Die Auszubildende ist 18 Jahre alt und hat den qualifizierten Sekundarabschluss I in der Realschule erlangt. Die Auszubildende befindet sich im 7. Ausbildungsmonat zur Chemielaborantin. In der vorangegangenen Lerneinheit hat die Auszubildende einfache acidimetrische und alkalimetrische Maßanalysen und die dazugehörigen Reaktionsgleichungen kennen gelernt. Zum einfachen Einstieg in das Thema wurden Maßlösungen ungefährer Stoffmengenkonzentration verwendet. Da durch Alterungsprozesse die Stoffmengenkonzentration von Maßlösungen nicht konstant bleibt wird diese mit Urtitersubstanzen regelmäßig überprüft. In der folgenden Unterweisung soll die Auszubildende aufbauend auf die vorangegangene Lerneinheit Urtitersubstanzen samt Eigenschaften kennen lernen und verstehen welche Notwendigkeit Urtitersubstanzen in Bezug auf die Genauigkeit der Maßanalyse und die Vereinfachung der Arbeitsweise haben. Einige der Lerninhalte kann die Auszubildende selbstständig durch Recherche in elektronischer Form zur Verfügung gestellter Fachliteratur erarbeiten, da sie sich bereits in der vorangegangenen Lerneinheit mit diesem Medium vertraut gemacht hat. In einer späteren Lerneinheit wird auf diesen Vorkenntnissen aufbauend die praktische Durchführung vermittelt. Die Auszubildende zeigte sich in den ersten Wochen sehr interessiert an der Ausbildung. Auf Fragen kann sie schnell und sicher antworten, was aufzeigt, dass sie stets vorbereitet und konzentriert ist. Sie ist ebenfalls in der Lage sich Wissen selbst zu erarbeiten und anzuwenden. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Richtlernziel
2. Beschreibung der Ausgangslage
3. Lernzielbeschreibung
4. Pädagogische Prinzipien
5. Schlüsselqualifikation
6. Unfallverhütungsvorschriften
7. Unterweisungsmittel
8. Unterweisungsmethode
9. Unterweisungsplan
10. Lernerfolgskontrolle
11. Anlagen
Zielsetzung und Themen
Ziel der Arbeit ist die Planung und methodische Vorbereitung einer Unterweisung für Auszubildende zur Chemielaborantin, mit dem Fokus auf das Verständnis von Urtitersubstanzen und deren Bedeutung für die Genauigkeit in der Maßanalyse.
- Grundlagen der Maßanalyse und Ursachen für Abweichungen der Konzentration
- Definition und Bedeutung des Titers für die analytische Genauigkeit
- Eigenschaften und Anforderungen an geeignete Urtitersubstanzen
- Methodik der Wissensvermittlung mittels Leitfragen und Lehrgespräch
- Einsatz elektronischer Fachmedien zur aktiven Wissensaneignung
Auszug aus dem Buch
Urtitersubstanzen
(Ursubstanzen). Bez. für chem. reinste, unbegrenzt haltbare, nicht hygroskop., in Wasser u./od. Alkohol leicht lösl. Chemikalien, mit deren Hilfe man den Gehalt von Titrierflüssigkeit (den Titer, bei Normallösungen sagt man auch den Faktor) bei der Maßanalyse bestimmen kann. Es sind für diese titrimetr. Einstellung nur Stoffe brauchbar, die stöchiometr. einheitlich (ohne Nebenreaktionen) mit dem Titrans reagieren. Die Äquivalentmasse der U. sollte groß sein, um den Wägefehler klein zu halten. Typ. U. für einige der wichtigsten Verf. der Maßanalyse sind: Na2CO3 (Acidimetrie), Kaliumhydrogenphthalat, Benzoesäure (Alkalimetrie), As2O3, KIO3, K2Cr2O7, Natriumoxalat (Oxidi- u. Cerimetrie), NaCl (Argentometrie). Dinatriumtartrat-Dihydrat (Karl-Fischer-Titration), CaCO3 (Komplexometrie), Tris(hydroxymethyl)-aminomethan (Perchlorsäuretitration). Neben den vorgenannten prim. U. kennt man noch sek. U., deren Gehalt an akt. Reagenz durch Vgl. gegen eine prim. U. exakt bestimmt wurde.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Richtlernziel: Definition der fachlichen Zielvorgaben basierend auf der Ausbildungsordnung für Chemielaboranten.
2. Beschreibung der Ausgangslage: Analyse der Vorkenntnisse und des Lernverhaltens der Auszubildenden zu Beginn des 7. Ausbildungsmonats.
3. Lernzielbeschreibung: Ableitung von Grob- und Feinlernzielen aus dem Ausbildungsrahmenplan für die geplante Lerneinheit.
4. Pädagogische Prinzipien: Darstellung der didaktischen Grundlagen wie Anschaulichkeit, Selbstständigkeit und Erfolgssicherung.
5. Schlüsselqualifikation: Förderung von aktivem, eigenständigem Lernen und Kommunikationsfähigkeit durch gezielte Leitfragen.
6. Unfallverhütungsvorschriften: Erläuterung der Sicherheitsaspekte in Bezug auf den Unterrichtsraum und die praktische Handhabung.
7. Unterweisungsmittel: Auflistung der notwendigen Materialien, insbesondere des Zugangs zu elektronischen Fachinformationssystemen.
8. Unterweisungsmethode: Festlegung auf die Kombination von Leitfragenmethode und Lehrgespräch zur aktiven Beteiligung.
9. Unterweisungsplan: Strukturierter Ablaufplan der Unterweisung, gegliedert in Vorbereitung, Einstieg, Durchführung und Abschluss.
10. Lernerfolgskontrolle: Beschreibung der Methoden zur Überprüfung des Lernfortschritts durch Fragen und Zusammenfassungen.
11. Anlagen: Verzeichnis der begleitenden Arbeitsblätter und fachlichen Literaturquellen.
Schlüsselwörter
Urtitersubstanzen, Maßanalyse, Titer, Chemielaborant, Berufsausbildung, Leitfragenmethode, Laboranalytik, Stoffmengenkonzentration, Lehrgespräch, Qualitätssicherung, Fachliteratur, acidimetrisch, alkalimetrisch, Stöchiometrie, Analysenfehler
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Unterweisungsentwurf grundsätzlich?
Die Arbeit dient der strukturierten Planung einer Unterweisung für Auszubildende im Bereich Chemielaboranten zur Prüfung der Ausbildereignung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Lerneinheit?
Die zentralen Themen sind die Rolle von Urtitersubstanzen, die Bedeutung des Titers sowie die fachlichen Anforderungen an Messgenauigkeit in der Analytik.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Unterweisung?
Die Auszubildende soll verstehen, warum Urtitersubstanzen für die Konzentrationsbestimmung von Maßlösungen notwendig sind und welche Eigenschaften diese zur Qualitätssicherung mitbringen müssen.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Vermittlung verwendet?
Es wird eine Kombination aus der Leitfragenmethode und dem moderierten Lehrgespräch angewandt, um die kognitive Eigenleistung der Auszubildenden zu fördern.
Was wird im Hauptteil der Unterweisung behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Titer-Definition, der praktischen Notwendigkeit von Urtitern und der eigenständigen Recherche der Eigenschaften dieser Substanzen mittels Fachlexika.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Urtitersubstanzen, Maßanalyse, Titer, Qualitätssicherung, Leitfragenmethode und chemische Analytik.
Warum ist die Wahl der Urtitersubstanzen für die Analyse so kritisch?
Da Urtitersubstanzen absolut rein und stabil sein müssen, um die Konzentration der Maßlösung korrekt zu validieren, beeinflussen sie direkt die Genauigkeit des gesamten Analyseergebnisses.
Wie trägt der Einsatz des "Römpp Chemie Lexikons" zur Zielerreichung bei?
Das elektronische Medium fördert die Recherchekompetenz der Auszubildenden und ermöglicht eine selbstständige Erarbeitung der chemischen Definitionen und Stoffeigenschaften.
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- Martin Hauke (Author), 2006, Eigenschaften von Urtitersubstanzen und ihre Verwendung (Unterweisung Chemielaborant / -in), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58765