Der Titel dieses Essays ,,Die Tücke des Objekts - Kasus im Deutschen" beinhaltet schon die beiden Kernpunkte, welche hier näher beleuchtet werden sollen. Zum einen soll ein Einblick in den Zusammenhang zwischen Flexion und Kasus gegeben werden, zum anderen soll die Komplexität der verschiedenen Ergänzungen, die ein Subjekt in einem Satzgefüge mit sich führen kann aufgezeigt werden. Abschließend soll noch ein Verweis auf die dialektalen Aspekte im mündlichen Sprachgebrauch, insbesondere des ,,Problemfalls" Dativ gemacht werden.
Der Verfasser möchte gleich zu Beginn der Arbeit darauf hinweisen, da er sich des Umfangs der Thematik bewusst ist, dass er über eine Einführung und einen Überblick nicht hinaus kommen wird. Eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Thematik würde dem Rahmen dieser Ausführungen bei weitem sprengen. Für eine Vertiefung steht eine Übersicht über Forschungsliteratur zur Verfügung, das wertvolle Anreize zur Weiterarbeit bieten kann. Ferner soll hingewiesen werden, dass der Verfasser sich keiner bestimmten Grammatik verschrieben sieht, sondern vielmehr sich den verschiedenen Theorien und Methoden der unterschiedlichen Grammatik-Schulen bedient.
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Inhaltsübersicht
1. Die Begriffe „Kasus“ und „Subjekt-Objekt“
1.1. „Kasus“ - eine erste Klassifizierung
1.1.0. Vorbemerkungen
1.1.1. Nominativ
1.1.2. Genitiv
1.1.3. Dativ
1.1.4. Akkusativ
1.2. Die Begriffe „Subjekt“ und „Objekt“
1.2.1. Subjekt
1.2.2. Objekt
2. Die sematischen Funktionen des Kasus
2.1. Nominativ
2.2. Genitiv
2.3. Dativ
2.4. Akkusativ
3. Die ontologischen Funktionen der Kasus
3.1. Nominativ
3.2. Genitiv
3.2.1. beim Substantiv
3.2.2. beim Adjektiv
3.2.3. beim Verb
3.3. Dativ
3.4. Akkusativ
4. Die Rolle des Dialekts in der Kasusverwendung
5. Verzeichnis über benutzte und zitierte Literatur sowie Forschungsliteratur zur weiteren Vertiefung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Proseminararbeit verfolgt das Ziel, einen Überblick über den Zusammenhang von Flexion und Kasus sowie die Komplexität der Objektergänzungen im Deutschen zu geben, ergänzt durch einen Ausblick auf dialektale Besonderheiten in der Kasusverwendung.
- Grundlagen der Kasusklassifizierung und Flexion
- Syntaktische und semantische Analyse der Kasusfunktionen
- Ontologische Kategorisierung der Kasus im Deutschen
- Syntaktische Definitionen von Subjekt und Objekt
- Dialektale Einflüsse auf das Kasussystem
Auszug aus dem Buch
1.1.0. Vorbemerkungen
Grundsätzlich gilt es festzuhalten, dass sich entsprechend dem flexematischen Verfahren Wörter in die Kategorien veränderlich und unveränderlich einteilen lassen. Der Hauptnachteil dieses Verfahrens ist darin zu sehen, dass viele Aspekte bei den nichtflektierbaren Wörtern, insbesondere den Partikeln, weitgehend unberücksichtigt bleiben. Doch dies stellt für die hier zu analysierende Thematik kein Problem dar. Denn die Untersuchung der Kasus und der Objektergänzungen steht nur im Zusammenhang mit flektierbaren Wortarten.
Im wesentlichen bedeutet Flexion die regelmäßige Veränderung von Wörtern mit Hilfe von Endungen, zu welchen in bestimmten Fällen dann auch ein Umlaut treten kann. Die deutsche Sprache hat Flexeme für Kasus, Numerus, Genus, Person, Komparation und auch für Verbformen. Immer tritt ein Flexem an einen Wortstamm und erweitert oder verändert diesen zur Wortform.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Begriffe „Kasus“ und „Subjekt-Objekt“: In diesem Kapitel werden grundlegende Definitionen zur Flexion sowie die syntaktischen Konzepte von Subjekt und Objekt dargelegt.
2. Die sematischen Funktionen des Kasus: Dieses Kapitel erläutert die semantischen Rollen der vier deutschen Kasus, wie etwa die des Handlungsträgers oder des Identifikans.
3. Die ontologische Funktionen der Kasus: Hier erfolgt eine weiterführende Betrachtung der Kasusfunktionen unter ontologischen Gesichtspunkten, differenziert nach Wortarten.
4. Die Rolle des Dialekts in der Kasusverwendung: Abschließend wird auf die Vereinfachung des Kasussystems in deutschen Mundarten im Vergleich zur Standardsprache eingegangen.
5. Verzeichnis über benutzte und zitierte Literatur sowie Forschungsliteratur zur weiteren Vertiefung: Eine Zusammenstellung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur zur weiteren Beschäftigung mit dem Thema.
Schlüsselwörter
Kasus, Deutsche Grammatik, Flexion, Subjekt, Objekt, Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ, Valenz, Morphologie, Syntax, Semantik, Sprachwissenschaft, Dialektologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Kasus im Deutschen, deren syntaktischen und semantischen Funktionen sowie ihrer Rolle in der Flexionsmorphologie.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die Kasusbestimmung, die definitorische Abgrenzung von Subjekt und Objekt sowie die unterschiedlichen ontologischen und semantischen Rollen der vier Fälle.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, einen fundierten Überblick über das System der Kasus im Deutschen zu geben, die Komplexität der Objektergänzungen aufzuzeigen und dabei gängige linguistische Theorien einzubeziehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die sich verschiedener Methoden und Theorien unterschiedlicher Grammatik-Schulen bedient, anstatt sich auf einen einzelnen Ansatz festzulegen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche semantische Kasusfunktionen, ontologische Kasusfunktionen sowie die Rolle der Dialekte bei der Kasusverwendung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kasussystem, Flexion, Syntax, Semantik und Valenz definiert.
Wie wird der Dativ im Kontext der „Inkohärenz“ beschrieben?
Der Dativ wird als „Kasus der Inkohärenz“ bezeichnet, da er eine Größe darstellt, die von der eigentlich ausgedrückten Handlung frei oder isoliert-abgelöst erscheint.
Welche Rolle spielt der Dialekt für das deutsche Kasussystem?
In vielen Dialekten folgt die Kasusflexion einem vereinfachten System, bei dem der Genitiv oft durch Präpositionalphrasen oder Dativkonstruktionen ersetzt wird.
- Quote paper
- Klaus Ludwig Hohn (Author), 1998, Die Tücke des Objekts - Kasus im Deutschen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5878