonds
2.4 Unterschiedliche Produkte
3 Der deutsche Markt für Hedge Produkte
3.1 Investmentmodernisierungsgesetz
3.2 Anlagevolumen und Mittelzufluss in Hedge Fonds in Deutschland
3.3 Anbieter in Deutschland
4 Chancen und Risiken für Privatanleger
4.1 Chancen für Anleger
4.2 Risiken für Anleger
4.3 Chancen – Risikovergleich mit anderen Anlagen
5 Empirische Untersuchung
5.1 Aufbau, Durchführung und Ziel der Untersuchung
5.2 Aufbau des Fragebogens
5.3 Ergebnisse
5.3.1 Produktart und Anbieter
5.3.2 Chancen
5.3.3 Risiken
5.3.4 Produkterwerb
5.3.5 Kosten
5.3.6 Beratungsqualität
5.4 Kritische Würdigung der Ergebnisse
Zielsetzung & Themen
Diese Bachelor Thesis untersucht durch eine empirische Erhebung, welche Hedge-Fonds-Produkte deutschen Privatanlegern von Anlageberatern empfohlen werden, wie der Prozess des Produkterwerbs gestaltet ist und wie die Qualität der Beratungsleistung sowie die Kommunikation von Chancen und Risiken zu bewerten sind.
- Grundlagen von Hedge Fonds und deren Abgrenzung zu traditionellen Investmentfonds
- Rechtliche Rahmenbedingungen für Hedge Produkte in Deutschland (Investmentmodernisierungsgesetz)
- Analyse der Performance, Volatilität und der Risikostruktur
- Empirische Untersuchung der Beratungsqualität bei Banken und Fondsgesellschaften
- Vergleich von Produktarten hinsichtlich Kosten und Zugänglichkeit
Auszug aus dem Buch
2.3 Unterschiedliche Strategien von Hedge Fonds
Hedge Fonds verfolgen Absolut-Return-Strategien, die darauf abzielen unter allen Marktumständen Gewinne zu erzielen. Die Strategien der einzelnen Fondsmanager variieren stark und können annäherungsweise unter die vier Hauptkategorien Long/Short Equity, Event-Driven, Global Macro und Relative Value Strategien zusammengefasst werden. Diesen Kategorien sind mehrere Unterstrategien zugeordnet; wendet der Fondsmanager mehr als eine an, spricht man von einer Mixed-Strategie.
Bei dieser Strategie kauft der Fondsmanager seiner Meinung nach unterbewertete Wertpapiere und verkauft seiner Meinung nach überbewertete Wertpapiere leer. Leerverkaufen heißt in diesem Fall, dass der Manager Aktien verkauft, die er sich von einer dritten Person nur ausgeliehen hat. Bei einem Leerverkauf spekuliert der Manager auf fallende Kurse, und hofft die geliehenen Aktien später günstiger zurückzukaufen, um sie dem Verleiher zurückzugeben. Die Differenz zwischen dem Verkaufskurs und dem Wiedereinkaufskurs ist der Gewinn beziehungsweise Verlust des Managers.
Durch die Long/Short Equity Strategien hat der Manager die Möglichkeit von steigenden, wie auch fallenden Märkten zu profitieren. Dies macht den Fonds unabhängig vom Gesamtmarkt. Jedoch ist hier die Fähigkeit des Managers Marktsituationen richtig einzuschätzen sehr wichtig.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz von Hedge Fonds für Privatanleger nach dem Investmentmodernisierungsgesetz ein und definiert das Ziel der empirischen Untersuchung.
2 Hedge Fonds: Dieses Kapitel erläutert die Begriffsdefinition, grenzt Hedge Fonds von traditionellen Investmentfonds ab und stellt die zentralen Anlagestrategien vor.
3 Der deutsche Markt für Hedge Produkte: Dieses Kapitel beschreibt den regulatorischen Rahmen durch das Investmentmodernisierungsgesetz, das Anlagevolumen und die wichtigsten Akteure in Deutschland.
4 Chancen und Risiken für Privatanleger: Dieses Kapitel analysiert das Risiko-Rendite-Profil von Hedge Fonds und vergleicht diese mit anderen Anlageklassen.
5 Empirische Untersuchung: Das Hauptkapitel präsentiert den Aufbau der Befragung, die Ergebnisse hinsichtlich Produktempfehlungen, Beratungsqualität und Kosten sowie eine kritische Reflektion der Befunde.
Schlüsselwörter
Hedge Fonds, Privatanleger, Investmentmodernisierungsgesetz, Empirische Untersuchung, Anlagestrategien, Rendite, Volatilität, Beratungsqualität, Dach-Hedge-Fonds, Zertifikate, Marktrisiko, Asset Management, Diversifikation, Finanzberatung, Kapitalanlage
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelorarbeit befasst sich mit der Situation von Hedge Fonds als Anlageklasse für deutsche Privatanleger nach der gesetzlichen Öffnung im Jahr 2004.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit behandelt die Definition und Strategien von Hedge Fonds, den rechtlichen Markt in Deutschland sowie die reale Beratungsqualität und Produktempfehlungen für Privatinvestoren.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, mittels einer empirischen Erhebung festzustellen, welche Produkte Anlageberater tatsächlich an Privatanleger vermitteln und wie professionell diese Beratung erfolgt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor führt eine empirische Primärerhebung in Form von mündlichen Befragungen (telefonisch und vor Ort) bei 23 Finanzanbietern durch, um das Angebot und die Qualität unter Realbedingungen zu prüfen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen insbesondere die Ergebnisse der Befragung hinsichtlich Produktarten, Kostenstrukturen, erzielter Renditeerwartungen und Beratungsqualität detailliert diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Hedge Fonds, Privatanleger, Investmentmodernisierungsgesetz, Beratungsqualität, Anlagestrategien und Risiko-Rendite-Vergleich.
Wie schneiden Hedge-Fonds-Zertifikate bei der Befragung ab?
Zertifikate stellen eine häufige Produktempfehlung dar, da sie für Kleininvestoren zugänglich sind, meist keine Haltefristen aufweisen und als indirektes Investment einfacher in ein Depot integrierbar sind.
Welche Rolle spielt die Beratungsqualität in den Ergebnissen?
Die Beratungsqualität wird im Durchschnitt mit 2,5 bewertet, wobei große Unterschiede in der Fachkompetenz und der Fähigkeit der Berater bestehen, komplexe Risiken wie das Emittentenrisiko transparent zu erklären.
- Quote paper
- Marc Ospald (Author), 2006, Hedge Fonds. Chancen und Risiken für Privatanleger, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58525