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Transition und Staatszerfall in Subsahara-Afrika - die Rolle des Westens

Title: Transition und Staatszerfall in Subsahara-Afrika - die Rolle des Westens

Term Paper , 2005 , 18 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Sebastian Menk (Author)

Politics - Region: Africa
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Seit dem Ende des Kalten Krieges gab es weitreichende Veränderungen in den Staaten südlich der Sahara. In nahezu jedem afrikanischen Land südlich der Sahara sind repressive Einparteien-und Militärregime von innergesellschaftlichen Gruppen unter internationalen Druck gesetzt worden demokratische Reformen einzuleiten sowie die Menschenrechtslage zu verbessern. Insbesondere in den fragilen Staaten Subsahara-Afrikas erweist sich die Umsetzung der Forderungen als äußert schwierig, zäh und langwierig. Weit über die Hälfte dieser Staaten gehören zu den am wenigsten entwickelten Ländern (LLDC: „Least Developed Countries“) und besitzen ebenfalls einen niedrigen „Human Development Index“ (HDI). Die damit einhergehende zusätzliche Überwindung der besonders verheerenden sozioökonomischen und soziokulturellen Schwächen hin zu einer „funktionierenden“ Demokratie, gelang bis heute lediglich 15 bis 18 Ländern. Etwas mehr als eine Dekade nach der einsetzenden Demokratisierungswelle weisenausgehend von insgesamt 48 Staaten - drei Fünftel dieser Länder Strukturdefizite, Prozesse staatlicher Destabilisierung und letztlich Staatszerfallprozesse auf (Erdmann 2003: 268). Während sich in einigen Ländern diese Entwicklung bereits nach den fehlgeschlagenen Gründungswahlen abzeichnete, kam es in anderen vorübergehend zu Verletzungen „politischer und bürgerlicher Freiheitsrechte“, infolge derer sich die alten Machthaber, beziehungsweise Anhänger von ihnen durchsetzten (Erdmann 2000: 5) und ein „neopatrimoniales“ Regime aufbauten. Beteiligt an diesen Rückschritten sind Rebellen, die - utilitaristisch motiviertethnisch konstruierte Bürgerkriege entfachen sowie Eliten, welche mit allen Mitteln ihre einst eingenommene Machtposition zu verteidigen versuchen. Sie bilden die wichtigste Achse der internen Akteure, die den Staatszerfall fördern. Ziel dieser Arbeit ist es jedoch, die Gründe für diesen negativen Wandel in Subsahara-Afrika, unter der besonderen Berücksichtigung der Rolle von äußeren Faktoren, genauer, den westlichen Staaten zu beleuchten. Um die Entwicklung der staatlichen Zerfallprozesse besser zu verstehen, wird zuerst kurz auf die in den 1990er Jahren in Afrika einsetzende Demokratiewelle eingegangen. Dem schließt sich die Betrachtung des Staatszerfalls an, wobei zum einen die Folgen des Wandels in der Politik der Geberländer durch den Wegfall der Bipolarität analysiert werden. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Die Anfänge der demokratischen Transition in Subsahara-Afrika

1) Was ist Demokratie?

2) Staatliche Unabhängigkeitsbestrebungen zur Zeit des Kalten Krieges und die Demokratisierungswelle Anfang 1990

III. Die Rolle der westlichen Geberländer am Staatszerfall in Subsahara-Afrika

1) Was ist Staatszerfall?

2) Staatszerfall, eine Folge des Wandels westlicher Afrikapolitik mit dem Ende der Biopolarität

a) IWF und Weltbank in den 1980ern: Initiatoren der Auflagenpolitik

b) Marginalisierung und „Non-Intervention“ Politik der westlichen Staaten nach dem Kalten Krieg

3) Die Entstehung von „Fassadendemokratien“ durch ambivalente und interessengeleitete Politik des Westens

IV. Resümee

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem Wandel der westlichen Afrikapolitik nach dem Ende des Kalten Krieges und den zunehmenden Staatszerfallprozessen in Subsahara-Afrika, wobei insbesondere die Rolle externer Faktoren beleuchtet wird.

  • Demokratisierungsbestrebungen in Afrika seit den 1990er Jahren
  • Ursachen und Definitionen des Staatszerfalls
  • Auswirkungen der westlichen Konditionierungspolitik durch IWF und Weltbank
  • Folgen der geostrategischen Marginalisierung Afrikas
  • Entstehung von „Fassadendemokratien“ durch interessengeleitete Außenpolitik

Auszug aus dem Buch

3) Die Entstehung von „Fassadendemokratien“ durch ambivalente und interessengeleitete Politik des Westens

Oberflächlich betrachtet scheinen mittlerweile einige Staaten Subsahara-Afrikas die grundlegenden Bedingungen einer Demokratie zu besitzen. Leider ist jedoch das Phänomen der „Fassadendemokratie“, die formaldemokratische Herrschaft, oftmals zutreffend.

Manch angestrebte demokratische Transformation scheiterte bereits bei den ersten Wahlen, mitunter, weil die Hilfestellungen der westlichen Geberländer im Sinne von Positivmaßnahmen nicht weitreichend genug oder gar überhaupt nicht vorhanden war. So kam es unter anderem in Gabun und Kamerun, durch manipulierte Wahlen, repressives Vorgehen gegenüber der Opposition von Seiten der Eliten der Regierungsschicht, die um den Erhalt ihrer Machtposition kämpften, sowie durch Rebellengruppen zur Verhinderung der Reformen (van den Boom 1995: 249).

Insgesamt ist die politische Motivation der Eliten in herausragenden staatlichen Stellungen demokratische Grundsätze anzustreben, umzusetzen und auch einzuhalten, nicht sonderlich groß. Ein gutes Beispiel hierfür bietet die Auflösung aller Institutionen der Volksvertretung durch den Diktator Sani Abacha zu Beginn seiner Amtszeit in Nigeria. Ohne ein politisches Aufbegehren oder die demokratischen Prinzipien zu verteidigen nahmen die zuvor gewählten Demokraten widerstandslos den Verlust ihrer Ämter hin (Tetzlaff 1998: 124). Es fehlt dem überwiegenden Teil der politischen Klasse an demokratischen Idealen. Sie vertreten diese Politik nicht aus Überzeugung, vielmehr wegen dem damit verbundenen fließenden Geldstrom aus dem Westen, an welchem sie sich bereichern.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein, dass trotz Demokratisierungswellen zahlreiche Staaten in Subsahara-Afrika mit Strukturdefiziten und Staatszerfall kämpfen, und definiert das Ziel der Arbeit, diese Entwicklung unter Berücksichtigung westlicher Einflussfaktoren zu analysieren.

II. Die Anfänge der demokratischen Transition in Subsahara-Afrika: Dieses Kapitel erläutert das Demokratieverständnis und die historischen Hintergründe der Unabhängigkeitsbestrebungen sowie die Demokratisierungswelle Anfang der 1990er Jahre.

III. Die Rolle der westlichen Geberländer am Staatszerfall in Subsahara-Afrika: Das Hauptkapitel untersucht, wie der Wegfall der Bipolarität, die Auflagenpolitik internationaler Finanzinstitutionen und eine interessengeleitete „Non-Intervention“-Politik zur Destabilisierung der afrikanischen Staaten beigetragen haben.

IV. Resümee: Das Fazit stellt die Frage nach der Sinnhaftigkeit des Demokratieexports und resümiert, dass die Implementierung westlicher Modelle ohne interne Adaption oft zu einem Zusammenbruch staatlicher Strukturen führt.

Schlüsselwörter

Subsahara-Afrika, Staatszerfall, Demokratisierung, Westliche Geberländer, Kalter Krieg, Bipolarität, Fassadendemokratie, Strukturanpassung, Good Governance, Politische Transition, Außenpolitik, Marginalisierung, Menschenrechte, Militärregime, Entwicklungszusammenarbeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Zusammenhänge zwischen den Staatszerfallprozessen in Subsahara-Afrika und der veränderten Politik westlicher Geberländer nach dem Ende des Kalten Krieges.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Demokratisierungsprozess in Afrika, die Definition und Ursachen des Staatszerfalls sowie der Einfluss westlicher wirtschaftlicher und politischer Interessen auf die Stabilität der Region.

Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?

Die zentrale Frage ist, warum und wie sich die Politik der westlichen Staaten gegenüber Subsahara-Afrika verändert hat und welche konkreten Auswirkungen diese Politik auf die staatlichen Zerfallsprozesse in der Region hatte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die auf der Auswertung bestehender Fachliteratur und theoretischer Konzepte zum Thema Demokratisierung und Staatszerfall basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil wird der Wegfall der Bipolarität als Wendepunkt der Afrikapolitik untersucht, die Rolle von IWF und Weltbank beleuchtet und die Entstehung sogenannter Fassadendemokratien kritisch hinterfragt.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Staatszerfall, Demokratisierungswelle, westliche Interessengeleitetheit, Fassadendemokratie und strukturelle Probleme der Nachkolonialzeit.

Welche Rolle spielten IWF und Weltbank bei der Instabilität?

Sie initiierten eine harte Auflagenpolitik, die zwar wirtschaftliche Reformen forderte, aber oft zu negativen sozialen Folgen und einer Schwächung der staatlichen Handlungsfähigkeit führte.

Wie wird das Scheitern des Demokratieexports erklärt?

Das Scheitern wird darauf zurückgeführt, dass das westliche Demokratiemodell oft ohne lokale Vorbedingungen implantiert wurde, was in vielen Fällen zu staatlichem Zusammenbruch statt zu gefestigter Demokratie führte.

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Details

Title
Transition und Staatszerfall in Subsahara-Afrika - die Rolle des Westens
College
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald  (Institut für Politikwissenschaften)
Course
Transitionsprozesse in Subsahara-Afrika
Grade
1,3
Author
Sebastian Menk (Author)
Publication Year
2005
Pages
18
Catalog Number
V58795
ISBN (eBook)
9783638528948
ISBN (Book)
9783656814030
Language
German
Tags
Transition Staatszerfall Subsahara-Afrika Rolle Westens Transitionsprozesse Subsahara-Afrika
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Menk (Author), 2005, Transition und Staatszerfall in Subsahara-Afrika - die Rolle des Westens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58795
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