Dieses Buch stellt eine Chronik zum Ort Beningafehn dar, die von Hermann Mansholt begonnen wurde. Eingebunden sind auch eine Zeittafel und ein Überblick über die Geschichte der Bezirksregierung Aurich (1823-2004). Unter Fehnsiedlungen versteht man Siedlungen der Binnenkolonisation im niederdeutschen Raum im Moor. Sie sind entlang von Kanälen (Wieken) angelegt worden. Als älteste und längste Fehnsiedlung Deutschlands gilt Papenburg. Anders als der Ortsname es vermuten lässt, ist Beningafehn nie eine Fehnsiedlung im eigentlichen Sinne geworden, da keine Fehnkanäle (Wieken) das Dorf durchziehen. Hermann Mansholt war ein Urgestein des Dorfes, ein lebendiges Geschichtsbuch; er erzählte gerne über das Gewesene und hatte schon früh begonnen, Notizen zur Dorfgeschichte zu Papier zu bringen.
Beningafehn ist eine Moorsiedlung, die ihren Namen der Familie Lantzius-Beninga verdankt. Die Kolonie wurde 1772 von Kommissionsrat Arent Jan van Louwerman in einem zur Gemarkung Hesel gerechneten Moorgebiet zwischen Kiefeld und Gut Stikelkamp als "Louwermanns Vehn" gegründet. Den Bewohnern wurde seit 1775 ein Anrecht zum Viehauftrieb auf die Heseler Gemeindeweise zugestanden, hatten dennoch aber häufig schwere Konflikte mit den Heseler Bauern auszutragen. 1788 kaufte Kriegsrat Lantzius-Beninga die Moorkolonie auf einer öffentlichen Versteigerung. 1789 lebten hier 15 Personen in vier Häusern, 1823 waren 49 Personen an zwölf "Feuerstellen". 1848 gab es 15 Wohngebäude und 68 Einwohner. Der 1820 aus der Heseler Gemeindeweide zugestandene Weideanteil wurde von den Kolonisten von Stiekelkamperfehn und Beningafehn zunächst gemeinschaftlich genutzt und erst 1860 unter den Kolonisten geteilt.
Inhaltsverzeichnis
Zum Geleit
Vorwort
Die Chronik von Beningafehn als Herzenswunsch:
Brief von Hermann Mansholt an Matthias Blazek
Zeittafel
Spurensuche bei dem ostfriesischen Chronisten Tileman Dothias Wiarda
(1746–1826), Sekretär der ostfriesischen Landschaft
Beningafehn – Ein Fehndorf im Wandel der Zeit
Ein Kaufvertrag vom 5. Mai 1886
Ein Erbzinsvertrag vom 26. August 1886
Die Stiekelkampermühle
Reparatur der Orgel in der Auricher Schlosskapelle
Die Jahre der Fremdherrschaft
Die Landdrostei Aurich
Das Münz-, Maß- und Gewichtswesen im 18. Jahrhundert
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit rekonstruiert die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte des ostfriesischen Moorsiedlung Beningafehn, basierend auf den akribischen Aufzeichnungen des Heimatkundlers Hermann Mansholt, und bettet diese in den historischen Kontext der regionalen Landeskultur sowie der überregionalen Verwaltungsgeschichte ein.
- Historische Genese der Moorsiedlung Beningafehn und ihre sozioökonomische Entwicklung
- Die Rolle des niederländischen Fehnunternehmers Arend Jan van Louwerman
- Strukturelle Analyse lokaler Verträge (Kauf- und Erbzinsverträge) im 19. Jahrhundert
- Verwaltungsgeschichtliche Einordnung durch die Entstehung der Landdrostei Aurich
- Kulturhistorische Exkurse zu Wirtschafts- und Alltagsthemen wie Torfgewinnung, Mühlenwesen und Währungssysteme
Auszug aus dem Buch
Beningafehn – Ein Fehndorf im Wandel der Zeit
Unser Fehngründer, Kommissionsrat Arent Jan van Louwerman, ein Adeliger aus Holland, war der Gründer unseres Fehns. Er hätte es verdient, dass Beningafehn „Louwermans Fehn“ geheißen hätte. Geboren 1698 in Holland, wirkte er von 1730 bis 1752 auf Gut Stikelkamp. Dort war er verheiratet mit Albertina Mechthild Hume of Manderstone (1688–1733).
Kinderlos verstorben
Verwitwet und kinderlos ist der Verfechter in Sachen Landeskultur Arent Jan van Louwerman am 10. März 1775 in Aurich gestorben. Sein Name, der einst ein ostfriesisches Fehn zierte, hat mehr oder weniger nur als Randnotiz zur ostfriesischen Geschichte überlebt. Sieht man einmal von seinen zahllosen, vielfach unausgegorenen Projekten und Vorschlägen ab, so ist dieser Bewohner von Gut Stikelkamp immerhin ein Fehngründer gewesen, dessen Werk in Gestalt der Orte Spetzerfehn und Beningafehn bis in die heutige Zeit Bestand hat. Man sollte seiner Verdienste gedenken. Es ist erfreulich, dass unsere Vereine, der Heimatverein, der Boßelverein und die Theatergruppe, dem Platz des 2001 gebauten Vehnhus den Namen „van Louwerman Steh“ gegeben haben.
Zusammenfassung der Kapitel
Zum Geleit: Eine Einführung in die Entstehung dieser Chronik, die maßgeblich auf den akribischen Aufzeichnungen von Hermann Mansholt basiert.
Vorwort: Der Autor erläutert seine Motivation zur Erforschung der Familiengeschichte und der Entwicklung von Beningafehn.
Die Chronik von Beningafehn als Herzenswunsch: Ein persönlicher Brief von Hermann Mansholt an Matthias Blazek, der den Wunsch nach Veröffentlichung seiner Forschungsergebnisse unterstreicht.
Zeittafel: Eine chronologische Übersicht der Ereignisse von der prähistorischen Besiedlung bis zur Auflösung des Regierungsbezirks Aurich.
Spurensuche bei dem ostfriesischen Chronisten Tileman Dothias Wiarda (1746–1826), Sekretär der ostfriesischen Landschaft: Ein Einblick in die frühneuzeitliche Fehnkultur basierend auf historischen Chronikaufzeichnungen.
Beningafehn – Ein Fehndorf im Wandel der Zeit: Detaillierte Darstellung der Gründung und Besiedlung von Beningafehn durch Arent Jan van Louwerman sowie der nachfolgenden Bautätigkeiten.
Ein Kaufvertrag vom 5. Mai 1886: Analyse eines historischen Kaufvertrags und der damit verbundenen Bedingungen für die Kolonisten.
Ein Erbzinsvertrag vom 26. August 1886: Untersuchung der rechtlichen und wirtschaftlichen Verpflichtungen aus einem Erbzinsvertrag für Haus Nr. 47.
Die Stiekelkampermühle: Bericht über die kurzlebige Geschichte der Stiekelkampermühle und ihre Bedeutung für die Region.
Reparatur der Orgel in der Auricher Schlosskapelle: Dokumentation einer Orgelreparatur aus dem Jahr 1828 durch den Orgelbauer Rohlfs.
Die Jahre der Fremdherrschaft: Eine Analyse der historischen Auswirkungen der französischen Besatzung auf das Kurfürstentum Hannover.
Die Landdrostei Aurich: Betrachtung der Verwaltungsgeschichte und der Gründung der Landdrostei Aurich als Mittelbehörde.
Das Münz-, Maß- und Gewichtswesen im 18. Jahrhundert: Ein Exkurs über die komplexen und uneinheitlichen Währungs- und Maßsysteme der damaligen Zeit.
Schlüsselwörter
Beningafehn, Ostfriesland, Moorsiedlung, Fehnkultur, Arent Jan van Louwerman, Gut Stikelkamp, Kolonisation, Heimatkunde, Landdrostei Aurich, Franzosenzeit, Wirtschaftsgeschichte, Vertragsgeschichte, Landeskultur, Hausbau, Torfgewinnung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Historie des ostfriesischen Dorfes Beningafehn, eingebettet in den breiteren Kontext der regionalen Moorsiedlungsgeschichte und der politischen Verwaltungsgeschichte.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Gründung des Fehns, der rechtlichen und wirtschaftlichen Entwicklung durch Verträge, der Verwaltungsgeschichte und einer Dokumentation des historischen Alltags.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es, das akribische Material von Hermann Mansholt in den historischen Kontext einzubetten und so die Ortsgeschichte von Beningafehn für die Nachwelt zu bewahren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine historische Aufarbeitung, die auf der Auswertung von Primärquellen wie Kauf- und Erbzinsverträgen, Zeittafeln und zeitgenössischen Aufzeichnungen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Siedlungsgeschichte von Beningafehn, die Analyse historischer Verträge, wirtschaftliche Exkurse und eine detaillierte Darstellung der regionalen Verwaltungsgeschichte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Beningafehn, Moorsiedlung, Landeskultur, Verwaltungsgeschichte, Fehnkultur und Wirtschaftsgeschichte.
Welche Rolle spielte Arent Jan van Louwerman für Beningafehn?
Van Louwerman war der adelige Fehngründer aus Holland, der das Gebiet kultivierte und die Siedlung Beningafehn initiierte.
Was war der "Bietzeweg" und welche Bedeutung hatte er?
Der "Bietzeweg", heute als Grüner Weg bekannt, war ein historisch bedeutender Weg, der das Dorf mit Kiefeld verband und auch eine wichtige Schutzfunktion durch die Jobuslinie und Deiche hatte.
Warum war die Torfgewinnung für die Siedler so essenziell?
Das Moor war der primäre Lieferant für die Beheizung der Häuser und bildete eine der wichtigsten wirtschaftlichen Grundlagen für das Überleben der Kolonisten auf den kargen Böden.
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- Matthias Blazek (Editor), Hermann Mansholt (Author), 2002, Die Moorsiedlung Beningafehn. Ein Beitrag zur Moorkolonisation in Ostfriesland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/587952