Gewinner und Verlierer der Globalisierung


Seminararbeit, 2002

37 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1 Standort Deutschland
2.1.1 Der Arbeitsmarkt in Deutschland
2.1.2 Die Steuerpolitik in Deutschland
2.2 Internationale Auswirkungen
2.2.1 Die Institutionen
2.2.2 Privatisierung
2.2.3 Liberalisierung
2.2.4 Vorkehrungen von den Gewinnern

3. Schluss

4. Anhang

(Die verwendete Literatur ist auf den jeweiligen Seiten aufgeführt.)

Gewinner und Verlierer der Globalisierung

1. Einleitung

In meiner Hausarbeit referiere ich über die Gewinner und Verlierer der Globalisierung in Deutschland und auf dem internationalen Weltmarkt am ende des 20. Jahrhunderts.

Das Ziel meiner Arbeit ist nicht allein das Aufdecken der Gewinner und Verlierer, vielmehr hinterfrage ich warum es Gewinner und Verlierer gibt und prüfe wie es dazu kommen konnte.

Ich möchte den Leser kritisch aufmerksam machen über die Wirkung der Globalisierung.

Die Hausarbeit ist so aufgebaut, dass vom Standort Deutschland begonnen wird, und die Betrachtung auf internationale Ebene erweitert wird. In Deutschland wird eine Ebene von Gewinnern und Verlierern angesprochen, die bereits über soziale Sicherheit verfügt. Auf internationaler Ebene, spielen weit mehr existenzielle Kriterien eine Rolle. Damit stelle ich die unterschiedlichen Verlierer gegenüber, um zu verdeutlichen wie unterschiedlich die Auswirkungen der Globalisierung sind.

2. Hauptteil

Globalisierung ist ein allgemeiner Begriff für die seit den 60er Jahren stetig und stark zunehmende internationale Verflechtung der Volkswirtschaften durch steigenden Austausch von Waren, Dienstleistungen und Kapital über Ländergrenzen hinweg.[1]

2.1 Standort Deutschland

In Deutschland gibt es zwei wesentliche Bereiche, in denen man von Gewinnern und Verlierern sprechen kann. Beide Bereiche sind von der wirtschaftlichen Globalisierung stark beeinflusst worden, und zwar der Arbeitsmarkt und die Steuerpolitik.

2.1.1 Der Arbeitsmarkt in Deutschland

Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt

Die Globalisierung verschärfte den Konkurrenzdruck, aus zwei Gründen: Die Globalisierung des Warenmarktes vergrößerte die Konkurrenz der Produkte, während die Globalisierung des Kapitalmarktes die Konkurrenz des „Herstellungsprozesses“ vergrößerte.

Das bedeutet, es konkurrieren nicht mehr nur gleichartige Produkte, sondern völlig verschiedene Produkte miteinander. Das liegt daran, dass Investoren nur dort investieren, wo Produkte effizient hergestellt werden, um zum einen billig und konkurrenzfähig zu sein und zum anderen eine hohe Kapitalrendite zu erwirtschaften.[2]

Um diese Renditen zu erhalten werden Kosten eingespart durch Rationalisierung.

Rationalisierung bedeutet, dass effizientere Produktionswege entstehen. Die Produktionswege haben sich so verändert, dass mehr Maschinen und weniger Menschen die Arbeit verrichten.

Einfache Tätigkeiten lassen sich leicht durch die Maschine ersetzen. Komplexere Aufgaben sind heute noch schwieriger zu substituieren. Daraus lässt sich schließen, dass Berufe mit niedriger Qualifikation die Verlierer geworden sind, weil unter dieser Berufsgruppe eine hohe Arbeitslosigkeit besteht und niedrige Löhne gezahlt werden. (vgl. Abbildung 3 im Anhang)[3]

Die Berufe mit hoher Qualifikation zählen noch zu den Gewinnern, da bei dieser Berufsgruppe die Arbeitslosigkeit geringer ist und die Verdienste höher sind.

Gut zu sehen an dem Netto-Realeinkommen, das 1996 und 1997 um durchschnittlich 4,6 % gefallen und das Einkommen der Spitzenmanager um 12 % gestiegen ist.[4]

1996 durchbrach die Arbeitslosigkeit in Westdeutschland die Dreimillionenmauer, während 1997 in Gesamtdeutschland im Jahresdurchschnitt etwa 4,36 Millionen Menschen offiziell keine Arbeit mehr hatten.[5]

Eine Senkung der Arbeitslosigkeit liegt nicht in Sicht, auch wenn die Unternehmen Gewinne zu verzeichnen haben. Zwar werden die Unternehmensgewinne investiert, allerdings nicht zur Schaffung neuer Arbeitsplätze, sondern für weitere Rationalisierungsmaßnahmen, weil

dadurch weit höhere Gewinne erzielt werden können. Selbst neue Technologien und neue Produkte werden die Situation nicht verbessern können, weil diese Produkte in einer weitgehend automatisierten Herstellung gefertigt werden. Der Arbeitsplatzgewinn wäre gering. Das zeigt das Beispiel der beiden Spitzentechnologiekonzerne Intel und Microsoft, die zusammen lediglich 85 000 Beschäftigte haben.[6]

Rationalisierung in Deutschland

Ein Beispiel für die Entwicklung der Rationalisierung in Deutschland ist VW.

Bei VW waren 1996 noch 241 000 Mitarbeiter beschäftigt, 20 000 weniger als 1990.

Allein 1996 stieg der Aktienkurs des Unternehmens um 93 %, während im Inland 6 % aller Arbeitsplätze fortfielen. Das bescherte VW einen Anstieg der Umsatzerlöse um 13,6 % und eine Verdoppelung des Gewinns nach Steuern.[7]

Ähnlich sind die Daten bei Daimler und BASF. Im Jahre 1996 gab es ein Beschäftigungsabbau von 87 000 bei Daimler und einen Kursanstieg von 75 %. Bei BASF wurden 28 000 entlassen und der Kurs steigerte sich um 98 %.

Diese Entwicklung führt zu einer größeren Kluft zwischen Arm und Reich. Es wird zu einem Privileg Arbeit zu haben. Man spricht bereits von einer 20 zu 80 Gesellschaft. Wenn alle Rationalisierungspotentiale ausgeschöpft werden, könnten in naher Zukunft theoretisch sämtliche Güter und Dienstleistungen von 20 % der Bevölkerung erbracht werden.

Diese 20 % der Bevölkerung werden damit aktiv am Leben, Verdienen und Konsumieren teilnehmen, wie der Teil der Bevölkerung der so wohlhabend ist, dass allein die Kapitaleinkünfte ausreichen, um den Lebensstandard aufrecht zu erhalten. Zur Veranschaulichung wie viel Prozent der Deutschen Bevölkerung aus reinen Kapitaleinkünften leben kann, schauen wir auf die Vermögensverteilung in Deutschland. Bereits im Jahre 1988 war das Vermögen ungleich verteilt, etwa 10 % der Bevölkerung besaßen 99,3 % des privaten Aktienbesitzes und 1 % der Bevölkerung 53,7 % aller Aktien. Diese Kapitalkonzentration hat bis heute erheblich zugenommen.[8]

Die Manager der Großkonzerne klagen, dass die Löhne zu hoch sind und sie wegen dem globalen Wettbewerb nicht konkurrenzfähig sind. Allerdings unterschlagen die Manager, dass nicht die Löhne, sondern die Produktivität der entscheidende Faktor im internationalen Wettbewerb ist. Ein Zahlenbeispiel kann das verdeutlichen: In Portugal verdient ein Arbeitnehmer 5 Euro in einer Arbeitsstunde und produziert in dieser Zeit ein Stück. In Deutschland verdient ein Arbeitnehmer 20 Euro in einer Arbeitsstunde und produziert in dieser Zeit sechs Stück. Gründe dafür können sein, dass der Arbeitnehmer in Deutschland besser ausgebildet ist, über modernere Technologien verfügt hat und weniger häufig streikt. Damit wäre der höhere Lohn gerechtfertigt, wegen den geringeren Stückkosten. In den vergangenen Jahren sind die Löhne in Deutschland langsamer gestiegen als die Produktivität. 1997 war Deutschland das einzige westliche Industrieland, in dem die Lohnstückkosten sanken.[9]

2.1.2 Die Steuerpolitik in Deutschland

Der Einfluss der Wirtschaft auf die Steuerpolitik

Transnationale Konzerne, wie DaimlerChrysler oder VW, haben einen großen Einfluss auf die Politik. Sie können entscheiden, wo Arbeitsplätze geschaffen werden. Für unsere Politiker ist es dadurch schwierig geworden Entscheidungen zu treffen. Durch diese Macht der Transnationalen Konzerne, richtet sich die Politik nach den Kapitalgesellschaften und zum Nachteil der Normalbürger.

Die Politiker aus unterschiedlichen Ländern spielen sich gegenseitig aus und strudeln in ein

Steuersenkungswettbewerb. Das ist deutlich zu sehen an der Steuerpolitik in Deutschland:

Im Jahre 1960 erbrachten in Deutschland die Steuern aus Kapitaleinkünfte fast die Hälfte des gesamten BIP. 1980 lediglich nur noch 33.6% des gesamten BIP. Und schließlich im Jahr 1996 nur noch 15% des gesamten BIP. Die Einkommen- und Körperschaftssteuer sanken zwischen 1980 und 1995 von 15,9 % auf 3,9 %. Ohne diese Änderungen würden jährlich 50 Mrd. Euro mehr in die Kassen von Bund, Länder und Gemeinden fließen.[10]

(vgl. Abbildung 4 im Anhang)

Folgen der Steuerpolitik

Der globale Spielraum der Großunternehmen führt dazu, dass sie von nationalen Standorten immer unabhängiger werden und sich für ihre Produktion den günstigsten Standort aussuchen können. In extremen Fällen führt das dazu, dass ein global player im Land A produziert, im Land B seine Produkte verkauft und im Land C - wenn überhaupt - seine Steuern zahlt. Vor allem Banken und Versicherungen haben sich zu transnational organisierten Unternehmen gewandelt und agieren auf den internationalen Finanzmärkten weltweit.

Der Steuersenkungswettbewerb der unter den Ländern herrscht, gibt den Multinationalen Konzernen die Möglichkeit die besten Steuersätze auszusuchen und so den inländischen hohen Steuersätzen zu entgehen. Wie das angestellt wird ist im folgenden Abschnitt erklärt.

[...]


[1] Vahlens Großes Wirtschaftslexikon; Band 1 (A-K); 2. Auflage; 2001: 834

[2] Boxberger und Klimenta; Die 10 Globalisierungslügen (2. Auflage); Deutscher Taschenbuch Verlag; 1998:82

[3] A. Reinberg; Institut für Arbeitsmarkt– und Berufsforschung; http://www.bibb.de/indexpub.htm

(Siehe Abbildung 3: „Qualifikationsspezifische Arbeitslosenquoten 1975 - 1998“)

[4] Kurier, 21.8.1998; http://www.unet.univie.ac.at/~a9406114/arbeitswelt/daten_fakten.html

(siehe Abbildung 5: „Entwicklung der Reallöhne in Deutschland“)

[5] Boxberger und Klimenta; Die 10 Globalisierungslügen (2. Auflage); Deutscher Taschenbuch Verlag; 1998:78

[6] Boxberger und Klimenta; Die 10 Globalisierungslügen (2. Auflage); Deutscher Taschenbuch Verlag; 1998:79-80

[7] Boxberger und Klimenta; Die 10 Globalisierungslügen (2. Auflage); Deutscher Taschenbuch Verlag; 1998:84

[8] Boxberger und Klimenta; Die 10 Globalisierungslügen (2. Auflage); Deutscher Taschenbuch Verlag; 1998:73

Altvater, Elmar/Mahnkopf, Birgit; Grenzen der Globalisierung (3. Auflage); 1997:179

[9] Boxberger und Klimenta; Die 10 Globalisierungslügen (2. Auflage); Deutscher Taschenbuch Verlag; 1998:88-90

[10] Boxberger und Klimenta; Die 10 Globalisierungslügen (2. Auflage); Deutscher Taschenbuch Verlag; 1998:68

Institut für sozial-ökologische Wirtschaftsforschung; Nr. 20; S. 23; Zahlen von WSI und Statistisches Bundesamt

Ende der Leseprobe aus 37 Seiten

Details

Titel
Gewinner und Verlierer der Globalisierung
Hochschule
Fachhochschule Kaiserslautern  (Fachhochschule)
Veranstaltung
Globalisierung
Note
1,7
Autor
Jahr
2002
Seiten
37
Katalognummer
V58689
ISBN (eBook)
9783638528191
Dateigröße
782 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Seminararbeit (19 Seiten) mit Präsentation, Handout und Vortragsscript (18 Seiten)
Schlagworte
Gewinner, Verlierer, Globalisierung
Arbeit zitieren
Andreas Weingärtner (Autor:in), 2002, Gewinner und Verlierer der Globalisierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58689

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