Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Egyptology

Der 11. oberägyptische Gau

Title: Der 11. oberägyptische Gau

Seminar Paper , 2004 , 10 Pages , Grade: 2

Autor:in: Astrid Gruner (Author)

Egyptology
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Der 11. oberägyptische Gau wird als šЗj bezeichnet, was soviel wie „Der Geschlachtete“ bedeutet. Durch das Seth - Tier, welches mit oder ohne Standarte dargestellt werden kann, wird der Gau auch als Seth - Gau bezeichnet. Diese Bezeichnung ist jedoch nicht ganz korrekt, denn der Gott Seth wird šЗ gelesen und so beruht die Lesung des Gaunamens auf einer irrtümlichen Identifizierung des Seth - Tieres mit dem Schicksalsgott Schai (šЗj). Wenn man Helck Glauben schenkt, lag der kleinste Gau überhaupt ausschließlich auf der Westseite des Nils. Laut Gomaàs Theorie lag er jedoch auch auf dem Ostufer des Nils, welche er durch die vermeintliche Lokalisierung der Metropole mjqr untermauert. Denn auf dem Sesostriskiosk ist eine Stadt mjqr erwähnt und Gomaà fast sicher, dass sich diese bei oder an der Stelle der Stadt al - Maţmar befand (TAVO 66/1, S.250). Laut Helck sind alle ägyptischen Gaue ungefähr gleich groß gewesen, dass heißt sie hatten eine Länge von 3-4 jtrw. Doch beim 11. oberägyptischen Gau geht er davon aus, dass die Zahl der zerstörten Angabe auf dem Sesostriskiosk nicht größer als 2 jtrw (Einer) war. Vollständig würde die Angabe dann wie folgt lauten: 2 jtrw, 3 hЗ, 5 stЗt. Dadurch ergibt sich eine Gesamtlänge von 22,8305km, da die Nordgrenze des Gaues ca. 3km südlich von Assiut, und die Südgrenze ca. 2-3km nördlich von Abutîg verlief.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

1.1 Darstellungen des Gauzeichens = Seth -Tier

1.2 Belege für Darstellungen des Seth -Tieres als Gauzeichen

2. Entwicklung

3. Gaugötter und ihre Kultstätten

4. Entwicklung der hieroglyphischen Schreibung von Schashotep

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den 11. oberägyptischen Gau, seine historische Entwicklung, religiöse Bedeutung und die Problematik seiner Identifizierung. Ziel ist es, die Entwicklung der Gauhauptstadt Schashotep sowie die Rolle der dort verehrten Götter, insbesondere Chnum und Seth, aufzuarbeiten.

  • Historische Lokalisierung und Ausdehnung des 11. oberägyptischen Gaues
  • Entwicklung der administrativen Strukturen und der Gauverwaltung
  • Analyse des Gaukultes und der Verehrung von Seth und Chnum
  • Entwicklung der hieroglyphischen Schreibung von Schashotep
  • Bedeutung der Nekropole von Deir Rifeh im lokalen Kontext

Auszug aus dem Buch

3. Gaugötter und ihre Kultstätten

Geht man vom Gauwappen aus, so könnte man vermuten, dass Seth als Hauptgott des 11. oberägyptischen Gaues verehrt wurde. Doch aufgrund einer Verwechslung (siehe Einleitung) entspricht es nicht ganz der Wahrheit. Einzig der Ort mjqr lässt annehmen, dass Seth dort verehrt wurde. Der Name erinnert an das Wort qrj, welches mit dem Seth - Tier determiniert wird und soviel heißt wie „Donner/Unwetter“. Da nun Seth als „Herr des Donners“ bezeichnet wird, liegt eine Verbindung der Stadt und des Gottes nahe, wie sie auch auf der Kapelle des Sesostris’ I. genannt wird. Wenn man nun davon ausgeht, dass mjqr und die heutige Stadt al - Maţmar identisch sind, so gibt es auch Hinweise auf einen Sethkult. Eine Besiedlung von al - Maţmar ist bis in die Frühzeit nachweisbar und Funde aus einem fragmentarisch erhaltenem und freigelegtem Tempel, der von Ramses II. für Seth erbaut wurde, geben Aufschluss über einen bis in die Neuzeit und möglicherweise noch später praktizierten Sethkult. Ab der Ramessidenzeit spielte er auch in Schashotep eine größere Rolle.

Unbestreitbar jedoch ist die Tatsache, dass der eigentliche Hauptgott des 11. oberägyptischen Gaues, sowie der Residenz Schashotep, der widdergestaltige Gott Chnum ist. Hierfür gibt es schon seit dem frühen Mittleren Reich Belege, unter anderem die häufigen Verbindungen von Personennamen mit Chnum, wie z. B. die der drei hohen Beamten Neferchnum, Chnumnacht und Chnumaa. Auf Denkmälern des Mittleren Reiches wird Chnum als „Herr von Schashotep“ bezeichnet, doch ein Tempel des Chnum wird nirgends erwähnt. Jedoch geht man davon aus, dass ein solcher im Mittleren Reich bereits existiert hat, da Titel wie „Vorsteher der Priester des Chnum, des Herrn von Schashotep“ und „Großer Wab - Priester des Chnum, des Herrn von Schashotep“ vorhanden waren. So ist es kein Zufall, dass es einen Zusammenhang zwischen den bedeutenden Priestertiteln (htp = zufrieden) und der Bezeichnung der Stadt (šЗs - htp) gibt. Im Neuen Reich wird ein Tempel bei der Aufzählung der Personen und Sachen, die Ramses III. einzelnen Tempeln Ägyptens stiftete, explizit als „Haus des Chnum, des Herrn von Schashotep“ bezeichnet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Dieses Kapitel definiert den 11. oberägyptischen Gau, seine Etymologie als „Der Geschlachtete“ und erörtert die geografische Lokalisierung sowie die Problematik der Identifizierung des Seth-Tieres.

2. Entwicklung: Der Abschnitt skizziert die administrative und politische Geschichte des Gaues vom Alten Reich bis zur Spätzeit, unter Berücksichtigung der Gaufürsten und der Rolle der Hauptstadt Schashotep.

3. Gaugötter und ihre Kultstätten: Hier werden die Rollen von Seth und Chnum als Hauptgottheiten sowie die Bedeutung der Heiligtümer und die mythologische Einordnung des Gaues detailliert analysiert.

4. Entwicklung der hieroglyphischen Schreibung von Schashotep: Das Kapitel behandelt die Entstehung der spezifischen Schreibweise des Stadtnamens und wie sich diese durch die Assoziation mit dem Seth-Tier im Laufe der Zeit wandelte.

5. Zusammenfassung: Der abschließende Teil fasst die zentralen Erkenntnisse über die Kleinheit des Gaues und die Unsicherheiten bei der kulturellen Zuweisung zusammen.

Schlüsselwörter

11. oberägyptischer Gau, Schashotep, Seth, Chnum, Gauverwaltung, Deir Rifeh, Seth-Tier, Gaugötter, Hieroglyphenschreibung, Ägyptologie, Altes Reich, Mittleres Reich, Neues Reich, Hypselites, Kultstätten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der historischen, administrativen und religiösen Entwicklung des 11. oberägyptischen Gaues.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Identität des Gaues, die Rolle der Hauptgottheiten Chnum und Seth sowie die Entwicklung der Gauhauptstadt Schashotep.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Aufarbeitung der Entwicklung des Gaues und seiner kultischen Besonderheiten unter Berücksichtigung der begrenzten Quellenlage.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philologische und historisch-archäologische Auswertung von Fachliteratur, Inschriften und Denkmälern.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historische Entwicklung, die Götterverehrung und die Entwicklung der hieroglyphischen Schreibweise des Stadtnamens.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind 11. oberägyptischer Gau, Schashotep, Seth, Chnum, Gauverwaltung und Deir Rifeh.

Warum wird Seth häufig fälschlicherweise mit dem 11. Gau in Verbindung gebracht?

Dies beruht auf einer irrtümlichen Identifizierung des Gauzeichens (Seth-Tier) mit dem Schicksalsgott Schai (šЗj).

Welche Funktion hatte das „ht - nmjt“ im Tempel des Chnum?

Es wird als Osiriszimmer innerhalb des Tempels interpretiert, das für den Osiriskult und die Verborgenheit des Kultbildes diente.

Excerpt out of 10 pages  - scroll top

Details

Title
Der 11. oberägyptische Gau
College
University of Leipzig  (Agyptologisches Institut)
Course
Seminar: Die 42 Gaue
Grade
2
Author
Astrid Gruner (Author)
Publication Year
2004
Pages
10
Catalog Number
V58664
ISBN (eBook)
9783638527972
ISBN (Book)
9783656797739
Language
German
Tags
Seminar Gaue
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Astrid Gruner (Author), 2004, Der 11. oberägyptische Gau, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58664
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  10  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint