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Der Dichtersänger Fortunato und das Autorenschaftskonzept in "Das Marmorbild" von Eichendorff

Title: Der Dichtersänger Fortunato und das Autorenschaftskonzept in "Das Marmorbild" von Eichendorff

Term Paper (Advanced seminar) , 2017 , 16 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Anonym (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Die Novelle "Das Marmorbild", die Joseph von Eichendorff 1817 vollendete, ist ein spätromantisches Werk von literarischer Phantastik. Der Stoff ist gespickt mit epochentypischen Motiven, die dialektisch ausgearbeitet einen Einblick in die für die Romantik exemplarische Kontrastierung von Harmonie und Dissonanz geben. Gleichwohl weist das Werk Spezifika auf, die der Epoche der Moderne zugerechnet werden können. Die Auseinandersetzung mit einem Bewusstsein von Geschichtlichkeit, die mit Verlusterfahrungen verknüpft ist, spiegelt sich nicht zuletzt in der Frage nach der Stellung des Dichters und seiner Bedeutung für die Gesellschaft wider, die Eichendorff in bildreicher Erzählweise aufwirft. Das changierende Bild eines Künstlers zeichnet der Autor mit der Figur des Sängers Fortunato. Er ist Repräsentant einer christlichen Funktionskunst. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Rekonstruktion des von Eichendorff entworfenen Modells von Künstlerschaft und damit mit dem in "Das Marmorbild" entworfenen Autorenschaftskonzept.

Um dieses Konzept zu erläutern sollen zwei Aspekte genauer untersucht werden. Zunächst wird durch Vorstellen der Figur Fortunato und genauere Beleuchtung ausgewählter Handlungsstränge das innerfiktionale Kommunikationsmodell aufgezeigt. Fortunato fungiert als eine Kommunikationsinstanz sowohl innerhalb des Textes als auch als Stellvertreter des Autors gegenüber dem Rezipienten. Diese Homologie-Annahme fordert ein genaueres Erforschen der Position des Dichters, sowie der Ausgestaltung seiner Kunst in "Das Marmorbild". Deshalb werden in einem zweiten Schritt die zwei langen Lieder, die Fortunato zu Beginn und gegen Ende der Novelle singt, mit Fokus auf Form, Aussage und ihre soziale Funktion untersucht und in einen Zusammenhang mit dem Gesamttext gebracht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil

1. Die Figur Fortunato

1.1 Zum Inhalt

1.2 Zur Figurenkonstellation

1.3 Zur Handlungsstruktur

2. Die Lieder

2.1 Fortunatos erstes Lied

2.2 Fortunatos Schlusslied und Florios Antwort

III. Schluss

1. Résumé

2. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das in Joseph von Eichendorffs Novelle "Das Marmorbild" entworfene Modell von Künstlerschaft, wobei der Fokus auf der Rolle des Dichtersängers Fortunato liegt, der als moralische Instanz und Vermittler zwischen heidnischer Versuchung und christlicher Erlösung fungiert.

  • Analyse des innerfiktionalen Kommunikationsmodells anhand der Figur Fortunato.
  • Untersuchung der Bedeutung von Künstlerschaft und Autorschaft im Werk.
  • Interpretation der lyrischen Einlagen und deren formale sowie soziale Funktion.
  • Kontrastierung von christlicher Weltordnung und paganer, antiker Symbolik.
  • Rezeption der Identitätsentwicklung des Protagonisten Florio.

Auszug aus dem Buch

1.2 Zur Figurenkonstellation

Der Name des gleich zu Beginn auftretenden Fortunatos ist Programm. Abgeleitet von dem lateinischen Wort „fortunas“, bedeutet der Vorname des Sängers soviel wie der Beglückte, der Gesegnete. Er erscheint gleich zu Beginn der Novelle wie ein Troubadour gekleidet und ist betont vergnügt gestimmt. Die goldene Kette, die er trägt, zeugt von seinem Erfolg als Künstler. Zusammen mit der Kulisse des Ortes Lucca evoziert die Kleidung eine Renaissanceszenerie. Fortunato stellt das Ideal eines Universalkünstlers dar, dessen Leben und dessen Dichtung in einander verwoben sind. Eine Diskrepanz zwischen Künstlertum und Religiosität besteht für Fortunato nicht. Im weiteren Verlauf wird besonders sein ‚frisches keckes Wesen’, das ihm eine gewissen Klarheit verleiht, betont. Diese positiv konnotierten Attribute verleihen ihm etwas Engelsgleiches.

Besonders deutlich wird dies, wenn er bei sonntäglichem Glockenklang ‚wie ein Bote des Friedens’ in Florios Zimmer erscheint und selbigen zum Gang in die Kirche bewegt. Ebenso wie in den meisten Momenten, in welchen Fortunato dem Protagonisten begegnet, ist es hier Morgen. Den Tagesbeginn und damit den Wachzustand bezeugend, ist der Morgen die Zeit des Dichters. Das beton er selbst, indem er Florio rät: ‚[...] und geht´s auch manchmal wirklich schlimm, nur frisch heraus in Gottes freien Morgen und da draußen sich recht abschütteln; im Gebet aus Herzensgrund –‘. Der Verweis auf das Beten unterstreicht Fortunatos gelebte Frömmigkeit. Er verkörpert einen redlichen Dichter, der im Glauben an Gott wurzelt. Aus seinem festen Gottvertrauen resultiert Fortunatos Selbstbewusstsein. Er ist im Gegensatz zu Florio in seiner Identität gefestigt. Um sich selbst treu zu bleiben, bedarf es einer gewissen Distanz zu seiner menschlichen Umwelt, sodass Fortunato allen oder keinem gehörend, ‚fast einsam’ erscheint.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die spätromantische Novelle "Das Marmorbild" ein und erläutert das Ziel der Arbeit, das Künstlerschaftsmodell Eichendorffs anhand der Figur Fortunato zu rekonstruieren.

II. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert die Figur des Fortunato, seine Funktion als Kommunikationsinstanz und die Bedeutung seiner Lieder im Hinblick auf die Identitätsentwicklung des Protagonisten Florio sowie die christlich-heidnische Symbolik.

III. Schluss: Der Schluss fasst die Ergebnisse zusammen und hebt hervor, dass für Eichendorff Dichtung und Religion eine Einheit bilden, wobei Fortunato als Sprachrohr des Autors dient, um ein christlich fundiertes Autorschaftskonzept zu vermitteln.

Schlüsselwörter

Joseph von Eichendorff, Das Marmorbild, Fortunato, Künstlerschaft, Autorschaft, Romantik, Florio, Kunstlied, Heidentum, Christentum, Venus, Symbolik, Identitätsfindung, Lyrik, Literaturanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht das Autorschaftskonzept in Joseph von Eichendorffs Novelle "Das Marmorbild" mit einem spezifischen Fokus auf die Figur des Sängers Fortunato.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die Dialektik zwischen heidnischer Mythologie und christlichem Glauben, die Rolle der Musik bzw. des Liedes in der Romantik sowie die Identitätsentwicklung des Protagonisten Florio.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Das Ziel ist die Rekonstruktion des von Eichendorff entworfenen Modells der Künstlerschaft, wobei Fortunato als Stellvertreter des Autors und Vermittler zwischen den Welten analysiert wird.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text unter Berücksichtigung von Motivik, Figurenkonstellation und kulturgeschichtlichen Kontexten untersucht.

Was bildet den inhaltlichen Schwerpunkt des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Figur Fortunato, die Analyse seiner Handlungsfunktion sowie eine tiefgehende Betrachtung seiner Lieder hinsichtlich Form, Aussage und sozialer Funktion.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Schlüsselbegriffe sind Eichendorff, Künstlerschaft, Romantik, Autorschaft, Symbolik und die Kontrastierung von christlicher und heidnischer Weltanschauung.

Inwiefern beeinflusst Fortunato die Entwicklung des Protagonisten Florio?

Fortunato fungiert als Mentor und "Bote des Friedens", der Florio durch seine Gesänge und Mahnungen dabei unterstützt, seine Lebenskrise zu überwinden und eine gefestigte christliche Identität zu finden.

Welche Rolle spielt die Musik in der Romantik laut der vorliegenden Analyse?

Musik wird als Ausdruck des Absoluten verstanden, die Grenzen des sprachlichen Ausdrucks überschreitet und eine direkte Verbindung zur göttlichen Schöpfung sowie zum kollektiven Gedächtnis herstellt.

Wie werden die Figuren Venus und Donati im Kontrast zu Fortunato eingeordnet?

Während Venus und Donati die heidnische, dämonische und verführerische Welt repräsentieren, steht Fortunato als christlicher Dichtersänger für Reinheit, Frömmigkeit und die Kontrolle über die künstlerische Inspiration.

Welche Bedeutung kommt der Schlussfolgerung der Arbeit zu?

Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass für Eichendorff echte Dichtung stets auf dem christlichen Glauben fußen muss, um das sinnliche, künstlerische Moment zu bändigen und vor Orientierungslosigkeit zu schützen.

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Details

Title
Der Dichtersänger Fortunato und das Autorenschaftskonzept in "Das Marmorbild" von Eichendorff
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Germanistik)
Course
Autorschaftskonzepte vom Mittelalter bis zur Romantik
Grade
1,7
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2017
Pages
16
Catalog Number
V588061
ISBN (eBook)
9783346162250
ISBN (Book)
9783346162267
Language
German
Tags
Das Marmorbild Joseph von Eichendorff Fortunato Autorschaftskonzepte Autorschaft Romantik Lieder
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2017, Der Dichtersänger Fortunato und das Autorenschaftskonzept in "Das Marmorbild" von Eichendorff, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/588061
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