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Ludwig Tieck: Der blonde Eckbert. Betrachtung in Bezug auf die Epoche der Romantik

Title: Ludwig Tieck: Der blonde Eckbert. Betrachtung in Bezug auf die Epoche der Romantik

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 24 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Katina Tomaschewski (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Die Epoche der Romantik zeichnet sich durch die Suche nach Harmonie durch das Erlangen einer All-Einheit, sowohl der Gesellschaft, als auch des Einzelnen, aus. Diese All-Einheit wird durch die unendliche Natur regiert und entspricht dem Gefühl der liebevollen Einheit zwischen Mutter und Kind. Der Einzelne erlangt die All-Einheit durch Träume und Phantasien, die bis zur Sehnsucht, sich in der Unendlichkeit aufzulösen, führen können. Dadurch entsteht eine Doppelbewegung. Auf der einen Seite steht das sehnsüchtige Streben in die unendliche Natur, auf der anderen die Versenkung ins eigene Innere. In der Literatur drückt sich dieses Gefühl in der Romantisierung der Wirklichkeit aus. Die Bereiche der Wirklichkeit sollen sich in„Bild und Zeichen des unendlichen Naturzusammenhangs und der inneren Erfahrung verwandeln.“. Alle Künste sollen miteinander verschmelzen, sowie in der Literatur alle Gattungen. Ludwig Tieck gilt als der „Organisator“ der romantischen Bewegung. Seine Tätigkeiten gingen über die des Schriftstellers hinaus, so arbeitete er auch als Übersetzter, Herausgeber und Sammler von Literatur. Er gehörte dem Kreis von Dichtern der Frühromantik in Jena an. Dieser Zeit, dem Beginn der Epoche, ist auch seine MärchennovelleDer blonde Eckbertzuzuordnen. Der blonde Eckbertgilt als bekannteste Erzählung Tiecks. Grund dafür ist unter anderem die literaturwissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Gattungsfrage, welche auch in dieser Hausarbeit aufgegriffen wird. Die epochentypische Vermischung der Gattungen lässt sich am Beispiel desblonden Eckbertanschaulich darstellen. Auch inhaltlich entspricht die Erzählung der romantischen Vorstellung. So verwendet Tieck das Motiv der Natur um Stimmungen darzustellen, er lässt die Natur regelrecht in seine Figuren eindringen und erlangt somit eine Einheit zwischen Natur und Figuren. Immer wieder empfinden die Figuren Einsamkeit, welche jedoch unterschiedlich wahrgenommen wird. Diese Wahrnehmung bildet eine Symbiose mit der Natur. Ein eigenes Kapitel erläutert das Zusammenspiel von Einsamkeit und Natur. Die Behandlung der Wunder-Thematik bildet den Abschluss der Hausarbeit. Es wird der Versuch unternommen, denblonden Eckbertanhand der Form und des Inhalts in die Epoche der Romantik einzuordnen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.2 Entstehung

2. Das Problem der Gattungsbestimmung

2.1 Definition der Gattungen Märchen und Novelle

2.2 Auseinandersetzung der Forschung mit der Gattungsfrage

3. Figuren und Figurenkonstellation

4. Der blonde Eckbert – eine typische Erzählung der Romantik

4.1 Das Zusammenspiel von Einsamkeit und Natur

4.2 Die personifizierte Natur

4.3 Das Wunderbare

5. Abschluss

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert Ludwig Tiecks Märchennovelle "Der blonde Eckbert" im Kontext der Epoche der Romantik. Ziel ist es, die Gattungsbestimmung des Werkes zu untersuchen sowie die zentralen romantischen Motive von Natur, Einsamkeit und dem Wunderbaren zu ergründen, um deren Bedeutung für den Untergang der Protagonisten aufzuzeigen.

  • Literarische Gattungsbestimmung zwischen Märchen und Novelle
  • Analyse der Figurenkonstellation und des Innenlebens
  • Die Rolle der "Waldeinsamkeit" als romantisches Motiv
  • Die Personifizierung der Natur als Spiegel der Seele
  • Das Wunderbare als strukturelles und inhaltliches Element

Auszug aus dem Buch

4.1 Das Zusammenspiel von Einsamkeit und Natur

Das Motiv der Einsamkeit ist ein typisch lyrisches Motiv. Tieck hat dieses Motiv in den Gedichten Einsamkeit und Wonne der Einsamkeit in den Mittelpunkt gestellt und bereits als Schüler einen Aufsatz mit dem Titel Einsamkeit geschrieben. Auch im blonden Eckbert ist die Einsamkeit ein immer wiederkehrendes Motiv. Hier prägt Ludwig Tieck den Begriff Waldeinsamkeit, welcher in der romantischen Dichtung zu einem feststen Bestandteil wird.

Auffällig im blonden Eckbert, ist die Verwendung des Einsamkeits-Motivs als positives Element der Ruhe und im Gegenzug als negatives Element des Schreckens. Wie die Einsamkeit von den Figuren empfunden wird, hängt häufig von der sie umgebenden Natur ab. So lässt sich, innerhalb Berthas Ich-Erzählung, eine Beziehung zwischen Naturerleben und Empfinden der Einsamkeit feststellen.

Bertha erlebt als Kind die Einsamkeit auf ihrer Flucht als etwas Furchtbares. Sie beginnt sich zu fürchten als sie die, ihr fremden, Gebirge erreicht. Je felsiger und wilder die Landschaft wird, desto verlassener fühlt Bertha sich. „Es ist unbeschreiblich, welche Sehnsucht ich empfand, nur eines Menschen ansichtig zu werden, wäre es auch, daß ich mich vor ihm hätte fürchten müssen.“ Berthas angstvolle Empfindungen entstehen parallel zu der Landschaft, die sie durchwandert. Die schroffen Felsen und verschlungenen Wege spiegeln ihr Inneres, denn sie weiß nicht, wohin ihre Reise sie führen wird. Auch auf ihrer zweiten Reise, von der Alten zum Dorf ihrer Eltern, empfindet sie Angst.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die romantische Suche nach der All-Einheit und Einordnung der Märchennovelle in das Schaffen von Ludwig Tieck.

1.2 Entstehung: Darlegung des historischen Entstehungskontexts der Erzählung im Jahr 1796 und ihrer Aufnahme in die Sammlung "Phantasus".

2. Das Problem der Gattungsbestimmung: Untersuchung der Schwierigkeiten, das Werk eindeutig zwischen den Gattungen Märchen und Novelle einzuordnen.

2.1 Definition der Gattungen Märchen und Novelle: Theoretische Abgrenzung der gattungsspezifischen Merkmale von Märchen und Novelle nach wissenschaftlichen Standards.

2.2 Auseinandersetzung der Forschung mit der Gattungsfrage: Darstellung verschiedener literaturwissenschaftlicher Ansätze zur Deutung der Rahmen- und Binnenhandlung.

3. Figuren und Figurenkonstellation: Analyse der Hauptcharaktere Eckbert, Bertha und der Alten sowie deren psychologischer Verflechtung.

4. Der blonde Eckbert – eine typische Erzählung der Romantik: Einordnung der Erzählstruktur in die Forderung der Frühromantik nach Universalpoesie.

4.1 Das Zusammenspiel von Einsamkeit und Natur: Analyse des zentralen Motivs der "Waldeinsamkeit" und dessen Wirkung auf das psychische Befinden der Figuren.

4.2 Die personifizierte Natur: Untersuchung, wie die Natur als handelndes Subjekt und Stimmungsmacher fungiert.

4.3 Das Wunderbare: Erörterung der Wunder-Thematik als Ausdruck von Irrationalität und Schauer.

5. Abschluss: Fazit über das Ineinandergreifen von Realität und Märchenwelt und die Zerstörung der Protagonisten durch diesen Prozess.

Schlüsselwörter

Ludwig Tieck, Der blonde Eckbert, Romantik, Frühromantik, Märchennovelle, Waldeinsamkeit, Gattungsfrage, Naturmotivik, Das Wunderbare, Figurenkonstellation, Bertha, Psychologisierung, Schauerromantik, Literaturwissenschaft, Rahmenhandlung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht Ludwig Tiecks Erzählung "Der blonde Eckbert" und analysiert, wie das Werk durch die Vermischung von Märchen- und Novellenelementen sowie spezifisch romantische Motive charakterisiert ist.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Gattungsproblematik, der psychologischen Analyse der Figurenkonstellation sowie der Bedeutung von Natur, Einsamkeit und dem Wunderbaren.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Erzählung in den Kontext der Epoche der Romantik einzuordnen und aufzuzeigen, wie Tieck die Grenzen zwischen Realität und Phantasie auflöst.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine literaturwissenschaftliche Textanalyse unter Einbeziehung zeitgenössischer Sekundärliteratur und gattungstheoretischer Definitionen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Gattungsdiskussion, eine detaillierte Figurencharakteristik sowie die Untersuchung romantischer Leit-Motive wie Naturpersonifizierung und "Waldeinsamkeit".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen "Romantik", "Waldeinsamkeit", "Gattungsbestimmung", "Märchennovelle" und "Psychologisierung".

Warum spielt der "Vogel" eine so zentrale Rolle in der Erzählung?

Der Vogel fungiert im Werk als eine Art moralisches Gewissen und Bindeglied zwischen der realen Welt und der "Waldeinsamkeit"; sein Lied mahnt die Figuren und verdeutlicht deren innere Zerrissenheit.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der Gattung?

Die Autorin schlägt vor, das Werk als "novellistisches Kunstmärchen" oder "Märchennovelle" zu bezeichnen, da Tieck die Gattungen nicht durch Inhalte, sondern durch ihren Aufbau miteinander verbindet.

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Details

Title
Ludwig Tieck: Der blonde Eckbert. Betrachtung in Bezug auf die Epoche der Romantik
College
University Karlsruhe (TH)
Course
Hauptseminar: Tieck. Erzählungen.
Grade
2,0
Author
Katina Tomaschewski (Author)
Publication Year
2005
Pages
24
Catalog Number
V58607
ISBN (eBook)
9783638527545
ISBN (Book)
9783656813774
Language
German
Tags
Ludwig Tieck Eckbert Betrachtung Bezug Epoche Romantik Hauptseminar Tieck Erzählungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katina Tomaschewski (Author), 2005, Ludwig Tieck: Der blonde Eckbert. Betrachtung in Bezug auf die Epoche der Romantik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58607
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