Deutschland galt in der Europäischen Union lange Zeit als Vorreiter in Sachen Klimaschutz. Der deutsche Klimaschutzplan 2050 wird als einer der ambitioniertesten weltweit gehandelt. Das nationale Klimaziel im Verkehrssektor lautet: die Emissionen bis zum Jahr 2030 um 40 bis 42 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 zu senken. Aktuell beobachtet man im Verkehrssektor allerdings eine gegenteilige Entwicklung.
Die CO2-Emissionen steigen seit Jahren und haben den Vergleichswert von 1990 im Jahr 2016 bereits überholt. Dem entgegen steht die Position Deutschlands, bei der letzten klimapolitischen Verhandlung zur CO2- Emissionsminderung für Neuwagen im Oktober vergangenen Jahres. Die Bundesumweltministerin Schulze (SPD) sprach sich für eine Verschärfung um lediglich 30 Prozent aus, während das Europaparlament eine Reduktion um 40 Prozent forderte. Womit sich die Diskrepanz, zwischen ambitioniertem Klimaschutz auf der einen Seite und Vermeidung strengerer Abgasnormen zur Erreichung des selbstgesteckten Ziels auf der anderen Seite, erklären lässt und wie haltbar die Argumente wissenschaftlich gesehen sind, wird im Folgenden untersucht.
Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Abgasskandal im Jahr 2015 und der Rolle des Volkswagenkonzerns sowie der deutschen Automobilindustrie in Bezug auf die politische Positionierung der deutschen Bundesregierung.
Inhaltsverzeichnis
- EINLEITUNG
- 1. POSITION DER DEUTSCHEN BUNDESREGIERUNG BEI EMISSIONSVERHANDLUNGEN AUF EU-EBENE BIS 2015.
- 2. DER ABGASSKANDAL 2015
- 3. POSITION DER DEUTSCHEN BUNDESREGIERUNG NACH DEM ABGASSKANDAL.......……………
- 4. DIE HALTUNG DER DEUTSCHEN BUNDESREGIERUNG ZUSAMMENGEFASST
- 4.1 DIE ARGUMENTATION AUS WISSENSCHAFTLICHER PERSPEKTIVE...............
- 4.2 DIE POSITION DER DEUTSCHEN BUNDESREGIERUNG IM KONTEXT HISTORISCHER VERANTWORTUNG...
- FAZIT..
- QUELLENVERZEICHNIS.
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit untersucht die klimapolitische Positionierung der deutschen Bundesregierung im Verkehrssektor. Im Fokus steht die Entwicklung der Positionierung seit 1995 bis zum Abgasskandal 2015. Dabei wird insbesondere die Rolle des Volkswagenkonzerns sowie der deutschen Automobilindustrie im Kontext der politischen Entscheidungen beleuchtet. Des Weiteren wird die Argumentation der Bundesregierung aus wissenschaftlicher Perspektive und im Hinblick auf ein klimaethisches Gerechtigkeitsprinzip analysiert.
- Entwicklung der Positionierung der deutschen Bundesregierung in Emissionsverhandlungen auf EU-Ebene
- Rolle der deutschen Automobilindustrie, insbesondere Volkswagen, im Abgasskandal
- Einfluss des Abgasskandals auf die klimapolitische Positionierung der Bundesregierung
- Wissenschaftliche und klimaethische Aspekte der Argumentation der Bundesregierung
- Zusammenfassende Bewertung der klimapolitischen Positionierung der Bundesregierung im Verkehrssektor
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Einleitung stellt den Hintergrund der Arbeit dar und beschreibt die Diskrepanz zwischen dem deutschen Klimaschutzplan 2050 und der tatsächlichen Entwicklung der CO2-Emissionen im Verkehrssektor. Dabei wird die Rolle des Abgasskandals und die Position der deutschen Bundesregierung in den Fokus gerückt.
- 1. Position der deutschen Bundesregierung bei Emissionsverhandlungen auf EU-Ebene bis 2015: Dieses Kapitel beleuchtet die Positionierung der deutschen Bundesregierung in den Emissionsverhandlungen auf EU-Ebene seit 1995. Es analysiert die Strategien und Zielsetzungen der EU, die Rolle der deutschen Automobilindustrie und die Reaktion der Bundesregierung auf das Verfehlen der Selbstverpflichtung der Industrie.
- 2. Der Abgasskandal 2015: Dieses Kapitel beschreibt den Abgasskandal und die Manipulationen von Volkswagen bei der Überprüfung von Abgaswerten. Es beleuchtet die Rolle der Software, die zur Manipulation eingesetzt wurde, und die Folgen des Skandals für die deutsche Automobilindustrie.
- 3. Position der deutschen Bundesregierung nach dem Abgasskandal: Dieses Kapitel analysiert die Positionierung der deutschen Bundesregierung nach dem Abgasskandal. Es untersucht, inwieweit die Gesetzgebung zugunsten des Klimaschutzes oder der Automobilindustrie verändert wurde.
Schlüsselwörter
Die Arbeit behandelt die Themen Klimapolitik, CO2-Emissionen, Verkehrssektor, deutsche Bundesregierung, Automobilindustrie, Abgasskandal, Volkswagen, EU-Emissionsverhandlungen, wissenschaftliche Argumentation, klimaethisches Gerechtigkeitsprinzip.
Häufig gestellte Fragen
Wie lautet das nationale Klimaziel für den deutschen Verkehrssektor bis 2030?
Das Ziel ist eine Senkung der CO2-Emissionen um 40 bis 42 Prozent gegenüber dem Stand von 1990.
Welche Rolle spielte der Abgasskandal 2015 für die politische Positionierung?
Der Skandal und die Interessen der Automobilindustrie (insbesondere VW) beeinflussten die Haltung der Bundesregierung, die oft weniger strenge Abgasnormen forderte als das EU-Parlament.
Gibt es eine Diskrepanz zwischen Klimazielen und realer Entwicklung?
Ja, während Deutschland ambitionierte Ziele verfolgt, stiegen die realen CO2-Emissionen im Verkehrssektor bis 2016 sogar über den Vergleichswert von 1990.
Welche Position vertrat Umweltministerin Schulze bei den EU-Verhandlungen?
Sie sprach sich für eine Verschärfung der CO2-Minderung um lediglich 30 Prozent aus, während das Europaparlament 40 Prozent forderte.
Was wird unter dem klimaethischen Gerechtigkeitsprinzip untersucht?
Die Arbeit analysiert die historische Verantwortung Deutschlands und die Frage, inwieweit die aktuelle Politik wissenschaftlich und ethisch haltbar ist.
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- Anonym (Author), 2019, Die Position der Bundesregierung zu Emissionsverschärfungen im Verkehrssektor, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/588203