Strategische Marktübersicht von Wearables im Gesundheits- und Lifestylebereich


Studienarbeit, 2020

35 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung
1.1 Hintergrund und Zielstellung

2 Skizzieren des wissenschaftlichen Umfelds
2.1 Begriffsklärung „Wearables“
2.2 Überblick und Kategorisierung von Wearables
2.3 Methodik der PESTEL-Analyse des Marktumfelds

3 Strategische Analyse, Aufzeigen von Lösungsalternativen und Umsetzungsvorschlägen
3.1 Politische Einflussfaktoren
3.2 Wirtschaftliche Einflussfaktoren
3.3 Soziokulturelle Einflussfaktoren
3.4 Technologische Einflussfaktoren
3.5 Ökologisch-geografische Einflussfaktoren
3.6 Rechtliche Einflussfaktoren
3.7 Zusammenfassende Bewertung im Überblick

4 Fazit; Diskussion und Ausblick

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abbildung 1: Wearable Technology Application Chart

Abbildung 2: Einflussfaktoren der PESTEL-Analyse

Abbildung 3: Schengen-Raum

Abbildung 4: Bruttoinlandsprodukt EU 2008-2018

Abbildung 5: Arbeitslosenquote Deutschland 2004-2019

Abbildung 6: EU Arbeitslosenquote 2008-2018

Abbildung 7: Konsumausgaben Deutschland 1992-2018

Abbildung 8: Absatzentwicklung Wearables Deutschland 2015-2018(Q1)

Abbildung 9: Altersaufbau Deutschland 2018

Abbildung 10: Verkürzter Produktlebenszyklus

Tabelle 1: Übersicht und Bewertung PESTEL-Analyse

1 Einführung

1.1 Hintergrund und Zielstellung

Die Schnelllebigkeit von Trendprodukten und die sich rasant verändernden Rahmenbedingungen für auf dem europäischen Markt tätige Unternehmen stellen eines der größten Probleme für Entscheidungsträger dar. Die Analyse der wichtigsten Umweltfaktoren eines Unternehmens ist daher von großer Bedeutung.

Seit einiger Zeit erhalten Fitnesstracker und Smartwatches Einzug in das alltägliche Leben von Anwendern. Die Evolution der Gerätelandschaft und die Produktvielfalt in diesem Bereich schreiten schnell voran. Als Wettbewerber auf diesem Markt der sogenannten „Wearables“ ist es von essentieller Wichtigkeit, die makroökonomischen Rahmenbedingungen zu kennen um sich als Unternehmen dementsprechend positionieren zu können.

Die GmbH mit Sitz in Rosenheim agiert im Wearable-Bereich des digitalen Gesundheitswesens. Mit einem Sensor, der an die Kleidung gesteckt werden kann, werden das Sitzverhalten der Nutzer analysiert und zeitgleich passende Handlungsempfehlungen abgeleitet. Dies geschieht mithilfe einer mobilen Anwendung in Echtzeit. Derzeit agiert das Unternehmen vor allem auf den Märkten der DACH-Region und auf dem europäischen Markt.

Um zukünftige Marktentwicklungen einschätzen zu können ist es wichtig zunächst einen Überblick über die externen Einflussfaktoren des Heimatmarktes zu erhalten. Diese sollen im Rahmen der vorliegenden Arbeit analysiert und bewertet werden. Die ganzheitliche Betrachtung externer Chancen und Risiken steht dabei im Fokus des Interesses.

2 Skizzieren des wissenschaftlichen Umfelds 2.1 Begriffskl ä rung „ Wearables “

Zunächst ist es wichtig den Begriff der Wearables zu definieren, um eine Eingrenzung der für diese Arbeit relevanten Systeme zu ermöglichen. Der Begriff ist die Kurzform des „Wearable Computing“ und bezeichnet mobile Computersysteme. Doch welche Kriterien muss ein System erfüllen, um als Wearable zu gelten?

Das Gabler Wirtschaftslexikon formuliert die Definition wie folgt: „Wearables sind Computertechnologien, die man am Körper oder am Kopf trägt. Sie sind eine Konkretisierung des Ubiquitous Computing, der Allgegenwart der Datenverarbeitung, und ein Teil des Internets der Dinge. Man spricht auch von Wearable Technology und vom Wearable Computer. Sinn und Zweck ist meist die Unterstützung einer Tätigkeit in der realen Welt, etwa durch (Zusatz-)Informationen, Auswertungen und Anweisungen.“ (Bendel, 2019)

Daraus lässt sich ableiten, dass Wearables tragbar sein müssen und die Möglichkeit zur Auswertung von Informationen besteht.

In der Definition von Wikipedia werden Wearables folgendermaßen beschrieben: „Wearable Computing (englisch tragbare Datenverarbeitung) ist das Forschungsgebiet, das sich mit der Entwicklung von tragbaren Computersystemen (Wearable Computer oder kurz Wearables) beschäftigt. Ein Wearable wird während der Anwendung am Körper des Benutzers getragen (z. B. Smartwatch, Datenbrille) oder ist in die Kleidung integriert. Zu den Hauptaufgaben von Wearables zählen im Gegensatz zu anderen mobilen Computersystemen das Tracking mithilfe von Sensoren, Applikationen sowie Hard- und Software sowie die mobile Informationsverarbeitung. Die aus dem Tracking resultierenden Daten erheben sich aus der Umgebung, dem Verhalten (z. B. Aktivität) und dem physiologischen Zustand (z. B. Herzfrequenz) des Nutzers. Die zur Informationsversorgung einschließlich Assisted oder Augmented Reality Anwendungen genutzten Daten stammen aus öffentlich zugänglichen Quellen oder privaten Informationssystemen (z. B. dem ERP-System eines Unternehmens).“ (Wikipedia, 2019)

Die Tragbarkeit ist auch in dieser Definition ein wichtiger Bestandteil. Ergänzt wird sie durch die mobile Datenverarbeitung und das Nachverfolgen („Tracking“) von Nutzerverhalten. Kombiniert man die Erkenntnisse beider Definitionen, so ergeben sich Eigenschaften, deren Erfüllung essentiell für die Bezeichnung als Wearable ist.

Im Rahmen dieser Arbeit muss ein Wearable demnach die folgenden Kriterien erfüllen, um als solches zu gelten:

- Computersystem mit Kombination aus Hard- und Softwareprodukt
- Tragbar an Körper oder Kleidung
- Möglichkeit zur mobilen Datenverarbeitung
- Anwendungsbezogene Auswertung bzw. Aufbereitung von Daten

Eine Reihe von Systemen aus unterschiedlichen Branchen erfüllt diese Anforderungen. In dieser Arbeit soll insbesondere ein Augenmerk auf die Wearables des Gesundheits-und Lifestylebereichs gelegt werden.

2.2 Überblick und Kategorisierung von Wearables

Auf dem Wearables-Markt tummeln sich Geräte und vernetzte Lösungen aus den verschiedensten Anwendungsbereichen. In diesem Abschnitt soll ein kurzer Überblick über die Arten von Wearables gegeben werden und eine Eingrenzung nach Kategorien erfolgen.

Das in Abbildung 1 gezeigte Schaubild skizziert die für Wearables relevanten Branchen, Anwendungsgruppen, Funktionen und Beispielprodukte, um die Möglichkeiten für einzelne Produkte oder Technologien auszuloten. Die Wearables sind als Teil des „Internet of Things“ (IoT) zunächst in acht Branchen aufgeteilt (Glamour, Communication, Lifestyle Computing, Wellness, Medical, Security/Safety, Business Operations) und werden dann weiter nach Anwendungsgruppen und Funktionen untergliedert. Am Ende finden sich Beispiele aus jeder Branche zur Veranschaulichung der Vielfältigen Möglichkeiten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Wearable Technology Application Chart (beecham research, 2020)

Oft werden Wearables auch nach dem Ort, an dem sie getragen werden, kategorisiert. Dabei ist der Grad der Unterscheidung nicht einheitlich definiert. Häufig verwendete Kategorien sind jedoch die Folgenden:

- Eyewear (Augen)
- Earwear (Ohren)
- Wrist bands/Smartwaches(Handgelenk)
- Breast bands (Brust)
- Footwear (Fuß)
- Clothing/Smart Textile (Kleidung)

Geräte, die sich nicht in einer dieser Kategorien zusammenfassen lassen, werden unter einem Posten wie „Sonstige“ gelistet. Je nach Betrachtung kann dieser Posten eine nicht unerhebliche Menge ausmachen.

2.3 Methodik der PESTEL-Analyse des Marktumfelds

Die PESTEL-Analyse ist Teil der Strategieplanung. Dabei wird die Makroumgebung analysiert und die zukünftige Entwicklung von Trends ermittelt. Die Methode gibt einen Blick auf die gesamte Umgebung des Unternehmens. Aus einer Art Vogelperspektive heraus wird das Umfeld aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Die Faktoren bzw. deren Einflüsse zu kennen ist essentiell, nicht nur für das Marktverständnis, sondern auch für das strategische Management, welches über die Ziele der Organisation und Strategien entscheidet. Betrachtet werden folgende sechs Einflussfaktoren, die hier kurz näher erläutert werden sollen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Einflussfaktoren der PESTEL-Analyse (Theobald, 2020)

Mithilfe eines Tools wie der PESTEL - Analyse lassen sich die wichtigsten Chancen und Bedrohungen anhand externer Faktoren in der Makroumgebung eines Unternehmens ermitteln und Strategien zur Erschließung bzw. Bearbeitung von Märkten entwickeln.

Das Unternehmen agiert derzeit hauptsächlich auf dem deutschen Markt. Im Fokus der Betrachtungen liegt deshalb besonders Kontinental Europa respektive Deutschland.

3 Strategische Analyse, Aufzeigen von L ö sungsalternativen und Umsetzungsvorschl ä gen 3.1 Politische Einflussfaktoren

Politische Einflussfaktoren sind vor allem bei der Wahl des Standortes und der Entscheidung zur Erschließung neuer Märkte relevant. Eine hohe politische Stabilität fördert eine stabile Wirtschaftslage und kann sich positiv auf den Unternehmenserfolg auswirken. Eine politisch unsichere Region birgt hingegen ein höheres Risiko für Unternehmungen aller Art. Bestandteil der politischen Einflussfaktoren sind beispielsweise die Gesetzgebung, Außenpolitik, Steuerregelungen, Subventionspolitik, Handelspolitik und die Wirtschaftsordnung.

Deutschland befindet sich als Teil der Europäischen Union (EU) innerhalb der Zollunion und des Binnenmarktes der EU. Außerdem ist es Mitglied in der Wirtschafts- und Währungsunion. Als Mitglied des Schengen-Raums profitiert es zusätzlich von freiem Personen- und Warenverkehr. Teilnehmende Staaten sind aus Abbildung 3 zu entnehmen. Ein- und Ausfuhren werden in der gemeinsamen Handelspolitik geregelt und nach einheitlichem Zolltarif bearbeitet. (Wikipedia, 2020)

Dies wirkt sich positiv auf den Handel zwischen den Mitgliedern und auch Drittstaaten aus. Freihandelsabkommen ergänzen die Zollunion.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Schengen-Raum (Europäisches Parlament, 2020)

Mit dem Erlass der EU-Dienstleistungsrichtlinie im Jahr 2006 wurde der freie Handel zusätzlich um den Aspekt der Dienstleistungen erweitert. Die Richtlinie, welche von den Mitgliedstaaten jeweils in nationales Recht umgesetzt werden muss, setzt sich „den Abbau von Hindernissen und zwischenstaatlichen Hemmnissen sowie die Förderung des grenzüberschreitenden Handels mit Dienstleistungen zum Ziel“. (BfDI, 2020) Somit wird auch der Handel mit Dienstleistungen gestärkt, der bei digitalen Geschäftsmodellen oft eine zentrale Rolle spielt.

Außenpolitisch herrscht in der EU die Maßgabe der gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP). Dieser Politikbereich befasst sich mit der Zusammenarbeit der Mitglieder in Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Dieser wurde 1993 im Vertrag von Maastricht eingerichtet und stellt eine zwischenstaatliche Kooperation von Regierungen dar. (Wikipedia, 2020)

Grundsätzlich herrschen somit gute Rahmenbedingungen für (junge) Unternehmen im europäischen Markt. Die Stabilität der Union schafft die Voraussetzung zur Entstehung langfristig erfolgreicher und nachhaltiger Geschäftsmodelle.

Das politische Umfeld in Deutschland profitiert dementsprechend von der Mitgliedschaft in der EU. Die Grundsätze der sozialen Marktwirtschaft, welche unter dem Punkt der wirtschaftlichen Einflussfaktoren (Absatz 3.2) näher beleuchtet werden sollen, und das System der parlamentarischen Demokratie sorgen für einen - auf Länderebene -ebenfalls stabilen Rahmen.

Die deutsche Subventionspolitik folgt selbst auferlegten Leitlinien (Selbstbindung der Politik) die beispielsweise festlegen, dass Subventionen zeitlich gebunden, degressiv ausgestaltet und regelmäßig auf ihre Notwendigkeit hin evaluiert werden sollen. (Bundesfinanzministerium, 2020)

In einem Subventionsbericht stellt die Bundesregierung alle zwei Jahre den aktuellen Stand der Subventionspolitik dar. So heißt es im 26. Bericht des Bundesministeriums für Finanzen: „Die Subventionspolitik der Bundesregierung ist Ausdruck einer umsichtigen und verlässlichen Finanzpolitik. Insbesondere die verstärkte Umsetzung der Subventionspolitischen Leitlinien und zielgerichtete Ausrichtung der Fördermaßnahmen tragen dazu bei, die finanziellen Ressourcen effizient zur Förderung einer zukunftsorientierten Wirtschaftsentwicklung einzusetzen. Nicht mehr erforderliche Subventionen werden stetig zurückgeführt und neue Subventionen dort eingeführt, wo sie zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit bzw. als temporäre Anschubförderung von neuen wachstumsfördernden Technologien notwendig sind.

Entsprechend den subventionspolitischen Vorgaben werden alle im Berichtszeitraum neu eingeführten Finanzhilfen zur Förderung prioritärer Maßnahmen in den Bereichen Klimaschutz, Breitbandausbau, Ausbau der Elektromobilität und Digitalisierung befristet gewährt.“ (Bundesfinanzministerium, 2017)

Die deutsche Regierung zielt demnach auf eine Förderung moderner Technologien, solange diese langfristig als wachstumsfördernd erachtet werden. Der Wearable-Markt dürfte, mit seinen zahlreichen Innovationen und neuen Technologien, insbesondere vor dem Hintergrund des „Internet of Things“ (IoT; englisch für „Internet der Dinge“), durchaus relevant für zahlreiche Förderprogramme des Bundes sein.

Die politischen Rahmenbedingungen in Deutschland unterstreichen somit die europäische Stabilität. Auch die offen (auf Freihandel) ausgerichtete Außenpolitik erlaubt es Unternehmen ihr Wachstumspotenzial auszuschöpfen und weltweit zu agieren.

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Ende der Leseprobe aus 35 Seiten

Details

Titel
Strategische Marktübersicht von Wearables im Gesundheits- und Lifestylebereich
Hochschule
Technische Hochschule Rosenheim
Autor
Jahr
2020
Seiten
35
Katalognummer
V588098
ISBN (eBook)
9783346217462
ISBN (Buch)
9783346217479
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wearables, Strategie, Marktübersicht, Gesundheit, Lifestyle
Arbeit zitieren
Michael Huber (Autor), 2020, Strategische Marktübersicht von Wearables im Gesundheits- und Lifestylebereich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/588098

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