Für weltweit operierende Unternehmen, die sich zunehmender Diversifikation und Globalisierung gegenübergestellt sehen, ist eine Aufschlüsselung von Informationen über das Unternehmen notwendig. Besonderes Interesse haben die Anleger und Investoren an Informationen über unternehmerische Tätigkeiten auf den verschiedenen Märkten und in den verschiedenen Geschäftsfeldern der Unternehmen. Vor allem die Bereiche der Unternehmen, die aktiv oder zukünftig Erträge generieren, stehen dabei im Fokus. Die benötigten detaillierten Informationen, um den Erfolg und die zukünftige Entwicklung des Unternehmens beurteilen zu können, werden häufig durch Aggregation im Jahres- oder Konzernabschluss verschleiert und führen zu Informationsverzerrungen oder Defiziten. Ertrags- und Risikobereiche sowie die verschiedenen Einflüsse und Strategien auf die Unternehmen werden kumuliert, so dass die herkömmlichen Instrumente der Rechnungslegung für eine ausreichende Informati-onsversorgung nicht mehr genügen. Die Segmentberichterstattung wird international daher als eine unabdingbare Informationsquelle zum Jahres- bzw. Konzernabschluss betrachtet. Die Defizite an Informationen werden durch eine Aufschlüsselung der Unternehmensdaten in einzelne Segmente ausgeglichen. Die Segmentberichterstattung ist in allen relevanten Rechnungslegungssystemen verankert und für kapitalmarktorientierte Unternehmen bzw. Konzerne von besonderer Bedeutung. Die international am weitesten verbreiteten und bedeutendsten Rechnungslegungsstandards sind IAS/IFRS und USGAAP. Im Zuge der Konvergenzbestrebungen dieser Rechnungslegungssysteme erfolgt zunehmend eine Annäherung hin zur Schaffung weltweit allgemeingültiger Rechnungslegungsstandards von höchster Qualität. Der aktuelle Entwurf eines neuen Standards zur Segmentberichterstattung „Financial Reporting Standard X,Operating Segments“,kurz als „Exposure Draft oder ED 8“ bezeichnet, belegt diese Entwicklung. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zielsetzung der Arbeit
3. Allgemeine Grundlagen zur Segmentberichterstattung
3.1 Ziele der Segmentberichterstattung
3.2 Definition der Segmentberichterstattung
3.3 Rechtliche Grundlagen
3.4 Aktuelle Internationale Entwicklungen
3.5 Entwurf des neuen Standards zur Segmentberichterstattung Exposure Draft ED 8 - IFRS X
3.6 Die Umstellung auf IFRS
4. Segmentdefinition der berichtspflichtigen Segmente
4.1 Segmentdefinition nach IAS 14
4.2 Segmentdefinition nach DRS 3
4.3 Segmentdefinition nach SFAS 131
4.4 Vergleich der Segmentdefinitionen
4.5 Segmentdefinitionen nach ED 8 – IFRS X
5. Grundsätze der Segmentabgrenzung
5.1 Risk and Reward Approach versus Management Approach
5.2 Segmentabgrenzung nach IAS 14
5.3 Segmentabgrenzung nach DRS 3
5.4 Segmentabgrenzung nach SFAS 131
5.5 Vergleich der Segmentabgrenzungen
5.6 Segmentabgrenzung nach ED 8 – IFRS X
6. Berichtspflicht und Ermittlungs-/ Berichtsgrundsätze
6.1 Schwellen für die Segmentberichterstattung
6.2 Die Ermittlungs- und Berichtsgrundsätze von Segmentdaten
6.3 Ermittlungs- und Berichtsgrundsätze von Segmentdaten nach ED 8 - IFRS X
7. Segmentinformationen der jeweiligen Standards
7.1 Segmentinformation nach IAS 14
7.1.1 Primäres Berichtsformat
7.1.2 Sekundäres Berichtsformat
7.1.3 Überleitungsrechnung und Zwischenberichterstattung
7.2 Segmentinformation nach DRS 3
7.2.1 Pflichtangaben nach DRS 3
7.2.2 Weitere Erläuterungen nach DRS 3
7.2.3 Überleitungsrechnung und Zwischenberichterstattung
7.3 Segmentinformation nach SFAS 131
7.3.1 Pflichtangaben nach SFAS 131
7.3.2 Überleitungsrechnung und Zwischenberichterstattung
7.4 Vergleich der verschiedenen Segment- informationen
7.5 Segmentinformationen nach ED 8 - IFRS X
7.5.1 Pflichtangaben nach ED 8 - IFRS X
7.5.2 Überleitungsrechnung und Zwischenberichterstattung
8. Stellungnahme zu Exposure Draft ED 8 - IFRS X
9. Zusammenfassung
10. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Segmentberichterstattung als Instrument des Jahres- und Konzernabschlusses für kapitalmarktorientierte Unternehmen. Dabei wird der bestehende rechtliche Rahmen analysiert und ein Vergleich zwischen den Standards IAS 14, DRS 3, SFAS 131 und dem Entwurf ED 8 – IFRS X vorgenommen, um Konvergenzbestrebungen und Anforderungen an die Berichterstattung zu identifizieren.
- Vergleich von Rechnungslegungsstandards (IAS/IFRS, USGAAP, DRS)
- Abgrenzung und Definition operativer Segmente
- Analyse des "Management Approach" versus "Risk and Reward Approach"
- Ermittlung von Schwellenwerten und Berichtsgrundsätzen
- Stellungnahme zur Einführung des Entwurfs ED 8
Auszug aus dem Buch
3.1 Ziele der Segmentberichterstattung
Die Jahres- und Konzernabschlüsse sind häufig nicht dazu geeignet, als Quellen für entscheidungsrelevante Informationen zu dienen. Wichtige Informationen wie Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Unternehmen werden zum Teil durch Aggregation verdeckt, was unter Umständen zu falschen bzw. fehlenden Informationen führt. Eine getrennte Lagebeurteilung einzelner Geschäftsbereiche und deren Beitrag zur gesamten Unternehmenslage ist oftmals genauso unmöglich wie ein Vergleich mit ähnlichen Geschäftsbereichen anderer Unternehmen.
Adressaten der Segmentberichterstattung sind hauptsächlich bestehende oder potentielle Anteilseigner bzw. Investoren, aber auch Arbeitnehmer sowie andere öffentliche Interessengruppen wie Kunden, Lieferanten und der Staat.
Das starke Bedürfnis nach segmentspezifischen Informationen steigt mit zunehmender Differenzierung. Aus diesem Grund wird der Segmentberichterstattung international eine entscheidungsrelevante Wirkung hinsichtlich der Beurteilung der wirtschaftlichen Leistung des Unternehmens bescheinigt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Notwendigkeit einer Segmentberichterstattung aufgrund zunehmender globaler Diversifikation und der Unzulänglichkeit aggregierter Abschlussdaten für Anleger.
2. Zielsetzung der Arbeit: Die Zielsetzung definiert die Arbeit als Untersuchung des Segmentberichts in IAS 14, SFAS 131 und DRS 3 sowie die Vorstellung des neuen Entwurfs ED 8.
3. Allgemeine Grundlagen zur Segmentberichterstattung: Dieses Kapitel behandelt die Ziele, Definitionen und den rechtlichen Rahmen der Segmentberichterstattung sowie den Umstellungsprozess auf IFRS.
4. Segmentdefinition der berichtspflichtigen Segmente: Die Kapitelabschnitte vergleichen die Definitionen berichtspflichtiger Segmente in den verschiedenen Rechnungslegungsstandards.
5. Grundsätze der Segmentabgrenzung: Hier werden die methodischen Ansätze, insbesondere der Risk and Reward und der Management Approach, einander gegenübergestellt.
6. Berichtspflicht und Ermittlungs-/ Berichtsgrundsätze: Das Kapitel definiert quantitative Schwellenwerte für die Berichtspflicht und erläutert die Grundsätze der Segmentdatenermittlung.
7. Segmentinformationen der jeweiligen Standards: Eine detaillierte Aufschlüsselung der spezifischen Offenlegungspflichten innerhalb der einzelnen Rechnungslegungsstandards.
8. Stellungnahme zu Exposure Draft ED 8 - IFRS X: Der Autor nimmt zu den vom IASB formulierten qualifizierten Fragen bezüglich des Entwurfs ED 8 Stellung.
9. Zusammenfassung: Zusammenfassung der zentralen Erkenntnisse über die Standards und die Konvergenzentwicklungen.
10. Fazit: Das Fazit bewertet die Entwicklung der Segmentberichterstattung hin zu einem transparenten, kapitalmarktorientierten Instrument.
Schlüsselwörter
Segmentberichterstattung, IFRS, USGAAP, DRS 3, IAS 14, ED 8, Management Approach, Konzernabschluss, Geschäftssegmente, operative Segmente, Finanzberichterstattung, Kapitalmarkt, Rechnungslegung, Konvergenz, Berichtsformat
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert die Segmentberichterstattung in verschiedenen Rechnungslegungsstandards und vergleicht diese mit dem aktuellen Entwurf ED 8 zur Einführung eines neuen IFRS-Standards.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Segmentdefinition, die Abgrenzungsmethoden, Schwellenwerte für die Berichtspflicht sowie die Überleitungsrechnungen auf den Jahresabschluss.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist der Vergleich der unterschiedlichen Ansätze zur Segmentierung und Ermittlung von Segmentdaten, um die Auswirkungen der Konvergenz zwischen IFRS und USGAAP auf die Praxis aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse, bei der die Anforderungen verschiedener Rechnungslegungsstandards direkt miteinander verglichen und bewertet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Gegenüberstellung der Standards hinsichtlich ihrer Definitionen, Abgrenzungsgrundsätze und Informationspflichten.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Management Approach, Risk and Reward Approach, Operative Segmente, IAS 14, SFAS 131 und ED 8.
Wie unterscheidet sich der ED 8 von IAS 14?
ED 8 fokussiert auf den Management Approach und verzichtet auf die im IAS 14 geforderte Unterteilung in primäre und sekundäre Berichtsformate.
Warum ist der "Management Approach" für Unternehmen vorteilhaft?
Er knüpft direkt an das interne Berichtswesen an, was die Erstellung der Segmentberichterstattung erleichtert und die Nachvollziehbarkeit für Investoren verbessern kann.
- Quote paper
- Tobias Hahn (Author), 2006, Segmentberichterstattung nach DRS, IAS/IFRS und USGAAP im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58613