Frauenzank und Weibergeschwätz - Weibliches Sprechen im Nibelungenlied


Hausarbeit (Hauptseminar), 1996

23 Seiten, Note: Sehr gut


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitung

2. Die Literatur des Mittelalters

3. Weibliches Sprechen

4. Gespräche von und mit Frauen im Nibelungenlied
4.1 Die Gespräche zwischen Mutter und Tochter
4.2 Kampfreden und Streitgespräche der Rivalinnen und Feindinnen
4.3 Kriemhild und Hagen
4.4 Gespräche zwischen den Eheleuten
4.5 Bettgespräche zwischen den Eheleuten
4.6 Kriemhild als Untergebene
4.7 Kriemhild als Herrscherin

5. Brünhild

6. Schluß

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Ich habe doch nicht sprechen gelernt, um jetzt den Mund zu halten";

tönt das weibliche Fotomodell der diesjährigen Betty-Barclay-Werbung in diversen Frauenzeit­schriften. Anscheinend ist der Moment zum sprachlichen Durchbruch gekommen. Dabei haben Frauen zu keiner Zeit sprechen gelernt, um den Mund zu halten. Er wurde und wird ihnen nur bewußt und systematisch von männlicher Seite zugehalten. Ich möchte jedoch keinen Abriß der Geschichte der „Sprecherziehung“ von Frauen geben, sondern mich auf die aufschlußreiche und beispielhafte Inszenierung des weiblichen Sprechens im Nibelungenlied beschränken. Dazu gehe ich zunächst auf die den Frauen zugedachten Rollen im Bereich der mittelalterlichen Lite­ratur ein und erläutere den von ihnen zu erfüllenden umfangreichen Tugendkatalog besonders im Hinblick auf ihre Artikulationsfähigkeiten. Die im Nibelungenlied vorkommenden Gespräche unter Frauen und zwischen Frauen und Männern untersuche ich auf die Beziehungen der Ge­sprächspartner untereinander, wobei gesellschaftliche und geschlechtliche Hierarchien und die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Sprechen und Macht im Mittelpunkt stehen. Ich möchte die Verhaltensweisen und Reaktionen darstellen und deuten, die entstehen, wenn eine Frau verbal kommuniziert.

2. Die Literatur des Mittelalters

Die überlieferte und uns bekannte weltliche Literatur des deutschen Sprachraums war bis in das 15. Jahrhundert männlichen Autoren vorbehalten. Literatur von Frauen dagegen beschränkte sich weitgehend auf den geistlichen Bereich.[1] Es war nichts Außergewöhnliches, daß adlige Töch­ter lesen und schreiben konnten. So gehörte es bei besonderen Anlässen neben dem rei­nen ‚Schönsein’ zu ihren Aufgaben, Hofgesellschaften durch Gesang, Dichtung und Vorlesen zu unterhalten. Elementare Kenntnisse im Lesen und Schreiben erhielten die jungen Damen ent­weder durch den Hofkaplan, einen angestellten Hofmeister, oder sie wurden zur weiteren Erzie­hung in ein Kloster gebracht. Gottfried von Straßburg läßt in „Tristan" einen Einblick in die vor­bildlichen Eigenschaften der höfischen Dame zu. Tristan unterweist Isolde in verschiedenen Künsten:

Si kunde schoeniu hantspil,

schoener behendekeite vil

brieve und schanzûne tihten, ir getihte schône slihten,

si kunde schrîben unde lesen.[2]

Von der gelehrten Bildung blieben sie jedoch im allgemeinen ausgeschlossen. Dennoch gab es immer wieder hochgebildete geistliche und weltliche Damen. Zu den berühmte­sten und gern als Quotenbeispiele zitierten gehörten aus dem geistlichen Bereich Hildegard von Bingen († 1179) und Herrad von Landsberg († nach 1196), aus dem weltlichen Bereich Gisela von Schwaben († 1043) oder die Königin Judith von Böhmen († 1140).[3] Von der Kaiserin Kunigunde ist überliefert, daß sie die Grammatik und andere Wissenschaften genauso beherrschte wie kunstvolle Hand­arbeiten.[4] Leider ist nicht bekannt, welcher Anteil den adligen Frauen an literarischen Unterhaltun­gen am Hof zukommt. Es deutet aber viel auf die Rolle der am Hof anwesenden Damen als Auftraggeberinnen, Vorleserinnen und Adressatinnen der weltlichen fiktionalen Lite­ratur hin. Es finden sich Textstellen, in denen höfische Epiker ausdrücklich schreiben, daß sich ihr Werk ganz besonders an ein weibliches Publikum wendet. Zum Beispiel richtete Wolfram von Eschenbach die letzten Verse des Parzival an eine Dame, der zu Ehren er das Ge­dicht zu Ende brachte.[5] Da Frauen vorzugsweise als Rezipientinnen und nicht als Schöpferinnen von Literatur in Erscheinung traten, bedeutet das, daß die beschriebenen Frauenrollen von männlichen Auto­ren erdacht und inszeniert wurden.[6] In einer Zeit, in der Literatur auch aufgrund der hohen Anal­phabetenrate mehr vorgetragen als selbst gelesen wurde, ließ eine mündliche Darbietung der Texte durch Männer zusätzliche Interpretationsmöglichkeiten zu. Demnach konnte die männli­che Wunschvorstellung der weiblichen Handelnden präsentiert werden. Mittelalterliche Helden­epen akzeptieren vielfach die Berechtigung von Gewalt, Vergewaltigung, Plünderung und Mas­senmord in Wort und Tat als wesentliche Attribute des Wertesystems der Oberschicht.[7] Es stellt sich die Frage, ob die Frauenfiguren überhaupt authentisch sind. Hätten Frauen, wenn sie die Möglichkeit gehabt hätten, entsprechende Texte der Öffentlichkeit vorzustellen, sich ebenso dargestellt und sprechen lassen? Leider macht das Fehlen volkssprachiger Literatur von Auto­rinnen den Textvergleich unmöglich. „Man wird aber davon ausgehen dürfen, daß die höfische Dichtung weitgehend dem Geschmack und dem Urteil adliger Damen unterworfen war und daß fürstliche Gönnerinnen eine größere Rolle gespielt haben als die direkten Zeugnisse erkennen lassen."[8]

3. Weibliches Sprechen

Der Unterweisung junger adliger Mädchen in umfangreiche Tugenden wurde besonders viel Zeit gewidmet. Neben der Reinhaltung des guten Rufs, der sich in „Schamhaftigkeit, Keuschheit und Reinheit"[9] bemaß, folgten „Werte eines eher passiven Verhaltens: Sanftmut, Bescheidenheit, Barmherzigkeit, Güte und Demut."[10] Zu diesen Tugenden gehörte unter anderem auch, daß die höfische Dame wohlgefällig und nicht zu laut redete, die junge Dame wenig und nur auf ein Frage hin sprach und eine erwachsene Dame sich gleichfalls zurückhielt und besonders beim Essen schwieg.[11] Zank und Streit vertrugen sich ebenso wenig mit dem korrekten Betragen wie übermäßige Klugheit. An weiblicher Sprechfertigkeit und Intelligenz bestand kein Bedarf. Wozu sollte eine Frau mehr sprechen und denken können als zur Unterweisung und Führung des Hauspersonals ausreichte?[12]

4. Gespräche von und mit Frauen im Nibelungenlied

Gespräche, an denen Frauen beteiligt sind, gibt es im Nibelungenlied in vielen Konstellationen. Gleich zu Beginn des Liedes findet die dominante Form des Frauendialoges statt: In „einem der berühmtesten Mutter-Tochter-Gespräche der mittelalterlichen Epik"[13] berichtet Kriemhild Uote von ihrem Traum. Es folgen Unterhaltungen zwischen Frauen und „vorgesetzten" Männern, das heißt zwischen Ehepartnem oder in der Hierarchie Höhergestellten, und nicht zuletzt die „Kampf­reden der Rivalinnen und Feindinnen"[14], der Schwägerinnen Kriemhild und Brünhild. Alle diese Dialoge haben gemeinsam, daß sie durch ihre „familiären Rollenvorgaben"[15] geprägt sind. Dabei ist zu beobachten, daß Betrug und Täuschung ein Hauptmerkmal im Verhalten der Charaktere im Nibelungenlied ist: Menschen sagen Dinge, die sie nicht meinen, vermeiden oft zu sagen, was sie denken oder erzählen nur einen Teil von dem, was sie wissen. Immer wenn der Moment erreicht wird, an dem etwas Bestimmtes gesagt werden müßte, sagen die Charaktere entweder etwas anderes oder gar nichts. Die Kommunikation wird jeweils in eine andere Richtung gelenkt oder kommt nicht zustande. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich, daß dies häufig aus den den Geschlechtern zugeordneten Rollen geschieht.[16] Man könnte fast sagen: „Hätten die Männer mit ihren Frauen geredet und nicht nur milde lächelnd geschwiegen, wäre die Katastrophe nicht passiert.“

Während den Männer im Nibelungenlied die Öffentlichkeit zur Verfügung steht, beschränkt sich der Lebensbereich der Frauen auf den privaten Raum. Wollen Frauen also Einfluß ausüben, bleibt ihnen nur der Weg über den privaten Bereich in den öffentli­chen der Männer. Jedoch wird jeder Versuch einer weiblichen Person, sich an der Machtstruktur offen zu beteiligen, unterbun­den und als manipulierend und verschlagen angesehen.[17]

4.1 Die Gespräche zwischen Mutter und Tochter

In diesen hôhen êren tróumte Kriemhíldè,

wie si züge einen valken, starc, scóen' und wíldè,

den ir zwêne arn erkrummen, daz si daz muoste sehen,

ir enkûnde in dirre werlde leider nímmér gescehen.

Den troum si dô sagete ir muoter Úotèn.

sine kúndes niht besceiden baz der gúotèn:

«der valke, den du ziuhest, daz ist ein edel man.

in welle got behüeten, du muost in sciere vloren hân. »

«Waz saget ir mir von manne, vil liebiu muoter mîn?

âne recken mínne sô wil ich immer sîn.

sus scoen' ich wil belîben unz an mînen tôt,

daz ich von mannes minne sol gewinnen nimmer nôt.»

«Nu versprích es niht ze sêre, sprach aber ir muoter dô.

«soltu ímmer herzenlîche zer werlde werden vrô,

daz gescíht von mannes minne. du wirst ein scoene wîp,

ob dir noch got gefüeget eins rehte guoten riters lîp.»

«Die rede lât belîben», sprach si, «frouwe mîn.

ez ist an manegen wîben vil dicke worden scîn,

wie líebé mit leide ze jungest lônen kan.

ich sol si mîden beide, sone kán mir nimmer missegân.»

(Nibelungenlied, Strophen 14 - 18)

In einem harmonischen Gespräch[18] unterhalten sich Mutter und Tochter über Kriemhilds Traum. Sie möchte nach Uotes Deutung ohne Ehemann bleiben, weil sie glaubt, daß Liebe zu sehr mit Leid verbunden ist. Uote, die es ‚besser’ wissen muß, versucht ihrer Tochter diese Gedanken auszureden. So ist das Thema des Gespräches „nicht das Verhältnis der beiden Frauen zuein­ander" oder „ihr persönliches Wohlergehen", sondern „das eigentliche Zentrum der Mutter-Tochter-Dialoge bildet der (noch) abwesende Dritte: der (zukünftige) Ehemann."[19] Aufgabe der Mutter ist es, der Tochter die zukünftige Position in der Gesellschaft nahezulegen und sie darauf vorzubereiten. Die „Grenzen der mütterlichen Solidarität" sind „dort erreicht, wo die gegenläufi­gen Interessen der männlichen Verwandten beginnen"[20]. Kriemhild wird regelrecht verschachert. Sie ist Siegfrieds Lohn für seine Hilfe bei Gunthers Brautzug. Daß sie sich zufällig ihrerseits in Siegfried verliebt hat, ist für den Ehemann und den Vormund belanglos und nicht weiter von Interesse. Als beispielhafte Mutter muß Uote also dafür sorgen, daß sich Kriemhild fügt. Als be­sonders vorbildlich muß in diesem Punkt Helche, die verstorbene Ehefrau Etzels, gegolten haben. Sie wird als mustergültig hervorgehoben.

Im nächsten Gespräch zwischen Uote und Kriemhild, das erst nach Siegfrieds Tod erfolgt[21], stellt die Mutter der Tochter den Verzicht auf eine weitere Ehe frei. Sie bietet ihr als zeittypische Alternative zur Heirat mit Etzel das Witwendasein in ihrem Kloster an. Eine Verbindung mit Etzel ist natürlich von großer politischer Bedeutung, jedoch liegt nach einer erfüllten Eheverbindung die Entscheidung bei Kriemhild.[22] Jetzt kann Uote, auch wenn ihr die politischen Hintergründe sicher bekannt sind, eher ,einen ,mütterlichen’ Rat geben.

Dô sprach diu vrouwe Uote ir lieben tohter zuo:

«swaz dîne bruoder râten, liebez kint, daz tuo.

volge dînen friunden, sô mac dir wol geschehen.

ich hân dich doch sô lange mit grôzem jâmer gesehen.»

(Nibelungenlied, Strophe 1246)

4.2 Kampfreden und Streitgespräche der Rivalinnen und Feindinnen

Ze samene dô gesâzen die küneginne rîch.

si gedâhten zweier recken, die wâren lobelîch.

dô sprach diu schoene Kriemhilt: «ich hân einen man,

daz elliu disiu riche ze sînen handen solden stân.»

Dô sprach diu vrouwe Prünhilt: «wie kunde daz gesîn?

ob ander niemen lebte wan sîn unde dîn,

sô möhten im diu rîche wol wesen undertân.

die wîle lebt Gunther, sô kundez nímmér ergân »

Dô sprach aber Kriemhilt: «nu sihestu, wie er stât,

wie rehte hêrlîche er vor den recken gât,

alsam der liehte mâne vor den sternen tuot?

des muoz ich von schulden tragen vroelîchen muot.»

Dô sprach diu vrouwe Prünhilt: «swie waetlîch sî dîn man,

swie biderbe unt swie schoene, sô muost du vor im lân

Gunther den recken, den edeln bruoder dîn.

der muoz vor allen künegen, daz wizzest waerlîche, sîn.»

Dô sprach diu vrouwe Kriemhilt: «sô tíwer ist wól mîn man,

daz ich in âne schulde niht gelobet hân.

an vil manegen dingen so ist sîn êre grôz.

geloubestu des, Prünhilt, er ist wol Gunthers genôz.»

(Nibelungenlied, Strophen 815 - 819)

Während die beiden Königinnen beim Ritterspiel zusehen, geraten sie in Streit, welcher ihrer Ehemänner in der Rangfolge, aus der sich ihr eigener Stellenwert definiert, höher stünde. Brün­hild beschäftigt dieses Thema seit langem, weil sie durch Siegfrieds - gespielte - Rolle auf Isenstein glaubt, er sei Gunthers Gefolgsmann und demnach auch ihr „eigen". Daß nun eine Frau von Kriemhilds Rang mit einem ihrem Verständnis nach rangniedrigeren Gefolgsmann ver­heiratet wird, beleidigt Brünhilds Ehrempfinden. Um endlich Klarheit zu erhalten, lädt sie Sieg­fried und Kriemhild ein. Brünhild kreidet ihrer Gesprächspartnerin nun den sozialen Abstieg an. Diese wird zunehmend hochmütiger, indem sie ihren Mann erst neben Gunther, dann sogar über ihn stellt und damit ihren Ranganspruch eindeutig übersteigert.[23] Die Streitigkeiten gipfeln öffentlich in dem Zwist um das aus dem Rang abgeleitete Vorrecht, welche Königin als erste in das Münster eintreten darf.

Ze samne si dô kômen vor dem münster wît.

ez tet diu hûsvrouwe durch einen grôzen nît,

si hiez vil übellîche Kriemhilde stille stân:

«jâ sol vor küniges wîbe nimmer eigen diu gegân.»

Dô sprach diu schoene Kriemhilt (zornec was ir muot):

«kúndestu nóch geswîgen, daz wáeré dir guot.

du hâst geschendet selbe den dînen schoenen lîp:

wie möhte mannes kebse werden immer küniges wîp?»

«Wen hâstu hie verkebset?» sprach dô des küniges wîp.

«daz tuon ich dich», sprach Kriemhilt. «den dînen schoenen lîp

den minnet' êrste Sîfrit, der mîn vil lieber man.

jane wás ez niht mîn bruoder, der dir den magetuom an gewan.

War kômen dîne sinne? es was ein arger list.

zwiu lieze du in minnen, sît er dîn eigen ist?

ich hoere dich», sprach Kriemhilt, «ân' alle schulde klagen.»

«entriuwen.», sprach dô Prünhilt, «daz wil ich Gunthere sagen.»

(Nibelungenlied, Strophen 838 - 841) [24]

Kriemhild setzt sich durch. Brünhild kann der Rivalin nicht mehr vorwerfen als den an­geblichen Abstieg, wogegen diese nun die entscheidende Tugend der höfischen Dame in Frage stellt: „die sexuelle Integrität"[25]. Abgesehen davon, daß beide Frauen alle ihre Tugenden und ihr gutes Benehmen vergessen und somit schon als negative Beispiele dienen, gehört es zu ihrer Rolle, daß es niemand für nötig hält, sie über ihre Irrtümer aufzuklären. Weibliche Streitereien wurden allgemein als typisch für persönliche, individuelle Mängel und daher als Erscheinung einer Nei­gung des ganzen Geschlechts ge­sehen, wogegen männliche Streitereien auf der anderen Seite so betrachtet wurden, als ob sie in legitimen sozialen und politischen Probleme begründet waren.[26] Man läßt Kriemhild und Brünhild mit ihrem Zank in der Form allein, daß Gunther und Siegfried alles weitere unter sich klären. Siegfried schwört, vor seiner Frau niemals behauptet zu haben, er hätte als erster mit Brünhild geschlafen und kommentiert:

«man sol sô vrouwen ziehen», sprach Sîfrit der degen,

«daz si üppeclîche sprüche lâzen under wegen.

verbiut ez dînem wîbe, der mînen tuon ich sam.

ir grôzen ungefüege ich mich waerlîche scham.»

(Nibelungenlied, Strophe 862)

Zur Strafe wird Kriemhild von Siegfried verprügelt. Brünhild erhält keine weitere Erklärung, „weil damit zugleich das schuldhafte Verhalten aller beteiligten Männer ihr gegenüber thematisiert werden müßte, nämlich der männerbündische Erwerb der Königin durch Gunther und Siegfried und der mehrfach an ihr verübte Betrug - sowohl während der Brautwerbung auf Isenstein wie nach der Hochzeit in Worms"[27]. Jedoch wird von männlicher Seite übersehen, welche Konsequen­zen das Nichtbeachten der weiblichen Streitereien hat. Letztendlich geht die männli­che Lebenswelt durch das weibliche Sprechen unter.[28]

[...]


[1] Bennewitz, Ingrid: „Frauen"-Gespräche. Zur Inszenierung des Frauendialogs in der mittelhochdeutschen Literatur. Unveröffentlichtes Manuskript. 1996. S. 1. Im folgenden abgekürzt als: Bennewitz, „Frauen"-Gespräche.

[2] von Straßburg, Gottfried: Tristan. V. 8136 - 8141.

[3] Bumke; Joachim: Höfische Kultur. München 1994. S. 474 f. Im folgenden abgekürzt als: Bumke, Höfische Kultur.

[4] Bumke, Höfische Kultur. S. 473.

[5] Bumke, Höfische Kultur. S. 704f.

[6] Bennewitz, „Frauen"-Gespräche. S. 2.

[7] Frakes, Jerold C.: Brides and Doom. Gender, Property and Power in Medieval German Women's Epic. Pennsylvania 1994. S. B. Im folgenden abgekürzt als: Frakes, Brides and Doom.

[8] Bumke, Joachim: Mäzene im Mittelalter. München 1979. S. 247. Im folgenden abgekürzt als: Bumke, Mäzene im Mittelalter.

[9] Bumke, Höfische Kultur. S. 481.

[10] Bumke, Höfische Kultur. S. 481.

[11] Bumke, Höfische Kultur. S. 477.

[12] Bumke, Höfische Kultur. S. 483.

[13] Bennewitz, „Frauen"-Gespräche. S. 4.

[14] Bennewitz, „Frauen"-Gespräche. S. 4.

[15] Bennewitz, „Frauen"-Gespräche. S. 3.

[16] Frakes, Jerold, Brides and Doom. S. 24.

[17] Frakes, Jerold, Brides and Doom. S. 50ff.

[18] Eine ähnliche Struktur finden sich im Verhältnis zwischen Rüedegers Frau Gotelind und seiner Tochter. Im Kontrast zu diesen Gesprächen stehen die feindseligen Kampf- und Streitreden zwischen Kriemhild und Brunhild. (Bennewitz, „Frauen“-Gespräche. S. 5).

[19] Bennewitz, „Frauen"-Gespräche. S. 5

[20] Bennewitz, „Frauen"-Gespräche. S. 6.

[21] Dieses Gespräch erscheint nur in den Handschriften C, a und k.

[22] Vgl. Frakes, Brides and Doom. S. 67: „lt is necessary to bear in mind the severe restrictions an any notion of female independence here: for while Kriemhild is allowed some latitude in deciding whether to marry Etzel that she was not permitted in her first marriage, it is, for instance, Etzel, not Kriemhild, who initially decides an this marriage. It is not the case that Kriemhild independently decides to marry and is empowered to seek out a husband of her choice. Furthermore, the arrangement of the marriage per se is in the hands of men - as proxysuitors, pseudo-guardians, escorts, etc. Nonetheless, despite the men's behef that the decision was theirs, it is in fact Kriemhild who makes the decision to marry Etzel for her own private and political reasons."

[23] Das Nibelungenlied. Nach der Ausgabe von Karl Bartsch. Hg. von Helmut de Boor. Mannheim 1988. S. 138ff. Im folgenden abgekürzt als: Nibelungenlied.

[24] Vgl. Frakes, Brides and Doom. S. 62: „Even among Carolingian royalty concubinage was not uncommon, and the term kebse was not an uncommon insult during that period, since it questioned the status if not the legitimacy of the union. Thus for Kriemhild to call Brünhild kebse would have been in the ninth century not a moral or politieal insult, but rather only a personal one, but for the audience of the Nibelungenlied, which no longer knew concubinage as a legal status, it was more likely a threefold insult."

[25] Bennewitz, „Frauen"-Gespräche. S. 15.

[26] Frakes, Brides and Doom. S. 50.

[27] Bennewitz, „Frauen"-Gespräche S 16.

[28] Bennewitz, „Frauen"-Gespräche S 16.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Frauenzank und Weibergeschwätz - Weibliches Sprechen im Nibelungenlied
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg  (Deutsche Philologie des Mittelalters)
Veranstaltung
HS Held(innen)-Epik: Nibelungenlied und Kudrun
Note
Sehr gut
Autor
Jahr
1996
Seiten
23
Katalognummer
V5870
ISBN (eBook)
9783638136020
ISBN (Buch)
9783640208272
Dateigröße
489 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nibelungenlied, Kudrun, Brünhild, Kriemhild, Weibliches Sprechen
Arbeit zitieren
Ute Hennig (Autor), 1996, Frauenzank und Weibergeschwätz - Weibliches Sprechen im Nibelungenlied, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5870

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