Das Radio stellt mit seinem Musik-, Informations- und Unterhaltungsangebot nach wie vor ein wichtiges Medium dar. Mit einem Musikanteil von 70-80 Prozent hat das Radio einen hohen Unterhaltungswert und ist damit insbesondere bei Jugendlichen, für die Musik eine besonders wichtige Rolle spielt, ein sehr beliebtes Medium. Bei manchen Jugendlichen läuft das Radio sogar den ganzen Tag. „Als allererstes schalte ich das Radio ein, denn es gibt Sachen, die kann man nur mit Musik aushalten!“, erzählen mir einige SchülerInnen, wenn ich sie frage, wie sie zu Hause lernen bzw. wie sie sich auf die Schule vorbereiten. Untersuchungen zeigen, dass Jugendliche einen Großteil ihrer allgemeinpolitischen Informationen aus dem Radio beziehen1. Radio gehört wie das Fernsehen und der Computer zu den sog. Leitmedien, welche von SchülerInnen am häufigsten genutzt werden und mit denen sie sich identifizieren können. Das Alltagsmedium Radio entwickelt sich dabei langsam zu einem „Multimedium“ in dem Texte, Töne und Bilder miteinander verknüpft werden. Eine Welt ohne Radio ist für die meisten Jugendlichen heutzutage kaum vorstellbar.
Darüber hinaus dient das Radio vielen Menschen als „Stimmungsaufheller“. Über die positive Wirkung von Musik wusste bereits Martin Luther zu berichten:
„Musik ist der beste Trost für einen verstörten Menschen. Sie ist eine Lehrmeisterin, die die Leute gelinder, sanftmütiger und vernünftiger macht."
Nicht zuletzt wegen seiner leichten Handhabbarkeit ist das Radio außerdem ein ideales Medium für die Schule und den Unterricht. Bereits mit wenig Aufwand kann sehr viel erreicht werden. Mit einem Mikrofon, einem Aufnahmegerät, einem Computer mit Audiosoftware (Audacity) und hochmotivierten SchülerInnen steht einem Radiobeitrag nichts mehr im Wege.
Inhaltsverzeichnis
I. Grundlegende Planung
1. Didaktische Begründung
1.1.Rahmenbedingungen
1.1.1. Klassensituation
1.1.2. Gegenwartsbezug
1.1.3. Zukunftsbedeutung
1.1.4. Das Vorhaben und der Lehr- / Bildungsplan
1.2. Zielformulierungen / Intentionen
1.2.1. Zu fördernde Kompetenzen
1.2.2. Ziele/Intentionen der einzelnen Stunden
1.3. Methodische Überlegungen
1.3.1. Das interdisziplinäre Vorhaben „Ehrfurcht vor dem Leben“
1.3.2. Der Ablauf des Vorhabens
1.3.3. Verlaufsskizze
II. Protokoll der Durchführung und Reflexion
III. Zusammenfassende Reflexion
IV. Evaluation
V. Literaturliste
VI. Anhang
Elternbrief
Fragebogen/Evaluationsbogen
Arbeitsblatt „Gott schuf den Mensch“
Arbeitsblatt „Ehrfurcht vor dem Leben“
Foto „Mögliche Themen“
Arbeitsblatt „Umfrage“
Arbeitsblatt „Interview“
Anleitung zum Audioschnittprogramm „Audacity“
Aller Anfang ist einfach
Bearbeiten des Tonmaterials
Der Grobschnitt
Die Auswahl der Töne
Der Feinschnitt
Anordnung der O-Töne
Die Montage
Das Musikbett
Die Abmischung
Zielsetzung und Themen
Das Ziel der Arbeit ist die Dokumentation eines interdisziplinären Unterrichtsvorhabens, in dem Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse Radiobeiträge zum Thema „Ehrfurcht vor dem Leben“ erstellen. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die praktische Erprobung der Verknüpfung von medienpädagogischen Inhalten (Radioarbeit/Audacity) mit theologischen und ethischen Fragestellungen zum Schöpfungsgedanken.
- Einsatz neuer Medien und digitaler Radiotechnik im Religionsunterricht
- Fächerübergreifende Kooperation zwischen Religion, Deutsch und ITG
- Theologische Auseinandersetzung mit dem Begriff „Ehrfurcht vor dem Leben“
- Praktische Medienproduktion (Interviewtechnik, Umfrage, Audio-Schnitt)
- Kompetenzerwerb im Bereich der Teamarbeit und eigenverantwortlichen Wissensaneignung
Auszug aus dem Buch
1.1.1 KLASSENSITUATION
Die Klasse 9 der Schule ist mir seit Schuljahresbeginn bekannt. Die Lerngruppe besteht aus insgesamt 21 SchülerInnen, wobei 8 SchülerInnen Mädchen und 13 Jungen sind. Grundsätzlich herrscht in der Klasse eine freundliche und interessierte Atmosphäre. Das Arbeitsklima lässt sich als sehr angenehm bezeichnen. Der Zusammenhalt unter den SchülerInnen ist gut und von intensiven sozialen Kontakten geprägt. Wenn sich die Gelegenheit dazu bietet, finden hin und wieder sachbezogene SchülerInnen-SchülerInnen-Diskussionen statt. Dennoch kann die Klasse bezüglich ihrer fachbezogenen qualitativen sowie quantitativen Leistungen keineswegs als homogen bezeichnet werden. Im Wesentlichen lässt sich die Klasse in zwei Gruppen unterteilen: a) eine Gruppe von stark interessierten und in hohem Maße leistungsbereiten SchülerInnen, die sich an Erkenntnisgewinnungsprozessen im Unterricht kontinuierlich beteiligen und b) eine Gruppe von SchülerInnen, die sich durch eine eher passiv-rezeptive Haltung charakterisieren lässt. Dies mag individuell unterschiedliche Gründe haben. Einige Schüler sind meiner Einschätzung zufolge eher schüchtern, andere haben ihre Stärken im schriftlichen Bereich. Schließlich stehen manche SchülerInnen religiösen Fragestellungen weniger aufgeschlossen gegenüber als andere.
Dies versuche ich u.a. durch folgende Maßnahmen auszugleichen: „Herausforderung“ einzelner SchülerInnen durch direktes Ansprechen weitestgehende Orientierung des Unterrichtsthemas am Interesse der SchülerInnen
Zur erstgenannten Gruppe zählen meiner Ansicht nach: Thomas, Philipp, Julia, Sarah, Julian, Sebastian, Diana, Marc und Nico S. Zur zweiten Gruppe gehören Lisa, Katrin, Sandra M, Sandra K. Raphael, Michael, Tim, Matthias, Frank und Fabian, wobei auch hier SchülerInnen eher desinteressiert sind (Lisa, Sandra M. und Raphael). Deutlich hervorzuheben ist jedoch, dass besonders diese SchülerInnen ihren Beitrag zum Vorhaben mit Begeisterung geleistet haben.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Grundlegende Planung: Dieses Kapitel erläutert die didaktischen Rahmenbedingungen, die Zielformulierungen sowie die methodische Planung des fächerübergreifenden Unterrichtsvorhabens.
II. Protokoll der Durchführung und Reflexion: Hier wird der tatsächliche Verlauf der Unterrichtsstunden, inklusive der Exkursion zum SWR und der Arbeitsschritte der Schülergruppen, detailliert dokumentiert und reflektiert.
III. Zusammenfassende Reflexion: Der Autor zieht ein Fazit über den Erfolg des Projekts, beleuchtet die Schwierigkeiten der Zeitvorgabe und reflektiert über die didaktischen Freiräume und die religiöse Dimension des Themas.
IV. Evaluation: In diesem Kapitel werden die vor und nach dem Vorhaben erhobenen Evaluationsdaten ausgewertet, um den Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler in theologischen und technischen Bereichen zu messen.
V. Literaturliste: Eine Zusammenstellung der verwendeten Printmedien, digitalen Quellen und Internetressourcen.
VI. Anhang: Enthält ergänzende Dokumente wie Elternbriefe, Fragebögen, Arbeitsblätter und eine technische Anleitung zum Programm Audacity.
Schlüsselwörter
Religionsunterricht, Ehrfurcht vor dem Leben, Digitales Radio, Schülerbeiträge, Medienpädagogik, Interdisziplinäres Vorhaben, Audacity, Albert Schweitzer, Schöpfungsgeschichte, Medienoffensive, Kompetenzerwerb, Radioproduktion, Interviewtechnik, Evaluation, Evangelische Religionslehre.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert ein Unterrichtsvorhaben in einer 9. Klasse, bei dem Schülerinnen und Schüler im fächerübergreifenden Unterricht Radiobeiträge zu ethischen Themen erstellt haben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind der Einsatz neuer Medien im Unterricht, die ethische Auseinandersetzung mit dem Schöpfungsbegriff „Ehrfurcht vor dem Leben“ sowie die praktische Umsetzung von Radio-Journalismus.
Was ist das primäre Ziel des Unterrichtsvorhabens?
Das primäre Ziel war es, dass die Schülerinnen und Schüler eigenverantwortlich einen Radiobeitrag produzieren, wobei gleichzeitig mediale, methodische und personale Kompetenzen gestärkt werden sollten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine praxisorientierte Projektform gewählt, ergänzt durch eine formative Evaluation mittels Fragebögen vor und nach dem Vorhaben zur Messung des Lernerfolgs.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die didaktische Planung, das Protokoll der Durchführung, eine zusammenfassende Reflexion durch den Lehrer sowie die detaillierte Evaluation der Lernergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Besonders prägend sind die Begriffe Religionsunterricht, Radio-Projekt, Schöpfungsethik, Medienkompetenz und Schüleraktivierung.
Warum wurde Albert Schweitzer in das Unterrichtsvorhaben integriert?
Albert Schweitzer wurde gewählt, da er den Begriff „Ehrfurcht vor dem Leben“ geprägt hat und seine Lebensgeschichte den Schülerinnen und Schülern half, den Konflikt um den Schutz des Lebens konkret zu verstehen.
Wie reagierten die Schülerinnen und Schüler auf die technische Arbeit mit Audacity?
Die Schülerinnen und Schüler zeigten trotz anfänglicher technischer Hürden eine hohe Motivation und bildeten im Teamwork Experten-Strukturen, um das Audioschnittprogramm erfolgreich für ihre Beiträge zu nutzen.
- Quote paper
- Wolff Weichselgartner (Author), 2006, Neue Medien im Religionsunterricht - Digitales Radio - SchülerInnenbeiträge zum Thema "Ehrfurcht vor dem Leben", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58905