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Grundstrukturen ägyptischer Tempel

Title: Grundstrukturen ägyptischer Tempel

Presentation (Elaboration) , 2006 , 21 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Astrid Gruner (Author)

Egyptology
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Beschreibungen der einzelnen Tempel Ägyptens gibt es heute in vielfältiger und detaillierter Form. Doch diese Arbeit wird sich mit den Grundstrukturen der Tempel beschäftigen. Mit den typischen Merkmalen, die alle miteinander verbinden. Dabei soll das bereits im Referat Vorgetragene vertieft, an einzelnen Beispielen erläutert und mit Abbildungen veranschaulicht werden. Unter einem Tempel verstehen wir Menschen des 21. Jahrhunderts ein sakrales Bauwerk. Das taten auch die Ägypter, doch für sie war es mehr als das. Sie sahen es als Abbild der Welt, des Kosmos und als Wohnung, für die von ihnen verehrten Götter. Dabei hatte der Tempel zwei Funktionen: Die der Götterwohnung (ḥwt-nr) und die des Wirtschaftsbetriebes (pr). Diese Doppelfunktion wird auch noch in ihrer Bedeutung abgestuft, da die Götterwohnung neben den Gräbern die einzigen Gebäude in Ägypten waren, die aus Stein erbaut wurden. Der Wirtschaftsbetrieb, der die Götterwohnung umgebende Gebäudeteil, wird aus Ziegeln errichtet.1Der Bedeutungsunterschied wird noch deutlicher im Vergleich zu den einfachen Wohnhäusern, die aus Lehm und Holz gefertigt wurden. Wie so vieles im Alten Ägypten geht auch der Tempelbau auf einen Mythos, in diesem Fall den Gründungsmythos zurück. Dieser besagt, dass aus dem Urmeer, dem Nun, eine kleine Lehminsel auftauchte und ein halbgöttliches Wesen ein vom Wasser angetriebenes Stück Schilfrohr in diese hineinsteckte. Auf diesem entstandenen „Pfosten“ ließ sich in der damals herrschenden Dunkelheit ein Falke nieder, wodurch dieser Ort zu einer „heiligen Stätte“ wurde. Um ihn von der profanen Welt abzuschirmen, wurde er mit einem einfachen Schilfzaun eingefriedet. Bei absinkendem Wasser wurde mehr Platz auf der Lehminsel freigegeben und es kamen weitere Kammern vor und neben dem Allerheiligsten, der Götterwohnung, hinzu. Von diesem nun entstandenen Tempel, mehr noch vom Allerheiligsten, erhofften sich die Ägypter die Gegenwart des residierenden Gottes, seine segnenden und vor allem fruchtbringenden und Leben erneuernden Kräfte. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Allgemeines

3. Tempelentwicklung

3.1 Vorzeitliche Tempelbauten

3.2 Altes Reich

3.3 Mittleres Reich

3.4 Neues Reich

3.5 3.Zwischenzeit und Spätzeit

3.6 Ptolemäer- und Römerzeit

4. Tempelaufbau

4.1 Pr – Der Äußere Tempelbereich

4.2 ḥw.t-nr – Die Götterwohnung

5. Dekoration, Bildprogramm und Bedeutung

6. Tempeldeutung nach Jan Assmann

7. Zusammenfassung

8. Abbildungen

8.1 Rekonstruktion des ältesten Tempels in Hierakonpolis

8.2 Frühdynastische Grabanlagen in Abydos

8.3 Totentempel des Chephren

8.4 Totentempel des Mentuhotep

8.5 Rekonstruktion des Tempelbezirks in Medinet Habu

8.6 Tempelquerschnitt

8.7 Grundriss des Horus-Tempel von Edfu

8.8 Chons-Tempel in Karnak

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die architektonischen Grundstrukturen ägyptischer Tempel im Wandel der Epochen, um die wesentlichen Merkmale zu identifizieren, die diese sakralen Bauten als Abbild des Kosmos charakterisieren und ihre Funktion als Götterwohnung definieren.

  • Mythologische Begründung des ägyptischen Tempelbaus
  • Entwicklung der Tempelbauweise von der Frühzeit bis zur griechisch-römischen Epoche
  • Struktureller Aufbau und funktionale Zonierung (äußerer vs. innerer Bereich)
  • Symbolik von Bildprogramm und Dekoration als Ordnungssystem der Welt (Maat)
  • Interpretationsansätze zur Tempeldeutung nach Jan Assmann

Auszug aus dem Buch

3. Tempelentwicklung

Der wohl früheste Beweis für religiöse Strukturen in Afrika und möglicher Ausgangspunkt für die Tempelentwicklung liegt ca. 100km westlich von Abu Simbel im heutigen Nabta und ist zwischen 6000 und 6500 Jahre alt. Dort befinden sich an einem im Altertum ausgetrockneten See, Steinstelen, die eine Höhe von bis zu 2,75m haben. Viele von ihnen sind ostwestlich ausgerichtet und scheinen als vertikale Sichtsteine gedient zu haben, die laut Meinung von Richard H. Wilkinson „nach dem Sonnenstand zur Sommersonnenwende ausgerichtet wurden“. Einige von ihnen hätten somit den Beginn der Regenzeit anzeigen können, wenn sie im Sommer und Herbst ins Wasser eingetaucht waren. Neben dieser scheinbar kalendarischen Sternwarte scheint Nabta auch symbolische und zeremonielle Funktionen besessen zu haben. Demzufolge wäre es eine kosmische Uhr, die den zeitlichen Zyklus der Sonne und die Zyklen des Wassers miteinander verband. Allerdings lässt sich nicht mehr feststellen, welche genauen religiösen Funktionen die Steine besaßen und für welche Religion sie standen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Grundstrukturen ägyptischer Tempel ein und kündigt die vertiefende Betrachtung an.

2. Allgemeines: Das Kapitel definiert den ägyptischen Tempel als sakrales Bauwerk mit der Doppelfunktion der Götterwohnung (ḥwt-nr) und des Wirtschaftsbetriebes (pr) sowie dessen mythologische Verankerung.

3. Tempelentwicklung: Hier wird der historische Wandel der Tempelarchitektur von vorzeitlichen Strukturen bis zur griechisch-römischen Zeit dargelegt.

4. Tempelaufbau: Dieser Abschnitt analysiert die räumliche Trennung in einen äußeren Tempelbereich und die eigentliche Götterwohnung.

5. Dekoration, Bildprogramm und Bedeutung: Das Kapitel erläutert, wie durch einen festgelegten Bilderkanon der Tempel als Abbild der Welt und als geordnete Stätte der Maat gestaltet wird.

6. Tempeldeutung nach Jan Assmann: Es werden die kosmologischen, sozialen und mythischen Aspekte der Tempeldeutung anhand von Vergleichen zwischen verschiedenen Tempelbauten analysiert.

7. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel resümiert die Bedeutung des Tempels als vollkommenes Abbild des Kosmos und Ort des Kontakts mit dem Göttlichen.

Schlüsselwörter

Ägyptische Tempel, Götterwohnung, Sakralarchitektur, Tempelentwicklung, Kosmos, Mythos, Maat, Pylon, Sanktuar, Bildprogramm, Jan Assmann, Ritual, Altägyptische Religion, Achsentempel, Kultstätte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den architektonischen Grundstrukturen und der religiösen Bedeutung ägyptischer Tempel von der Frühzeit bis in die Spätzeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der historische Wandel des Tempelbaus, die funktionale und symbolische Gliederung der Anlagen sowie die Deutung als Abbild der Welt.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die typischen Merkmale und die mythologische sowie kosmologische Funktion ägyptischer Tempel aufzuzeigen und zu erläutern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine deskriptive und vergleichende Analyse auf Basis archäologischer und religionswissenschaftlicher Fachliteratur verwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die chronologische Tempelentwicklung, den physischen Aufbau, die Bedeutung des Bildprogramms und eine tiefgreifende Deutung nach Jan Assmann.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Tempelarchitektur, Ägypten, Götterwohnung, Kosmologie und Maat.

Warum spielt der Urhügel in der Tempelarchitektur eine wichtige Rolle?

Der Tempel symbolisiert den Ort, an dem sich der Gott nach dem Schöpfungsmythos auf einer Lehminsel niedergelassen hat, weshalb das Allerheiligste oft erhöht liegt.

Welche Bedeutung haben die Feinddarstellungen an den Außenwänden?

Sie dienen dem magischen Schutz und symbolisieren den Sieg des Königs über das Chaos, um die geordnete Weltordnung (Maat) aufrechtzuerhalten.

Warum wird im Text zwischen "innen" und "außen" unterschieden?

Diese Unterscheidung ist zentral für die soziale und rituelle Abstufung, da die öffentlichen Bereiche des Tempels für die Bevölkerung zugänglich waren, während das Sanktuar nur dem König und der Priesterschaft vorbehalten blieb.

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Details

Title
Grundstrukturen ägyptischer Tempel
College
University of Leipzig  ( Ägyptologisches Institut)
Course
Seminar: Altägyptische Religion Ⅰ
Grade
2,0
Author
Astrid Gruner (Author)
Publication Year
2006
Pages
21
Catalog Number
V58661
ISBN (eBook)
9783638527958
ISBN (Book)
9783656771494
Language
German
Tags
Grundstrukturen Tempel Seminar Altägyptische Religion
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Astrid Gruner (Author), 2006, Grundstrukturen ägyptischer Tempel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58661
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