Neue Medien im Religionsunterricht - Digitales Radio - SchülerInnenbeiträge zum Thema "Ehrfurcht vor dem Leben"


Examensarbeit, 2006

39 Seiten, Note: 2


Leseprobe

INHALT

I. Grundlegende Planung
1. Didaktische Begründung
1.1. Rahmenbedingungen
1.1.1. Klassensituation
1.1.2. Gegenwartsbezug
1.1.3. Zukunftsbedeutung
1.1.4. Das Vorhaben und der Lehr- / Bildungsplan
1.2. Zielformulierungen / Intentionen
1.2.1. Zu fördernde Kompetenzen.
1.2.2. Ziele/Intentionen der einzelnen Stunden
1.3. Methodische Überlegungen
1.3.1. Das interdisziplinäre Vorhaben „Ehrfurcht vor dem Leben“
1.3.2. Der Ablauf des Vorhabens
1.3.3. Verlaufsskizze

II. Protokoll der Durchführung und Reflexion

III. Zusammenfassende Reflexion

IV. Evaluation

V. Literaturliste

VI. Anhang
Elternbrief
Fragebogen/Evaluationsbogen
Arbeitsblatt „Gott schuf den Mensch“
Arbeitsblatt „Ehrfurcht vor dem Leben“
Foto „Mögliche Themen“
Arbeitsblatt „Umfrage“
Arbeitsblatt „Interview“
Anleitung zum Audioschnittprogramm „Audacity“

I. Grundlegende Planung

1. Didaktische Begründung

1.1. RAHMENBEDINGUNGEN

1.1.1 Klassensituation

Die Klasse 9 der Schule ist mir seit Schuljahresbeginn bekannt. Die Lerngruppe besteht aus insgesamt 21 SchülerInnen, wobei 8 SchülerInnen Mädchen und 13 Jungen sind. Grundsätzlich herrscht in der Klasse eine freundliche und interessierte Atmosphäre. Das Arbeitsklima lässt sich als sehr angenehm bezeichnen. Der Zusammenhalt unter den SchülerInnen ist gut und von intensiven sozialen Kontakten geprägt. Wenn sich die Gelegenheit dazu bietet, finden hin und wieder sachbezogene SchülerInnen-SchülerInnen-Diskussionen statt. Dennoch kann die Klasse bezüglich ihrer fachbezogenen qualita­tiven sowie quantitativen Leistungen keineswegs als homogen bezeichnet werden. Im Wesentlichen lässt sich die Klasse in zwei Gruppen unterteilen: a) eine Gruppe von stark interessierten und in hohem Maße leistungsbereiten SchülerInnen, die sich an Erkenntnisgewinnungs­prozessen im Unterricht kontinuierlich beteiligen und b) eine Gruppe von SchülerInnen, die sich durch eine eher passiv-rezeptive Haltung charakterisie­ren lässt. Dies mag individuell unterschiedliche Gründe haben. Einige Schüler sind meiner Ein­schätzung zufolge eher schüchtern, andere haben ihre Stärken im schriftlichen Be­reich. Schließlich stehen manche SchülerInnen religiösen Fragestellungen weniger aufge­schlossen gegenüber als andere.

Dies versuche ich u.a. durch folgende Maßnahmen auszugleichen:

- „Herausforderung“ einzelner SchülerInnen durch direktes Ansprechen
- weitestgehende Orientierung des Unterrichtsthemas am Interesse der SchülerInnen

Zur erstgenannten Gruppe zählen meiner Ansicht nach: Thomas, Philipp, Julia, Sarah, Julian, Sebastian, Diana, Marc und Nico S. Zur zweiten Gruppe gehören Lisa, Katrin, Sandra M, Sandra K. Raphael, Michael, Tim, Matthias, Frank und Fabian, wobei auch hier SchülerInnen eher desinteressiert sind (Lisa, Sandra M. und Raphael). Deutlich hervorzuheben ist jedoch, dass besonders diese SchülerInnen ihren Beitrag zum Vorhaben mit Begeisterung geleistet haben. Die Klasse ist mit verschiedenen Arbeitsmethoden vertraut: Neben Lehrerdarbie­tungen, dem entwickelnden Unterrichtsgespräch sowie Kleingruppen- bzw. Partnerarbeit, stellt das eigenständige Arbeiten einen Schwer­punkt im Religionsunterricht dar. Die SchülerInnen reagieren darauf in der Regel sehr positiv, auch diejenigen, die ansonsten weniger Interesse zeigen. Eine verstärkte Neugier ist bei diesen SchülerInnen eindeutig spürbar (intrinsische Motivation). Allerdings haben mir die vergangenen Stunden gezeigt, dass das selbstständige Arbeiten dem Großteil der SchülerInnen noch relativ schwer fällt. Hier besteht noch Übungsbedarf.

Die Friedrich-Schiller-Realschule war eine von landesweit 8 Modellschulen für den Multimedia-Einsatz an Realschulen, die im Rahmen der Medienoffensive des Landes Baden-Württemberg als Kompetenzzentren für den Einsatz multimedialer Lehr- und Lernsoftware mit geeigneter Hard- und Software ausgestattet wurden. Aus diesem Grund stehen den LehrerInnen und SchülerInnen zwei sehr gut ausgestattete Computerräume zur Verfügung, die das Arbeiten in diesem Vorhaben wesentlich erleichtert haben.

1.1.2 Gegenwartsbedeutung

Das Radio stellt mit seinem Musik-, Informations- und Unterhaltungsangebot nach wie vor ein wichtiges Medium dar. Mit einem Musikanteil von 70-80 Prozent hat das Radio einen hohen Unterhaltungswert und ist damit insbesondere bei Jugendlichen, für die Musik eine besonders wichtige Rolle spielt, ein sehr beliebtes Medium. Bei manchen Jugendlichen läuft das Radio sogar den ganzen Tag. „Als allererstes schalte ich das Radio ein, denn es gibt Sachen, die kann man nur mit Musik aushalten!“, erzählen mir einige SchülerInnen, wenn ich sie frage, wie sie zu Hause lernen bzw. wie sie sich auf die Schule vorbereiten. Untersuchungen zeigen, dass Jugendliche einen Großteil ihrer allgemeinpolitischen Informationen aus dem Radio beziehen[1]. Radio gehört wie das Fernsehen und der Computer zu den sog. Leitmedien, welche von SchülerInnen am häufigsten genutzt werden (Fernsehen 95 Prozent, CDs oder Musikkassetten 94 Prozent, Radio 85 Prozent)[2] und mit denen sie sich identifizieren können. Das Alltagsmedium Radio entwickelt sich dabei langsam zu einem „Multimedium“ in dem Texte, Töne und Bilder miteinander verknüpft werden. Eine Welt ohne Radio ist für die meisten Jugendlichen heutzutage kaum vorstellbar.

Darüber hinaus dient das Radio vielen Menschen als „Stimmungsaufheller“. Über die positive Wirkung von Musik wusste bereits Martin Luther zu berichten: „Musik ist der beste Trost für einen verstörten Menschen. Sie ist eine Lehrmeisterin, die die Leute gelinder, sanftmütiger und vernünftiger macht.“[3]

Nicht zuletzt wegen seiner leichten Handhabbarkeit ist das Radio außerdem ein ideales Medium für die Schule und den Unterricht. Bereits mit wenig Aufwand kann sehr viel erreicht werden. Mit einem Mikrofon, einem Aufnahmegerät, einem Computer und hochmotivierten SchülerInnen steht einem Radiobeitrag nichts mehr im Wege.

1.1.3 Zukunftsbedeutung

Obwohl das Radio schon über 75 Jahre alt ist, ist es bei SchülerInnen nach wie vor „in“. Altersgerecht und interessant gestaltet, wird es auch in Zukunft für Jungendliche eines der wichtigsten Medien darstellen. Entwicklungen, wie z.B. das „Digital Audio Broadcasting (DAB), das für digitalen Sound ohne Rauschen steht,[4] tragen dazu bei, die Qualität des Mediums stark zu verbessern und die positive Entwicklung des Radios im Zeitalter der digitalen Medien weiter voranzutreiben.

1.1.4 Das Vorhaben und der Lehr- / Bildungsplan

Das Thema „Neue Medien im Religionsunterricht - Digitales Radio – SchülerInnenbeiträge zum Thema: „Ehrfurcht vor dem Leben“ impliziert die Erarbeitung als Projekt. Aus verschiedenen Gründen habe ich jedoch von der Durchführung eines Projektes Abstand genommen. Zum einen liegt dem Lehrplan von 1994, der für Klasse 9 dieses Schuljahr noch bindend ist, eine gewisse Reduzierung des Projektgedankens zugrunde. Zum anderen sind die SchülerInnen der Klasse 9b mit dem eigenständigen Erarbeiten von Wissen noch nicht ausreichend vertraut. Aufgrund der zeitlichen Grenzen des Vorhabens ist es daher meiner Ansicht nach sinnvoller, das Thema im Plenum zu erarbeiten. Aus diesem Grund habe ich mich für ein „interdisziplinäres Vorhaben“ entschieden.

Wie bereits erwähnt, findet dieses Vorhaben innerhalb des Lehrplanes von 1994 statt. Hier heißt es für das Fach Evangelische Religionslehre: „Lehrplaneinheit 9.6.1 P: Ehrfurcht vor dem Leben: Aus biblischer Sicht ist der Mensch Gottes Geschöpf und sein Ebenbild. Alles menschliche Leben verdient deshalb Würde. […]“.[5]

Folgende Inhalte gibt der Lehrplan dazu vor:

- Ehrfurcht vor welchem Leben?
- Ein Kind kommt.
- Der „Griff nach dem Leben“
- Der Streit um das Leben – lebenswert?

Diese Inhalte habe ich den SchülerInnen bewusst vorenthalten, um eine Reflexion über den Begriff „Ehrfurcht“ anzuregen.

Im neuen Bildungsplan findet sich dieser Inhalt im Themenfeld der Klasse 10 „Grenzen des Lebens“, wo es heißt: „Ehrfurcht vor dem Leben: ein ethischer Konfliktfall (zum Beispiel Pränatale Diagnostik, Schwangerschaftsabbruch, Euthanasie)“.[6] Mit dem Thema des Vorhabens werden folgende Dimensionen angesprochen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Insbesondere in der Dimension „Welt und Verantwortung“ wird darauf hingewiesen, dass der Mensch „zu verantwortlichem Handeln bestimmt ist“ und dass „allen Lebewesen ein Lebensrecht als Geschöpfe Gottes“ zusteht. Durch die Vorbereitung und Durchführung von Interviews sowie deren Aufbereitung für das Radio sind die SchülerInnen dazu angehalten, Verantwortung zu übernehmen und im Team respektvoll miteinander umzugehen. Darüber hinaus findet eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema statt. Dies entspricht einem der drei übergreifenden Aufgaben und Zielen, wie sie in den Leitgedanken zum Kompetenzerwerb für das Fach Evangelische Religionslehre genannt werden, nämlich dem Leitgedanken „Gestalten und verantwortlich Handeln, was sollen wir tun?“[7]

Nicht nur das Fach Evangelische Religionslehre, sondern auch die Fächer Informationstechnische Grundbildung (ITG) und Deutsch sind in dieses Vorhaben involviert. Im Fach Deutsch, dem ebenfalls der Lehrplan von 1994 zugrunde liegt, werden im Arbeitsbereich 1: „Sprechen und Schreiben“, folgende Ziele verfolgt: “Gespräche führen zu können,

Sprechübungen zu machen, sich Informationen zu beschaffen, diese zusammen zu fassen und höflich miteinander umzugehen“. Im Arbeitsbereich 2: Literatur, andere Texte und Medien, sollen die SchülerInnen den „produktiven Umgang mit Texten erlernen und einen Einblick in den Umgang mit Medien bzw. journalistische Textformen erhalten“[8]. Im Vergleich hierzu beschreibt der Bildungsplan von 2004[9] in Klasse 8 folgende Kompetenzen: Im Bereich „Sprechen“ sind die Schülerinnen „fähig Gespräche zu führen. Die SchülerInnen können: die Meinungen anderer respektieren und aushalten, Gesprächsregeln einhalten, gezielte Fragen zu Gehörtem stellen, Informationen sammeln und an andere weitergeben“. Im Bereich „Schreiben“ können die SchülerInnen “Verfahren zur Vorbereitung des Schreibens (Mindmap…) nutzen und journalistische Darstellungsformen hinsichtlich ihrer Intentionalität unterscheiden und bewerten“. In diesem Vorhaben lernen die SchülerInnen konkret das Interview und die Umfrage als journalistische Darstellungsformen kennen.

Bevor ich auf die Ziele des Lehrplanes im Fach ITG näher eingehe, möchte ich mich mit der „Rubrik: Fächerverbindende Themen“ des Lehrplanes 1994 näher befassen. Hier ist eine wechselseitige Relation zwischen dem Fach ITG und dem fächerverbindenden Thema „Umgang mit Medien“ in Evangelischer Religionslehre festzustellen. Folgenden Inhalt des fächerverbindenden Themas möchte ich dazu anführen:

- Nutzung der Medien und
- Kreativer Einsatz moderner (neuer) Medien[10]

Hierzu heißt es in ITG (Lehrplan 1994):

- Handhabung von Programmen und
- Einsatz von Programmen[11]

Der Bildungsplan von 2004[12] geht noch einen Schritt weiter, wo folgende Kompetenzen im Fach ITG erreicht werden sollen:

- Grundlegende (6), vielfältige informationstechnische Anwendungen selbstständig und zweckorientiert einsetzen (8)
- Verschiedene Geräte zur Eingabe von Daten einsetzen (6)
- Informationen aus unterschiedlichen Quellen beschaffen (6)
- Dateien auf unterschiedlichen Datenträgern speichern (6) und selbstständig verwalten (8) und
- Musik mit dem Computer gestalten

Die folgende Grafik veranschaulicht die Relation der beteiligten Fächer an diesem Vorhaben:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Relation zu den Fächern

1.2. Zielformulierungen

1.2.1 Zu fördernde Kompetenzen

Pragmatisch:[13]

Die SchülerInnen erstellen im interdisziplinären Vorhaben mithilfe des Computers Radiobeiträge zum Thema „Ehrfurcht vor dem Leben“. Sie können mit einem Audioschnittprogramm und einem Audioaufnahmegerät (Minidiskplayer) umgehen. Die SchülerInnen lernen das Interview und die Umfrage kennen.

Hermeneutisch:

Die SchülerInnen sind in der Lage, einen biblischen Text (1.Mose 1, 27-30) zu verstehen und ihn in Relation zum Begriff „Ehrfurcht vor dem Leben“ zu setzen. Sie wissen, was es bedeutet, die Schöpfung zu bewahren.

Personal:

Die SchülerInnen erleben, dass das Arbeiten in einer Gruppe Spaß macht. Sie nehmen sich selbst, andere Personen und Situationen einfühlsam wahr und lernen, persönliche Entscheidungen zu reflektieren sowie mit ihren Stärken und Schwächen umzugehen. Erfolge und Bestätigung stellen sich von selbst ein.

Sozial:

Die SchülerInnen üben sich im kooperativen Arbeiten (Teamarbeit). Dabei übernehmen sie

Verantwortung für sich und die Gruppe. Sie finden Kompromisse und suchen bei auftretenden Konflikten gemeinsam nach Lösungen. Sie treffen Entscheidungen mit und für die Gruppe. Sie

machen die Erfahrung, dass ein Vorhaben zusammen gelingt und jeder einzelne dazu gebraucht wird.

Methodisch:

Die SchülerInnen üben sich im eigenständigen Arbeiten, Lernprozesse selbstständig zu organisieren und darüber zu reflektieren. Die SchülerInnen benutzen das Internet als Recherche-, Kommunikations- und Präsentationsmedium. Die SchülerInnen lernen dabei, gesetzte Ziele zu erreichen, diese zu überprüfen und ihre Ergebnisse zu präsentieren.

1.2.2 Ziele / Intentionen der einzelnen Stunden

Übergeordnetes Ziel:

Am Ende des interdisziplinären Vorhabens hat jede Gruppe einen Radiobeitrag erstellt.

Exkursion zum SWR nach Stuttgart

Um die SchülerInnen für das Vorhaben zu motivieren, besuchen wir zusammen den SWR in Stuttgart. Hier bekommen die SchülerInnen einen Einblick in die Arbeit der „Fernseh – und Radiomacher“. Die Klasse macht eine Exkursion zum SWR nach Stuttgart, wo sie der Fernsehsendung „Baden-Württemberg Aktuell“ beiwohnt.

Hinführung zum Thema „Ehrfurcht vor dem Leben“- der Mensch als Gottesgeschöpf

Durch das Ritual zu Beginn der Stunde wird die Persönlichkeit der SchülerInnen gestärkt.

Die SchülerInnen setzen sich mit einem Bild zur Schöpfungsgeschichte und einem biblischen Text (1. Mose 1, 27-30) so auseinander, dass sie sie verstehen und diese in Relation zum Begriff „Ehrfurcht vor dem Leben“ setzen können. Sie wissen, dass der Mensch auf der Erde als „Pendant“ Gottes den Auftrag hat, die Schöpfung zu bewahren und was dies konkret bedeutet. Die SchülerInnen erarbeiten anhand von Bildmotiven Unterthemen zum Begriff „Ehrfurcht vor dem Leben“, suchen sich je nach Interesse ein Thema aus und finden sich in sieben Arbeitsgruppen zu jeweils drei Personen zusammen.

Einführung in die Interviewtechnik

Die SchülerInnen sind in der Lage ein Interview oder eine Umfrage durchzuführen. Sie kennen Möglichkeiten ihre Aussprache zu verbessern und sie wissen, wo und wie sie sich Informationen zu ihrem jeweiligen Thema beschaffen können. Durch die selbstständige Erarbeitung des Themengebietes im Team erweitern die SchülerInnen ihre Methodenkompetenz im Bereich der Gruppenarbeit.

Übungen zum Umgang mit der Technik

Die SchülerInnen fühlen sich sicher im Umgang mit den technischen Instrumenten (Mikrofon, Minidiskplayer, Kassettenrecorder). Die SchülerInnen besitzen die Fähigkeit, die vergangenen Stunden zu reflektieren.

Durchführung der Interviews bzw. der Umfragen

Die SchülerInnen sind in der Lage, eigenverantwortlich Interviews und Umfragen durchzuführen. Sie können auf fremde Menschen zugehen und diese nach ihrer Meinung fragen. Des Weiteren wissen sie, wie man „O-Töne“ auf einem USB-Stick sichert.

Einführung in das Audioschnittprogramm „Audacity“

Anhand von Schnittbeispielen lernen die SchülerInnen die Grundfunktionen des Audioschnittprogramms „Audacity“ kennen. Das gemeinsame Üben des Schnittes fördert die Teamfähigkeit in der Gruppe. Die SchülerInnen sind in der Lage, sich einen Text (Anleitung Audacity) zu erschließen und daraus die wichtigsten Informationen (Hilfe zum Programm) herauszufiltern.

Selbstständiges Erstellen von Radiobeiträgen

Die SchülerInnen erstellen an einem Computerarbeitsplatz in ihren jeweiligen Gruppen einen Radiobeitrag.

Präsentation der Radiobeiträge

Die SchülerInnen verfügen über die Fähigkeit, Ergebnisse und Erkenntnisse zu präsentieren, indem sie ihre Gruppenarbeiten der gesamten Klasse vorstellen.

Reflexion des interdisziplinären Vorhabens

Die SchülerInnen sind in der Lage, das komplette Vorhaben zu reflektieren. Sie können ihre Meinung artikulieren und diese ihren Mitschülern präsentieren. Die SchülerInnen können den Begriff „Ehrfurcht vor dem Leben“ mit ihren eigenen Worten definieren.

1.3 Methodische Überlegungen

1.3.1 Das interdisziplinäre Vorhaben „Ehrfurcht vor dem Leben“

Aus verschiedenen Gründen habe ich mich dafür entschieden, das Thema nicht als Projekt im klassischen Sinne, sondern als „interdisziplinäres Vorhaben“, im Fächerverbund von Evangelischer Religionslehre, Informationstechnischer Grundbildung (ITG) und Deutsch, durchzuführen. Die Inhalte, Methoden und Sozialformen wurden daher von mir im Vorfeld, ohne die Beteiligung der SchülerInnen, ausgewählt und geplant. Die Gründe für diese Entscheidung sind im Wesentlichen in der zeitlichen Begrenzung (acht Unterrichtsstunden) und im Lehrplan von 1994 (Pflichteinheit) zu finden. Ein weiterer Grund, warum ich mich für ein interdisziplinäres Vorhaben und nicht für ein Projekt entschieden habe, ist die bessere Planbarkeit und damit die Sicherstellung der angestrebten Kompetenzen und Ziele. Dies bedeutet nicht, dass die SchülerInnen nicht dazu angehalten wurden, bestimmte Arbeitsschritte eigenständig auszuführen. Beispielsweise sollten sie sich in Eigenverantwortung Informationen zu ihrem Thema beschaffen, die Interviews bzw. Umfragen selbständig durchführen und die sog. „O-Töne“ mit dem Computer bearbeiten. Hier war ich nur noch als Berater tätig.

1.3.2 Der Ablauf des Vorhabens

Eingeführt wurde das Vorhaben mit einem Besuch beim SWR in Stuttgart. Hier bekamen die SchülerInnen einen Einblick in die Arbeit der Fernseh- und Radiomacher. Anhand eines Bibelverses und eines Bildes zur Schöpfungsgeschichte (1. Mose 1, 27-30) sowie eines Textes des Mediziners und Theologen Albert Schweitzer, setzten sich die SchülerInnen mit der Frage auseinander, was es bedeutet, dass „der Mensch im Bilde Gottes geschaffen ist“ und dass er den Auftrag hat, die Schöpfung zu bewahren. Des Weiteren wurde der Zusammenhang zwischen der Schöpfungsgeschichte (1. Mose 1, 27-30) und dem „Gedanken“ Albert Schweitzers „ Ehrfurcht vor dem Leben“ thematisiert. Mit Hilfe vorbereiteter Bildmotive war es für die SchülerInnen relativ einfach, Unterthemen zum Thema „Ehrfurcht vor dem Leben“ zu finden. Diese Unterthemen waren zugleich die Interviewthemen, denen sich die SchülerInnen selbst zuordneten.

In der 3. Stunde des Vorhabens lernte die Klasse eine Interviewtechnik und eine Methode zur besseren Aussprache kennen. Darüber hinaus hatten die SchülerInnen die Aufgabe, sich Informationen zu ihrem gewählten Thema zu besorgen und einen Interviewfragebogen zu erstellen. Der Umgang mit der Technik, also das Bedienen eines Minidiskplayers und des Mikrofons, standen im Mittelpunkt der darauf folgenden Stunde. In der 5. Stunde führten die SchülerInnen selbstständig Interviews durch. Das dabei gewonnene Material wurde im Anschluss daran auf USB-Sticks gesichert. Im Mittelpunkt der nachfolgenden Stunde stand der Audioschnitt mit dem Audioschnittprogramm „Audacity“. Hier lernten die SchülerInnen den Umgang mit dem Programm kennen, um ihr Interviewmaterial eigenverantwortlich schneiden zu können. In der 7. Stunde des Vorhabens bearbeiteten die SchülerInnen das Interviewmaterial am Computer. In der 8. Unterrichtsstunde wurden die einzelnen Gruppenbeiträge schließlich vor der Klasse präsentiert. Die darauf folgende Unterrichtsstunde (außerhalb des zu dokumentierenden Vorhabens) hatte eine Reflexion/Evaluation des Vorhabens zum Inhalt.

[...]


[1] Sammelwerk MEDIENZEIT. Ausgabe Baden-Württemberg: „Faszination digitales Radio- Radioproduktionen im Unterricht“.

[2] Sammelwerk MEDIENZEIT. Ausgabe Baden-Württemberg: „Faszination digitales Radio- Radioproduktionen im Unterricht“.

[3] http://www.muenchen-evangelisch.de/glaube/musik.html

[4] http://zeus.fh-brandenburg.de/~froehlin/pvl/radio/dab.shtml

[5] Lehrplanheft 3 1994, S. 285.

[6] Bildungsplan 2004, S.30.

[7] Bildungsplan 2004, S.22: „Der evangelische Religionsunterricht befähigt mit anderen zusammen die Frage nach Gut und Böse, Recht und Unrecht zu stellen, und setzt sich für ein Leben in Freiheit, Demokratie und sozialer Verantwortung ein“.

[8] Lehrplan 1994, S.294ff.

[9] Bildungsplan 2004, S.52-53.

[10] Lehrplan 1994, S.281

[11] Lehrplan 1994, S.

[12] Bildungsplan 2004, S. 194

[13] Nach Bildungsplan 2004

Ende der Leseprobe aus 39 Seiten

Details

Titel
Neue Medien im Religionsunterricht - Digitales Radio - SchülerInnenbeiträge zum Thema "Ehrfurcht vor dem Leben"
Note
2
Autor
Jahr
2006
Seiten
39
Katalognummer
V58905
ISBN (eBook)
9783638529754
ISBN (Buch)
9783638664295
Dateigröße
3952 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Neue, Medien, Religionsunterricht, Digitales, Radio, SchülerInnenbeiträge, Thema, Ehrfurcht, Leben
Arbeit zitieren
Wolff Weichselgartner (Autor), 2006, Neue Medien im Religionsunterricht - Digitales Radio - SchülerInnenbeiträge zum Thema "Ehrfurcht vor dem Leben", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58905

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