Sich auf die Brust klopfende Gorillas, Schimpansen, die ohrenbetäubende Laute von sich geben und von Liane zu Liane schwingen, Waldelefanten, die sich ihren Weg durchs saftig grüne Dickicht bahnen, wunderschöne Pflanzen, einzigartige Kleintiere und auch etwas mystisches und die Angst vor dem Unbekannten, prägen unsere romantische Vorstellung vom Urwald. Übermittelt durch Abenteurer, Forscher und nicht zuletzt bildlich durch die Filme „Tarzan“ und „Das Dschungelbuch“. Doch leider sieht die Realität düster aus. Wo sich einst die Tiere des Waldes versammelten, steht heute kein Baum mehr, wo früher Tiere waren, sind sie kaum noch zu finden. Nicht die natürlichen Feinde sind dafür verantwortlich, sondern wir Menschen. Durch Abholzung nehmen wir den Tieren und Pflanzen den nötigen Lebensraum und gierige Wilderer sorgen dafür, dass immer mehr Tiere gejagt, getötet und gegessen werden und deren Einzelteile bei Trophäensammlern die Vitrine oder den Kamin schmücken. Über die Bedeutung des Regenwaldes, die Ursachen des Wald- und Tiersterbens, die lokalen und globalen Folgen sowie bereits unternommene und noch folgende Schutzmaßnahmen, soll diese Arbeit Aufschluss geben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Bedeutung und Besonderheit des zentralafrikanischen Regenwaldes
3. Ursachen der Zerstörung des zentralafrikanischen Regenwaldes
3.1 Bushmeat
4. Folgen der Regenwaldzerstörung
5. Naturschutz versus Profitdenken – Status quo und Aussichten
5.1 Möglichkeiten und Schutzmaßnahmen
5.1.1 Demokratische Republik Kongo
6. Fazit
7. Tabellen
8. Karten
8.1 Satellitenbild von Afrika – Vegetationszonen
8.2 Zerstörung des tropischen Regenwaldes von 1940 bis heute
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die ökologischen Probleme im zentralafrikanischen Raum, insbesondere den Zustand und die Gefährdung des dortigen Regenwaldes, und analysiert die Ursachen sowie mögliche Lösungsansätze im Spannungsfeld zwischen Naturschutz und wirtschaftlichen Interessen.
- Bedeutung und Ökologie des zentralafrikanischen Regenwaldes
- Hauptursachen für die Zerstörung des Regenwaldes (Holzernte, Plantagen, Jagd)
- Die Auswirkungen der Bushmeat-Jagd auf die Biodiversität
- Globale und lokale Folgen der Entwaldung
- Konfliktfeld Naturschutz versus wirtschaftliche Profitdenken
- Schutzmaßnahmen und das Potenzial nachhaltiger Entwicklung in der Demokratischen Republik Kongo
Auszug aus dem Buch
3.1 Bushmeat
Die Jagd nach sogenanntem „Bushmeat“ hat gravierende Auswirkungen auf die Tierwelt. In den letzten Jahren hat die Jagd auf Schimpansen, Gorillas, Bonobos, Waldelefanten, Gazellen, Pythonschlangen etc. immer mehr zugenommen, da vor allem das Primatenfleisch im Vergleich zu Nutzungstieren wie Rind und Schwein gesünder ist, da es mehr ungesättigte essentielle Fettsäuren, Mineralien, Vitamine und Spurenelemente enthält und als Delikatesse, besonders bei der Stadtbevölkerung begehrt ist17. Aber auch die neuen, verbesserten Waffentechniken haben daran großen Anteil. Was früher traditionell von den als „Pygmäen“ bezeichneten Waldvölkern18 zur reinen Nahrungsversorgung diente und das ökologische Gleichgewicht nicht ins Schwanken brachte, unterbricht heute grundlegende Waldkreisläufe. Davon sind natürlich auch die Pygmäen betroffen, die einerseits zum Handel mit Bushmeat gezwungen sind, um den Lebensunterhalt für sich und die Familie zu sichern und andererseits aufgrund des dezimierten Tierbestands ewig in den Wäldern auf der Suche sind. Zudem wird ihr Lebensraum und der der Tiere durch immer neue Siedler verkleinert, die eine intensivere Bodennutzung betreiben als die traditionelle shifting-cultivation und es daher schneller zu Bodendegradierung und Waldzerstörung kommt.
Vor allem die von den Holzfirmen errichteten Einfuhrschneisen zu den Abholzungsgebieten und Straßen, stören erheblich die Wanderungen der Tiere. Doch damit nicht genug. Auf den Waldwegen wird nicht nur das Holz abtransportiert, sondern auch das Wildfleisch. Jäger engagieren Holzfäller für den Transport in die Waldgebiete, und um das Fleisch schneller aus dem Wald und auf den Markt zu bringen. Dieser kleine Nebenverdienst bringt den Holzfällern bis zu 40% mehr Einkommen, anderen wiederum das einzige Einkommen, und sorgt dafür, dass der Wildfleischhandel boomt und jährlich ca. 50 Millionen Dollar einbringt19. Da es aber keine genauen Bestandszahlen der Tiere gibt, kann man auch keine Angaben zum Ausmaß der Bushmeat – Jagd machen, doch laut einem Bericht der GTZ wurden zwischen 1998 und 2000 191 Gorillas illegal getötet20.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Diskrepanz zwischen der romantisierten Vorstellung vom Urwald und der düsteren Realität der fortschreitenden Zerstörung durch menschliches Handeln.
2. Bedeutung und Besonderheit des zentralafrikanischen Regenwaldes: Das Kapitel beschreibt das Kongobecken als zweitgrößtes tropisches Urwaldgebiet der Erde, dessen komplexes Ökosystem für das globale Klima und den Artenreichtum von zentraler Bedeutung ist.
3. Ursachen der Zerstörung des zentralafrikanischen Regenwaldes: Es werden vier Hauptgründe für die Waldvernichtung identifiziert: kommerzielle Holzernte, Umwandlung in Agrarplantagen, Ausbeutung von Bodenschätzen und die Jagd auf Wildfleisch.
3.1 Bushmeat: Dieser Abschnitt analysiert die verheerenden Auswirkungen der kommerzialisierten Jagd auf Wildtiere auf die Biodiversität und das soziale Gefüge der Waldvölker.
4. Folgen der Regenwaldzerstörung: Die ökologischen Konsequenzen wie Bodenerosion, veränderte Wasserhaushalte und der Beitrag zur globalen Klimaänderung werden detailliert erläutert.
5. Naturschutz versus Profitdenken – Status quo und Aussichten: Das Kapitel thematisiert den Konflikt zwischen Naturschützern und Holzkonzernen und analysiert die Wirksamkeit bisheriger Schutzmaßnahmen.
5.1 Möglichkeiten und Schutzmaßnahmen: Hier werden Strategien zur effektiven Naturschutzarbeit diskutiert, wie die Einbindung der lokalen Bevölkerung und internationale Kooperationen.
5.1.1 Demokratische Republik Kongo: Das Beispiel der DRK illustriert die besonderen Herausforderungen durch politische Krisen sowie das ungenutzte Potenzial für nachhaltige Entwicklung.
6. Fazit: Die Arbeit schließt mit einem Ausblick auf die drastischen Folgen bei ausbleibender Umkehr zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung der Regenwälder.
Schlüsselwörter
Zentralafrika, Regenwald, Kongobecken, Abholzung, Bushmeat, Biodiversität, Naturschutz, Klimawandel, Nachhaltigkeit, Holzindustrie, Artensterben, Ökotourismus, Bodendegradation, Demokratische Republik Kongo, Ressourcennutzung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den ökologischen Problemen des zentralafrikanischen Raumes und analysiert die Zerstörung des dortigen Regenwaldes sowie die daraus resultierenden Folgen für die Region und das globale Klima.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den zentralen Feldern gehören die Ökologie des Regenwaldes, die Ursachen seiner Vernichtung (Holzwirtschaft, Jagd, Plantagen), die soziale Dimension des Naturschutzes sowie politische und ökonomische Lösungsansätze.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?
Ziel der Arbeit ist es, die Gründe für das Wald- und Tiersterben aufzuzeigen, den Konflikt zwischen Profitinteressen und Umweltschutz zu beleuchten und Möglichkeiten für eine nachhaltige Zukunft aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorin stützt sich primär auf eine umfangreiche Internetrecherche und die Auswertung aktueller Berichte und Studien von Organisationen wie dem WWF, Global Forest Watch und der GTZ.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Bedeutung des Waldes, die zerstörerischen menschlichen Einflüsse, die ökologischen Folgen sowie konkrete Beispiele aus verschiedenen Ländern wie der Demokratischen Republik Kongo erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Typische Schlüsselbegriffe sind Regenwaldzerstörung, Bushmeat, Artenreichtum, Kongobecken, nachhaltige Entwicklung und Naturschutzkonflikte.
Warum ist das "Bushmeat" ein so kritischer Faktor für das Ökosystem?
Die Kommerzialisierung der Jagd stört grundlegende Waldkreisläufe, führt zur Dezimierung seltener Tierarten und wird durch die von Holzfirmen angelegten Infrastrukturen wie Straßen weiter befeuert.
Welche Rolle spielt die Demokratische Republik Kongo in der Gesamtanalyse?
Die DRK nimmt eine Schlüsselrolle ein, da sie den größten Anteil am afrikanischen Regenwald besitzt und das enorme Potenzial für nachhaltige Ressourcen (wie Wasserkraft) als Alternative zur ausbeuterischen Holz- und Rohstoffwirtschaft aufzeigt.
Warum sind die bisherigen Schutzmaßnahmen oft nur teilweise erfolgreich?
Oft scheitern diese an mangelnder politischer Stabilität, Korruption, kurzfristigem Profitdenken der Holzkonzerne und einer mangelnden Umsetzung der vorhandenen Naturschutzgesetze.
- Quote paper
- Astrid Gruner (Author), 2005, Ökologische Probleme des zentralafrikanischen Raumes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58659