Wer hat das noch nicht erlebt? Man hat ein Gespräch mit einer anderen Person geführt, doch nachdem man sich verabschiedet hat, wird man von einem unguten Gefühl verfolgt. Das Gespräch ist nicht zufriedenstellend verlaufen, man fühlt sich vom Anderen un- oder mißverstanden und fragt sich, wie es dazu kommen konnte. Genauso gut kann man sich wenig später mit jemand Anderem unterhalten und empfindet durchweg positive Gefühle. Man kommt „vom Hölzchen zum Stöckchen“, fühlt sich in der Gegenwart des Gesprächpartners wohl und von ihm verstanden. In solche Gespräche können die Kommunikationspartner durchaus so vertieft sein, daß sie die Zeit um sich herum völlig vergessen. Wie kommt es zu solch großen Unterschieden in der Kommunikation? Man selber kann sich schließlich nicht innerhalb von so kurzer Zeit dermaßen dramatisch verändert haben. Dieser Frage versucht die vorliegende Hausarbeit auf den Grund zu gehen. Sie beginnt mit einer kurzen Definition des Begriffs „Kommunikation“, denn erst dann kann man tiefer in die Materie eindringen. Weiter geht es mit der Klärung verschiedener Begrifflichkeiten, die während der Arbeit immer wieder auftauchen werden. Was kann schon beim Senden einer Nachricht schief gehen und woraus besteht eigentlich eine Nachricht? Nachdem diese Fragen geklärt wurden, wendet sich die Arbeit verschiedenen möglichen Gründen der Kommunikationsstörung zu. Selbstverständlich können nur ein paar wenige Gründe angeschnitten werden, da das Thema „Kommunikationsstörung“ zu weitgreifend und individuell ist, um auf alle Eventualitäten eingehen zu können. Im weiteren Verlauf werden die Kommunikationsprobleme, die sich auf der Beziehungsebene abspielen, etwas genauer betrachtet. Da Kommunikation nicht nur verbal, sondern zu sehr großen Teilen auch nonverbal abläuft, ist der nonverbalen Kommunikation zum Ende der Hausarbeit hin natürlich auch ein Kapitel gewidmet worden. In einem kurzen Resümee, am Schluß der Arbeit, wird Bilanz gezogen, ob und wie Kommunikationsprobleme tatsächlich vermieden werden können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Definition von Kommunikation
3. Die Bausteine der Kommunikation
3.1 Sender: Bestandteile einer Nachricht
3.1.1 Der Sachinhalt
3.1.2 Die Selbstoffenbarung
3.1.3 Die Beziehung
3.1.4 Der Appell
3.2 Empfänger: „Die vier Ohren“
4. Kommunikationsstörungen
4.1 Allgemeine Gründe für Kommunikationsstörungen
4.2 Spezielle Kommunikationsstörungen auf der Beziehungsebene
4.3 Die Definition des Selbstkonzepts und dessen Bedeutung für Kommunikationsstörungen
5. Nonverbale Kommunikation
5.1 Eine nähere Betrachtung
5.2 Kongruente und inkongruente Nachrichten
6. Schlußbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexen Ursachen und Wirkungsweisen von Kommunikationsstörungen, wobei der Schwerpunkt auf der Beziehungsebene liegt, und erörtert Ansätze zur Lösungsfindung im zwischenmenschlichen Dialog.
- Grundlagen und Bausteine der zwischenmenschlichen Kommunikation
- Analyse von Kommunikationsstörungen auf der Beziehungsebene
- Die Rolle des Selbstkonzepts bei Kommunikationsprozessen
- Einfluss nonverbaler Kommunikation auf das Gesprächsklima
- Strategien zur Vermeidung von Missverständnissen und Metakommunikation
Auszug aus dem Buch
3.1 Sender: Bestandteile einer Nachricht
Die menschliche Kommunikation, speziell während eines Gesprächs, ist wohl einer der kompliziertesten Vorgänge, die unter Lebewesen stattfinden können. Ein Gespräch findet für gewöhnlich zwischen mindestens zwei Gesprächspartnern statt und da fangen die Probleme auch schon an. Sobald zwei oder mehr Individuen aufeinander treffen, prallen auch gleichzeitig mehrere Persönlichkeiten mit vielleicht sogar völlig unterschiedlichen Bedürfnissen und Ansprüchen aufeinander.
Jedes Wort und jeder Satz kann von dem Gegenüber völlig anders aufgefasst werden, als er eigentlich gemeint war. Die pure Information wird normaler Weise schnell richtig verstanden, aber in jede Nachricht kann viel hineininterpretiert werden und das hat auch einen ganz einfach Grund: jede Nachricht, die ein Sender ausspricht, besteht aus vier Ebenen:
1. Dem Sachinhalt (die Information)
2. Der Selbstoffenbarung (die Empfindung des Senders über sich selbst)
3. Der Beziehung (die Empfindung des Senders dem Empfänger gegenüber)
4. Dem Appell (die Aufforderung)
= Das sogenannte „Nachrichten-Quadrat“ (nach F. Schulz von Thun, 2005, S. 14).
Es ist eine schwierige Aufgabe für den Sender, seine Nachricht so vorzubringen, daß sie von dem Empfänger auch richtig verstanden wird. Dabei spielt nicht nur alleine das ausgesprochene Wort eine große Rolle, sondern vor allem auch der Tonfall und die Formulierung (was schon Teil der nonverbalen Kommunikation ist, auf die später genauer eingegangen wird).
Wenn eine Nachricht richtig beim Empfänger ankommen soll, sollten alle vier Ebenen der Kommunikation beachtet werden. Man sollte also bestmöglich versuchen, die Nachricht in allen Einzelheiten seinem Gesprächspartner anzupassen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Alltäglichkeit von Kommunikationsproblemen und umreißt das Ziel der Arbeit, diese aus psychologischer Perspektive zu untersuchen.
2. Definition von Kommunikation: Es werden grundlegende Kommunikationsformen, die beteiligten Faktoren sowie der prozessuale Ablauf der Nachrichtenübermittlung definiert.
3. Die Bausteine der Kommunikation: Dieses Kapitel erläutert das "Nachrichten-Quadrat" und die verschiedenen Ebenen einer Nachricht sowie die Rolle der vier Ohren beim Empfänger.
4. Kommunikationsstörungen: Hier werden Ursachen für gestörte Kommunikation, die Bedeutung der Beziehungsebene und der Einfluss des Selbstkonzepts detailliert dargestellt.
5. Nonverbale Kommunikation: Das Kapitel analysiert die Bedeutung von Körpersprache, Gestik und Tonfall sowie die Problematik kongruenter bzw. unkongruenter Botschaften.
6. Schlußbemerkung: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz, die betont, dass ein bewusster Umgang mit Emotionen und Metakommunikation wesentlich zur Vermeidung von Störungen beiträgt.
Schlüsselwörter
Kommunikationsstörungen, Nachrichten-Quadrat, Beziehungsebene, Selbstkonzept, Nonverbale Kommunikation, Metakommunikation, Feedback, Empathie, Interaktion, Missverständnisse, Beziehungsdefinition, Selbstoffenbarung, Appell, Kongruenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit im Kern?
Die Arbeit thematisiert die Komplexität menschlicher Kommunikation und die häufig auftretenden Schwierigkeiten, die insbesondere bei zwischenmenschlichen Gesprächen auf der Beziehungsebene entstehen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Grundlagen der Kommunikation, die Analyse von Nachrichtenstrukturen, die Ursachen von Kommunikationsstörungen, der Einfluss des Selbstkonzepts und die Bedeutung nonverbaler Signale.
Was ist das primäre Ziel dieser wissenschaftlichen Untersuchung?
Das Ziel besteht darin, aufzuzeigen, wie Kommunikationsprobleme entstehen, wie sie durch ein Verständnis der Beziehungsebene identifiziert werden können und welche Möglichkeiten der Konfliktlösung existieren.
Welche wissenschaftlichen Modelle dienen als Basis?
Die Arbeit stützt sich maßgeblich auf das "Nachrichten-Quadrat" von Friedemann Schulz von Thun sowie auf Ansätze der transaktionalen Analyse nach Eric Berne und Untersuchungen zur Beziehungsdynamik von J. Gottman.
Was ist der Fokus des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Nachrichtenbausteine, die Untersuchung von Störungsquellen in zwischenmenschlichen Interaktionen und die Bedeutung der nonverbalen Kommunikation als ergänzende Ebene.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wesentlichen Begriffe sind Kommunikationsstörungen, Nachrichten-Quadrat, Beziehungsebene, Selbstkonzept und Metakommunikation.
Wie definiert der Autor das Selbstkonzept?
Das Selbstkonzept wird als das subjektive Bild einer Person von sich selbst definiert, welches durch Erfahrungen und soziale Bewertungen geprägt ist und stark beeinflusst, wie Nachrichten interpretiert werden.
Warum ist die Metakommunikation ein wichtiges Werkzeug?
Die Metakommunikation, also das Reden über das Kommunizieren selbst, hilft dabei, in festgefahrenen Streitsituationen Abstand zu gewinnen, eigene Fehler einzugestehen und die Beziehungsdefinition zu klären.
Was versteht man unter kongruenten Nachrichten?
Kongruente Nachrichten liegen vor, wenn verbale Aussagen und nonverbale Signale (Körpersprache, Tonfall) in Übereinstimmung stehen; bei unkongruenten Nachrichten widersprechen sich diese Ebenen.
- Quote paper
- Melanie Brück (Author), 2005, Über Kommunikationsstörungen, speziell auf der Beziehungsebene, und mögliche Lösungsansätze, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58597