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Angela von Foligno - Eine Vertreterin der mittelalterlichen Mystik

Title: Angela von Foligno - Eine Vertreterin der mittelalterlichen Mystik

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 22 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Katina Tomaschewski (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Nach Gero von Wilperts Sachwörterbuch der Literatur definiert sich der Begriff Mystik als„interkonfessionelle Frömmigkeitsform, die durch Abkehr von der Sinneswelt und Versenkung in das eigene Sein die Trennung zwischen irrationaler Gottheit und eigenbewusster, reiner Seele schon im Diesseits überwindet und durch Kontemplation, Meditation und Askese zu vollkommener Einswerdung von Menschenseele und persönl. Gott […] führt (unio mystica)“. Mystiker gab und gibt es in allen Kulturkreisen und Religionen. Die christliche Mystik hat ihren Beginn in der Offenbarung Johannis, der Gnosis und dem Manichäismus. Im Mittelalter findet die christliche Mystik ihren Höhepunkt. Mystiker wie Thomas von Aquin, Bonaventura und Dante erklärten dieunio mysticaverstandesgemäß als „Sehnsuchtswirkung Gottes auf den Menschen“ Andere entwickelten Stufenmodelle die über die Meditation über das Göttliche bis zur Gottesschau führen. Bernhard von Clairvaux wirkte als Mystiker durch das ganze Mittelalter. Das Besondere an der mystischen Strömung des Mittelalters war, dass sie nicht hauptsächlich von den großen Gelehrten getragen wurde, sondern von Laien. Sie entstand in den Frauenklöstern des 12. Jahrhunderts, den Bettelorden und Beginenhöfen. Viele Mystikerinnen dieser Zeit sind uns heute noch bekannt, darunter Frauen wie Hildegard von Bingen, Elisabeth von Schönau, Mechthild von Magdeburg, Hadewijch oder Katharina von Siena. Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Werk einer italienischen Mystikerin des 13. Jahrhunderts, welches zu ihren Lebzeiten große Wirkung zeigte, heute allerdings etwas in Vergessenheit geraten ist, Angela von Foligno. Um die Umstände des Entstehens ihres Werkes genauer zu erläutern und einen Überblick über die Zeit und das religiöse Weltbild der Angela von Foligno zu geben, befasst sich der 1. Abschnitt mit der Entstehung der sog. „Religiösen Frauenbewegung“ des Mittelalters. Des Weiteren werden die Begriffe der Mystik und der „Religiösen Frauenbewegung“ erörtert und eine kurze Erläuterung des Begriffs der Brautmystik gegeben. Angelas Leben wird in einem kurzen biographischen Abschnitt dargestellt. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Religion im Mittelalter – ein Überblick

2.1 Frauen und Religion im Mittelalter

2.2 Mystik – Wege zu Gott

2.3 Brautmystik

3. Angela von Foligno

3.1 Angelas Leben

3.2 Angelas Werk

3.2.1 Entstehung

3.3 Franziskanischer Einfluss

3.4 Der Weg der Buße

3.5 Angela als Braut Christi

3.6 Visionäre Fähigkeiten – Segen oder Fluch?

3.7 Wirkung

4. Visionsliteratur

5. Schluss

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Leben und Wirken der italienischen Mystikerin Angela von Foligno im Kontext des 13. Jahrhunderts. Das primäre Ziel ist es, die Entstehungsgeschichte ihres Werkes, den franziskanischen Einfluss auf ihr spirituelles Leben sowie die Bedeutung ihrer Visionen und brautmystischen Erfahrungen innerhalb der religiösen Frauenbewegung des Mittelalters zu beleuchten.

  • Historische Einordnung der religiösen Frauenbewegung im Mittelalter
  • Analyse der Brautmystik und visionärer Phänomene
  • Biographische und werkgeschichtliche Untersuchung von Angela von Foligno
  • Bedeutung von Schreibprozessen und der Rolle des Beichtvaters (Arnaldo)
  • Untersuchung mittelalterlicher Visionsliteratur und deren Rezeption

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Entstehung

Man kann davon ausgehen, dass Angela das Memoriale nicht selbst aufgeschrieben hat, sondern einen Schreiber hatte. Fraglich ist in diesem Zusammenhang ihr Bildungsstand. Köpf schreibt dazu: „Sicher konnte sie lesen; aber über ihre Fähigkeit zu schreiben läßt sich nichts ausmachen.“

Das Memoriale hat sie mit Sicherheit nicht selbst aufgezeichnet, sondern einem Schreiber, ihrem Beichtvater Arnaldo aus Foligno, diktiert. Angela berichtete ihm jahrelang von ihren Erlebnissen, aber auch von ihrem Umgang mit Gott und ihren Überlegungen diesbezüglich. Arnaldo schrieb ihre Berichte auf und brachte sie in eine Reihenfolge. Jedoch übernahm er nicht nur die Aufgabe des Zuhörers und Schreibers, er kommentierte das Gehörte auch. In den Texten finden sich eingeschobene Zwischenbemerkungen, in denen er Angelas Verhalten, seinen Umgang mit ihr, aber auch seine redaktionelle Arbeit kommentiert.

In mehreren Textstellen ist festgehalten, wie es zu seiner Rolle als Angelas Beichtvater und Vertrauter kam.

Bei ihrer Pilgerreise von Foligno nach Assisi hatte Angela eine Audition von Seiten des Heiligen Geistes. Sie war von einer großen Freude erfüllt und der Heilige Geist blieb bis in die Kirche des hl. Franziskus bei ihr. Als er schließlich von ihr wich, empfand Angela einen fürchterlichen Schmerz. Sie brach in der Kirche zusammen und schrie und kreischte: „Liebe, noch habe ich Dich nicht kennengelernt, warum hast Du mich so verlassen?“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Definition des Mystik-Begriffs sowie Einordnung von Angela von Foligno in den Kontext der christlichen Mystik des Mittelalters.

2. Religion im Mittelalter – ein Überblick: Beleuchtung der Rolle der Frau in der Kirche, der religiösen Frauenbewegung und der Ausprägungen von Mystik und Brautmystik.

3. Angela von Foligno: Detaillierte Darstellung ihres Lebenswegs, ihrer spirituellen Wandlung (conversio) sowie die Analyse ihrer Schriften und deren franziskanischer Prägung.

4. Visionsliteratur: Untersuchung des literarischen Genres der Visionsberichte im Mittelalter und der Bedeutung der Unterscheidung der Geister.

5. Schluss: Zusammenfassung der historischen Wirkung von Angela von Foligno und Reflexion über ihre Bedeutung als „Lehrmeisterin der Theologen“.

Schlüsselwörter

Angela von Foligno, Mystik, Mittelalter, Religiöse Frauenbewegung, Brautmystik, Memoriale, Franziskaner, Visionsliteratur, Christusnachfolge, Unio mystica, Frömmigkeit, Arnaldo von Foligno, Askese, Theologorum magistra, Visionen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der italienischen Mystikerin Angela von Foligno und dem historischen Kontext der religiösen Frauenbewegung im 13. Jahrhundert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die mittelalterliche Mystik, die Brautmystik, den franziskanischen Einfluss auf Frauen und die Entstehung von Visionsberichten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den Entstehungsprozess des „Liber“ der Angela von Foligno nachzuzeichnen und ihr religiöses Weltbild sowie ihre visionären Erfahrungen historisch einzuordnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche und historische Analyse, gestützt auf die Auswertung von Primär- und Sekundärquellen zur mittelalterlichen Mystik.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des religiösen Umfelds im Mittelalter, die Biographie und Werkgeschichte Angelas sowie die Untersuchung spezifischer mystischer Motive wie Buße und Brautmystik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Angela von Foligno, Mystik, Frauenbewegung, Visionen, Brautmystik und Christusnachfolge.

Welche Rolle spielte Arnaldo bei der Entstehung von Angelas Werk?

Arnaldo war Angelas Beichtvater, ihr Schreiber und Redakteur, der ihre mündlichen Berichte ins Lateinische übersetzte und dabei eigene theologische Kommentare einfließen ließ.

Warum wird Angela von Foligno als „Lehrmeisterin der Theologen“ bezeichnet?

Dieser Titel verweist auf die hohe spirituelle Autorität, die sie trotz ihrer fehlenden formalen gelehrten Ausbildung in ihrer Zeit genoss, sodass sogar gebildete Männer ihre Schriften als Quelle der Weisheit nutzten.

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Details

Title
Angela von Foligno - Eine Vertreterin der mittelalterlichen Mystik
College
University Karlsruhe (TH)  (Institut für Literaturwissenschaft)
Course
Hauptseminar Mystik
Grade
2,0
Author
Katina Tomaschewski (Author)
Publication Year
2006
Pages
22
Catalog Number
V58604
ISBN (eBook)
9783638527514
ISBN (Book)
9783656794837
Language
German
Tags
Angela Foligno Eine Vertreterin Mystik Hauptseminar Mystik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katina Tomaschewski (Author), 2006, Angela von Foligno - Eine Vertreterin der mittelalterlichen Mystik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58604
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