Bilingualer Geschichtsunterricht


Seminararbeit, 2005
20 Seiten, Note: 2-

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

1. Rahmenbedingungen

2. Übergeordnete Zielsetzungen
2.1 Sprachreflexion

3. Inhalte
3.1 Bilingual Triangle nach Wolfgang Hallet

4. Grundsätze der Unterrichtsgestaltung

5. Materialien

6. Bilingualer Geschichtsunterricht im

Urteil der SchülerInnen

7. Kritische Punkte

Fazit

Einleitung

Der bilinguale Unterricht ist in der heutigen Zeit so populär wie noch nie. Immer mehr Schulen nutzen diesen „Bildungszweig“, um sich zu profilieren und sich von anderen Schulen abzugrenzen. Besonders die Fächer Erdkunde, Geschichte und Politik sind die „Vorreiter“ auf diesem Gebiet, jedoch gibt es mittlerweile immer mehr naturwissenschaftliche Sachfächer, die auf die Möglichkeit das Wissen in einer Fremdsprache zu vermitteln zurückgreifen. Allerdings existierten noch keine Richtlinien bzw. noch kein eindeutiges curriculares Konzept für diese Unterrichtsform. Die Empfehlungen der Bundesländer in dieser Thematik unterscheiden sich gravierend.

Die Arbeit widmet sich dem bilingualen Geschichtsunterricht. Hierbei wird besonders auf die Literatur von Manfred Wildhage „Praxis des bilingualen Unterrichts“ eingegangen. Zudem wird eine Studie der Bremer Universität zur allgemeinen Akzeptanz des bilingualen Unterrichts dargelegt. Auch wird auf didaktische Probleme, sowie kritische Punkte eingegangen.

„Geschichtsbewusstsein entwickelt sich aus der Pluralität unterschiedlicher Geschichtsbilder.“

(Wildhage, 2003: 79)

1. Rahmenbedingungen

Seit der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages 1963 gehört das Fach Geschichte zu den „Leitfächern“ der bilingualen Sachfachunterrichte. Mit der Verbreitung deutsch-englischer Schulzweige hat sich dieser Status sogar verbessert. Das Fach Geschichte hat bundesweit einen Gesamtanteil von über 30% der bilingualen Sachfächer. Das ist vor allem auf drei wesentliche Faktoren zurückzuführen. So haben einige Bundesländer „curriculare Handreichungen“ (Wildhage, 77) herausgegeben, die entweder als Empfehlungen in den Rahmenrichtlinien oder als eigenständige Lehrpläne vorliegen. Zudem etablieren sich Verlagszweige bzw. Institutionen, die sich auf die Publikation von Unterrichtsmaterialien für den bilingualen Sachfachunterricht spezialisiert haben. Als drittes ist noch Zuwendung der geschichtlichen Fachdidaktik zu nennen. Die Fachdiskussion wurde jahrelang fast ausschließlich von Fremdsprachendidaktikern geführt, doch das Interesse und die Akzeptanz unter den Historikern für diese Thematik wachsen und bilden somit einen Ansatzpunkt für die Erarbeitung eines autonomen curricularen Profils[1].

Dennoch variieren die Umsetzungen dieses Unterrichts innerhalb Deutschlands stark. Es gibt nur zwei unwiderrufliche Übereinstimmungen bei sämtlichen bilingualen Unterrichtsformen: zum einen die Verwendung einer Fremdsprache als Medium des Lernen und zum anderen die Hervorhebung des interkulturellen Lernens.

Um die Bandbreite der diversen Ansätze zum bilingualen Geschichtsunterricht zu erfassen, werden im Folgenden einige Beispiele angeführt:

- Das Fach Geschichte wird in einigen Bundesländern erst ab Klasse 9, in anderen ab Klasse 7 unterrichtet.
- Das Bundesland Bremen hat eigens für den bilingualen Unterricht ein Fach für die Sekundarstufe I konzipiert, European Studies. Bei diesem sind geschichtliche Themen ein wesentlicher Bestandteil.
- In Niedersachsen können[2] alle Geschichtsthemen auch fremdsprachig unterrichtet werden.
- Bayern geht von einer Symbiose des mutter- und fremdsprachigen Unterrichts für das Sachfach Geschichte aus.
- Rheinland-Pfalz wiederum hat curriculare Vorgaben für den bilingualen Unterricht. Zwei Stunden des Geschichtsunterrichts werden in der Fremdsprache und eine Stunde in der Muttersprache abgehalten; allerdings ist thematische Differenzierung für die beiden Unterrichtsformen vorgeschrieben. (Wildhage, 78)

2. Übergeordnete Zielsetzungen

Das Fach Geschichte hat den Anspruch das Geschichtsbewusstsein zu schärfen und die Identitätsbildung zu unterstützen. Das historische Lernen ist somit als ein kontinuierlicher Prozess anzusehen, der weit über das reine Faktenwissen hinausgeht. Der bilinguale Unterricht bietet hierbei, durch die Verwendung von authentischen und fremdsprachigen Materialien, diverse Perspektiven, um reflektierte Einblicke in historische Ereignisse durch die Lernenden zu fördern. Das bedeutet, dass erst die eigene, deutsche Perspektive verstanden werden muss und sich anschließend der englischen zu zuwenden. Dieser Vorgang, bei dem „ der ergänzende Blick von außen dabei helfen kann, die eigene Perspektive zu schärfen [und] die Eigenart des eigenen Kulturkreises deutlicher hervortreten zu lassen“, wird von Albert Otto als „komparatistisches Prinzip“ bezeichnet. (Wildhage, 80) Dies möchte ich an einer persönlichen Erfahrung verdeutlichen:

[...]


[1] Auf diese drei Faktoren wird im Folgenden noch näher eingegangen.

[2] In Abhängigkeit des Organisationsmodells der Schule.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Bilingualer Geschichtsunterricht
Hochschule
Universität Osnabrück
Veranstaltung
Bilingual Learning and Teaching
Note
2-
Autor
Jahr
2005
Seiten
20
Katalognummer
V58920
ISBN (eBook)
9783638529846
ISBN (Buch)
9783640330539
Dateigröße
604 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bilingualer, Geschichtsunterricht, Bilingual, Learning, Teaching
Arbeit zitieren
Claudia Oldiges (Autor), 2005, Bilingualer Geschichtsunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58920

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