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Kaliningrad und die Europäische Union

Title: Kaliningrad und die Europäische Union

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 34 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Martin Hewner (Author)

Politics - Topic: European Union
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Summary Excerpt Details

Das russische Gebiet Kaliningrad wurde mit der Erweiterung der Europäischen Union am 1. Mai 2004 zu einer Enklave innerhalb der Europäischen Union. Bis auf zwei kleine russische Territorien, das Gebiet am finnischen Meerbusen mir St. Petersburg als Zentrum und dem Kaliningrader Gebiet, ist die Ostsee seit dem von Mitgliedsstaaten der EU umschlossen.
Welche Maßnahmen hat die EU bisher ergriffen, um Kaliningrad in seinem Transformationsprozess nach 1990 zu helfen. Der wirtschaftliche Niedergang nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Systems hat die Region schwerer getroffen, als andere Regionen Russlands und der Lebensstandard ist gesunken. Vor allem im Vergleich zu seinen Nachbarn Litauen und Polen ist die Schwere größer geworden. Die Folgen der EU-Osterweiterung werden Kaliningrad im besonderen Maße vor neue und große Herausforderungen stellen. Damit diese neuen Verhältnisse für Kaliningrad zu einer Chance für wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aufschwung werden, gibt es Hilfsprogramme der EU und ihrer Mitgliedsstaaten. Das dabei maßgeblichste ist TACIS. Deshalb soll dieses Programm und andere bilaterale Maßnahmen im dritten Kapitel dieser Arbeit vorgestellt werden.
Einige der Veränderungen, die sich im Verhältnis der neuen EU-Mitgliedsstaaten und Russland, sowie der EU und Russland ergeben, werden sich auf das Kaliningrader Gebiet stark auswirken. Die wichtigsten spezifischen Folgen werden insbesondere den Personen- und Warenverkehr sowie die Energieversorgung betreffen. Diese Bereiche sind die zur Zeit dringendsten Problemfelder. Wie die Auseinandersetzungen im Herbst 2002 zwischen Russland und der EU um den Transit von und nach Kaliningrad gezeigt haben, sind es mitunter auch sehr brisante Streitpunkte. In Kapitel vier werden diese Problemfelder näher erläutert.
Doch gerade diese, sich im Zuge der näherrückenden EU-Erweiterung ergebenen Streitpunkte, haben Kaliningrad seit 1999 wieder ins politische Bewusstsein gerückt. Je näher der Beitrittstermin rückte, desto mehr Bewegung und Aufmerksamkeit kam in die Kaliningradfrage. So war das Jahr 2002 eines der Ereignisreichsten in dieser Hinsicht. Vor allem in Russland stand das Thema Kaliningrad bei den Politikern hoch im Kurs.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historischer Hintergrund

2.1. Geschichte Ostpreussens bis 1945

2.2. Der Untergang Ostpreussens, die Entstehung und Entwicklung des Kaliningrader Gebietes

3. TACIS und ähnliche bilaterale Projekte

4. Ausgewählte Problemfelder zwischen der Europäischen Union und Russland bezüglich dem Kaliningrader Gebiet

4.1. Güterverkehr

4.2. Personenverkehr

4.3. Energieversorgung

5. Zukunftsperspektiven für Kaliningrad

6. Schlusswort

Zielsetzung und Themenfelder

Die vorliegende Arbeit untersucht die politische und wirtschaftliche Situation des Kaliningrader Gebietes im Kontext der EU-Osterweiterung. Dabei wird analysiert, wie die Exklavenlage des Gebiets die Beziehungen zwischen der Europäischen Union und Russland beeinflusst und welche Herausforderungen sowie Chancen sich für die Region ergeben.

  • Historische Entwicklung Ostpreußens bis hin zum heutigen Kaliningrader Gebiet
  • Die Rolle der EU-Hilfsprogramme wie TACIS für die regionale Transformation
  • Herausforderungen in den Bereichen Personen- und Gütertransit nach der EU-Osterweiterung
  • Problemfelder der Energieversorgung und die infrastrukturelle Einbindung des Gebiets
  • Zukunftsperspektiven und politische Integrationsszenarien für Kaliningrad

Auszug aus dem Buch

2.2. Der Untergang Ostpreussens, die Entstehung und Entwicklung des Kaliningrader Gebietes

Als am 25. April 1945 die letzten deutschen Truppen bei Pillau besiegt wurden, war die deutsche Geschichte Ostpreußens faktisch beendet worden. Auch wenn es noch keine verbindlichen Regelungen über die Zukunft Ostpreußens gab. Doch Stalin hatte bereits in der Konferenz von Teheran 1943 Ansprüche auf das Gebiet des nördlichen Ostpreußens gemacht. Die Westalliierten brachten diesem Anliegen keinen großen Widerstand entgegen, so dass bereits dort abzusehen war, dass Deutschland Ostpreußen nach dem Krieg verlieren wird. So wurde auf der Konferenz von Potsdam im Juli/August 1945 das nördliche Ostpreußen Russland und der südliche Teil Polen zur Verwaltung übertragen. Das Memelgebiet ging an die Sozialistische Sowjetrepublik Litauen. Über die rechtliche Verbindlichkeit und die politische Bedeutung der territorialen Regelungen des Potsdamer Abkommens gab und gibt es verschiedene Meinungen. Fest steht, dass sie zunächst als Provisorium bis zu einem Friedensvertrag gedacht waren. Die folgende Uneinigkeit der Siegermächte, im Zuge des Kalten Krieges, verhinderten eine endgültige Regelung. Dies ließ das Treffen in Potsdam zu einer „Ersatz-Friedenskonferenz“ werden, die die Landkarte Europas entscheidend veränderte. Doch mit den sogenannten „4+2 Verträgen“ vom September 1990 verzichtete die Bundesrepublik Deutschland rechtsverbindlich auf das Gebiet es ehemaligen Ostpreußens.

Abgesehen von diesen rechtlichen Fragen, wurde das Kaliningrader Gebiet durch die Sowjetunion seit 1945 als russisches Territorium behandelt und am 7. April 1946 offiziell eingegliedert. Im selben Jahr wird Königsberg in Kaliningrad umbenannt. Die letzten verbliebenen Deutschen wurden 1948 ausgesiedelt und durch Menschen aus den zerstörten Gebieten des europäischen Teils der Sowjetunion ersetzt. Bis in die Mitte der 1950er Jahre kamen mehrere Hunderttausend Siedler. Es fand ein kompletter Bevölkerungsaustausch statt. Es wurden keinerlei Bezüge zur Geschichte des Gebietes gemacht. Das neuentstehende Sowjetsystem formte Landnutzungsstrukturen, Straßennetz, Siedlungsformen und vieles mehr stark um.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die historische Zäsur durch die EU-Osterweiterung dar und definiert das Kaliningrader Gebiet als russische Exklave mit besonderen Chancen und Risiken.

2. Historischer Hintergrund: Dieses Kapitel zeichnet die Geschichte Ostpreußens bis 1945 nach und erläutert die Transformation des Gebiets zur russischen Enklave nach 1945.

3. TACIS und ähnliche bilaterale Projekte: Das Kapitel behandelt die Rolle des TACIS-Programms als wichtigstes Instrument der EU zur Unterstützung des wirtschaftlichen und sozialen Wandels in Kaliningrad.

4. Ausgewählte Problemfelder zwischen der Europäischen Union und Russland bezüglich dem Kaliningrader Gebiet: Hier werden die kritischen Infrastruktur- und Rechtsbereiche wie Güter- und Personenverkehr sowie die Energieversorgung analysiert, die durch die neue EU-Außengrenze vor neue Herausforderungen gestellt werden.

5. Zukunftsperspektiven für Kaliningrad: Dieses Kapitel erörtert die unterschiedlichen politischen Visionen für das Gebiet, insbesondere das Modell der "Pilotregion", und die Spannung zwischen regionaler Autonomie und zentraler russischer Steuerung.

6. Schlusswort: Die Arbeit schließt mit einer Bewertung der aktuellen politischen Fortschritte und mahnt eine stärkere sozioökonomische Integration an, um Instabilität zu vermeiden.

Schlüsselwörter

Kaliningrad, Europäische Union, Russland, Exklave, Ostpreußen, EU-Osterweiterung, TACIS, Transitverkehr, Personenverkehr, Energieversorgung, Pilotregion, Regionale Entwicklung, Grenzübergänge, Nördliche Dimension, Transformationsprozess.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die geopolitische und wirtschaftliche Stellung des russischen Gebietes Kaliningrad im Kontext der EU-Osterweiterung 2004.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die historische Genese, die Auswirkungen der EU-Hilfsprogramme (TACIS) sowie die logistischen und energiepolitischen Herausforderungen durch die Umschließung des Gebiets mit EU-Grenzen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Kaliningrad durch die neuen EU-Außengrenzen zu einer "Pilotregion" werden kann und welche politischen Schritte für eine stabile Entwicklung notwendig sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Auswertung von Fachliteratur, offiziellen Dokumenten der EU-Kommission sowie aktuellen Analysen zur regionalen Wirtschafts- und Sicherheitspolitik.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse, eine Vorstellung bilateraler Förderprogramme und eine detaillierte Untersuchung der Problemfelder Güterverkehr, Personenreiseverkehr und Energieversorgung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Kaliningrad, Exklave, EU-Integration, Transitregelung, Energieabhängigkeit und Pilotregion.

Warum spielt die Energieversorgung für Kaliningrad eine so große Rolle?

Das Gebiet ist zu über 80% von russischen Importen abhängig und die Stromversorgung ist eng mit dem alten sowjetischen Energieverbund gekoppelt, was in Anbetracht der geplanten Integration Litauens in das europäische Stromnetz zu Versorgungsproblemen führen kann.

Welche Bedeutung hat das "Vereinfachte Transitdokument" für die Menschen in Kaliningrad?

Es ermöglicht den Bewohnern den Reiseverkehr zum russischen Kernland durch litauisches EU-Territorium ohne vollständige Visumpflicht, was als ein wichtiger diplomatischer Kompromiss zur Vermeidung einer Isolierung des Gebiets gewertet wird.

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Details

Title
Kaliningrad und die Europäische Union
College
University of Rostock  (Institut für Politik- und Verwaltungswissenschaften)
Course
Politische Systeme und Beziehungen im Ostseeraum
Grade
2,0
Author
Martin Hewner (Author)
Publication Year
2004
Pages
34
Catalog Number
V58904
ISBN (eBook)
9783638529747
ISBN (Book)
9783638666213
Language
German
Tags
Kaliningrad Europäische Union Politische Systeme Beziehungen Ostseeraum
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martin Hewner (Author), 2004, Kaliningrad und die Europäische Union, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58904
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