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Lexikalische Kategorisierung: Semantisch-konzeptueller Ansatz nach Ronald W. Langacker

Title: Lexikalische Kategorisierung: Semantisch-konzeptueller Ansatz nach Ronald W. Langacker

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 23 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Jonas Ole Langner (Author)

German Studies - Linguistics
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Seit Jahrhunderten, denkt man beispielsweise an Dionysius Thrax, beschäftigen sich die Menschen bzw. Sprachwissenschaftler mit der Frage der Wortarten. Dabei kam und kommt man zu unterschiedlichen Einteilungen von Wortarten, die sich an jeweils anderen Klassifizierungskriterien orientieren; dies ist oft bedingt durch die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Strömung innerhalb der Sprachwissenschaft. Deshalb existieren neben der schulgrammatischen Kategorisierung, morphologische (vgl. Sütterlin, Glinz, van der Elst) und distributionell-strukturalistische Klassifizierungen; diskursfunktionale Ansätze und die Generative Grammatik bieten weitere Varianten. Schließlich entwickelten sich auch noch Vorschläge, die Wortarten nach semantischen Kriterien zu klassifizieren. Hierbei kommt Ronald W. Langacker mit seinem semantisch-konzeptuellen Ansatz ins Spiel. Auch in der Schule, im Deutschunterricht, spielen Wortarten und die Wortartenlehre eine Rolle. Dort ist man abhängig bzw. beruft man sich auf die Erkenntnisse der Wissenschaft. Dabei ist sicherlich interessant, für welchen Ansatz sich der Lehrer entscheidet. Nun liegt es nahe, dass hier, allein schon wegen der Bezeichnung, die schulgrammatische Variante verbreitet wird. Zu Recht ergibt sich dann jedoch die Frage, ob „[…] manche […] Lehrer mit der Bezeichung ‚Wortklassen’ mitunter etwas mechanisch arbeiten, ohne zu überlegen, ob die von ihnen weiter benutzte alte Einteilung auch wirklich zu ihrer sonstigen modernen Einstellung paßt.“ Eine Frage, die Pollak wohlgemerkt schon 1958 stellt, und es darf bezweifelt werden, ob sie bis heute, fast 50 Jahre später, die Schulen erreicht hat. Dies gilt natürlich auch für die Forschung. Wenn eine Disziplin bzw. ein bestimmtes Forschungsgebiet einer solchen seit Jahrhunderten existiert, muss überprüft werden, ob nicht einiges veraltet und überholt ist. Mittlerweile gilt die Defintion von ‚Wort’ nämlich nicht mehr als so eindeutig wie es einmal gewesen ist. Man verabschiedet sich von der Vorstellung, dass jede sprachliche Einheit, die in einem Text getrennt steht, auch gleichzeitig ein Wort ist, sondern dass mehrere sprachliche Einheiten ein Wort ergeben können. Aus diesen Gründen spricht man heute auch besser von lexikalischer Kategorisierung statt von Wortarten (vgl. den Titel des Seminars). Dies bietet die Möglichkeit sich von den bisherigen Einteilungen in ‚Nomen’, ‚Verben’, ‚Adjektive’, etc. zu trennen. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Ronald W. Langackers semantisch-konzeptueller Ansatz zur lexikalischen Kategorisierung

II.1 Voraussetzungen für und Einleitendes zu Langackers Ansatz

II.2 Nomen

II.3 Verben

II.4 Atemporale Beziehungen

III. Fazit

IV. Bibliografie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der traditionellen schulgrammatischen Wortartenlehre auseinander und stellt dieser den semantisch-konzeptuellen Ansatz von Ronald W. Langacker gegenüber. Ziel ist es, die kognitiven Grundlagen lexikalischer Kategorisierung aufzuzeigen und zu untersuchen, inwiefern eine Einteilung nach kognitiven Schemata eine präzisere Beschreibung sprachlicher Einheiten ermöglicht.

  • Grundlagen des mentalen Lexikons und konzeptueller Strukturen
  • Kognitive Prozesse wie Profilierung und mentales Scannen
  • Differenzierung der Wortklassen Nomen, Verben und atemporale Beziehungen
  • Kritische Analyse des Prototypen- und Schemamodells
  • Anwendbarkeit kognitiver Linguistik im schulischen Kontext

Auszug aus dem Buch

II.2 Nomen

Als Schema für Nomen schlägt Langacker folgendes vor:

(1) a. A „noun“ designates a „region“ in some domain.

b. A “count noun” designates a “bounded region” in some domain.

Diese Definition enthält nicht den Verweis auf “Dinge”, denn nicht alle Nomen bezeichnen solche. Sie sind vielmehr in b. enthalten, denn Nomen, die man zählen kann, sind Dinge irgendeiner Art. Dazu gehören also lexikalische Einheiten wie „Tasse“, Auto“, Bleistift“, etc. „Tasse“ wäre demnach eine begrenzte Region innerhalb der Domäne des „Geschirrs“. Manche Einträge im Lexikon sind begrenzte Regionen in zwei Domänen: ein „Piep“ ist sowohl zeitlich begrenzt als auch innerhalb der Domäne der Töne. Andererseits müssen nicht alle zählbaren Nomen in allen Domänen, die sie hervorrufen begrenzt sein. So ist ein „Blitz“ zwar in der Zeitdomäne begrenzt, aber [...] it need not be bounded at all in the visual field. A brief light sensation which totally suffuses the visual field – so that no boundaries at all are perceived in this domain – can nevertheless be recognized a flash.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung reflektiert die historische Entwicklung der Wortartenlehre und kritisiert die mechanische Anwendung traditioneller Klassifizierungen, um die Relevanz modernerer, semantisch orientierter Ansätze wie jenen von Langacker zu begründen.

II. Ronald W. Langackers semantisch-konzeptueller Ansatz zur lexikalischen Kategorisierung: Dieses Kapitel führt in die theoretischen Grundlagen ein, insbesondere die Rolle des mentalen Lexikons, kognitiver Fähigkeiten und der Bedeutung von 'construal' als Basis für die Kategorisierung.

II.1 Voraussetzungen für und Einleitendes zu Langackers Ansatz: Hier werden die kognitiven Grundvoraussetzungen dargelegt, die notwendig sind, um Sprache als konzeptuelle Struktur zu verstehen, wobei das Prototypenmodell und Schematisierungen im Fokus stehen.

II.2 Nomen: Dieser Abschnitt definiert Nomen als Regionen innerhalb einer Domäne und differenziert zwischen zählbaren 'count nouns' und unzählbaren 'mass nouns' auf Basis ihrer Begrenztheit.

II.3 Verben: Verben werden hier als dynamische, zeitlich entwickelte Prozesse definiert, wobei das Konzept des sequentiellen Scannens zur Unterscheidung von anderen Kategorien herangezogen wird.

II.4 Atemporale Beziehungen: Dieses Kapitel erläutert die Klasse der atemporalen Beziehungen, die statische Verhältnisse beschreiben und Adjektive, Adverbien, Präpositionen sowie Partizipien subsumieren.

III. Fazit: Das Fazit unterstreicht den Nutzen kognitiv-linguistischer Ansätze für die Sprachwissenschaft und fordert eine stärkere Berücksichtigung dieser Konzepte im schulischen Bildungsbereich.

IV. Bibliografie: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Lexikalische Kategorisierung, Ronald W. Langacker, Kognitive Linguistik, Nomen, Verben, Atemporale Beziehungen, Mentales Lexikon, Construal, Prototypenmodell, Schematisierung, Mentales Scannen, Wortartenlehre, Sprachgebrauch, Semantik, Kognitive Grammatik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die lexikalische Kategorisierung von Wörtern auf Basis des semantisch-konzeptuellen Ansatzes von Ronald W. Langacker, der sich stark von traditionellen schulgrammatischen Ansätzen unterscheidet.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen kognitive Grammatik, die Strukturierung des mentalen Lexikons, die Unterscheidung zwischen statischen und dynamischen Konzepten sowie die Abgrenzung von Wortklassen anhand kognitiver Kriterien.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Berechtigung und logische Konsistenz von Langackers kognitivem Ansatz zur Kategorisierung darzustellen und aufzuzeigen, wie dieser die Wortartenlehre theoretisch fundiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf der Auswertung kognitiv-linguistischer Fachliteratur basiert und die Konzepte anhand von Beispielen und graphischen Modellen erläutert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Voraussetzungen, die detaillierte Untersuchung der Wortklassen Nomen, Verben und atemporale Beziehungen sowie deren gegenseitige Abgrenzung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselbegriffe sind kognitive Linguistik, Profilierung, mentales Scannen, Trajector/Landmark und die Unterscheidung von 'count' und 'mass nouns'.

Wie definiert Langacker die Klasse der Nomen?

Nomen werden als Regionen innerhalb einer Domäne definiert, wobei zwischen 'count nouns' (begrenzte Regionen) und 'mass nouns' (nicht speziell begrenzte Regionen) unterschieden wird.

Warum wird die schulgrammatische Aufteilung kritisiert?

Die Kritik richtet sich dagegen, dass die traditionelle Schulgrammatik oft mechanisch und ohne Rücksicht auf die zugrunde liegenden kognitiven Prozesse angewendet wird, was zu Verwirrungen führt, etwa bei der Einordnung von Adjektiven und Adverbien.

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Details

Title
Lexikalische Kategorisierung: Semantisch-konzeptueller Ansatz nach Ronald W. Langacker
College
Martin Luther University  (Germanistisches Institut)
Course
Lexikalische Kategorisierung
Grade
1,3
Author
Jonas Ole Langner (Author)
Publication Year
2006
Pages
23
Catalog Number
V58557
ISBN (eBook)
9783638527132
ISBN (Book)
9783656773962
Language
German
Tags
Lexikalische Kategorisierung Semantisch-konzeptueller Ansatz Ronald Langacker Lexikalische Kategorisierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jonas Ole Langner (Author), 2006, Lexikalische Kategorisierung: Semantisch-konzeptueller Ansatz nach Ronald W. Langacker, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58557
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