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Französische Lernergrammatiken im 17. und 18. Jahrhundert: Wer lernte Französisch?

Title: Französische Lernergrammatiken im 17. und 18. Jahrhundert: Wer lernte Französisch?

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 39 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Daniela Fiedler (Author)

French Studies - Linguistics
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„Je me trouve ici en France. On ne parle que notre langue. L’allemand est pour les soldats et pour les chevaux: il n’est nécessaire que pour la route” schrieb Voltaire 1750 bei einem Besuch am preußischen Hof in Potsdam. Wie weit war die französische Sprache zu dieser Zeit wirklich unter der deutschen Bevölkerung verbreitet ? Wer beherrschte im 18. Jahrhundert die französische Sprache? In welchem Maße Französisch im 17. und 18. Jahrhundert in Deutschland in welchen Gesellschaftsschichten, Kommunikationsbereichen und für welche Sachgebiete gebräuchlich und verbreitet war, lässt sich schwer einschätzen. Das Quellenmaterial ist spärlich gesät und es gibt keine direkten Nachweise über Charakteristiken und Zielgruppen des Französischunterrichtes in dieser Zeit. Die vorliegende Arbeit versucht deshalb anhand einer Analyse von Lehr- und Lernmaterialien für den Französischunterricht Antworten auf die Frage zu geben, wer im 17. und 18. Jahrhundert auf welche Art und Weise Französisch lernte. Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen dabei die Adressaten von Französischlehrwerken. Die beispielhaft angeführten Werke sind nicht in Paris oder Lyon erschienen, sondern wurden in Leipzig, Nürnberg, Jena, Halle oder Frankfurt am Main veröffentlicht. Es wird davon ausgegangen, dass es sich bei Grammatiken dieser Verlagsorte um ausgesprochene Lernergrammatiken handelt, die aufgrund ihrer deutschsprachigen Zielgruppe besonders aussagekräftig sind, was die Merkmale ihrer Verwender betrifft. Der Terminus Grammatik ist im weiteren Sinne zu verstehen und schließt Sprachlehrwerke, Gesprächsbücher und Fremdsprachenübungsbücher mit ein. Zudem lassen sich aufgrund der Vermischung verschiedener Textsorten oftmals keine eindeutigen Einordnungen der Werke in bestimmte Typen vornehmen. Bei der Untersuchung der Gebrauchstexte in den zum Fremdsprachenerwerb dienenden Gesprächsbüchern und Grammatiken wurde keine vollständige Inhaltsanalyse vorgenommen, sondern vielmehr konzentriert sich die Arbeit beispielhaft auf einzelne Phänomene in den Werken. Zudem entsteht durch die vorrangige Verwendung von Materialien, die im sächsischen Raum erschienen sind und aus dem königlich-sächsischen Bibliotheksschatz stammen, eine besondere regionale Prägung, die keinen Anspruch auf Verallgemeinerbarkeit erheben kann. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die französische Sprache in Deutschland

2.1. Französisch im 16. Jahrhundert

2.2. Französisch im 17. Jahrhundert

2.3. Französisch im 18. Jahrhundert

3. Französische Sprachlehrbücher in Deutschland

3.1. Französische Sprachlehrbücher im 16. Jahrhundert

3.2. Französische Sprachlehrbücher im 17.und 18. Jh.

4. Die Autoren

4.1. Herkunft und gesellschaftlicher Stand

4.2. François Roux, Sprachlehrer in Jena

4.3. Ein Sprachmeister, Didaktiker und Grammatiker deutscher Herkunft: Matthias Kramer

5. Die Adressaten

5.1. Französisch an Ritterakademien und als Verkehrssprache der Höfe

5.2. Französisch für Frauen

5.3. Französisch für Kaufleute

5.4. Französisch für verschiedene Lernniveaus

5.5. Französisch für Kinder und Jugendliche

6. Der Französischunterricht in Deutschland

6.1. Französischausbildung an den Universitäten

7. Lehrmethoden und –Konzepte des 17. und 18. Jahrhunderts

8. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht anhand der Analyse historischer Lehr- und Lernmaterialien, wer im 17. und 18. Jahrhundert in Deutschland Französisch lernte, auf welche Weise dies geschah und welche gesellschaftlichen Gruppen dabei im Fokus der damaligen Sprachmeister standen.

  • Analyse der Verbreitung der französischen Sprache im deutschsprachigen Raum
  • Untersuchung von Struktur und Inhalten französischer Lernergrammatiken
  • Soziologische Einordnung der Autoren (Sprachmeister) und ihrer heterogenen Leserschaft
  • Adressatenspezifische Ausdifferenzierung des Sprachunterrichts (Adel, Frauen, Kaufleute)
  • Evolution didaktischer Konzepte vom 16. bis zum 18. Jahrhundert

Auszug aus dem Buch

3.2. Französische Sprachlehrbücher im 17. und 18. Jahrhundert

Zum Anfang des 17. Jahrhunderts ist eine erhöhte Publikationstätigkeit auf dem Gebiet der Fremdsprachengrammatiken in Deutschland zu verzeichnen. Dabei ist die Lehrbuchproduktion nicht auf das eigene Land beschränkt, sondern es gibt Hinweise auf die Benutzung von Sprachlehrwerken in verschiedenen Ländern. Das 1608 in Jena für den sächsischen Hof gedruckte Italienische Lehrbuch von Abraham De La Faye Linguae gallicae et italicae hortulus amoenissimus consitus optimus floribus, rationem terse et eleganter in utraque lingua loquendi brevissime et facillime monstrantibus Hortulano Abrahamo Fayo wurde auch in Frankreich zum Erlernen der italienischen Sprache verwendet. Zudem bleiben zahlreiche, in Dialogform verfasste Sprachlehrwerke nicht auf Zweisprachigkeit beschränkt. Besonders vor der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts besteht eine ausgeprägte Tendenz zu drei- bzw. häufig viersprachigen Gesprächstexten.

Im 1890 in Oppeln erschienenen Chronologischen Verzeichnis französischer Grammatiken vom Ende des 14. bis zum Ausgange des 18. Jahrhunderts von Edmund Stengel sind bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts neun Grammatiken der französischen Sprache aufgeführt, um 1650 beträgt die Gesamtzahl der bis dahin erschienenen französischen Grammatiken bereits 100.

Vor Beginn des 17. Jahrhunderts sind nur sehr rudimentäre Gesprächsbücher mit sparsamen Wortlisten nachgewiesen. Erst zum Anfang des 17. Jahrhunderts werden spezielle Fremdsprachengrammatiken vermehrt verlegt und etwa ab 1680 erscheinen Werke, die auf teils unveränderte, teils umgearbeitete, bestenfalls an den aktuellen Sprachgebrauch adaptierte Ausgaben von Standardlehrwerken zurückgreifen. Im 17. Jahrhundert gab es keine urheberrechtlichen Bestimmungen, was sich in beliebigem Abschreiben äußerte. Diese Neuauflagen und Raubdrucke schöpfen aus den Grundlagen und Verfahren der Sprachbücher des 17. Jahrhunderts und werden vereinzelt bis ins 18. Jahrhundert neu aufgelegt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Schwierigkeit der Quellenlage und definiert das Ziel der Arbeit, die Charakteristiken französischer Lernergrammatiken und deren Adressaten im 17. und 18. Jahrhundert zu untersuchen.

2. Die französische Sprache in Deutschland: Dieses Kapitel skizziert die historische Entwicklung und Verbreitung der französischen Sprache im deutschsprachigen Raum vom 16. bis zum 18. Jahrhundert.

3. Französische Sprachlehrbücher in Deutschland: Es wird die Entwicklung der Lehrbuchproduktion, angefangen bei den ersten Werken im 16. Jahrhundert bis hin zu den spezialisierten Grammatiken des 17. und 18. Jahrhunderts, nachgezeichnet.

4. Die Autoren: Dieses Kapitel befasst sich mit der sozialen Herkunft, dem Status und der Motivation der damaligen Sprachmeister sowie der exemplarischen Vorstellung von François Roux und Matthias Kramer.

5. Die Adressaten: Die Untersuchung kategorisiert verschiedene Gruppen von Französischlernern, darunter Adlige, Frauen, Kaufleute, Kinder und Jugendliche, und analysiert deren spezifische Lernbedürfnisse.

6. Der Französischunterricht in Deutschland: Hier wird die Institutionalisierung des Französischunterrichts an Ritterakademien, Schulen und Universitäten dargelegt.

7. Lehrmethoden und –Konzepte des 17. und 18. Jahrhunderts: Dieses Kapitel stellt die konkurrierenden didaktischen Konzepte, insbesondere die Parliermethode gegenüber der grammatischen Regelmethode, gegenüber.

8. Schlussbetrachtung: Die Arbeit fasst zusammen, dass die Adressaten der Lehrwerke stark ausdifferenziert waren, und betont die Notwendigkeit weiterführender Analysen anderer Dokumentenarten.

Schlüsselwörter

Französisch, Deutschland, 17. Jahrhundert, 18. Jahrhundert, Sprachlehrbücher, Lernergrammatiken, Sprachmeister, Fremdsprachendidaktik, Adressatenanalyse, Französischunterricht, Ritterakademien, Matthias Kramer, Parliermethode, Sprachgeschichte, Gallizismen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und den Kontext des Französischunterrichts in Deutschland während des 17. und 18. Jahrhunderts anhand von zeitgenössischen Lehr- und Lernmaterialien.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Untersuchung?

Im Mittelpunkt stehen die Erforschung der Autorenschaft, die Analyse der unterschiedlichen Adressatengruppen sowie die didaktischen Methoden, die in den damaligen Grammatiken und Gesprächsbüchern angewendet wurden.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, durch die Analyse von Lehrwerken Aufschluss darüber zu gewinnen, wer im 17. und 18. Jahrhundert in Deutschland Französisch lernte und wie die didaktische Vermittlung der Sprache in verschiedenen gesellschaftlichen Schichten strukturiert war.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin verwendet eine qualitative Inhaltsanalyse von historischen Lehrwerken, Sprachlehrbüchern und Gesprächssammlungen, ergänzt durch die Auswertung zeitgenössischer Sekundärquellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Sprachentwicklung, die detaillierte Analyse der Autorentypen, eine Kategorisierung der Zielgruppen (wie Adel, Frauen, Kaufleute) sowie eine Diskussion über Unterrichtsinstitutionen und Lehrmethoden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren das Dokument?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Sprachmeister, Lernergrammatiken, Parliermethode, Adressatenspezifikation und die soziokulturelle Bedeutung des Französischen in der Frühen Neuzeit geprägt.

Welche Bedeutung hatte der Sprachmeister Matthias Kramer für diese Studie?

Matthias Kramer wird als zentrales Beispiel für einen didaktisch vielseitigen Sprachmeister deutscher Herkunft angeführt, dessen umfangreiches Werk eine ideale Grundlage für die Untersuchung der didaktischen Konzeptionen seiner Zeit bietet.

Warum ist die Analyse der „Dialogbücher“ für die Autorin besonders relevant?

Dialogbücher gelten als besonders geeignet, da sie durch ihre thematische Ausrichtung auf den Alltag Rückschlüsse auf die soziale Stellung und die spezifischen Kommunikationsbedürfnisse der damaligen Lerner zulassen.

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Details

Title
Französische Lernergrammatiken im 17. und 18. Jahrhundert: Wer lernte Französisch?
College
Dresden Technical University
Course
Die Französische Sprache im 18. Jahrhundert: Le Francais hors de France
Grade
1,0
Author
Daniela Fiedler (Author)
Publication Year
2005
Pages
39
Catalog Number
V58562
ISBN (eBook)
9783638527187
ISBN (Book)
9783656799726
Language
German
Tags
Französische Lernergrammatiken Jahrhundert Französisch Französische Sprache Jahrhundert Francais France
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniela Fiedler (Author), 2005, Französische Lernergrammatiken im 17. und 18. Jahrhundert: Wer lernte Französisch?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58562
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