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Wiederholte Spiele mit symmetrischer Information, das Chainstore Paradoxon und weitere Gleichgewichtsanalysen

Title: Wiederholte Spiele mit symmetrischer Information, das Chainstore Paradoxon und weitere Gleichgewichtsanalysen

Seminar Paper , 2006 , 18 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Nils Passau (Author)

Business economics - Investment and Finance
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Summary Excerpt Details

Ausgehend von NEUMANN/MORGENSTERN (1944), die als Begründer der modernen Spieltheorie angesehen werden, hielt diese ursprünglich aus der Mikroökonomie stammende Disziplin inzwischen auch Einzug in die Betriebswirtschaftslehre. Neben neuen Einsatzgebieten, z.B. in der Absatzwirtschaft, ist auch für den Bereich der Finanzwirtschaft ein breites Anwendungsspektrum vorstellbar. So erweitern z.B. SMIT/TRIGEORGIS (2004) einen früheren Ansatz des Expanded Net Present Value (ENPV) um einen strategischen Wert, der sich auf den Grundlagen der Spieltheorie für die strategische Planung errechnet, und ZIEGLER (2004) wagt eine Synthese mit der Optionspreistheorie. Es ist festzustellen, dass Konzepte aus der Spieltheorie an Einfluss gewinnen. Der Bedeutungszuwachs wird dadurch unterstrichen, dass in den letzten zwölf Jahren sieben Wissenschaftler für Ihre Erfolge auf diesem Forschungsgebiet mit dem Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet wurden.

Die hier vorliegende Arbeit ist der dritte Teil der Seminarreihe „Spieltheorie und ihre Anwendung in der Finanzwirtschaft“ und wird daher nicht vertieft auf die bereits in vorherigen Arbeiten behandelten Aspekte eingehen; es wird jedoch an entsprechender Stelle auf die einschlägige Literatur verwiesen. Das Ziel dieses Beitrages besteht darin, auf die Konzepte und Besonderheiten endlich und unendlich wiederholter Spiele unter symmetrischer Information5 einzugehen. Dabei wird größtenteils von perfekter Information und common knowledge ausgegangen. Weiter wird angenommen, dass sich eine Kooperation nur spielendogen einstellen kann, d.h. keine Kommunikation erlaubt ist. Die Seminararbeit gliedert sich wie folgt: Kapitel zwei behandelt Spiele mit endlicher Wiederholung und der Vorstellung des Chainstore Paradoxons. Die Kapitel drei bis sechs gehen von unendlich wiederholten Spielen aus. Dabei werden in Kapitel drei das Folk Theorem sowie Abwehr- und Bestrafungsstrategien vorgestellt, in Kapitel vier wird auf die Bedeutung von Reputation und das einseitige Gefangenendilemma eingegangen, Kapitel fünf beschreibt kurz das Markov-Gleichgewicht und dessen Auswirkungen in einem Zwei-Generationen-Spiel und Kapitel sechs stellt die Evolutionäre Spieltheorie als neuen Ansatz der Wissenschaft vor. Die Arbeit schließt mit einem kurzen Resümee in Kapitel sieben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Endlich wiederholte Spiele und das Chainstore Paradoxon

2.1 Das Chainstore Game

2.2 Die Induktionstheorie

2.3 Die Abschreckungstheorie

2.4 Kritische Würdigung von Induktions- und Abschreckungstheorie

3 Unendlich wiederholte Spiele, das Folk Theorem und reaktive Strategien

3.1 Das Folk Theorem

3.2 Die Trigger-Strategie

3.3 Tit-for-tat

3.4 Minimax- und Maximin-Strategie

4 Das einseitige Gefangenendilemma und die Bedeutung eines guten Rufes

5 Markov-Strategien und die Bedeutung von Preisen und Suchkosten in Zwei-Generationen-Spielen

6 Evolutionäre Spieltheorie

6.1 Evolutionsstabile Strategien

6.2 Das Hawk-Dove-Game

7 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht spieltheoretische Konzepte und deren Anwendung in der Finanzwirtschaft unter der Annahme symmetrischer Information. Ziel ist es, die Dynamiken endlich und unendlich wiederholter Spiele zu analysieren, wobei insbesondere die Herausforderungen an das Modell des homo oeconomicus sowie die Bedeutung von Reputation und Suchkosten beleuchtet werden.

  • Methoden zur Analyse endlich wiederholter Spiele und das Chainstore Paradoxon
  • Spieltheoretische Mechanismen in unendlich wiederholten Spielen (Folk Theorem, Strategieprofile)
  • Reputationsbildung und das einseitige Gefangenendilemma
  • Einfluss von Preisen und Suchkosten in Zwei-Generationen-Modellen
  • Grundlagen und Anwendungen der evolutionären Spieltheorie

Auszug aus dem Buch

2.1 Das Chainstore Game

Eine etablierte Supermarktkette (I für Incumbent) hat in zwanzig Städten k (k=1, 2, …, 20) jeweils eine Filiale und in jeder Stadt gibt es einen Geschäftsmann (Ek für Entrant), der überlegt, ob er nicht in Konkurrenz zu I treten sollte. Weitere Spieler oder Einflüsse existieren nicht und kommen nicht hinzu, so dass sich eine Anzahl von 21 Spielern (I + 20 Ek) ergibt. In k aufeinander folgenden Runden hat der Ek einmalig die Entscheidung zu treffen, ob er einen zweiten Supermarkt in der Stadt k eröffnen möchte (IN) oder nicht (OUT). Die Kette hingegen muss bei einem Markteintritt überlegen, ob sie kooperiert (COOP) oder ob sie einen Preiskrieg auslöst (AGGR). Die Auszahlungsfunktion ist in Abb. 1 in extensiver Form dargestellt, wobei der erste Wert die Auszahlung an Ek der zweite die für I angibt. Es handelt sich um ein nicht-kooperatives Spiel, bei dem es keinem der Spieler erlaubt ist, sich vorher auf eine bestimmte Strategie festzulegen, bindende Verträge abzuschließen, Auszahlungen zu teilen oder zu kommunizieren. In den beiden folgenden Abschnitten werden nun die Lösungsansätze von SELTEN (1978) dargestellt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die spieltheoretischen Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre ein und definiert den Fokus auf endlich und unendlich wiederholte Spiele.

2 Endlich wiederholte Spiele und das Chainstore Paradoxon: Das Kapitel analysiert die Problematik von Spielabfolgen mittels Rückwärtsinduktion und stellt das Chainstore Paradoxon als Abweichung vom rationalen Erwartungswert vor.

2.1 Das Chainstore Game: Detaillierte Fallbeschreibung eines Markteintritt-Szenarios einer Supermarktkette gegen lokale Konkurrenten.

2.2 Die Induktionstheorie: Anwendung der Rückwärtsinduktion zur Herleitung des teilspielperfekten Nash-Gleichgewichts in endlich wiederholten Spielen.

2.3 Die Abschreckungstheorie: Diskussion über die strategische Drohung eines Preiskriegs zur Abschreckung potenzieller Marktteilnehmer.

2.4 Kritische Würdigung von Induktions- und Abschreckungstheorie: Theoretische Hinterfragung des homo oeconomicus anhand von Selten's Drei-Stufen-Theorie der Entscheidungsfindung.

3 Unendlich wiederholte Spiele, das Folk Theorem und reaktive Strategien: Untersuchung von Gleichgewichten in Spielen ohne definiertes Ende und Einführung der wichtigsten Strategieprofile.

3.1 Das Folk Theorem: Erläuterung der Bedingungen, unter denen Kooperation in unendlichen Spielen zum Gleichgewicht wird.

3.2 Die Trigger-Strategie: Analyse der Grim-Strategie als wirksames Instrument zur Bestrafung bei Abweichungen von der Kooperation.

3.3 Tit-for-tat: Darstellung der reaktiven Strategie, die konsequent auf das Verhalten des Vorperiodenspielers reagiert.

3.4 Minimax- und Maximin-Strategie: Erörterung vorsichtiger Strategieansätze zur Absicherung gegen Worst-Case-Szenarien.

4 Das einseitige Gefangenendilemma und die Bedeutung eines guten Rufes: Untersuchung der Anreizstrukturen für Produktqualität und den ökonomischen Wert von Reputation.

5 Markov-Strategien und die Bedeutung von Preisen und Suchkosten in Zwei-Generationen-Spielen: Modellierung der Preisstrategien von Firmen in Abhängigkeit von Kunden-Suchkosten.

6 Evolutionäre Spieltheorie: Einführung in biologisch inspirierte Modellierungen der Strategieentwicklung in großen Populationen.

6.1 Evolutionsstabile Strategien: Definition der ESS als Ersatz für klassische Nash-Gleichgewichte.

6.2 Das Hawk-Dove-Game: Illustration der evolutionären Dynamik und Stabilität anhand eines klassischen biologischen Konfliktmodells.

7 Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Einordnung der Spieltheorie als essentielles Werkzeug für zukünftiges Markt- und Finanzmarktverhalten.

Schlüsselwörter

Spieltheorie, Chainstore Paradoxon, Induktionstheorie, Folk Theorem, Trigger-Strategie, Tit-for-tat, Gefangenendilemma, Reputation, Markov-Strategien, Suchkosten, Evolutionäre Spieltheorie, Evolutionsstabile Strategie, Hawk-Dove-Game, Rationalität, Finanzwirtschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?

Die Arbeit behandelt die Grundlagen und Anwendungen der Spieltheorie innerhalb der Betriebswirtschaftslehre, mit speziellem Fokus auf die Finanzwirtschaft.

Welche zentralen Themenbereiche werden untersucht?

Die Schwerpunkte liegen auf endlich und unendlich wiederholten Spielen, Reputationsmechanismen, dem Einfluss von Suchkosten und der evolutionären Spieltheorie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Erläuterung der Konzepte von wiederholten Spielen unter symmetrischer Information und die kritische Analyse der Rationalitätsannahmen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Es werden spieltheoretische Modellierungen, wie die Rückwärtsinduktion, das Folk Theorem, Maximin-Strategien sowie evolutionäre Dynamiken genutzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zum Chainstore-Paradoxon, zu Bestrafungsstrategien, Reputationseffekten und dem Einsatz der Spieltheorie in Zwei-Generationen-Modellen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Nash-Gleichgewicht, Chainstore Paradoxon, Folk Theorem, Suchkosten und Evolutionsstabile Strategien.

Wie unterscheidet sich die Abschreckungstheorie von der Induktionstheorie im Chainstore Game?

Die Induktionstheorie geht von strikter Rückwärtsinduktion aus, während die Abschreckungstheorie das Potenzial vergangener Entscheidungen einbezieht, um zukünftige Teilnehmer von einem Markteintritt abzubringen.

Warum spielt das Konzept der Suchkosten in den Zwei-Generationen-Modellen eine zentrale Rolle?

Suchkosten wirken als Barriere, die den Wettbewerb einschränken und somit die Preisgestaltung und Gewinnmöglichkeiten von Firmen maßgeblich beeinflussen können.

Wie wird das Ende eines Spiels in der evolutionären Spieltheorie interpretiert?

In der evolutionären Spieltheorie wird oft von (unendlich) großen Populationen und kontinuierlichen Anpassungsprozessen ausgegangen, wobei sich Gleichgewichte durch Variation und Selektion über die Zeit einstellen.

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Details

Title
Wiederholte Spiele mit symmetrischer Information, das Chainstore Paradoxon und weitere Gleichgewichtsanalysen
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Institut für Betriebswirtschaftslehre)
Course
Seminar zur allgemeinen und speziellen Betriebswirtschaftslehre: Spieltheorie und ihrer Anwendung in der Finanzwirtschaft
Grade
1,7
Author
Nils Passau (Author)
Publication Year
2006
Pages
18
Catalog Number
V58560
ISBN (eBook)
9783638527163
ISBN (Book)
9783638799225
Language
German
Tags
Wiederholte Spiele Information Chainstore Paradoxon Gleichgewichtsanalysen Seminar Betriebswirtschaftslehre Spieltheorie Anwendung Finanzwirtschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nils Passau (Author), 2006, Wiederholte Spiele mit symmetrischer Information, das Chainstore Paradoxon und weitere Gleichgewichtsanalysen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58560
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