Das Phänomen Multimedia und seine Definition aus verschiedenen Perspektiven


Seminararbeit, 2006
10 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Begriff „Multimedia“
2.1 Herkunft und historische Entwicklung
2.2 Definitionsversuche von Multimedia

3 Kategorien zur Erklärung von Multimedia bzw. multimediale Kommunikation
3.1 Code und Codierung
3.2 Zeichen und Zeichensysteme
3.3 Sinnesmodalität (Sinneskanal)
3.4 Mentale Repräsentation, mentales Format, Verarbeitungssystem
3.5 Medium und mediales Angebot

4 Differenzierung des Begriffs „Multimedia“: Multicodalität, Multimodalität und Multimedialität

5 Schluss

Quellen- und Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Raster zur differenzierteren Beschreibung medialer Angebote

1. Einleitung

Der Begriff „Multimedia“ ist heute nicht mehr von der alltäglichen Sprache wegzudenken. Es vergeht kaum ein Tag, an dem wir nicht das Wort Multimedia hören oder über Multimedia lesen. Besonders mit der massiven Einführung von Computern im alltäglichen Leben und damit auch des Internets gewann dieser Begriff an große Popularität. 1995 wurde „Multimedia“ sogar als Wort des Jahres von der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden gekürt.[1] Heute wird Multimedia überall und für die Beschreibung verschiedenster Sachverhalte verwendet, ohne viel zu überlegen was dahinter in der Tat steckt. Eins ist klar: Das Phänomen Multimedia ist allgegenwärtig und ist fester Bestandteil der Diskussion über die „Neuen Medien“. Deshalb scheint es in der Kommunikationswissenschaft durchaus angemessen, dass dieses Phänomen eine nähere Erläuterung und Spezifizierung erfährt.

Es ist eine Aufgabe der Kommunikationswissenschaft diesen Begriff erstmal zu definieren und seine Brauchbarkeit für die Wissenschaft zu prüfen. Der detaillierten Erklärung von Multimedia widmet sich auch die vorliegende Arbeit. Dabei werden zunächst verschiedene Definitionen von Multimedia vorgestellt und miteinander verglichen. Anschließend werden einige für die Erklärung von Multimedia relevanten Kategorien beschrieben. Abschließend werden die Begriffe Multimodalität, Multicodalität und Multimedialität eingeführt und definiert.

Das Ziel der Arbeit ist also, den Begriff Multimedia aus möglichst vielen Perspektiven zu untersuchen, wobei sie sich nicht nur auf den technischen Aspekt konzentriert, sondern viel mehr auf psychologische und medienwissenschaftliche Aspekte. Darüber hinaus soll auch auf den Einfluss multimedialer Angebote auf das Lernen eingegangen werden, was eine der Hauptforschungsrichtungen im Bezug auf Multimedia darstellt.

2. Der Begriff „Multimedia“

2.1 Herkunft und historische Entwicklung

Das Wort Multimedia setzt sich aus „multi“ und „media“ zusammen. „multi“ (lat.) bedeutet „viele“ und „medium“ (lat.) ließe sich mit „das Vermittelnde“ übersetzten. Der Begriff wurde bereits 1971 in Lexika erläutert. Mit Multimedia waren ursprünglich verschiedene Projektionsapparate wie Film- und Diaprojektoren gemeint, die z.B. an Ausstellungen oder Messen verwendet wurden, um die Aufmerksamkeit von Messebesuchern zu gewinnen.[2] Die breite Diskussion über Multimedia setzt aber Anfang der 90er Jahre ein. 1993 ist Multimedia schon ein festes Schlagwort in deutschen Zeitungen und Zeitschriften.[3] Die Wahl zum „Wort des Jahres“ 1995 ist eine logische Folge der immer mehr steigenden Verwendung des Begriffs in der alltäglichen interpersonalen sowie Massenkommunikation. Dabei wird der Begriff in verschiedensten Zusammenhängen benutzt, mit Multimedia werden verschiedene Sachverhalte beschrieben. Diese willkürliche Benutzung des Begriffs wird passend durch die Aussage von Georga McCabe (Kodak Eastman Company) beschrieben: „Talking about Multimedia is a lot like talking about love. Everybody agrees that it’s a good thing, everybody wants to participate in it, but everybody has a different idea about what it really is”.[4]

In der wissenschaftlichen Literatur sind allerdings viele Definitionsversuche von Multimedia zu finden. Im folgenden wird versucht, einige von ihnen vorzustellen, wobei der Begriff aus verschiedenen Aspekten der Forschung betrachtet wird.

2.2 Definitionsversuche von Multimedia bzw. multimediale Kommunikation

Wie gesagt gibt es für das Phänomen Multimedia keine einheitliche Definition. Aus technischer Sicht definiert Hasebrook Multimedia als Computerapplikation, „die neben Bild und Text mindestens ein zeitabhängiges Medium enthält, also Video, Ton, Animation oder Simulation, und Möglichkeiten zur direkten Beeinflussung des Programmablaufs bietet.“[5] Nach Pfammatter soll Multimedia ausschließlich für computerbasierte, digitale Medien verwendet werden.[6] „Die Digitaltechnik ermöglicht die Integration verschiedener kontinuierlicher und diskreter Medien: gesprochene Sprache, Klangeffekte, Musik, Animation, Video, Text, Standbild, Computergrafik.“[7] Pfammatter sieht die Interaktivität als den entscheidenden Aspekt im Blick auf Multimedia: „Multimedia bedeutet also interaktive, digitale Medienintegration.“[8] Unter Interaktivität versteht man im weitesten Sinne die Möglichkeit des Empfängers über Rückkanäle bestimmte Informationen und Programme abzurufen oder Einfluss auf Programme zu nehmen (der Empfänger kann also auch als Sender agieren). Hasebrook betont aber auch, dass Multimedia nicht nur aus die technische Dimension zu reduzieren ist. Er schreibt dazu: Multimedia sollte daher in psychologischen Begriffen definiert werden als eine vom Lernenden unmittelbar beeinflussbare Computeranwendung, die Informationen durch mehrere Symbolsysteme, d.h. bildlich-analog oder sprachlich-sequentiell, vermittelt und dabei verschiedene Sinne anspricht.“[9]

[...]


[1] Wikipedia: Multimedia, http://de.wikipedia.org/wiki/Multimedia , 25.02.2006

[2] Christian Doelker: Multimedia ist Multikode. In: Rene Pfammatter (ed): Multi Media Mania. Reflexionen zu Aspekten Neuer Medien. Konstanz: UVK, 1998, S. 37

[3] Rene Pfammatter (ed): Multi Media Mania. Reflexionen zu Aspekten Neuer Medien. Konstanz: UVK, 1998, S. 9

[4] Folien zur Vorlesung: Kommunikationsdesign und Multimedia I, Prof. Dr. U. Nikolaus, Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK), WS 2005/06, S. 3

[5] Joachim Hasebrook, "Wem nützt Multimedia - und warum?". In: Rene Pfammatter (ed): Multi Media Mania. Reflexionen zu Aspekten Neuer Medien. Konstanz: UVK, 1998, S. 103

[6] Vgl. Pfammatter 1998, S.10

[7] Ebenda, S. 10

[8] Ebenda, S. 12

[9] Hasebrook (1998), S. 103

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Das Phänomen Multimedia und seine Definition aus verschiedenen Perspektiven
Hochschule
Universität Leipzig  (Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft)
Veranstaltung
Seminar: Neue Medien oder alte Medien in neuem Gewand?
Note
2,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
10
Katalognummer
V58601
ISBN (eBook)
9783638527484
ISBN (Buch)
9783638779432
Dateigröße
455 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Phänomen, Multimedia, Definition, Perspektiven, Seminar, Neue, Medien, Gewand
Arbeit zitieren
Emiliyan Aleksandrov (Autor), 2006, Das Phänomen Multimedia und seine Definition aus verschiedenen Perspektiven, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58601

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