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Empfängnisverhütung im Römischen Reich

Title: Empfängnisverhütung im Römischen Reich

Seminar Paper , 2002 , 17 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Michael Treichler (Author)

World History - Early and Ancient History
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Summary Excerpt Details

Im ersten Teil der Arbeit soll der Frage nachgegangen werden, bis zu welchem Grade die Menschen der Antike in der Lage waren, eine Unterscheidung zwischen der Abtreibung und der Empfängnisverhütung vorzunehmen. Diese heute so selbstverständliche Abgrenzung darf in römischer Zeit keineswegs als gegeben vorausgesetzt werden. Zugleich soll anhand der überlieferten Quellen untersucht werden, in wieweit sich aus ihnen Rückschlüsse auf den Umfang und die Art und Weise schließen lassen, in denen Empfängnisverhütung tatsächlich praktiziert wurde. Denn Schriften zu dessen Anwendung existieren in beachtlicher Anzahl. Diese werden im zweiten Teil behandelt, in dem aus einer engen Auswahl von erhaltenen medizinischen Schriften einige dort beschriebene Verhütungsmethoden vorgestellt werden. Dies wird größtenteils unter dem Aspekt ihrer mit heutigem Wissen feststellbaren Wirksamkeit geschehen, wobei sowohl wirksame als auch vollkommen wirkungsfreie Verfahren genannt werden.
Sowohl zur Empfängnisverhütung als auch zu den drei weiteren Mittel der Begrenzung der Familiengröße ist bis zum heutigen Tag eine stattliche Menge an wissenschaftlicher Literatur veröffentlicht worden. Die überlieferten medizinischen Schriften wurden ediert und übersetzt, die beschriebenen Methoden, Präparate und Substanzen analysiert und teilweise auf ihre Wirksamkeit überprüft. Hier kann auf die geleistete Arbeit zurückgegriffen werden.
In den Fragen nach dem Ausmaß und der Art der tatsächlich erfolgten Praktizierung sowie nach der bereits genannten Unterscheidungsfähigkeit der Menschen in der Antike sind nach wie vor einige Fragen offen geblieben. Der Umfang der Anwendung von Verhütungsmitteln wird häufig als nicht feststellbar aufgrund der kaum vorhandenen schriftlichen Erwähnung bezeichnet. Dieser Mangel kann eine direkte Ursache in der mangelnden Unterscheidungsfähigkeit beziehungsweise der mangelnden Kenntnis von Empfängnisverhütung der antiken Menschen besitzen, denn ein Autor kann nicht etwas benennen, das ihm nicht bekannt ist. Deshalb sind die zwei genannten Fragestellungen schwer voneinander trennbar und werden hier gemeinsam erörtert. In der wissenschaftlichen Literatur ist häufig die Fähigkeit antiker medizinischer Gelehrter, zwischen Abtreibung und Empfängnisverhütung klar zu trennen, auf das medizinisch ungebildete Volk übertragen worden, für das die Verfahren bestimmt gewesen sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Fragen nach der Fähigkeit der Menschen der Antike zur Unterscheidung zwischen Empfängnisverhütung und Abtreibung sowie dem Umfang der praktizierten Verhütung

3. Auswahl einiger der in antiken Werken beschriebenen Verhütungsmethoden

4. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Praxis der Empfängnisverhütung im Römischen Reich sowie die antike Fähigkeit, diese medizinisch von Abtreibung zu unterscheiden. Ziel ist es, auf Basis antiker medizinischer und literarischer Quellen zu klären, inwieweit Familienplanung praktiziert wurde und welches Wissen darüber in der römischen Bevölkerung existierte.

  • Wissenschaftliche Unterscheidungsfähigkeit zwischen Empfängnisverhütung und Abtreibung
  • Analyse antiker medizinischer Schriften zu Verhütungsmethoden
  • Kritische Auswertung demografischer Daten und antiker Quellen
  • Untersuchung der gesellschaftlichen Wahrnehmung und Verbreitung von Verhütungswissen
  • Gegenüberstellung von wirksamen und unwirksamen (magischen) Verhütungsmethoden

Auszug aus dem Buch

Die Fragen nach der Fähigkeit der Menschen der Antike zur Unterscheidung zwischen Empfängnisverhütung und Abtreibung sowie dem Umfang der praktizierten Verhütung

Der medizinische Fortschritt, der zur Unterscheidung zwischen Verhütungs- und Abtreibungspräparaten qualifiziert, war spätestens zum Ende des ersten nachchristlichen Jahrhunderts getätigt worden. Dies lässt sich beispielsweise bei Soranus von Ephesos (98 – 139 n. Chr.) feststellen, der zu Beginn des entsprechenden Abschnittes der Gynaecia eine klare Abgrenzung zwischen Präparaten zur Empfängnisverhütung und Präparaten zur Abtreibung vornimmt. Aufgrund dieser Unterscheidungsfähigkeit des Soranus sowie weiterer antiker Autoren zieht John M. Riddle die Schlussfolgerung, die Menschen in der Antike hätten es verstanden, zwischen Verhütung und Abtreibung zu differenzieren.

Keith Hopkins zieht aus der Gynaecia des Soranus eine anders geartete Schlussfolgerung. Er erkennt an, dass der Unterschied zumindest Soranus und anderen medizinischen Gelehrten vertraut war, doch Hopkins wirft die Frage auf, warum antike Quellen erheblich öfter über Abtreibung und Kindstötung als über Verhütung berichten. Er schließt hieraus, dass Empfängnisverhütung möglicherweise eine untergeordnete Rolle in der Familienplanung der Römer spielte. Des weiteren sieht Hopkins es als wahrscheinlich an, dass abgesehen von den Gelehrten viele Römer nicht zwischen Verhütung und Abtreibung zu unterscheiden vermochten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problematik der Geburtenbegrenzung im Römischen Reich und Vorstellung der vier gängigen Methoden, wobei der Fokus auf der Empfängnisverhütung liegt.

2. Die Fragen nach der Fähigkeit der Menschen der Antike zur Unterscheidung zwischen Empfängnisverhütung und Abtreibung sowie dem Umfang der praktizierten Verhütung: Analyse der antiken Wissensbasis hinsichtlich der Unterscheidbarkeit von Verhütung und Abtreibung anhand der Quellen und demografischer Faktoren.

3. Auswahl einiger der in antiken Werken beschriebenen Verhütungsmethoden: Vorstellung und Kategorisierung verschiedener, in medizinischen Werken überlieferter Verhütungsverfahren, von magischen Amuletten bis hin zu wirksamen pflanzlichen Präparaten.

4. Resümee: Zusammenführende Betrachtung der Ergebnisse, die trotz lückenhafter Quellenlage die Existenz und Praxis der Empfängnisverhütung im Römischen Reich belegen.

Schlüsselwörter

Römisches Reich, Empfängnisverhütung, Abtreibung, Soranus von Ephesos, Gynaecia, Familienplanung, Antike Medizin, Demografie, Geburtenrate, Verhütungsmethoden, Plinius der Ältere, Johannes Chrysostomus, Antike Quellen, Heilpflanzen, Antike Gynäkologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Praxis und dem Verständnis der Empfängnisverhütung im Römischen Reich unter Berücksichtigung antiker Quellen und medizinischer Schriften.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die Differenzierung zwischen Empfängnisverhütung und Abtreibung, die Analyse antiker Verhütungsmethoden sowie die demografische Bewertung der Geburtenkontrolle.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Grad des medizinischen Wissens der Antike über Empfängnisverhütung zu bestimmen und zu prüfen, ob daraus Rückschlüsse auf die tatsächliche Anwendung in der Bevölkerung gezogen werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine quellenkritische Analyse antiker medizinischer Texte (z.B. Soranus, Plinius) sowie eine Auswertung moderner demografischer Studien durchgeführt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden das antike Wissen über die Unterscheidung der Begriffe, die Wirksamkeit überlieferter Präparate sowie die Schwierigkeiten der Quelleninterpretation diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind Römisches Reich, Empfängnisverhütung, Abtreibung, Gynaecia, Familienplanung und antike Medizin.

Welche Rolle spielt Soranus von Ephesos in der Arbeit?

Soranus gilt als die medizinische Autorität, dessen Werk Gynaecia als Beweis für das medizinische Verständnis und die systematische Unterscheidung von Verhütungs- und Abtreibungsmethoden dient.

Warum ist die Quellenlage zur Empfängnisverhütung problematisch?

Die Quellenlage ist schwierig, da antike Autoren das Thema oft nur beiläufig erwähnen oder Verhütungsmethoden mit Abtreibung vermischen, was eine eindeutige Unterscheidung in der Praxis erschwert.

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Details

Title
Empfängnisverhütung im Römischen Reich
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg  (Historisches Seminar)
Course
Alltagsleben im Römischen Reich
Grade
sehr gut
Author
Michael Treichler (Author)
Publication Year
2002
Pages
17
Catalog Number
V5879
ISBN (eBook)
9783638136075
ISBN (Book)
9783638746151
Language
German
Tags
Rom Verhütung Antike Alltagsgeschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Treichler (Author), 2002, Empfängnisverhütung im Römischen Reich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5879
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